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NEWS: BUSINESS AVIATION: FLAGGSCHIFF DER BRANCHE


Aero International - epaper ⋅ Ausgabe 120/2019 vom 08.11.2019

GULFSTREAM G700 Es war die große News der NBAA-Geschäftsluftfahrtmesse in Las Vegas: Gulfstream stellte seine G700 vor – als Antwort auf Bombardiers Konkurrenzprodukt Global 7500


Artikelbild für den Artikel "NEWS: BUSINESS AVIATION: FLAGGSCHIFF DER BRANCHE" aus der Ausgabe 120/2019 von Aero International. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Aero International, Ausgabe 120/2019

Qatar Executive (oben) ist der Erstkunde der G700, Flexjet erhält in in den USA als erster das Gulfstream-Flaggschiff


Die Sitze der Veranstaltungshalle waren bis auf den letzten Platz gefüllt, als Bombardier am Vorabend der Geschäftsfliegermesse zur Vorstellung seines neuen Modells G700 lud. Vor rund 600 ausgewählten Gästen präsentierte der Flugzeugbauer aus Savannah im US-Bundesstaat Georgia, was er nach eigenen Angaben für das ...

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... neue Flaggschiff der Branche hält.

Gulfstreams Präsident Marc Burns schwelgte in Superlativen: „Es ist das größte Flugzeug, das wir jemals gebaut haben, dazu das leiseste. Es hat die größte Kabine und die breiteste in der ganzen Branche. Und das mit der besten Connectivity.“

Für den Bau der G700 hat sich Gulfstream das Beste seiner Modelle vereint: Das bisherige Flaggschiff G650ER wurde um mehr als drei Meter gestreckt, die Steuerung aus den modernsten Flugzeugen übernommen, die der Hersteller derzeit im Programm hat: Das Symmetry Flightdeck bietet wie schon in den Modellen G500 und G600 Sidesticks mit simulierten Steuerkräften für die Piloten, dazu berührungsempfindliche Bildschirme. Die Ähnlichkeiten in Bedienung und Flugverhalten sind so groß, dass alle drei Flugzeuge mit derselben Musterberechtigung geflogen werden können – ein Vorteil vor allem für Betreiber größerer Flotten.

Große Show: Für die Vorstellung der G700 am Henderson Executive Airport hatte Gulfstream am Vortag der Messe 600 ausgewählte Gäste geladen


HIGHTECH VON ROLLS-ROYCE

Rolls-Royce liefert die Triebwerke für die G700. Die neuentwickelten Pearl-700-Motoren haben eine drei bis fünf Prozent bessere Kraftstoffeffizienz und acht Prozent mehr Startschub als die BR725-Triebwerke, die bisher im aktuellen Gulfstream-Top-Modell G650 verwendet werden.

„Das Pearl 700 vereint das technologisch fortschrittlichste Kerntriebwerk der Geschäftsluftfahrt mit einem brandneues Niederdrucksystem, ummantelt von einer neuen, schlankeren Verkleidung“, erklärt Colm Colden, Programmchef bei Rolls-Royce für das Pearl-700-Projekt.

Winglets sorgen für bessere Flugleistung. Mit gut 33 Metern Länge ist die G700 die größte jemals gebaute Gulfstream


Die Kabine ist in fünf Zonen unterteilt, für entspanntes Reisen gibt es sogar ein Schlafzimmer


Mehr als eine „Küche“: Die Ultra Galley der G700


Erstmals verwendet Rolls-Royce dabei einen aus einem Stück gefertigten Blisk-Fan. Die neuen Technologien machen das Triebwerk stärker und leichter: „Wir haben ein ein um zwölf Prozent besseres Schub-Gewichts- Verhältnis erreicht“, bestätigt Dirk Geisinger, CEO von Rolls-Royce Deutschland.

Um die Kabine so leise wie möglich zu machen, griff Gulfstream auf Technologien aus anderen Sparten des Mutterkonzerns General Dynamics zurück. Gulfstream hatte AERO INTERNATIONAL bereits während der Recherche zur europäischen Geschäftsfliegermesse EBACE 2019 die Entwicklung gezeigt. Know-how der U-Boot- Entwicklungsabteilung ließ sich auf die Geschäftsluftfahrt anwenden: Während in der Schiffahrt kein Lärm nach außen dringen soll, kann dasselbe Verfahren im Jet den Schall aus der Kabine fernhalten.

Ganz heimlich hat Gulfstrem hat bereits zwei Testflugzeuge der G700 gebaut. Sie sollen ihre Erprobungsflüge 2020 beginnen. Die Markteinführung ist für 2022 geplant. Erstkunde des neuen Gulfstream-Musters ist Qatar Executive. Die Business-Aviation- Sparte der Golfairline hat bereits zehn Maschinen bestellt. Wieviele Maschinen Flexjet als Erstbetreiber in den USA geordert hat, verrät das Unternehmen nicht.

Mit der G700 löst Gulfstream den Flugzeugbauer Bombardier als Hersteller des größten Business Jets ab. Die Kanadier hatten Gulfstream mit ihrer Global 7500 erst im vergangenen Jahr überholt. Die hat nach wie vor die größere Reichweite – Gulfstream bie- tet dagegen die geräumigere Kabine. Bombardier reagierte auf die Neuvorstellung mit spitzer Zunge: In einer Anzeige bewerben die Kanadier ihre im Gegensatz zur G700 komplett neu konstruierte Global 7500 mit dem Slogan: „mehr als nur gestreckt“.

Mit dem Pearl 700 festigt Rolls- Royce seine Stellung als Triebwerkslieferant für große Geschäftsflugzeuge


Nur noch ein einziger Triebwerkshebel: Bei der Pilatus PC-12 NGX werden Tribwerk und Propeller elektronisch geregelt


PILATUS PC-12 NGX: TURBOPROP-SINGLE MIT FADEC

Die dritte Generation der Pilatus PC-12 ist da! 1700 Flugzeuge der einmotorigen Turboprop hat der Schweizer Hersteller mittlerweile ausgeliefert, die PC-12 NGX stellt nun wohl die Version mit den bislang größten Änderungen dar. Angetrieben wirrd das Flugzeug von Pratt & Whitneys neuem Turboprop-Triebwerk PT6E. Es ist die erste Version des Bestsellers mit elektronischer Propellerregelung und FADEC-Triebwerkssteuerung. Damit wird nun auch eine automatische Leistungsregelung (Autothrottle) als zusätzliche Funktion des Autopiloten möglich.

Mit 1100 Wellen-PS hat die neue Pratt & Whitney-Turbine rund zehn Prozent mehr Leistung als die bisher in dem Flugzeug genutzte Version des PT6A, was die maximale Reisegeschwindigkeit auf 290 Knoten anhebt. Zusätzliches Komfort- Feature: Für weniger Lärm in der Kabine lässt sich über die elektronische Steuerung unter Beibehaltung der Triebwerksleistung die Propellerdrehzahl absenken. Die neue PT6E ist auch wartungsfreundlicher: Sie hat ein Überholungsintervall von 5000 Stunden ohne Hot Section Inspection.

Das Honeywell-Cockpit ist angelehnt an den Pilatus-Jet PC-24: Es hat Berührungsempfindliche Bildschirme und bietet Emergency Decent Mode und Roll Protection.

In der Kabine hat Pilatus zahlreiche Elemente des Mehrzweckjets PC-24 übernommen, darunter Sitze mit Liegefunktion. Größere Fenster machen den Innenraum für Passagiere heller. Die Ausstattung ist von BMW Designworks entwickelt worden.

Pilatus will die PC-12 NGX bereits im April 2020 an die ersten Kunden ausliefern – die EASA- und FAA-Zulassung hat das Flugzeug kurz vor der NBAA-Messe bereits erhalten. Der Preis für eine als Geschäftsflugzeug typisch ausgerüstste PC-12 NGX beträgt 5 369 000 US-Dollar.

Sollte auf der Messe neue Käuferschichten ansprechen: Bombardier Learjet 75 Liberty


BOMBARDIER LEARJET 75 LIBERTY: LEICHTER UND GÜNSTIGER

Zum ersten Mal brachte Bombardier die abgespeckte Version seines Learjet 75 auf die NBAA-Messe in Las Vegas. Mit dem Modell „Liberty“ hat der kanadische Hersteller den Preis für das Flugzeug von gut 13 Millionen US-Dollar auf nunmehr 9,9 Millionen gesenkt. Dafür wurde die Ausstattung reduziert, das Flugzeug wird nun auch ohne Hilfsturbine (Auxiliary Power Unit, kurz APU) ausgeliefert. Der Jet soll mit dem neuen Preis Kunden der Mitbewerber Embraer (Phenom 300) und Textron (Cessna Citation CJ3+) ansprechen. Nur 18 Monate nach ihrer Vorstellung auf der europäischen EBACE-Messe feierte der Hersteller auf dem Static Display in Henderson die Indienststellung der Global 6500 – wenige Wochen vorher hatte sie zusammen mit dem Schwestermodell Global 5500 die kanadische Zulassung erhalten.

Die Ausstattung real zu erleben hilft bei derAuswahl der Materialien für den Kabinenausbau


AERO-DIENST NÜRNBERG: SHOWROOM FÜR INNENAUSBAU

Eine Neuheit, die sich nicht in einer Ausstellungshalle in Las Vegas präsentieren lässt, hat der Aero-Dienst Nürnberg im Vorfeld der Messe bekanntgegeben. Am fränkischen Firmensitz hat dan Unternehmen nun einen Interior-Showroom eröffnet. „Wenn der Kunde die Materialien real spüren und erleben kann, wird aus einer vagen Idee ein konkreter Wunsch, der zur nachhaltigen Zufriedenheit verwirklicht werden kann“, sagt Mark-André Mann, der den Bereich Interior Solutions beim Aero-Dienst leitet. Präsentiert werden im Showroom unter anderem Stoffe und Leder für Sitz- und Panelbezüge, Holzfurniere, Teppiche, beheizbare Steinfußböden sowie Beispiele für die Beschichtung von Beschlägen. Der deutsche Volldienstleister betont mit der Neueröffnung seine Wartungskompetenz bei Auffrischung und Neugestaltung der Kabine. Auch Sonderwünsche lassen sich dabei zusammen mit Zulieferern individuell erfüllen: Der Aero-Dienst hat mit allen Lieferanten langjährige Geschäftsbeziehungen.

BUSINESS AVVIATION: 7600 neue Jets im kommenden Jahrzehnt

Honeywell Aerospace rechnet im kommenden Jahrzehnt mit 7600 ausgelieferten Jets in der Geschäftsluftfahrt im Wert von 248 Milliarden US-Dollar. 19 Prozent des Bedarfs entfallen auf Europa, der zweitstärksten Region hinter den USA und Kanada (60 Prozent). Der Avionik- und Flugzeugsystem-Spezialist korrigiert damit seine letztjährige Prognose um 100 Flugzeuge nach unten. Auf dem europäischen Markt sagt die Studie einen durch den Brexit und nachlassende Wirtschaft bedingten Rückgang der Neuanschaffungen voraus: 28 Prozent der Flotte soll demnach dort während der kommenden fünf Jahre erneuert werden (minus fünf Prozent). Die dabei am stärksten betroffenen Länder: Frankreich und Deutschland.

EMBRAER: Mega-Deal mit Flexjet

64 Flugzeuge ordert der Fractional-Owner-Riese Flexjet vom brasilianischen Hersteller Embraer, darunter die auf der letztjährigen NBAA-Messe in Orlando, Florida vorgestellten Praetor 500 und 600. Wert der Bestellung: 1,4 Milliarden US-Dollar.

BOEING: ForeFlight für Flugbetriebe

Mit einem neuen Add-On macht der US-Konzern Boeing seine Planungssoftware ForeFlight auch für Flugbetriebe in der Geschäftsluftfahrt attraktiv. Mit dem Zusatzmodul „Dispatch“ lassen sich im Flüge von mehreren Mitarbeiter und Abteilungen planen und die Routen auf den Endgeräten der Cockpitcrews synchronisieren. Entwickelt wurde die App in Zusammenarbeit mit dem Fractional-Owner-Betreiber Flexjet.

RANDNOTIZEN

AIRBUS schließt mit Sabena eien Vereinbarung über die Installation von Abwehrtechnologie in den ACJGeschäftsflugzeugen des Herstellers. Die Bordsysteme bieten Schutz vor dem Beschuss mit Boden-Luft- Raketen.

HONDA AIRCRAFT zeigt das Mockup eines Medevac- Ausbaus. Die auf Hawaii ansässige Wing Spirit hat den ersten derartigen Krankentransport-Ausbau in ihrem HondaJet installieren lassen.

DASSAULT ist mit der Entwicklung seiner Falcon 6X im Zeitplan. „Wir erwarten die Montage des ersten Flugzeugs Anfang 2020“, bestätigte der Vorsitzende des französischen Herstellers, Eric Trappier.

TECNAM mischt mit seiner Kolbentwin P2012 in der Business Aviation mit: Kürzlich haben die Italiener das erste Flugzeug an die US-Airline Cape Air ausgeliefert; auf der Messe sollten auch Kunden in der Geschäftsluftfahrt für Kurzstrecken- Einsätze gefunden werden.

AERION hält weiter am geplanten Erstflug seines Überschallflugzeugs AS2 in 2024 fest. Zum CO2- Ausgleich will das Unternehmen 100 Millionen Bäume pflanzen.

THALES stellt sein Headup- Display Topmax vor. Piloten tragen es auf dem Kopf. Im Gegensatz zu fest installierten Geräten ist es preiswerter und bietet einen größeren Sichtbereich.

PIAGGIO verkauft zehn Exemplare des Turboprop- Pushers Avanti Evo an einen Geschäftsmann aus Saudi Arabien und zeigt zudem sein Konzept für eine „Shuttle“-Version vor.


FOTOS: GULFSTREAM, ROLLS-ROYCE

FOTOS: PILATUS AIRCRAFT, GULFSTREAM, AERO -DIENST