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Schwulissimo Das Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 6/2020 vom 29.05.2020

EVANGELISCHE KIRCHE: Anzeige gegen homophoben Pastor Olaf Latzel

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Während seinem Ehe-Seminar „Biblische Fahrschule zur Ehe“ im vergangenen Oktober soll der evangelische Pastor Olaf Latzel Schwule und Lesben als Verbrecher bezeichnet haben. Zitate aus der damaligen Rede lieferte unter anderem die Frankfurter Rundschau. Gelebte Homosexualität sei genau wie Ehebruch ein „todeswürdiges Verbrechen“, hieß es dort unter anderem. Der „ganze Gender-Dreck“ sei außerdem „zutiefst teuflisch und satanisch“. Ein Ton-Mitschnitt der Predigt ist inzwischen von YouTube verschwunden.
Gegen Latzel ermittelt nun der Staatsschutz wegen mutmaßlicher Volksverhetzung. Noch am Sonntag hatte der Prediger versucht, die Vorwürfe in einem einzigen Punkt zu entkräften: Denn er sei selbstverständlich nicht der Meinung, dass Homosexuelle Verbrecher seien. Dennoch wandten sich fünfzig Mitarbeiter der Bremischen Evangelischen Kirche unter dem Titel „Für Demokratie, Respekt und Verständigung“ gegen ihn. Auch die Leitung der Kirche verurteilte Latzels Äußerungen „aufs Schärfste“ – plante aber vorerst nur ein Dienstgespräch und keine dienst-rechtlichen Konsequenzen. Auch der CSD Bremen hat sich eingeschaltet und stellte einen Strafantrag gegen den Pastor. (co)

ISRAELS ELTERN-INITIATIVE: Finanzielle Unterstützung für schwule Paare

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Im März verkündete der 40-jährige Itzik Shmuli stolz, dass er und sein Partner nach einem langwierigen und kostspieligen Leihmutterschaftsprozess in Rhode Island endlich Väter geworden sind. Eine solche Leihmutterschaft kostet laut Al Monitor zwischen 100.000 und 140.000 US-Dollar. Wie alle gleichgeschlechtlichen Paare in Israel konnten die beiden dafür nicht auf staatliche Hilfen zurückgreifen. In der neu zusammengekommenen israelischen Regierung ist Shmuli Minister für Wohlfahrt und soziale Dienste. Seine politische Macht will er nun nutzen, um homosexuellen Paaren das Elternwerden zu erleichtern. „Das Recht auf eine Familie ist ein Grundrecht“, so Shmuli. „Jeder sollte das Recht haben, es zu verwirklichen.“ Damit Shmulis Vorschlag durchkommt, wird er nicht im Gesetz verankert – denn das würden die ultra-orthodoxen Parteien blockieren. Stattdessen soll Shmulis Ministerium schwulen Paaren Hilfsgelder zuweisen können, um sie bei Leihmutterschaften im Ausland zu unterstützen. Eine Leihmutterschaft in Israel ist weiterhin nur heterosexuellen Paaren und gesundheitlich beeinträchtigten Frauen gestattet. (co)

MALVERBOT IN DER TÜRKEI: Regenbögen malen macht schwul

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Auch in der Türkei schmücken sich einige öffentliche Einrichtungen und Privathaushalte jetzt mit von Kinderhand gemalten Regenbögen. Federführend bei der Idee war das Museum für Moderne Kunst in Istanbul: Am 28. März bat es die Schulkinder der Nation darum, Regenbögen zu malen und in ihre Fenster zu hängen. Die bunten Bilder sollten das „Wunder der Natur“ feiern und den Betrachtern während der Corona-Krise „Hoffnung spenden“.
Jetzt sollen türkische Volksvertreter Schulrektoren dazu aufgefordert haben, ihren Schülern das Malen von Regenbögen zu verbieten. Diese seien laut Al-Monitor nämlich in Wahrheit ein cleverer Schachzug der LGBTI*-Community, um die nachfolgenden Generationen homosexuell zu machen. Das behauptete zumindest die Lehrer-Vereinigung Egitim-Sen.
Erst letzten Monat nutzten türkische Staatsvertreter die Corona-Krise für LGBTI*- feindliche Aussagen: Religionsführer Ali Erbas behauptete, Homosexualität habe HIV hervorgebracht (SCHWULISSIMO berichtete). Sowohl Seitensprünge als auch Homosexualität verursachten „Krankheiten“ und „korrumpierten“ Generationen. Daher rief Erbas dazu auf, die Menschen vor diesem „Übel“ zu beschützen. (co)

EHE FÜR ALLE IN COSTA RICA: Erste Hochzeit ab Ende Mai

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Im August 2018 beschloss der Oberste Gerichtshof Costa Ricas, dass es gegen die Verfassung verstieße, gleichgeschlechtlichen Partnern die Heirat zu verweigern. Damals setzte man eine Frist von 18 Monaten, um das Gesetz entsprechend zu verändern. Jetzt ist es endlich so weit: Ab dem 26. Mai dürfen sich die ersten Paare registrieren. Beamter Luis Guillermo Chinchilla erklärte „Q Costa Rica“: Im Standesamt habe man erhebliche Anstrengungen unternommen, um alle Computer- Systeme anzupassen.
Lange kämpfte die LGBTI*-Community um ihr Recht zum Heiraten. 2016 versprach der damalige Präsident Luis Guillermo Solis, die LGBTI*-Rechte zu erweitern: Er forderte vom Inter-Amerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte den Beschluss ein, dass die gleichgeschlechtliche Ehe zu den Menschenrechts-Gesetzen gehören solle. Der folgende Wahlkampf für 2018 glich laut der ehemaligen Vize-Präsidentin Ana Helena Chacón Echeverría einem „Referendum“ für LGBTI*-Rechte. Sie sagte damals: Diese Monate waren eine Tortur – „zum ersten Mal hatten homosexuelle Menschen in meinem Land Angst. Es war abscheulich.“ (co)

BLUTNOTSTAND IN BRASILIEN: Schwule jetzt vorbehaltslos zur Spende zugelassen

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Das Oberste Gericht Brasiliens hat am Freitag entschieden: Schwule und bisexuelle Männer von der Blutspende auszuschließen verstößt gegen die Verfassung. Die LGBTI*-Community feiert das Urteil als Sieg für die Menschenrechte. Zuvor mussten an der Blutspende interessierte schwule und bisexuelle Männer zwölf Monate lang abstinent leben. Jetzt, im Angesicht der durch die Corona-Krise verursachte Blutknappheit, soll es keine Wartezeit mehr geben.
Richter Edson Fachin erklärte laut Reuters: „Anstatt dass der Staat es diesen Menschen ermöglicht, durch Blutspenden Gutes zu tun, schränkt er die Solidarität aufgrund von Vorurteilen und Diskriminierung unangemessen ein.“ Das Verbot verletze die Würde schwuler und bisexueller Männer. Im Zuge der weltweiten Gesundheitskrise lockerten auch andere Länder wie die
USA, Dänemark, Australien und Nordirland ihre Blutspende-Regelungen. Doch dort müssen queere Männer noch immer für einige Monate abstinent leben – ein Fakt, der von LGBTI*-Organisationen heftig kritisiert wird, da das Verbot weniger auf wissenschaftlichen Tatsachen, als vielmehr auf Vorurteilen fußt. (co)


Fotos: facebook.com_martinibremen, Anton Mislawsky, StockPlanets, Hiraman, YakobchukOlena

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