Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 12 Min.

NEUSEELANDS SÜDINSEL: Campertour INS NATURPARADIES


REISE & PREISE - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 06.10.2020

Üppiger Regenwald, glitzernde Bergseen, tief eingeschnittene Fjorde, schneebedeckte Gipfel und goldene Strände: Neuseelands Südinsel ist ein wildschönes Naturparadies. Ein Roadtrip durchs Land der Kiwis wird bald wieder möglich sein.


Artikelbild für den Artikel "NEUSEELANDS SÜDINSEL: Campertour INS NATURPARADIES" aus der Ausgabe 4/2020 von REISE & PREISE. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: REISE & PREISE, Ausgabe 4/2020

@Eine Kreuzfahrt im Milford Sound beschert den Teilnehmern Fotomotive en Masse. Die Schiffe fahren u. a. dicht an die senkrecht herabstürzenden Stirling Falls heran (links). Wanderer im Tal des West Matukituki River im Mount Aspiring National Park (rechts)


@sich Kea-Papageien, dazu Nektarvögel wie der Maori-Glockenhonigfresser und der grün-blau schimmernde Tui.


Noch vor ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 5,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von REISE & PREISE. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 4/2020 von TIPPS: TAORMINA · SIZILIEN: IM HERBST NOCH SCHÖN WARM. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TIPPS: TAORMINA · SIZILIEN: IM HERBST NOCH SCHÖN WARM
Titelbild der Ausgabe 4/2020 von MALEDIVEN: Der Insidertipp für »Palmenvermisser«. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
MALEDIVEN: Der Insidertipp für »Palmenvermisser«
Titelbild der Ausgabe 4/2020 von NORDPORTUGAL: Portugiesisches POTPOURRI. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
NORDPORTUGAL: Portugiesisches POTPOURRI
Titelbild der Ausgabe 4/2020 von DIE SCHÖNSTEN MIETWAGENTOUREN: EUROPAS schönste Road-Trips. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
DIE SCHÖNSTEN MIETWAGENTOUREN: EUROPAS schönste Road-Trips
Titelbild der Ausgabe 4/2020 von THAILAND SPECIAL: So sieht’s aus Im Golf von Thailand. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
THAILAND SPECIAL: So sieht’s aus Im Golf von Thailand
Titelbild der Ausgabe 4/2020 von THAILAND SPECIAL: KOH SAMUI Die Nummer 1 des Inseltrios. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
THAILAND SPECIAL: KOH SAMUI Die Nummer 1 des Inseltrios
Vorheriger Artikel
MALEDIVEN: Der Insidertipp für »Palmenvermisser«
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel NORDPORTUGAL: Portugiesisches POTPOURRI
aus dieser Ausgabe

... Sonnenaufgang geht es raus aus dem Bett, rein in die Klamotten, ran ans Steuer. Es ist früh, aber die beste Zeit. Weil dann noch Nebelschwaden über Wäldern und Wiesen tanzen und die Traumlandschaften rechts und links der Straße so wirken, als habe sie ein Kulissenmaler eines Fantasyfilms gezeichnet. Das Abendessen gestern, gezaubert auf dem winzigen Zwei-Flammen-Herd, war ein Festmahl: Lachsfilet aus der Pfanne, Kartoffeln, grüner Salat, eine Flasche Chardonnay aus dem Kiwi-Land. Nun aber gibt’s kein ausgiebiges Genießerfrühstück, sondern Kaffee aus der Thermoskanne und einen Schokomuffin. Wer campt, beschränkt sich eben aufs aktuell Wichtige. Heute heißt das: die Fahrt zum achten Weltwunder.

120 Kilometer sind es vom verschlafenen Örtchen Te Anau im Südwesten von Neuseelands Südinsel bis zum Milford Sound, dem einzigen Fjord in der UNESCO-Welterberegion, der mit dem Camper erreichbar ist. Reine Fahrzeit pro Strecke: zwei Stunden. Wer falsch beraten wurde, der reist aus dem noch viel weiter entfernten Queenstown für einen Tagesausflug an, ohne Zeit für Foto-Stopps. Wir aber haben im Camper übernachtet, auf einem der Campsites der Naturschutzbehörde. Kein Strom, nur Plumpsklos, ein Unterstand - das war’s. Doch beim Einschlafen den plätschernden Cascade Creek hören zu können, ist nicht nur die umgerechnet acht Euro wert, sondern auch unbezahlbar schön.

Einmal rund um Neuseelands Südinsel? Liebend gerne, doch dafür fehlt die Zeit. Aber wenigstens die wichtigsten Highlights zu erleben, gerne mit zwei Nächten pro Ort, das klappt in gut zwei Wochen. Unsere Route: Von Queenstown durch Central Otago, nach Wanaka und an die wilde Westküste, dann als krönender Abschluss in den Norden, wo Neuseeland an manchen Stellen wie die Südsee aussieht. Die Regionen von Nelson und Marlborough sind in aller Munde, weil hier einige der bekanntesten Weingüter des Landes ihren Sitz haben und im Wasser Muscheln und Lachse gezüchtet werden. In Neuseelands sonnigster Region wollen wir uns auch austoben: Man kann im Abel Tasman National Park zu goldenen Stränden paddeln oder ein paar Kilometer weiter auf dem Queen Charlotte Track die Meeresarme der Marlborough Sounds erleben.

Milford Track: Neuseelands berühmtester Wanderweg


Jetzt aber, zum Start, der Milford Sound. Gestern hat es noch wie aus Gießkannen geschüttet, auf den Bergspitzen türmt sich der Neuschnee. Doch heute früh hat der große Wolkenschieber den Himmel für die Sonne frei geräumt: Es herrscht Kaiserwetter. Unweit des Bootsterminals werden die Wanderstiefel geschnürt: Eigentlich muss man vier Tage für die 53 Kilometer des Milford Track einplanen, den berühmtesten (und oft lange im Voraus ausgebuchten) Wanderweg Neuseelands.

Doch mit einem Guide kann man sich auf ein Teilstück beschränken und die letzte Etappe bei einer Tour in der Kleingruppe kennenlernen. Eine kurze Bootsfahrt über spiegelklares Wasser, ein paar hastige Schritte vom Anleger am Sandfly Point (die lästigen Mücken gibt’s dort wirklich!), und schon wandert man durch eine unberührte Wildnis. Riesenfarne breiten ihre Fächer aus, das Blätterdach uralter Baumveteranen verschluckt das Licht. In der Schattenwelt sprießen Flechten und Moose auf immergrünen Buchen und moderndem Totholz. Die Stromschnellen des Arthur River rauschen, der Wasserfall Giant’s Gate donnert.

Das hier ist ein Regenwald, der diese Zuschreibung verdient: Es fällt zehnmal so viel Niederschlag wie in Deutschland. Und es zwitschert und zirpt, kreischt und krächzt, summt und surrt ohne Unterlass. Kein Kiwi (die sieht man ein paar Tage später in einem Nachttierhaus an der Westküste), aber eine ebenfalls flugunfähige Wekaralle scharrt im Unterholz. In den Baumkronen tummeln sich Kea-Papageien, dazu Nektarvögel wie der Maori-Glockenhonigfresser und der grün-blau schimmernde Tui.

Einmalig: Kreuzfahrt auf dem Milford Sound


Anschließend steht die Kreuzfahrt auf dem Fjord an. Dafür reisen alle in den äußersten Südwesten von Neuseeland: Um die 15 Kilometer lange, vor vielen Jahrmillionen von Gletschern geformte Bucht vom Wasser aus zu erleben. Die großen Dampfer und die kleineren Ausflugsschiffe nehmen meist die gleiche Route. Es geht unterhalb des 1.683 Meter hoch aufragenden Wahrzeichens Mitre Peak hinaus aufs Meer, dann an den Stirling Falls vorbei wieder zurück - wer am Bug steht, bekommt eine Gratis-Dusche. Fast senkrecht ragen die Felsen Hunderte Meter hoch aus dem Wasser. In der Ferne leuchtet der 2.015 Meter hohe Mount Pembroke mit seiner Krone aus Eis. Man sieht Robben, die sich auf den Klippen sonnen, und von Juni bis November seltene Dickschnabelpinguine. Um die Ecke liegt schon die Antarktis. Gibt’s deswegen keinen Handyempfang?

Begegnung mit den entspannten, freundlichen »Kiwis«


Letzte Orte sind selten geworden, und so sucht man begierig nach ihnen, findet Einkehr in der wasserlosen Leere der Wüsten oder eben am grünen Ende der Welt in Neuseeland. Hier lässt sich die Natur noch im Großformat erleben, zu Fuß, mit dem Fahrrad oder bei einem Roadtrip. Nur 1,1 Millionen Menschen leben auf der Südinsel, auf einer Fläche halb so groß wie Deutschland. Schafe und Rinder sind deutlich in der Überzahl, und die wenigen einheimischen Zweibeiner scheinen meist immer woanders unterwegs zu sein. Wenn man sie dann aber trifft, sind sie nicht nur legendär entspannt, sondern auch noch furchtbar nett.

Da gibt es die Erntehelfer auf dem Campingplatz von Bannockburn, die sich mit Traubenpflücken ihr Winzerstudium finanzieren. Sie kennen die angesagten Produzenten von Central Otago, der südlichsten Weinanbauregion der Welt: »Quartz Reef und Felton Road, biodynamischer Anbau, die besten Pinot Noirs des Landes!« Da gibt es den älteren Herrn, der im Ruhestand seine Heimat im Wohnmobil erkundet und uns zu sich nach Hause nach Christchurch einlädt: »Ihr wollt doch bestimmt noch einmal nach Neuseeland kommen, oder? Meine Frau freut sich auch immer über Gäste.« Da gibt es den Inhaber des Juweliergeschäfts The Gold Shop in Arrowtown, der genau weiß, dass man bei ihm nichts kaufen wird, und der trotzdem unterm Ladentisch die riesigen Goldnuggets hervorholt, die er selbst gefunden hat. »Einen Tagesmarsch entfernt, gleich um die Ecke!« Was man selbst aus dem Arrow River an Goldflitter wäscht, reicht dann leider nicht zur Finanzierung der nächsten Reise. Zumal man als Camper nicht viel Geld für Übernachtungen, aber für Ausflüge ausgibt. Gelegenheit dazu bietet sich an jeder Ecke.

Spielplatz für Wanderer, Kletterer und Mountainbiker


Mit dem E-Bike geht’s entspannt durchs Moutere Valley und per Mountainbike rasant durch die Roxburgh Gorge. Auf dem Klettersteig der Twin Falls bei Wanaka zittern die Beine, als Belohnung gibt’s dann ein paar Tage später Seafood satt bei einer Bootsfahrt durch die verästelten Marlborough Sounds. Kann man alles machen, muss man aber nicht. Nur die »Greenstone«-Tour mit Tangi Weepu in Hokitika ist Pflicht. Der Mann ist ein Unikat: Wer sich auf ihn einlässt, kann tief in die Maori-Kultur eintauchen. Hokitika liegt an der selbst für neuseeländische Verhältnisse dünn besiedelten Westküste. Der Ort ist bekannt für grün schimmernden Pounamu, die seltene neuseeländische Jade. Gesammelt werden darf das Gestein im Arahura River aber nur von den Ureinwohnern - Tangi Weepu nimmt einen mit auf die Suche. Wer will, schleift daraus sein eigenes Schmuckstück. Oder überlässt das den Experten in den Geschäften. Besonders beliebt als Objekt ist der Hei Matau, ein stilisierter Angelhaken. Denn es gibt eine passende Maori-Legende: Gott Maui paddelte in einem Kanu über den Ozean - daraus entstand Neuseelands Süd - insel. Mit langer Schnur und Knochenhaken soll er die Nordinsel aus dem Meer gezogen haben. Wer einen Hei Matau geschenkt bekommt, hat stets eine sichere Reise, so heißt es.

Türkisgrün leuchtende Seen, einsame Bergwelten


Neuseelands größter Schatz aber ist die wilde Natur. Seen wie der türkisgrün leuchtende Lake Wakatipu liegen zu Fuße von schroff aufragendem, von dunklen Wolken umwabertem Gestein. Kein Wunder, dass Regisseur Peter Jackson hier viele Filmszenen drehen ließ für seine Hobbit-Epen und die Trilogie »Herr der Ringe«. Hinterm charmantverschlafenen Örtchen Glenorchy, wo man am liebsten das komplette Sortiment von Mrs Woolly’s General Store einpacken würde (und dann doch nur eine Käseplatte fürs Picknick mitnimmt), liegt die riesige Farm Arcadia Station und die bergige Wildnis des Mount Aspiring National Park.

Eine Schotterstraße schlängelt sich ins abgeschiedene Tal, Furten führen durch Gebirgsbäche. Große Wohnmobile müssen hier aufgeben, doch mit dem kleinen Camper kommt man durch. Unterwegs zu sein mit seinem Zuhause und auch mal spontan übernachten zu können: das ist, was diesen Urlaub ausmacht. »Paradise« steht auf dem Straßenschild. Wir machen uns auf den Weg…

So organisieren Sie die Campertour

UNSER AUTOR EMPFIEHLT

Mieten Sie den Camper am besten ab Queenstown: Christchurch hat zwar einen internationalen Flughafen, aber Queenstown die bessere Lage im Inselzentrum, von dort ist man schnell an den Highlights. Inlandflüge bieten Air New Zealand und Jetstar (ab € 67 ab Auckland, € 50 ab Christchurch inkl. Aufgabegepäck). Welcher Fahrzeugtyp ist der richtige? Campervans sind flexibler, das Parken ist einfacher, unbefestigte oder schmale Straßen sind kein Hindernis. Für mehr als zwei Leute ist aber kaum Platz. Mehr Komfort und Platz bieten die knapp sieben Meter langen Wohnmobile.

@Wohnmobil vor Bergkulisse am tiefblauen Lake Wanaka


Für die komplette Umrundung der Südinsel (ohne Abstecher allein 2.500 km) sollte man über einen Monat kalkulieren. In etwas mehr als zwei Wochen zu schaffen ist eine Tour von Queenstown zum Milford Sound, durch Central Otago nach Wanaka, über die Southern Alps an die Westküste und zum Abel Tasman National Park und den Marlborough Sounds im Norden. Wer direkt beim Anbieter bucht, zahlt bei JUCY (www.jucy.com) für einen »Toyota Hiace Chaser« (max. 3 Pers.) im März 2021 für drei Wochen € 1.603 inkl. Kaskoversicherung ohne Selbstbehalt. Britz bietet Fahrzeuge auf Mercedes-Basis mit mehr Raum, etwa den »Venturer« für € 1.973 oder das Wohnmobil »Discovery« mit zwei Doppelbetten für € 2.796. Benzin kostet ca. € 1,20/Liter, Diesel € 0,70/Liter. Explorer Fernreisen (www.explorer.de) hat eine dreiwöchige Camperreise inkl. Flug nach Christchurch im März 2021 ab € 2.269 im Programm und vermietet zudem Fahrzeuge aller namhaften Vermieter.

@Stand-up-Paddler und Kanuten auf dem Lake Wanaka nahe der gleichnamigen Kleinstadt (links). Während die Fjorde und Gebirge rund um den Milford Sound an Skandinavien erinnern, hinterlassen die Buchten in den Marlborough Sounds im Norden der Südinsel einen fast tropischen Eindruck (rechts)


@Gäste eines rustikal eingerichteten Lokals in Glenorchy (oben). Überschaubare Ausbeute beim Goldwaschen am Arrow River (rechts)


@Der von steil aus dem Meer aufragenden Bergen umgebene Milford Sound gilt als wichtigste Attraktion der Südinsel


INFO Neuseeland

Fläche: 268.800 qkm. Einwohner: 5 Mio. Hauptstadt: Wellington (415.000 Einwohner). Religion: keine 48 %, Christen 37 %. Zeitverschiebung: + 10 Std., +12 Std. im Winter. Netzspannung: 220 Volt, Adapter erforderlich.

EINREISE


Wann genau die Grenzen für Touristen wieder geöffnet werden, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Deutsche, Österreicher und Schweizer brauchen normalerweise für einen Aufenthalt von max. 90 Tagen kein Visum, aber die elektronische Einreisegenehmigung NZeTA (NZ$ 12 online bzw. NZ$ 9 per App, plus NZ$ 35 Tourismussteuer, www.immigration.govt.nz).

GELD


Währung ist der Neuseeland-Dollar (NZ$). € 1 = 1,77 NZ$ (Stand 9/20). Kreditkarten sind überall gängig, Bargeld gibt’s am Automaten.

GESUNDHEIT


Keine Pflichtimpfungen. Auslandsreisekrankenversicherung abschließen und Standardimpfschutz prüfen. Die medizinische Versorgung ist sehr gut.

BESTE REISEZEIT


Die Jahreszeiten sind unseren entgegengesetzt. Das Klima der Südinsel ist maritim und sehr wechselhaft. Alternativen zur deutlich teureren Sommersaison (Dez.-Feb.) sind Herbst (März-Mai) und Frühling (Sept.-Nov.). Meist herrschen auf der Südinsel dann milde Temperaturen (10-20 °C).

KOMMUNIKATION


Die Vorwahl ist 0064. Nur wenige Campingplätze bieten WLAN. Kostenlose Hot-Spots gibt es in Bibliotheken und Besucherzentren (»i-SITE«). Es lohnt sich eine lokale SIMKarte. Die »NZ Travel SIM« von Spark gibt es ab € 16 (1 GB Daten) inkl. Guthaben für Telefonate (200 Min. lokal, 100 Min. international, www.spark.co.nz).

GEOGRAFIE


Die prägenden Southern Alps durchziehen die Südinsel von Norden nach Süden. Im Südwesten gibt es Gletscher- und Fjordlandschaften, ganz im Norden schöne Badestrände.

DAS KLIMA AUF DER SÜDINSEL (Queenstown)

Die besten Plätze für den Campingurlaub


Die Südinsel hat Stellplätze für jeden Geschmack. Die staatlichen Campsites liegen oft traumhaft schön, aber abgeschieden. Je nach Komfort (Plumpsklo oder Wassertoiletten, mit oder ohne Strom) zahlt man € 8,50-13/Pers. Eine gute Wahl sind auch von den Kommunen verpachtete Campingplätze und kleine private Anlagen (ab € 8,50/Pers.). Die großen Holiday Parks (ab € 14/Pers.), bieten mehr Komfort, z. B. beheizte Pools und Spielplätze. Auf vielen Plätzen gibt es auch Cabins (für 2 Pers. ab € 35). Eine Besonderheit in Neuseeland ist das Jedermannsrecht: Theoretisch könnte man sich beim freedom camping an den Straßenrand stellen, wenn das Fahrzeug zertifiziert, also mit Mini-Klo und Tanks für Wasser und Abwasser ausgestattet ist. Inzwischen ist das vielerorts verboten, z. B. rund um Queenstown und Wanaka. Wer die Verbotsschilder missachtet, zahlt € 113 Strafe. Wo man günstig oder umsonst legal campen kann, verraten die Smartphone-Apps https://campable.com und www.rankers.co.nz. Hinweise für Selbstfahrer gibt die Seite www. drivesafe.org.nz. Die folgenden Preise gelten im März 2021, für Stellplätze mit Strom (wenn verfügbar).
Glenorchy: Auf »Mrs Woolly’s Campground« stehen die Backpacker-Camper (Stellplatz € 33, www.theheadwaters.co.nz).
- Die Glamping-Variante bietet nebenan das ökologisch-schicke »Camp Glenorchy« (2 Pers. € 58 ÜF, www.campglenorchy.co.nz). Milford Sound: Acht Plätze gibt es im Fjordland N.P. auf dem Weg zum Fjord, »Cascade Creek« ist der schönste (Plumpsklos, kein Strom, € 8,50/Pers., www.doc.govt.nz). Campen geht auch bei der »Milford Lodge« (Stellplatz € 34, www.milfordlodge.com). Central Otago: Populär bei Einheimischen sind der »Bannockburn Domain Camping Ground« (€ 9,50/Pers.) und der »Clyde Holiday Park« (€ 8,50/Pers., www.clydeholidaypark.co.nz). Wanaka: - Mit Blick auf den Lake Hawea punktet das entspannte »The Camp« (www.the camp.co.nz). Neben Stellplätzen (2 Pers. € 25,50) gibt’s auch Cabins und Tipis (ab € 50). Westküste: Für € 8,50/Pers. übernachtet man auf dem »Okarito Campground« direkt am Meer (www.okaritocampground.co.nz). - Neu in Hokitika ist der »Kiwi Holiday Park« (Stellplatz für 2 Pers. ab € 25,50, Cabin ab € 45): www.hokitikakiwiholidaypark.co.nz - Im Norden ist das »Punakaiki Beach Camp« eine schöne Basis (Stellplatz € 12,50/ Pers., Cabins ab € 46, www. punakaikibeachcamp.co.nz).
Abel Tasman N.P.: - Das »Kaiteriteri Recreation Reserve Camp« bietet 400 Stellplätze (ab € 13,50/Pers.) und Cabins (ab € 37, www. experiencekaiteriteri.co.nz). Die staatlichen Plätze im Park sind nur zu Fuß oder per Boot zu erreichen (€ 8,50/Pers., www.doc.govt.nz).
Marlborough Sounds: Mit Traumlage am Queen Charlotte Sound und neuen sanitären Anlagen punktet der »Momorangi Bay Campground« (ab € 11/Pers., Cabin ab € 34, www.doc.govt.nz). Nett und intim ist der »Cable Bay Holiday Park« (Stellplatz € 12/Pers., Cabin ab € 37, www.cablebayfarm.co.nz).

DER BESONDERE TIPP: Unterwegs im VW-Bus-Oldtimer

So kunterbunt wie der Lack sind auch ihre Namen: »Honeymoon Suite«, »Minty« oder »The Red Sled« haben mehr als 50 Jahre auf dem Buckel, sind aber echte Hingucker. Neun historische VWBusse hat Tüftler Lyndon Chambers von Kiwi Kombis inzwischen restauriert. Herd, Spüle, Kühlschrank und Gasheizung sind an Bord, auf Wunsch auch eine mobile Toilette (Bus ab € 102/Tag, 0064-21674159, www.kiwikombis.com).

PREISNIVEAU

Essen & Trinken


Spaghetti und Tomatensoße hat jeder Dorfladen. Ansonsten deckt man sich in den Supermärkten von PAK’nSAVE, Countdown und New World ein. Die Preise sind höher als bei uns. Im Sonderangebot gibt es z. B. ein Kilo Äpfel ab € 2,30, Trauben ab € 6, Rinderhack ab € 6,80, Monkfish ab € 14 und Lachs ab € 28. Softdrinks kosten im Supermarkt ab € 0,60 pro Dose, der Sixpack Craft Beer ab € 11. Wein (z. B. Sauvignon Blanc aus Marlborough) gibt es für € 5,50-8,50 die Flasche. Es gibt viele asiatische Take-Aways (Gericht € 8,50-14). Wenn’s etwas Besonderes sein soll: Im »Amisfield« am Ufer des Lake Hayes serviert Vaughan Mabee, Neuseelands Koch des Jahres 2019, ein 5-Gänge-Tasting-Dinner (u. a. mit Austern, Seeohren, Rinderfilet, Süßkartoffeln) für € 79 plus € 40 für die passenden Weine (0064- 34420556, www.amisfield.co.nz).

Gut informiert von A bis Z

HIGHLIGHTS UND AKTIVITÄTEN


Queenstown: Es geht per Jetboat durch den Shotover Canyon (€ 90, 0064-34428570, www.shotoverjet. com), zum Bungee-Springen (ab € 109, www.bungy.co.nz) oder per Raft durch die Stromschnellen (€ 112, 0064-34427340, www.goorange.co.nz).

Milford Sound: Geführte Ausflüge starten von Te Anau (120 km entfernt), z. B. eine Tagestour mit Wanderung und Boat Cruise (ab € 75, www.tripsandtramps.com). Schiffstouren durch den Fjord gibt’s ab € 56 (www.cruise milfordnz.com).
Te Anau: Am Lake Te Anau lohnt ein Bootsausflug zu einer Höhle voller Glühwürmchen (€ 56, www.realjourneys.co.nz).
Central Otago: Im Minenstädtchen Arrowtown kann man winzige Goldflitter kaufen oder selbst bei einer Geländewagentour auf die Suche nach Nuggets gehen (€ 127, www.nomadsafaris. co.nz).
In Clyde gibt’s Leihfahrräder (ab € 31) und E-Bikes (ab € 68) für den 34 Kilometer langen Roxburgh Gorge Trail (www.bikeitnow.co.nz). Ein Erlebnis ist eine Helikoptertour ab Cromwell über die Weinberge an den Southern Alps (45 Min. für € 197/Pers., 0064-34450444, www.heli view.co.nz).
Wanaka: Den schönsten Ausblick auf Berge und See bietet der Roy’s Peak (1.300 Höhenmeter Anstieg, Wanderzeit 5-6 Std.). Franz-Josef-Gletscher: Spektakulär ist der Flug an der Westküste hinauf zum FGletscher: Wenn das Wetter es ermöglicht, geht es hier auf einen dreistündigen Glacier Heli Hike (ab € 274/Pers., 0064- 37520763, www.franzjosef glacier.com).
Entspannung für müde Muskeln bieten anschließend die »Glacier Hot Pools« in Franz Josef Village (ab € 16, www.glacierhotpools.co.nz). Westküste: In Hokitika sucht man mit dem Maori Tangi Weepu nach Pounamu-Jade und fertigt einen Anhänger (ab € 107, www.greenstone tours.co.nz).
Spektakulär ist die Fahrt an der Küste bei den »Pancake Rocks« von Punakaiki.
Abel Tasman National Park: Zu den schönen Stränden geht’s per Shuttleboot (ab € 17, www.abeltasmansea shuttles.co.nz).
Wer selbst auf dem Wasser aktiv sein möchte, leiht sich ein Kajak oder SUP (ab € 17, www.seakayak.co.nz). Angeboten werden auch Ausflüge im Waka, dem traditionellen Maori-Kanu (ab € 54, www.wakaabeltasman.nz).
Zu den Winzern und Künstlern des Moutere Valley geht’s dann per Leihfahrrad (ab € 55/Tag, www.wheelie fantastic.co.nz).
Marlborough Sounds: Drei bis fünf Tage braucht man für den »Queen Charlotte Track« (www.qctrack.co.nz). Den schönsten Abschnitt (15 km von Ship Cove nach Endeavour Inlet) kann man bei einer Tagestour (Transfer per Schiff € 54, www.cougar line.co.nz) oder mit lokalem Guide erkunden (€ 206, www.wildernessguidesnz. com).
Muscheln und Lachs gibt’s auf der dreistündigen »Seafood Odyssea Cruise« (€ 88, www.marlboroughtourcom pany.co.nz).
Ein Mix aus Wasser und Wildnis ist der Flug in den Marlborough Sounds - hier landet der Pilot für eine Pause auf einem kleinen Sandstrand (65 Min. ab € 112, 0064-277577247, www.pelorusair.com).
Ostküste: Pottwale per Flugzeug beobachten? Das ist bei Kaikoura möglich (30 Min. für € 73/Pers., 0064-3319- 6579, www.airkaikoura. co.nz).

REISEFÜHRER


»Neuseeland«, Reise Know-How 2020, € 26,90. »Neuseeland Südinsel: 50 Highlights abseits der ausgetretenen Pfade«, 360° medien 2018, € 14,95.

AUSKÜNFTE


Infos auf Deutsch bietet Tourism New Zealand auf www.newzealand.com/de

FLÜGE BUCHEN


Bei Lufthansa und Air New Zealand sind derzeit Flüge nach Christchurch über San Francisco ab € 1.070 buchbar. Schneller ist Singapore Airlines am Ziel (ab € 1.641). Weitere Verbindungen sind nach Ankündigung der Grenzöffnung unter World-of- Flights.de buchbar.

FLUG ab€ 1.070
Preise ermittelt über World-of-Flights.de


Fotos: David Kleyn/Ian Dagnall/Cephas Picture Library/Alamy Stock Photo, Helge Bendl

Fotos: Helge Bendl, Darrenp/Rudmer Zwerver/Shutterstock, Andreas Karnholz/Alamy Stock Photo

Foto: Helge Bendl