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NEWS WATCH WATCH DOGS – LEGION: HACK, HACK, HURRA


Computer Bild Spiele - epaper ⋅ Ausgabe 8/2019 vom 03.07.2019

Actionspiel Ubisoft ließ auf der E3 die Hunde von der Leine und s91:166tellte „Watch Dogs – Legion” offiziell vor. Erster Eindruck: Vielversprechend.


Artikelbild für den Artikel "NEWS WATCH WATCH DOGS – LEGION: HACK, HACK, HURRA" aus der Ausgabe 8/2019 von Computer Bild Spiele. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Computer Bild Spiele, Ausgabe 8/2019

CHICAGO, SAN FRANCISCO, LONDON

CHICAGO
Der erste Teil spielt in einem fiktiven Chicago. Der Job: an berühmten Orten Notizen sammeln.

SAN FRANCISCO
Hacker Marcus macht in „Watch Dogs 2” die Bay Area unsicher.

LONDON
Für den neuesten Teil heißt es „Bye, America” und „Hello, Europe”! „Legion” führt Sie an bekannte Sehenswürdigkeiten wie den Piccadilly Circus, das London Eye oder die Themse.

Als Ubisoft „Watch Dogs – Legion” auf der E3 offiziell enthüllte, war ...

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... das nur noch Formsache. Internet-Spatzen hatten schon Tage vor Beginn der Spielemesse gezwitschert, was Branchen- Insider bereits vorausgesagt hatten: den dritten Teil der Hacker-Actionserie. Eine kleine Überraschung ist das aber dennoch – schließlich ging der zweite Teil etwas unter.

Nach Chicago und San Francisco ist nun London Schauplatz der Hacker-Rebellion. COMPUTER BILD SPIELE hat „Watch Dogs – Legion” in Los Angeles ausgiebig angespielt. Teil drei ist thematisch am Puls der Zeit – denn Ubisoft verfrachtet die Spieler in eine nahe Post-Brexit-Zukunft. Ganz England steckt in einer großen Wirtschaftskrise, Menschen verlieren ihre Jobs, das Land deportiert Migranten. Überall entstehen Ghettos, die skrupellose Gangster beherrschen.

Orwellsches England

Es ist eine bittere Zeit für die stolzen Engländer. Extremisten nutzen diese Katastrophe, um sich weiter auszubreiten. In einer Ära der Angst gewinnen private Militär-Organisationen wie Albion immer mehr Macht, der Überwachungsstaat unterdrückt seine Bürger, wo er nur kann. Kurzum: Die Lage ist hoffnungslos. Doch eine Gruppe aufrechter Bürger lässt sich nicht unterkriegen – denn „Londoner geben nie auf”, wie es in der Werbekampagne zum Spiel heißt. Es ist die aus den Vorgängern bekannte Untergrundbewegung Dedsec, die sich gegen dieses Unrecht auflehnt und wie ein moderner Robin Hood die Mächtigen aus dem Verborgenen heraus attackiert.

Gegen den gut organisierten Verfolgungsapparat mit seinen Tausenden Überwachungskameras und Drohnen hat auch der beste Hacker allein kaum eine Chance. Deshalb ist aus den Einzelkämpfern der ersten beiden „Watch Dogs”-Teile jetzt eine ganze Widerstandsorganisation gewachsen. Ein Wandel, der starke spielerische Veränderungen mit sich bringt. Statt nur eine feste Spielfigur steuern Sie fast jeden Bewohner Londons. Allerdings übernehmen Sie nicht per Knopfdruck einfach jeden beliebigen Charakter in der Millionen-Metropole, wie das etwa im „Matrix”-Film der Fall war.

Angriff der Hacker-Armee

In „Watch Dogs – Legion” rekrutieren Sie zunächst neue Einsatzkräfte – und längst nicht jeder hat Lust, sich den Rebellen anzuschließen. Doch dazu später mehr. Laut Hersteller besitzen alle computergesteuerten Figuren im Spiel ein eigenes Leben. Alle haben einen Hintergrund, gehen persönlichen Bedürfnissen nach, haben eine Arbeit oder ein Hobby. Entscheiden Sie sich, eine Figur anzuwerben, hat das gravierende Auswirkungen – denn Sie mischen sich aktiv in ihr Leben ein und verändern es. Davon können auch Freunde und Verwandte betroffen sein. Sind sie einmal Teil von Dedsec, werden sie aber nicht zu seelenlosen Hacker-Drohnen, sondern behalten Individualität und Charakterzüge.

Die Qual der Wahl aber ist: Wie entscheiden Sie sich bei dieser Vielzahl von möglichen Rekruten überhaupt für einen bestimmten Kandidaten? Zuerst scannen Sie auf der Straße potenzielle Dedsec-Mitglieder und entscheiden, ob sie überhaupt ins Team passen. Wollen Sie etwa eine Gruppe voller militärischer Spezialisten oder eine Organisation altgedienter Ex-Spione zusammenstellen, achten Sie vorher sehr genau auf die inneren Werte der Figuren. Dafür zeigt Ihnen das Spiel nach dem Scan persönliche Informationen, darunter sind einige besonders wichtig: die sogenannten Traits. Das sind im Kern Buffs oder Upgrades, die entweder nur für eine Spielfigur gelten – oder aber für die gesamte Organisation. Dann entscheiden Sie sich, ob der Bonus dem eigenen Spielstil entspricht oder zu den anderen Figuren passt. Wer nur im Verborgenen agieren will (also schleichen und hacken), zieht zum Beispiel keinen Nutzen aus dem Trait „25 Prozent mehr Waffenschaden”. Wenn diese 25 Prozent aber eine erhöhte Erholungsrate für alle Agenten bedeuten, wird es schon deutlich interessanter.


STIRBT IHR CHARAKTER, SPIELEN SIE MIT EINEM ANDEREN WEITER


BIG BROTHER Der Überwachungsstaat ist auch in Teil drei allgegenwärtig.


UBER DE LUXE Dorothee Bär hat doch recht: Flugtaxis sind die Zukunft!


Background-Check

Allerdings genügt es nicht, die Rekruten einfach anzusprechen und sie vom Vorteil einer Dedsec-Mitgliedschaft zu überzeugen. Das liegt auch daran, dass manche Rekruten den Hackern kritisch gegenüberstehen oder sie sogar ablehnen. Damit die Rekrutierung dennoch gelingt, spendiert Ubisoft jeder Figur eine komplexe Hintergrundgeschichte, aus der hervorgeht, wie Sie sich ihre Dienste sichern. Manche haben Alltagsprobleme, die Sie für sie lösen. Andere retten Sie vor einer Gefahr, oder Sie tun ihnen einen oder mehrere Gefallen.

Je negativer die Kandidaten gegenüber Dedsec eingestellt sind, desto schwieriger wird der Rekrutierungsprozess. Beispiel: Sie brechen bei Scotland Yard ein, um Informationen zu stehlen, die die Freundin des Rekruten ins Gefängnis bringen könnten. Erst wenn alle Gefallen erledigt sind, schließt sich der Neuling der Organisation an. Ab diesem Zeitpunkt entscheiden Sie, welcher der drei Klassen im Spiel die neue Figur angehören soll.

NICHT DIE FEINE ENGLISCHE ART! Die rüstige Rentnerin weiß sich immer noch zur Wehr zu setzen.


Klassenkampf

Der aggressive Enforcer etwa löst Probleme lieber mit dem Gewehr im Anschlag und macht sich nichts daraus, ständig auf der Flucht zu sein. Diese Klasse verwendet schwere Waffen und hat Zugriff auf spezielle Kampftechniken wie „Gunkata”. Das ist eine Mischung aus Kung-Fu und Waffen-Artistik – wie etwa im Film „Equilibrium”. Enforcer setzen auch gern Haftminen ein, um sich gegen härtere Gegner durchzusetzen. Je Klasse gibt es drei dieser unterschiedlichen Perks, in die Sie freigespielte Punkte investieren.

Das Gegenstück zum Enforcer ist der Infiltrator. Der hat seine Stärken im Nahkampf und macht sich mit einer seiner Spezialfertigkeiten (AR Cloak) sogar unsichtbar. Mit der Augmented-Reality-Fähigkeit AR Shroud hingegen lässt er die Körper bewusstlos geschlagener Feinde für das Auge der anderen Menschen verschwinden. Sie machen sich dabei zunutze, dass jeder Bürger Londons einen optischen Nerven-Anschluss besitzt, an den ein AR-Head-up-Display angeschlossen wird.

Zu guter Letzt bleibt noch der Hacker – das ist eine Hybrid-Klasse, die Drohnen und andere Objekte viel besser hackt als die anderen beiden Untergruppen. Hacker haben als Spezialtalent ein mächtiges Spinnen-Geschütz, das sie über einen Datenlink fernsteuern. Das Gadget agiert aber auch autark, wenn etwa der Spieler unter Beschuss gerät und sich zurückziehen muss.

Die Drohne ist ein idealer Einsatzpartner, wenn Sie Gebäude ungesehen infiltrieren wollen. Sie ist klein und wendig und beherrscht sowohl offensive als auch defensive Techniken: Der clevere Begleiter öffnet Türen, hackt andere Drohnen oder macht Gegner durch Elektroschocks kampfunfähig. Alle Klassen beherrschen den Ping – ein Signal-Impuls, der alle hackbaren Objekte in der unmittelbaren Umgebung anzeigt.

Der totale Zugriff

Überhaupt ist es beeindruckend, wie viel Sie in „Watch Dogs – Legion” hacken können. Nicht nur Gegenstände nämlich haben einen Netzwerkanschluss, auch Menschen beeinflussen Sie auf diese Weise. Oft baut das sogar aufeinander auf, und Sie springen von einem gehackten Objekt zum anderen. Das klappt besonders gut mit der Hacker-Klasse.

Manipulieren Sie eine bestimmte Drohne im Spiel, schaltet das den Zugang auf ein Drohnen-Terminal frei. Auf diese Weise fordern Sie wiederum mächtige Kampfdrohnen an, die auch mit großen Gegnergruppen kurzen Prozess machen. Natürlich nur für den Fall, dass Sie tödliche Gewalt anwenden möchten. Angeblich können Sie die dritte „Watch Dogs”-Episode sogar durchspielen, ohne einen einzigen Gegner zu töten.

REKRUTIEREN SIE JEDEN

Das Besondere in „Watch Dogs – Legion”: Jeder Bewohner Londons lässt sich als Teil des Widerstands rekrutieren – kündigen die Entwickler an. Das bedeutet, Sie können sich Ihr Team selbst zusammenstellen.
So ist es möglich, eine Gruppe aus unterschiedlichsten Charakteren mit verschiedensten Fähigkeiten aufzustellen – die Mitglieder müssen sich bei illegalen Aktivitäten allerdings vermummen.

AUFTRAGSKILLER Seine Expertise liegt im unauffälligen Finden und Ausschalten von Zielpersonen.


RÜSTIGER RENTNER Mit älteren Damen oder Herren gelangen Sie unbemerkt überall hinein!


WAFFENEXPERTE Es schadet nicht, jemanden in der Truppe zu haben, der sich mit Waffen auskennt.


Ausweichmanöver

Dazu passt das überarbeitete Nahkampfsystem: Gegner ziehen etwa nicht ihre Waffe, wenn Sie selbst das nicht auch tun. So öffnen sich etliche nicht tödliche Wege. Wer sich für aggressivere Methoden entscheidet, muss mit den Konsequenzen leben – denn es gibt den berüchtigten Permadeath. Stirbt eine Figur, lässt sie sich nicht wiederbeleben und ist für immer verloren.

Angesichts des Aufwands, den Sie in viele Rekruten investieren, überdenken Sie riskante Unterfangen lieber doppelt. Es muss aber nicht gleich der Tod sein: Manchmal sind Figuren auch nur verletzt oder werden festgenommen. Dann stehen sie eben für eine gewisse Zeit nicht zur Verfügung. In diesem Fall bewerkstelligen gewiefte Hacker ein vorzeitiges Haftende.

Die Wahl der Charaktere hat noch weitere Auswirkungen auf den Spielablauf. Mit wechselnden Spielfiguren ändern sich auch die Zwischensequenzen hinsichtlich Ablauf und Inhalt. Es gibt fünf fest definierte Erzählstränge, einer davon ist eine britische Spionagefantasie, die an „James Bond” erinnert.

Das ist sehr lustig, denn die Nummer eins der Spione ist die Agentin Billie Henderson – eine alte Dame, die kaum noch richtig gehen kann und trotzdem mit allen Wassern des Agenten-Lebens gewaschen ist. Allein die Animationen der etwas zittrigen, aber schlagkräftigen Dame sind ein absoluter Hingucker.

„Watch Dogs – Legion” soll einen „robusten Onlinemodus” bekommen, bei dem vier Spieler kooperativ zusammen zocken. Details will Ubisoft aber erst zu einem späteren Zeitpunkt verraten.
[lin]

WATCH DOGS – LEGION SPIELT IN LONDON

FAZIT

„Cyberpunk 2077” gilt allgemein als das Highlight der E3. Aber auch „Watch Dogs – Legion” entpuppte sich überraschend als herausragendes Spiel der Messe. Ubisoft hat viele der ursprünglichen Spielelemente stark überarbeitet oder ausgebaut und etliche neue GameplayErgänzungen vorgenommen, die absolut Sinn ergeben und sich toll ins Spiel einfügen: Die Rekrutierung neuer Gruppenmitglieder ist spannend, das Klassensystem verleiht dem Spiel deutlich mehr Tiefe und spielerische Abwechslung, und der Permadeath sorgt für den notwendigen Nervenkitzel. Der Tod kann nämlich die Arbeit von Stunden zunichte machen, ohne den gesamten Spielfortschritt zu riskieren. Unterm Strich ist das sehr vielversprechend.

ALIEN – BIST DU ES? „Watch Dogs – Legion” geizt nicht mit Filmreferenzen – so gibt es sogar einen Roboter-Facehugger.


KICK, PUNCH, KICK Einige Bereiche im dritten Teil sollten Sie lieber mit Maskierung betreten, wenn Sie nicht gleich auffliegen wollen. Hierfür stehen einige fesche Modelle zur Auswahl (siehe auch unten).


SPION Informationen einholen ist seine Expertise. Das kann Ihrer Gruppe helfen!


JUNGER STREETFIGHTER Er weiß sich im Zweikampf zu wehren und scheut keine Auseinandersetzung.


VERSIERTER HACKER Mit ihm ist kein Gebäude und keine Drohne sicher – er hackt sich überall rein.


INFINFO

START: 6. März 2020
SYSTEM: PC, PS4, Xbox One, Stadia
PREIS: ab ca. 60 Euro
HERSTELLER: Ubisoft
www.ubisoft.com/de-de/