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Neustartcheck


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Die Deutsche Bühne - epaper ⋅ Ausgabe 3/2022 vom 02.03.2022

NEUSTART

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Manchmal sieht das Intendantenkarussell aus wie „Bäumchen wechsel dich“: Wo der eine geht, taucht ein anderer auf, der vorher woanders auch schon Chef war. Angetreten zum Vergleich ist erst mal Hans-Georg Wegner. Er packte seine Operndirektorensachen in Weimar ein und 425 Kilometer nördlich und eine Hierarchieetage höher wieder aus: im Schweriner Intendantenbüro. Der dort bisher residierende Lars Tietje fand mit seinem Intendantengepäck 300 Kilometer weiter westlich in Bremerhaven Unterschlupf, wo Ulrich Mokrusch den Schreibtisch geräumt hatte, um 175 Kilometer südlich im Theater Osnabrück einzuziehen. Mal eben das Büro gewechselt – was bringt das? Wirklich was Neues? Oder einfach nur die Reproduktion dessen, wofür der neue Chef bereits andernorts bekannt wurde?

DIE PROTAGONISTEN

In der Kultur-, Pensionärs-und Beamtenstadt Weimar erwarb sich der DDR-sozialisierte Wegner von 2013 bis 2021 ...

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In der Kultur-, Pensionärs-und Beamtenstadt Weimar erwarb sich der DDR-sozialisierte Wegner von 2013 bis 2021 mit aktuellen Fragestellungen und sinnlich betörenden Inszenierungen den Ruf eines populären Modernisierers der Oper. Kann der Musiktheatermann das als Intendant im noch geruhsameren Schwerin wiederholen und die anderen Sparten mitreißen? Der Ruf des gebürtigen Niedersachsen Lars Tietje dagegen resultierte eher aus seinem schmucklos umgesetzten Auftrag, von 2016 bis 2021 mehr als 40 Stellen am Staatstheater Schwerin abzubauen, die Einnahmen hochzuhalten und das Theater Parchim einzugemeinden. Ein Konzept, das das Betriebsklima ramponierte. Künstlerisch stand Tietje für handwerklich soliden Opernbiedersinn. Passt das zum durchschnittlich noch älteren Publikum im ganz und gar nicht beschaulichen Bremerhaven? Immerhin muss der betriebswirtschaftliche Kulturmanager am dortigen Stadttheater keinen Arbeitsplätzeabbau umsetzen, auch kein Fusionspartner ist in Sicht, und der Einnahmenteil am Jahresetat liege nur bei gut 10 Prozent, so Tietje. In Schwerin seien es 25 Prozent gewesen.

Vorgänger Mokrusch, gebürtiger Rheinländer, hatte den plüschigen Identifikationsort Stadttheater 2010 bis 2021 an die Theatermoderne angekoppelt, indem er eine stark mit Themen Bremerhavens vernetzte Bühnenkunst auf den die Welt bedeutenden Brettern wie auch im Stadtraum etablierte. Im bildungsbürgerlicheren Osnabrück am längst in der Neuzeit etablierten Theater will sich der Diplom-Betriebswirt und Regisseur als Intendant nun noch mal neu erfinden, aber auch sein Bremerhavener Musiktheaterkonzept, das dem seines Osnabrücker Vorgängers Ralf Waldschmidt zumindest ähnelt, mit Ausgrabungen vergessener Opern fortsetzen und um Uraufführungen erwei- tern – ohne auf Musicals, Operetten und Opernklassiker zu verzichten.

SCHAUSPIEL

Im kleinen Emma-Theater lässt Mokrusch als erster der drei Kollegen durchstarten und sein Spielzeitmotto „Transkulturell“ sofort ernst nehmen: mit einem Stück über Migration, Herkunft, Identitätspolitik, intersektionale Diskriminierung und manches mehr. Die Struktur von „1000 Serpentinen Angst“, Olivia Wenzels autofiktionalem Roman, wird von drei Schauspielern in lockerer Szenenfolge lässig-performativ aufgegriffen: Anonyme Frager bringen die Protagonistin, Tochter einer ostdeutschen Punkerin und eines Angolaners, zum selbstvergewissernden Reden, Offenbaren, Empören, Nachdenken, Problematisieren. Aber das schnellsprecherische Frage-Antwort-Spiel kommt in der Regie von Rebekka David nicht vom gewissenhaften Rekapitulieren des Textes zur forschen Auseinandersetzung damit. So ist der Abend ein gutes politisches, aber kein überzeugendes künstlerisches Statement.

Statt mit Goethe ins Hochgebirge der dramatischen Weltliteratur zu kraxeln, sind die Topmimen des Ensembles anschließend im Großen Haus für Simon Stephens’ „Faust“-Paraphrase „Fortune“ besetzt. So heißt der Geistesheros nun, ist Filmregisseur und strebt wie üblich nach Macht sowie pausenloser Bedürfnisbefriedigung. Auch das verhuscht-verklemmte Gretchen mutiert zeitgemäß zur angstfrei emanzipierten Maggie, Filmproduzentin. Auf die ist Fortune geil. Teufel Lucy verschafft ihm die Frau, dazu Drogen, mehr Ruhm und Zauberkräfte zur Degradierung ungeliebter Kollegen. Für Stephens ist Fortune damit ein typischer Vertreter der Moderne, da er seine Möglichkeiten zu Wohlleben und Maximalkonsum zukunftsvergessen auskostet. Lösungsvorschlag des Autors: Einsicht hilft. So übernimmt Fortune schließlich Verantwortung und weigert sich, seine teuflischen Möglichkeiten weiter zu nutzen. Diese Appell-Dramatik kommt in Christian Schlüters Inszenierung politisch humorvoll und korrekt daher – was für einen dreistündigen „Faust“-Abend dann aber doch etwas wenig ist.

Geradezu übermütig heraufordernd wirkt die „Ode“ von Thomas Melle in Bremerhaven, eine funkelnde Abrechnung mit der Cancel Culture im Kulturbetrieb. Regisseurin Manon Pfrunder entwickelt aus den unterschiedlichen Haltungen klar konturierte Thesenträger-Figuren und versucht, mit ihnen mehr als Publikumsansprachen zu inszenieren, setzt auf Schattenspiel oder lässt Passagen im NDW-Klangdesign singen; doch überzeugend ist das nicht. Da die Debatten aber so prima auf den Punkt formuliert sind, das eiskalte Pathos ihrer ideologischen Basis aufscheint, entfaltet sich trotzdem ein Plädoyer für die Kunstfreiheit.

Wackeliger gerät die Regie der Geburtstagsfeier für die Demokratie mit den „Eumeniden“ auf der großen Bühne, sodass der Produktionsdramaturg die Probenarbeit übernehmen musste. Er bekommt das Aufsagetheater im metallisch kühlen SF-Design von gestern aber nicht mehr verlebendigt, sondern nur das Regiekonzept als tote Kopfgeburt über die Rampe. Dafür finden sich manchmal nur 35 Zuschauer im 685-Plätze-Saal ein. Trostloser erscheint der Publikumszuspruch nirgendwo. Erfolgreicher agiert Tobias Rott. Seriös austariert zwischen absurdem, gemütlichem Dialog-und Buddy-Comedy-Theater zeigt seine Inszenierung, dass Tom Stoppards „Rosenkranz und Güldenstern sind tot“ ein existenzphilosophisch-clownesker Diskurs über Schicksal und Zufall, Tod und Wirklichkeit ist.

In Schwerin fand Wegner das Team um Tietjes Schauspieldirektor Martin Nimz „total klasse“ und hat es daher personell nicht groß verändert. Eine gute Idee? Alice Buddeberg setzt zur Saisoneröffnung auf den Klassiker des poetischen Realismus: Marcel Carnés „Die Kinder des Olymp“. Erst wechseln sich zirzensische, akrobatische, pantomimische, komische Szenen und apart designte Bilder ohne erkennbare dramaturgische Idee ab, dann wird grundsätzlich über mimetische Kunst, Probleme beim Filmdreh 1944 im NS-besetzten Frankreich und heutige Arbeitsbedingungen am Staatstheater berichtet, während unterschiedliche Liebeskonzepte der Protagonisten scheitern. Zwischen diesen Ebenen springt die Inszenierung formschön hin und her, verliert aber völlig den roten Faden und ihre dynamische Energie. Als Kontrastprogramm soll mit Gerhard Hauptmanns Kapitalismuskritik-Klassiker „Die Weber“ die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich verhandelt werden. In der gendergerecht „Weber:innen“ betitelten Produktion erzählen Elendsproletarier sorgenschwer geduckt und mit traurig leeren Leidensaugen von entwürdigender Armut, Krankheit und Arbeit bis zum Umfallen, dazu akzentuieren sie musikalisch den monotonen Maschinenrhythmus ihres Daseins. Sehr überzeugend retro. Spärlich implantierte Fremdtexte können den Stoff aber nicht ins Hier und Heute transferieren, auch mit der Widerstandswut der Weber weiß Regisseur Helge Schmidt wenig anzufangen. Er lässt die Erzählung der Gut-Böse-Verhältnisse mit elegischem Tempo in pathosgetränkter Düsteratmosphäre verdämmern.

TANZ

In Bremerhaven startet der von Lars Tietje engagierte Ballettdirektor Alfonso Palencia erst im Sommer dieses Jahres. Komplett neu aufgestellt ist die Sparte bereits in Schwerin. Xenia Wiest, zuletzt Tänzerin im Berliner und Hannoveraner Staatsballett, hat ein technisch eindrucksvolles, ausdrucksstarkes und reizvoll diverses Ensemble zusammengestellt. Sehr ballettös agierende Tänzer treffen auf eher sportiv moderne Bewegungskünstler, Spitzentanz begegnet expressiv ruckartiger Gestik und raumgreifender Exaltation. Das Mit-und Gegeneinander der unterschiedlichen Ausdrucksmöglichkeiten verstärkt die Span-nung, wenn personifizierte apokalyptische Reiter einen Menschen zum Geflüchteten werden lassen. „Nacht ohne Morgen“ ist die Choreographie betitelt. Die Sparte offenbart zwischen klassischer Grazie, zeitgenössischer Eleganz und inhaltlichem Wollen enormes Zukunftspotenzial.

Die neue Osnabrücker Spartenleiterin Marguerite Donlon, zuvor in Saarbrücken und Hagen Ballettdirektorin, widmet sich der „Zeit“. Schnurgerade aufgereihte Tänzer schwanken erst nach rechts und links, schwingen zunehmend wie eine Sinuskurve und beginnen dann als Spieluhrfiguren zu rotieren. Das 24-füßige Ensemble zerfällt in zwei Gruppen, von der einen in die andere taumelt eine Frau und findet ordnungsgemäß einen Mann. Derweil zerfallen die gleichförmigen Zeitflussregungen in ausgreifend beschleunigende oder konzentrierend beruhigende Gestik – aus der objektiven, mechanisch getakteten wird die subjektive, die gefühlte Zeit. „Die rasende Zeit“ heißt eine weitere Szene, und daher rennen alle hektisch umher – mit-, gegen-und durcheinander. Alltagsstress. Jemand liestauch DIE ZEIT. So viel Gag darf sein. Donlons artistisch elegante, sich kreuz und quer in der Tanzgeschichte bedienende Körpersprache weiß auf Anhieb ebenso zu überzeugen wie das formidable Ensemble.

OPER

Als Aperitif für das von den ABBA-Jungs komponierte Musical „Chess“ reicht Bremerhaven „Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach. Zwischen großer Liebe zu einer Automatenfrau, blinder Leidenschaft für eine leicht nekrophile Sängerin und eine Edelkurtisane pendelt der romantisch schwärmen wollende, daher stets trunkene Protagonist. Er erinnert die drei Objekte seiner Begierde in einem bürgerlich nüchternen Grau-in-grau-Bühnenbild. Regisseur Johannes Pölzgutter setzt auf schmerzfreie Bebilderung der amourös-grotesken Episoden. Kaum Sinn für Deutung, keine Auseinandersetzung mit den Geschlechterklischees. Offenbach-Esprit: Fehlanzeige. Passend dazu dirigiert Marc Niemann mit behäbiger Akkuratesse die rhythmisch wirbelnde, abgründig gla-

mouröse Partitur. Gesungen wird auf solidem Stadttheaterniveau. Mit verzweifelt wirbelnden, aufrührerisch brausenden, zärtlichen und klagenden Klängen ist „Fremde Erde“, die erste und einzige Oper des Franz-Schreker-Schülers Karol Rathaus, musikalisch ein Fest. Kaum ein expressiver Effekt der 1920er-Jahre-Musik, der nicht genutzt wird. Das Osnabrücker Symphonieorchester unter Andreas Hotz überzeugt dabei, das hauseigene Gesangsensemble beeindruckt, und Regisseur Jakob Peters-Messer widmet sich mit präziser Personenführung und klaren Bildern dem Libretto, das dem Spielzeitmotto gemäß vom Auswandern handelt – konkret der verzweifelten Landbevölkerung Litauens. Aber schon die Gründe ihrer Flucht nach Übersee bleiben im Dunkeln. Im fernen Chile finden die Geflüchteten kein Glück, sondern Krankheit und Tod unter brutalkapitalistischen Arbeitsbedingungen in einer Salpetermine. Vor diesem Hintergrund lebt die machtmonströs auftrumpfende Ausbeuterin, Typ Opendiva, ihre Lust auf Jungs von ganz unten aus und verführt den sozialrevolutionären Semjin mit ihrem Reichtum. Aber Sex mit der Chefin und zugleich Revoltieren gegen sie, der Spagat klappt nicht. Semjin endet mit seiner angetrauten Frau und ihrem Vater in der Gosse. Große Oper also – als bitter abgeschmecktes Rührstück, in dem Migration, krank machende Fremde und der antikapitalistische Impetus kaum mehr als eine emotionalisierende Folie abgeben.

Der neue Schweriner Operndirektor Martin G. Berger brilliert hingegen mit Györgi Ligetis modernem Klassiker „Le Grand Macabre“. Als eine um sich selbst drehende Gesellschaft rotiert das Publikum in einem bilderflutenden Rondell aus Bühnen und Leinwänden. Zu der so möglichen 360-Grad-Bespielung ertönt die klangartistische Musik aus dem Zuschauerraum, wo Mark Rohde die Mecklenburgische Staatskapelle dirigiert. Zwischen den Besuchern tanzen Go-go-Girls, auf den Bühnen vegetieren vereinzelte Menschen in der Einsamkeit medialer Berieselung, ergeben sich sinnenfroh dem Suff oder wollen mit Sexpraktiken verlorene Nähe wiederherstellen. Aus der Theaterloge versucht ein lächerlich verwöhnter Fürst, sein Steuer-und Disziplinierungsprogramm mit populistischer Wut-und Angstmacherei zu propagieren. Grelles, totales Theater als mitreißendes Spektakel ist zu erleben. Es trifft den farcenhaften Duktus der Oper, denn die finale Zerstörung der Erde fällt im Stück aus – und das pandemisch verunsicherte Publikum wird zur Feier des Lebens animiert, so heiter und ausgelassen, wie es derzeit eben geht.

RESÜMEE

Bringen die Intendantenwechsel also etwas? Eindeutig ja, lautet die Antwort in Schwerin. Wegner hat das Musiktheater auf ein völlig neues Niveau gehoben und der Tanzsparte einen Befreiungsschlag geschenkt, nur dem guten Schauspielensemble fehlen noch prägende Regisseure. Außerdem weiß der gebürtige Dessauer, dass Theatermachen im Osten in einem eigenen Kulturkreis stattfindet, so kommen zur Auseinandersetzung mit dem ostalgischen Blick, „den ich verstehen kann, aber überhaupt nicht teile“ (Wegner), im Laufe der Saison noch dramatisierte Filme aus dem DEFA-Archiv, DDR-Liederabende und Opern von DDR-Komponisten auf die Bühne – als Projekte für eine selbstbewusste Ost-Identität. All das macht Wegner zum Sieger in unserem Ringtausch-Vergleich. Hauchdünn geschlagen auf Platz 2: Osnabrück. Auch wenn im Überschwang des Anfangs vieles ambitionierter gedacht als gespielt ist: Die in Bremerhaven nicht mögliche, in Osnabrück bisher nicht übliche thematische Schärfung und stark politische Ausrichtung bringen dem Städtchen an der Hase spartenübergreifend einen inhaltlich konsequent kuratierten Spielplan. Eher abgeschlagen ist Bremerhaven in unserem Neustart-Wettbewerb – gegenüber der Mokrusch-Zeit ist ein Zugewinn durch Lars Tietjes Wechsel ans Stadttheater zumindest bislang nicht zu erkennen.