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NEW YORKS GEHEIMER VIP-SEXCLUB


Grazia - epaper ⋅ Ausgabe 22/2019 vom 23.05.2019

Bevor man hier zum Höhepunkt kommt, muss man erst mal reinkommen. Und das ist nicht gerade leicht. Denn in Manhattans heißestem Etablissement verkehren auch viele Stars. GRAZIA enthüllt das wilde Treiben im New Society for Wellness


Artikelbild für den Artikel "NEW YORKS GEHEIMER VIP-SEXCLUB" aus der Ausgabe 22/2019 von Grazia. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Grazia, Ausgabe 22/2019

Daniel Saynt (36) war früher Fashion-Blogger, jetzt richtet der New Yorker exklusive Sexpartys aus


IN DER STADT, DIE NIEMALS SCHLÄFT, WIE ES IN SINATRAS BERÜHMTEM SONG „NEW YORK, NEW YORK“ HEISST, kann man jetzt noch ein bisschen länger aufbleiben. Und Spaß haben. Denn the place to be in Lower Manhattan ist derzeit ein Club namens NSFW, was für New Society for Wellness steht. ...

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IN DER STADT, DIE NIEMALS SCHLÄFT, WIE ES IN SINATRAS BERÜHMTEM SONG „NEW YORK, NEW YORK“ HEISST, kann man jetzt noch ein bisschen länger aufbleiben. Und Spaß haben. Denn the place to be in Lower Manhattan ist derzeit ein Club namens NSFW, was für New Society for Wellness steht. Arglose Menschen denken dabei vermutlich an ein edles Spa. Oder an eine stylishe Gesundheitspraxis, in der sich die oberen Zehntausend ayurvedisch ihre Wehwehchen behandeln lassen. Was das ausgesuchte Publikum angeht, läge man nicht falsch. Und mit dem Behandeln-Lassen im Grunde auch nicht. Nur, dass es dabei um S/M, Bondage, Schwulen-, Lesben-, Hetero- oder Gruppensex geht – wahlweise auch alles gleichzeitig. Denn in dem mega-exklusiven Club, den der frühere Fashion-Blogger Daniel Saynt (kleines Foto links) gegründet hat, sind den individuellen Launen, vor allem aber Lust und Laster keine Grenzen gesetzt.

Wer will, kann natürlich auch nur was trinken (hier wird allerdings alkoholfrei ausgeschenkt, sonst droht Lizenzentzug). „Andere möchten vielleicht bloß in Ruhe ein bisschen Gras rauchen“, erzählt Saynt. „Manche Frauen träumen nur davon, an einem sicheren Ort ihre teuren Dessous vorzuführen. Wieder andere wollen ihre Sexualität ausleben, ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen.“ Genau deshalb platzt der Laden freitags und samstags schier aus den Nähten. Falls Sie jetzt schon Ihren nächsten heißen New-York-Trip planen wollen – vergessen Sie’s! Hier kommen nur Mitglieder rein, und längst nicht jeder, der in der Lage wäre, den heftigen Jahresbeitrag von 1 700 Dollar zu berappen (Frauen etwas weniger, Paare mehr). Kurz vor der Rente sollte man nicht stehen, dafür schauspielern, modeln oder irgendwas mit Medien machen. Hauptsache, man kommt am Türsteher vorbei, mit anderen Worten: sieht rattenscharf aus. Und weil die ganze Chose so geheim ist wie sonst nur das Jahrestreffen der Freimaurer (das Gebäude, ein ehemaliges Theater, liegt in der Nähe des Hudson River, die genaue Adresse erfahren ausschließlich Clubmitglieder), fühlen sich Film- und Popstars hier ganz wie zu Hause. Weil ja alle dasselbe im Sinn haben. Manche sind berühmt. Manche sehr berühmt. (Namen verrät Saynt natürlich nicht.) Manche tragen Masken – hat was von „Eyes Wide Shut“ mit Tom Cruise und Nicole Kidman, finden Sie nicht? Andere wiederum gehen splitterfasernackt zur Sache. Als „heteroflexibel“ stuft Saynt seine Klientel ein, die sich in einem unterirdischen Labyrinth von 16 Räumen verlieren kann. Einige Zimmer haben schlichte Backsteinwände, in anderen sieht es wie in einer Gefängniszelle oder Arztpraxis aus. Für die härtere Tour kann man eine gewisse Marie Sauvage buchen, die sich als Dominatrix auf japanisches Bondage versteht. Oder man bleibt ganz unter sich und mietet für 1 000 Dollar pro Nacht einen Privatraum, in dem die Folterkammer-meets-Plüschbordell-Deko als Hommage an Leonardo da Vinci zu verstehen ist. So oder so: „Einen Star zu ficken“, sagt eine junge Insiderin, „ist hier wörtlich zu verstehen.“ Klar, dass Leute, die Handyfotos machen wollen, hochkant rausfliegen und Hausverbot erhalten. Auf moderne Technik will man im NSFW aber dann doch nicht ganz verzichten: Demnächst gibt es die Clubwebsite, auf der sich Mitglieder verabreden können (auch für Dates auf anderen schicken Events wie der Art Basel Miami Beach oder dem Coachella-Festival), als App – und vielleicht wird sich Saynt demnächst mit einem Pornosender einig, der live aus dem Club übertragen möchte.

Tanzen kann man im NSFW-Club auch, aber für die meisten ist das wohl eher nebensächlich


FÜR DIE HÄRTERE TOUR KANN MAN JAPANISCHES BONDAGE BUCHEN


Im berühmten Kinohit „Fight Club“ (Sie wissen schon, der Film mit Brad Pitt) lautet die erste Regel: „Ihr verliert kein Wort über den Fight Club.“ Das gilt zwar auch für den NSFW-Club, doch die eigentliche erste Regel, so Saynt, geht hier so: „Wenn es nicht ,Jaaaa, unbedingt!‘ heißt, bedeutet das immer ,Verdammt, nein!!!!‘“ In der Post-Weinstein-Ära und in Zeiten von #MeToo legt der bisexuelle Saynt, der am liebsten Kilt und viel Silberschmuck trägt, Wert darauf, dass in seinem Club Sex einvernehmlich ist, und zwar ausnahmslos.

Deshalb werden Aspiranten auf eine Mitgliedschaft durchleuchtet wie Lungen beim Röntgenarzt: Bei einem Gespräch mit Saynt und seinem Mitgliederkomitee muss der Kandidat seine sexuelle Vergangenheit und Fantasien ausbreiten, die Berufsangaben werden überprüft, und bindend ist auch (bitte nicht lachen) die Teilnahme an einem Seminar zum Thema: „Warum fällt es uns so schwer, um Sex zu bitten?“ Sechs Monate kann es dauern, bis eine Anfrage positiv bescheinigt wird. Aktuell zählt der Club rund 1 800, öh, aktive Mitglieder, das Durchschnittsalter liegt bei 28 Jahren. Allerdings war auch schon mal der Teeniesohn eines Hollywoodproduzenten da, Daddy hatte hier seine Geburtstagsparty ausgerichtet.

Von Fashion-Blogger auf Sexclubbetreiber umzusteigen ist nicht das, was einem Berufsberater als Erstes einfällt. Doch für Saynt lag der Wechsel auf der Hand: „Mir war aufgefallen, dass die Leute mehr Orte brauchten, wo sie Sex haben können. Und ich dachte: Irgendjemand wird damit ’ne Menge Kohle machen – warum also nicht ich?“ Der Erfolg gibt ihm recht. „Für Investoren bin ich inzwischen so was wie eine Techfirma.“ Nächste Etappe: NSFW-Ableger im ganzen Land. „Irgendwann“, ist sich Saynt sicher, „sind wir so normal wie Fitnessclubs.“


FOTOS: ACTION PRESS, RODRIGO LIZARRAGA