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NEUIGKEITEN AUS KIRJAT JEARIM: Bundeslade, Bakchides, Emmaus …


Welt und Umwelt der Bibel - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 23.01.2020

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Bildquelle: Welt und Umwelt der Bibel, Ausgabe 1/2020

Die Lage der drei Ausgrabungsareale an den Abhängen des Hügels.


© The Shmunis Family Foundation Excavations at Kiriath-Jearim

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Bildquelle: Welt und Umwelt der Bibel, Ausgabe 1/2020

Ein näherer Blick auf das Areal A, in dem gelb markiert der Verlauf der hellenistischen Mauer aus dem 2. Jh. vC zu sehen ist. Sie könnte zu einem seleukidischen Stützpunkt gehört haben. Im unteren Bereich der Ausgrabungsfelder verläuft parallel dazu die eisenzeitliche Stützmauer des Plateaus.


ABU GOSCH In Kirjat Jearim, 11 km westlich von Jerusalem nahe dem Dorf Abu Gosch, haben 2019 erneut Ausgrabungen stattgefunden.

Kurz zur Erinnerung: 2017 hatten die Ausgrabungen hier unter der Leitung von Israel Finkelstein (Universität Tel Aviv) und Thomas Römer (Universität Lausanne und Collège de France) begonnen, am Ort, an dem laut 1 Sam 7 die Bundeslade 20 Jahre stand, bevor David sie nach Jerusalem holte. 2017 konnte eine Erdplattform auf der Hügelspitze nachgewiesen werden (für einen evtl. mit dem Bundesladegedenken verbundenen Kultort, eine militärische Anlage, einen Palast?), die rundherum durch Mauern abgestützt war. Diese Stützmauern wurden 2019 weiter ausgegraben und bestätigend auf die 1. Hälfte des 8. Jh. vC datiert. Finkelstein und Römer ordnen das Bauwerk dem in dieser Epoche über Juda dominierenden Nordreich Israel zu, auch wenn der Ort schon sehr nah am judäischen Jerusalem lag.

Interessanter im Ausgrabungsjahr 2019 – die Arbeiten finden im Zweijahresrhythmus statt – scheint aber eine hellenistische Mauer zu sein. Sie wurde Mitte des 2. Jh. vC erbaut und von den Römern im 1. Jh. nC erneuert. In einem Beitrag in der Publikationsreihe New Studies in the Archaeology of Jerusalem and its Region erläutern Finkelstein und Römer, dass die Mauer an der Hügelkuppe im 2. Jh. vC zu einem seleukidischen Fort gehört haben könnte. Strategisch war und ist der Ort ideal gelegen, denn von hier kann man den engen Hauptzugang von der Küste nach Jerusalem kontrollieren. Das Fort würde dann in die Zeit des Hasmonäeraufstandes gehören, in dessen Verlauf Judas Makkabäus im Jahr 164 vC Jerusalem von den Griechen zurückerobert hatte – der Grund für das jüdische Chanukka-Fest. Hypothetisch erwähnen die Archäologen im Zusammenhang mit dem Fort den Namen des Seleukidengenerals Bakchides (vgl. 1 Makk 9,50ff), der einen Festungsring um Jerusalem errichten ließ.

Römische Fliesen, Münzen und Sandalennägel wiesen dann auf die römische Phase und Legionäre am Ort hin. Das führt Finkelstein und Römer zur Überlegung, dass hier beim römischen Fort und der benachbarten Siedlung Abu Gosch vielleicht doch jenes Emmaus gelegen habe, von dem in der Bibel erzählt wird und um das schon lange gerätselt wird …

(wub)

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