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Neues von der Agritechnica 2019: Digital und nachhaltig


Deutsche Baumschule - epaper ⋅ Ausgabe 12/2019 vom 06.12.2019

Die Agritechnica 2019, Weltleitmesse für Landtechnik, fand vom 10. bis zum 16. November in Hannover unter dem Motto „Global Farming – Local Responsibility“ statt. Digitalisierung und Robotik bleiben im Trend, ebenso die mechanische Unkrautbekämpfung. Der globale Klimawandel rückt stärker in den Fokus und erfordert praktikable Lösungen in der Landwirtschaft.


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Raum für Start-ups: das „Agrifuture Lab“ der DLG.


Foto: Lemke

Die Deutsche Landwirtschafts- Gesellschaft (DLG) als Veranstalter freute sich über rund 450.000 Besucher auf dem mit 2.820 Ausstellern kom- plett ausgebuchten Messegelände. Mit dem ...

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... diesjährigen Leitthema wollte die DLG die weltweite Verflechtung der Landwirtschaft zum Ausdruck bringen, mit ihren globalen Stoffkreisläufen und technischen Lösungen vor Ort. Technische Innovationen seien der Schlüssel zur Lösung globaler Probleme wie Klimawandel, Bodenerosion oder Rückgang der Artenvielfalt. Viele Aussteller stellten sich diesen Herausforderungen und präsentierten technische Neuerungen für nachhaltige, umweltschonende Bewirtschaftung. Thematische Schwerpunkte waren dabei Bewässerung, Düngung und Pflanzenschutz, Boden und digitale Unterstützung.

Neu waren in diesem Jahr Angebote wie das „DLG-Agrifuture Lab“, wo 40 junge Unternehmen und Start-ups ihre Geschäftsideen präsentieren und Investoren suchen konnten. Unter diesen Ausstellern waren auch Gewinner des DLG-Innovationspreises (beide Silber), wie der bereits bekannte „Dino“ von Naio Technologies und Nevonex „powered by Bosch“, eine Plattform zur Vernetzung von Maschinen und Arbeitsabläufen.

Auch viele Universitäten, Forschungsinstitute und -kooperationen stellten sich vor, etwa das vom ATB Potsdam koordinierte Projekt I4S, eine mobile Sensorplattform zur Bodenanalyse (s. DB 12/2017), das derzeit weiterentwickelt wird und „in die Fläche gebracht“ werden soll, so die Projektleiter.

Im Folgenden einige Beispiele von der Agritechnica, die durchaus auch für Baumschulen interessant sein könnten…

Eine Gemeinschaftsentwicklung

Nevonex: ein herstellerunabhängiges„ digitales Ökosystem“


Grafik: Bosch

Nevonex ist eine offene Plattform, ähnlich einem Betriebssystem, die Daten ebenso wie Wissen direkt in Maschinen integriert und sie auf diese Weise „intelligent“ macht. Durch die nahtlose Vernetzung und Automati- sierung von Arbeitsabläufen und Maschinen verschiedener Hersteller sollen Prozesse vereinfacht und Expertenwissen direkt nutzbar sein. Auch ältere Landmaschinen seien damit nachrüstbar.

Die Fäden für Nevonex laufen bei der Firma Bosch zusammen, die die beteiligten Unternehmen (bisher acht) koordiniert, darunter etwa xarvio Digital Farming Solutions, ZG Raiffeisen und Rauch. Ab Frühjahr 2020 sollen ausgewählte Betriebe das System einsetzen können.
www.nevonex.com

Mit „Lucy“ gegen Unkräuter

Neu: Lucy für Reihenkulturen


Foto: Lemke

Das Gerät „ Lucy“ von der Firma Jagoda (PL-Skierniewice) wurde speziell für mechanische Unkrautbekämpfung in Reihenkulturen entwickelt. Als Einsatzgebiete nannte Jagoda-Geschäftsführer Bassel Saraya vor allem Obst- und Beerenplantagen. Maschinen für die mechanische Unkrautbekämpfung seien zunehmend gefragt, bestätigte Saraya den anhaltenden Trend auf diesem Gebiet.

Die hydraulisch einstellbare Breite ermöglicht den Einsatz für Kulturen mit unterschiedlichen Reihenbreiten. Die rotierenden Arbeitsköpfe jäten den Streifen zwischen den Bäumen. Treffen sie dabei auf einen Stamm, entfernen sie sich automatisch von diesem und kehren erst in die Ausgangsstellung zurück, wenn sie das Hindernis umfahren haben. Lucy wird an einer Halterung an der Vorderseite des Traktors oder am vorderen Dreipunkt-Kraftheber montiert. Der Antrieb erfolgt über die Traktorhydraulik; Arbeitsgeschwindigkeit: etwa 3 km/h; maximale Arbeitsbreite: 1,7 m.
www.jagoda.com.pl

Mechanisches Selektivhacksystem

Robovator: Hacken in der Reihe, mit Kameraunterstützung


Foto: Lemke

Präzise in der Reihe hacken: Das ermögliche der Robovator von Kress K.U.L.T. (Vaihingen/ Enz), der auch für niedrige Baumschulkulturen geeignet sei. Eine Doppelspektralkamera über jeder Reihe unterscheidet Kulturpflanze und Unkraut, dabei wird Infrarot- und sichtbares Licht genutzt. Individuelle Lösungen von 2- bis 31-reihigen Maschinen seien realisierbar, so Kress; der Anbau erfolgt im Front- oder Heckdreipunkt. Die Maschine besitzt einen eigenen Öl- und Stromkreislauf, benötigt wird nur eine 540er- Zapfwelle; die Werkzeuge haben hydraulischen Antrieb. Betriebsgeschwindigkeiten bis 4 km/h seien möglich. Eine intelligente Seitenverschiebung richte das Gerät automatisch über der Reihe aus.
www.kress-landtechnik.de

Auslegemäher-Baureihe Scorpion

Auslegemäher Scorpion: im Einsatz und im Detail auf der Messe.


Fotos: Werkbild, Lemke

Interessant für Baumschulen, die auch im Dienstleistungsbereich tätig sind: der Auslegemäher der Baureihe Scorpion von GreenTec (DK-Kolding), der einen Innovationspreis in Silber gewann. Bei der bisherigen Technik von Auslegemähern war ein spontaner Wechsel der Steuerungsart (Parallelbetrieb oder Bearbeitung unregelmäßiger Objekte) im laufenden Betrieb nicht möglich. Der neue Auslegemäher Scorpion verfügt über beide Steuerungsmöglichkeiten des Mähkopfes.

Der Betrieb in Parallelführung ermögliche es dem Anwender, mit geringem manuellem Aufwand eine konstante Schnitttiefe der zu schneidenden Hecke einzuhalten. Gleichzeitig erlaube das Hybrid- Arm-System eine flexible Standardbedienung, wobei der Mähkopf vom Fahrer entlang unregelmäßiger Bearbeitungsobjekte geführt werden kann. Mit dem neuen Hybrid-Arm-System sei ein einfaches Umschalten beider Betriebsarten möglich. So könne der Fahrer im Parallelbetrieb verstärkt auf sein Arbeitsumfeld achten, das verbessere die Sicherheit. Auch erhöhe sich die Produktivität, weil man individuelle Mähaufgaben ohne großen Aufwand neben der eigentlich zu schneidenden Hecke erledigen könne.
www.greentec.eu

Abflammtechnik

Brennertechnik von Reinert: robust und einfach im Handling.


Ohne Herbizide gegen Wildkraut: Reinert Metallbau (Weidenbach) präsentierte ihre Abflammgeräte, die über die gesamte Arbeitsbreite eine gleichmäßige Wärmeverteilung erzeugen, mit einer Flammentemperatur von etwa 1.925 °C (mit Propangas), so Reinert. Dabei werden die Pflanzenteile nicht verbrannt, sondern die Zellwände durch kurze Erhitzung auf mindestens 70 °C zum Platzen gebracht. Die Wildkräuter sterben dadurch ab. Die seitlich randscharfe Wärmeabgrenzung der Brenner ermögliche exaktes Arbeiten.

Die neue „Power Heat“ Technologie gewährleiste eine optimale Windstabilität der Betriebsflamme. Ein Hochleistungsgebläse erzeugt einen „Windvorhang“ vor und nach der Brennerreihe. Die Geräte verfügen über eine doppelwandig isolierte Wärmeschutzhaube aus hitzebeständigem Edelstahl und seien sicher und einfach in der Handhabung. Vertrieb durch Kress K.U.L.T.
www.abflammtechnik.de

Mehr Akkus für mehr Power

Reges Interesse am Stand von Husqvarna – insbesondere bei den Motorsägen. Für den Profibereich ist vor allem die 300er- und 400er-Serie geeignet. Das Unternehmen setzt bei seinen Geräteentwicklungen stark auf Akkubetrieb.