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Neues Rettungsboot für Station Horumersiel


Sportschipper - epaper ⋅ Ausgabe 11/2019 vom 29.10.2019

Die letzte Taufe eines Rettungsbootes der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) für die Station Horumersiel liegt fast 70 Jahre zurück. Jetzt wurde unter großer Anteilnahme der Einheimischen und Urlauber die „Wolfgang Paul Lorenz“ – benannt nach ihrem Stifter aus Frankfurt – getauft. Das 1,2 Millionen Euro teure Seenotrettungsboot gehört zur neuesten Generation der 10,1-Meter Klasse der DGzRS und wurde auf der Werft Tamsen-Maritim in Rostock gebaut.


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Zur feierlichen Taufe der „Wolfgang Paul Lorenz“ kamen DGzRS-Vorsitzer Gerhard Harder (l.) und die Witwe des Spenders, Ursula Lorenz, die als Taufpatin fungierte. Vormann Günter Ihnken und seine Crew nahmen das neue Rettungsboot in Augenschein.


Für Vormann Günter Ihnken und seine Crew aus 15 freiwilligen Seenotrettern – darunter zwei Frauen – war das natürlich ein großer Tag. Bereits Ende September hatte eine dreiköpfige Crew das Boot von der Werft abgeholt und war dabei durch schwere See gefahren. „Wir haben Böen der Stärke 9 bis 10 abgeritten und sind mit dem Boot bestens zurechtgekommen“, lobte Ihnken die Qualität. „Wir haben ein Super-Boot bekommen – besser geht es nicht“, fügte er hinzu.

Für die Witwe des Stifters, Ursula Lorenz, die als Taufpatin fungierte, war die Bootstaufe ein emotionaler Tag, und die meisten der Zuschauer wurden von dieser besonderen Stimmung eingefangen. „Mein Mann wäre über diesen Tag sehr glücklich, und das bin ich auch“, sagte sie bewegt, nachdem DGzRS-Geschäftsführer Nikolaus Stadeler ihre Rede verlesen hatte. „Er fühlte sich der DGzRS zeitlebens eng verbunden. Ihm lag sehr viel daran, den Neubau eines Seenotrettungsbootes zu ermöglichen“, so Ursula Lorenz.


DGzRS tauft 1,2 Millionen-Neubau auf den Namen „Wolfgang Paul Lorenz“ – Großer Auflauf im Sielhafen


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Nach dem Taufakt legte das neue Seenotrettungsboot zur Jungfernfahrt auf der Jade ab.


Der große Tag wurde von einem Kurzkonzert des Shantychors Likedeeler der Segelkameradschaft Horumersiel eröffnet. Die Boote der Nachbarstationen Neuharlingersiel, Wangerooge, Wilhelmshaven und Fedderwardersiel waren mit ihren Besatzungen angereist; ebenso der Hooksieler Seenotkreuzer „Bernhard Gruben“. Zahlreiche Zaungäste verfolgten den feierlichen Taufakt von Land aus. „Nach dem Retten aus Seenot ist die Traufe eines neues Bootes das schönste für uns Seenotretter“, sagte DGzRS-Vorsitzer Gerhard Harder (Bremen). Man stelle den Rettungsleuten mit dem Neubau das Beste zur Verfügung, was es derzeit gebe, „denn sie fahren hinaus, wenn anderen reinkommen“, unterstrich Harder.

„Die Seenotretter wollen nicht Helden genannt werden – aber für uns sind sie die Helden des Alltags“, meinte Frieslands Landrat Sven Ambrosy in seinem Grußwort. Die DGzRS sei mit anderen Hilfsorganisationen Garant für die Sicherheit an Stränden und auf dem Wasser, von dem der Landkreis Friesland umgeben sei. Projektleiter Carsten Standfuß von Tamsen-Maritim lobte den neuen Bootstyp, von dem die Werft in Mecklenburg-Vorpommern 14 Stück baut: „In jedem Boot stecken über 150 Jahre Erfahrung im Schiffsbau und im Rettungswesen“.

Die neue „Wolfgang Paul Lorenz“ hat auf der Freiwilligen-Station Horumersiel die 1994 in Dienst gestellte und seit 2004 in Horumersiel stationierte „Baltrum“ abgelöst. Diese 8,5 Meter lange Einheit wird von der DGzRS außer Dienst gestellt. Das Boot wird allerdings im Seenotrettungsdienst bleiben und in Kürze an die Dansk Søredningsselskab, einen Freiwilligen-Seenotrettungsdienst in Dänemark, übergeben.

Technische Daten:
Länge über Alles: 10,1 Meter • Breite über Alles: 3,61 Meter • Tiefgang: 0,96 Meter • Verdrängung: 8 Tonnen • Geschwindigkeit: 18 Knoten (ca. 33 km/h) • Besatzung: Freiwillige • Antrieb: ein Propeller, 380 PS


(Foto: Theo Kruse)

(Foto: DGzRS)

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