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Neuordnung des Anerkennungszeitraums bei der Rosenneuheitenprüfung: Veränderte Eckdaten bei der ADR-Rosenprüfung


Deutsche Baumschule - epaper ⋅ Ausgabe 11/2018 vom 09.11.2018

Bereits seit mehreren Jahren diskutieren die Experten der ADR, die Leiter der Prüfgärten, die Rosenzüchter und die Mitglieder des BdB-Fachgremiums „Rosen“ verschiedene Strategien, um das ADR-Sortiment im Hinblick auf den Gartenwert der Rosenneuheiten übersichtlich und aktuell zu halten. Dies erfordert einige Anpassungen.


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Bildquelle: Deutsche Baumschule, Ausgabe 11/2018

Das Team von Rosenexperten aus dem gesamten Bundesgebiet, in der Mitte Dr. Burkhard Spellerberg, Referatsleiter im Bundessortenamt.


Auf der diesjährigen ADR-Tagung in Dresden-Pillnitz wurde unter Leitung des ADR-Koordinators, Dr. Burkhard Spellerberg (Bundessortenamt Hannover), und des ...

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... Vorsitzenden des BdB-Fachgremiums „Rosen“, Alexander Kordes, eine Lösung gefunden, die gleichermaßen von allen an der Prüfung Beteiligten mitgetragen wird und die für die Zukunft genutzt werden soll.

Zugleich konnte der Hauptgeschäftsführer des BdB, Markus Guhl, den anwesenden Rosenexperten mitteilen, dass die Eckdaten, unter denen die ADR-Prüfung fortgesetzt werden soll, aus Sicht des BdB-Präsidiums grundsätzlich nicht verändert werden, so dass dieA llgemeineD eutscheR osenneuheitenprüfung (ADR) in der gewohnten Form fortgesetzt werden kann.

ADR-Prädikat zukünftig zeitlich begrenzt

Die seit nunmehr fast einem halben Jahrhundert durchgeführte Rosenneuheitenprüfung wurde in dieser Zeit mehrfach inhaltlich überarbeitet und insbesondere im Hinblick auf die geforderte Pflanzengesundheit und Robustheit der zu prüfenden Kandidaten verschärft. Die aktuellen Prüfkriterien, die in bisher elf über das gesamte Bundesgebiet verteilten Prüfgärten zur Anwendung kommen, sind die Basis dafür, dass erfolgreich geprüfte und mit dem Prädikat „ADR-Rose“ versehene Sorten höchsten Ansprüchen an Pflanzengesundheit und Qualität genügen. Dies wissen, neben den absoluten Rosenfreaks, zwischenzeitlich auch die Gartenfreunde zu schätzen, für die die Rose ein unverzichtbares Gestaltungselement ihres Gartens ist. Um den hohen Qualitätsstandard der ADR-Rosen zu halten, wurden bisher ältere ADR-Sorten, die im Lauf der Zeit aus Sicht der Rosenexperten aus Züchtung und Prüfung nicht mehr den sich verändernden Anforderungen genügten, aus dem ADR-Rosen-Sortiment gestrichen. Aufgrund großer Züchtungserfolge, die insbesondere auch die geforderten Kriterien der ADR berücksichtigten, stieg die Zahl der ADR-Rosen kontinuierlich. Heute sind es nahezu 200 Sorten, aus denen interessierte Rosenfreunde wählen können.

Um die Übersichtlichkeit und die Aktualität dieses ADR-Sortiments auch für die Zukunft zu gewährleisten, soll die ADR-Anerkennung ab sofort zeitlich, auf 15 Jahre, begrenzt werden. Die bisherige Regelung der Anerkennung einer Rosensorte bis auf Widerruf durch den jeweiligen Züchter wird damit aufgehoben. Zugleich wurde beschlossen, diese Neuordnung auch für die bisherigen ADR-Rosen anzuwenden und die Sorten, die das Prädikat bereits über 15 Jahre tragen, einmalig an einigen Standorten unter den aktuellen Prüfkriterien nachzuprüfen.

Abgleich der Prüfungsergebnisse des Jahrgangs 2015 an den in Dresden-Pillnitz aufgepflanzten Rosenneuheiten.


Unter den Teilnehmern der ADR-Tagung: BdB-Hauptgeschäftsführer Markus Guhl (li.) und der für die ADR-Prüfung zuständige BdB-Mitarbeiter Marius Tegethoff (2. v. li.).


Der Standort Dresden-Pillnitz verfügt über großzügig angelegte Prüfund Sichtungsflächen. Das Thema „Rose“ wird hier – nicht nur im Hinblick auf die ADR – bereits über Jahrzehnte intensiv bearbeitet.


Aufarbeitung der Prüfergebnisse, zusammen mit den Vertretern der Rosenhäuser.


Fotos: Schwarz

Für die Zukunft soll gelten, dass die ADR-Rosen, deren Anerkennung abgelaufen ist, auf Wunsch des Züchters erneut zur Prüfung angemeldet werden können. Diese Kandidaten müssen sich dann mit den Rosenneuheiten des jeweiligen Jahrgangs messen und durchlaufen damit erneut die strenge dreijährige Sichtung.

Der Leitfaden zur ADR-Prüfung, der die Grundlage des „Rosenwettbewerbs“ bildet, wird entsprechend aktualisiert.

Veränderungen bei den Prüfstandorten

Mit großem Bedauern mussten die ADR-Prüfer und die Rosenexperten in Dresden-Pillnitz zur Kenntnis nehmen, dass der Prüfstandort Zweibrücken zukünftig nicht mehr zur Verfügung steht. Gerade der Rosengarten in Zweibrücken gehörte seit 1972 – nicht zuletzt aufgrund der dort angesiedelten, stets sehr hohen Fachkompetenz – zu den wichtigen Eckpfeilern der ADR-Rosenneuheitenprüfung.

Erfreulicherweise steht ab Herbst 2019 die Staatsschule für Gartenbau Stuttgart-Hohenheim mit Matthias Urmetzer als elfter Standort zur Verfügung, wo bereits seit Jahrzehnten auch die Bundesgehölzsichtung durchgeführt wird. Denkbar ist, dass sich ab 2019 sogar ein weiterer und somit zwölfter Standort an der ADR-Prüfung beteiligen kann. Dadurch würden die ADR-Prüfgärten ein breites „Klima- und Standortspektrum“ sowohl im Norden als auch im Süden der Republik abdecken.

Trotz Ausweitung der Standorte ist die durch das Ausscheiden von Zweibrücken entstandene Wissenslücke schwer zu schließen, da Zweibrücken über Jahrzehnte ein wichtiger Standort war und ein enormes Wissen zur Verwendung von Rosen aus dem Rosarium Zweibrücken zur Verfügung stand.

Drucksachen zum Thema ADR werden reduziert

Die Erstellung von Drucksachen zum Thema „ADR-Rosen“ wird nicht in der gewohnten Form fortgesetzt. Die Flyer, die in den letzten Jahren die Rosen jeweils zweier ADR-Jahrgänge vorstellten, werden nicht mehr aufgelegt. Lediglich eine aktualisierte Fassung der allgemeinen Informationen zur ADR soll erstellt und den Prüfgärten entsprechende Roll-Ups zur Verfügung gestellt werden, um die dortigen Maßnahmen zur Darstellung der ADRA-ktivitäten zu unterstützen.

Ansonsten stehen die aktuellen Informationen zur ADR ausschließlich auf der ADR-Homepagewww.adr-rose.de , die im Jahr von über 50.000 Interessenten besucht wird, zur Verfügung. Unter der Rubrik „ADR-Web-TV“ sind dort auch kurze Videoclips eingestellt, die rund um „die Rose“ informieren. Im Rahmen der themenbezogenen Öffentlichkeitsarbeit werden seitens des Bundessortenamts zusätzlich mehr als 20 Redaktionen mit Fakten zu den jeweils aktuellen ADR-Prämierungen versorgt und diesbezügliche Fragen beantwortet.

Sechs neue Rosen des Jahrgangs 2015 prämiert

Traditionell wurden die Bonitierungen der elf Prüfgärten des Jahrgangs 2015 anlässlich der ADR-Tagung von den Gremienmitgliedern diskutiert und die diesjährigen ADR-Kandidaten nochmals am Standort Dresden-Pillnitz in Augenschein genommen. Das Ergebnis der gut dreijährigen Prüfung auf die Eignung der Sorten für den Garten: Sechs Rosenneuheiten erhalten das ADR-Prädikat 2018.

ADR-Koordinator Dr. Burkhard Spellerberg stellt die Sorten auf Seite 38 dieser Ausgabe ausführlich in Wort und Bild vor.

Sommer 2018 – auch für Rosen herausfordernd

Die Vielzahl von Tropentagen, die ungewohnt hohe Einstrahlung und die geringen Niederschläge, von denen nahezu alle ADR-Prüfstandorte berichteten, wurden in Teilen auch für die Rosen zu einem Problem. Obwohl wärmeliebend, führten insbesondere die mangelnde Wasserversorgung und die ungewohnt hohen Temperaturen zu Schäden an einigen zu prüfenden Rosenneuheiten. An vielen Standorten musste – entgegen der üblichen Handhabung – gewässert werden, um die Prüfung insgesamt nicht zu gefährden.