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NFT: DARUM GEHT ’S


digit! - epaper ⋅ Ausgabe 4/2021 vom 27.08.2021

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Bildquelle: digit!, Ausgabe 4/2021

Was ist ein NFT?

NFT steht für „Non-Fungible Tokens“ – was so viel wie „nicht ersetzbare Wertmarke“ bedeutet. Anders als „fungible Tokens“, das sind zum Beispiel Kryptowährungen, die getauscht werden können, ohne dass sich ihr Wert verändert, ist jeder NFT per Definition einzigartig und nicht durch einen anderen Token ersetzbar. Er besitzt eine eindeutige und nur einmal existente Kennung.

Für den Kunstmarkt wie auch für Anbieter anderer virtueller Güter (z. B. Figuren eines Online-Spiels) ist die NFT-Krypto-Technik revolutionär, da sie den Handel mit digitalen Unikaten ermöglicht.

Welche Technik steckt dahinter?

NFTs werden, wie auch Kryptowährungen, mithilfe der Blockchain-Technik verifiziert (siehe Glossar). Die entsprechende eindeutige Kennung eines NFT kann von jedermann eingesehen, aber von niemandem bearbeitet werden.

Wo und wie werden NFTs gehandelt?

Die sogenannten NFT-Marktplätze sind ...

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... Plattformen, auf denen Künstler ihre NFTs „droppen“ (einstellen) und damit Sammlern anbieten können. Krypto-Kunstplattformen ermöglichen es Künstlern also, digitale Kunst zu „tokenisieren“ und zu verkaufen. NFTs können zu einem festgelegten Preis geboten oder gekauft werden. Die bekanntesten NFT-Marktplätze sind OpenSea, KnownOrigin, SuperRare und Foundation.

Wie funktioniert das in der Praxis?

Die Methode zum Kauf der „Non-Fungible Tokens“ hängt vom jeweiligen NFT-Marktplatz ab. Einige Plattformen ermöglichen es, Tokens per Kreditkarte zu bezahlen, andere erfordern eine Kryptowährung. Welche das ist, hängt von der Blockchain ab, auf der das NFT erstellt wurde. Viele der Marktplätze handeln ausschließlich NFTs, die auf der Ethereum-Blockchain geprägt wurden, die entsprechende Währung ist der Ether-Token (ETH). Erforderlich ist dazu eine sogenannte Krypto-Wallet, eine virtuelle Geldbörse, die zur Aufbewahrung der Kryptowährung und zum Senden sowie Empfangen von Bitcoin, Ether oder anderen Währungen dient – und von verschiedenen Dienstleistern angeboten wird.

Wer selbst ein NFT erstellen und vermarkten möchte, muss sich ebenfalls auf einer der Plattformen anmelden. Gegen eine Transaktionsgebühr wird ein Block in der Blockchain hinzugefügt und macht das Werk damit einzigartig.

Wie steht es um das Urheberrecht?

Der Autor bleibt Urheber seines Werks, das Urheberrecht liegt bei ihm. Damit behält er auch nach dem Verkauf des NFT die Kontrolle darüber, wie seine Arbeit lizenziert wird. Bei der NFT-Übertragung kann von den Vertragsparteien individuell definiert werden, welche Nutzungsarten- und -rechte der Vertrag umfasst.

Was sagen die Befürworter?

NFT-Befürworter betonen, dass die Technologie als Grundlage für eine stabile und funktionierende „Schöpferökonomie“ im virtuellen Raum dienen kann. Gemeint ist, dass NFTs so programmiert werden können, dass den Schöpfern jedes Mal, wenn sie weiterverkauft werden, „Lizenzgebühren“ ausgezahlt werden, also eine Beteiligung am erzielten Gewinn. Außerdem verweisen sie darauf, dass ein neues Publikum erreicht wird, das sich explizit für digitale Kunst begeistert und auch bereit ist, dafür zu bezahlen.

Welche Vorteile bieten Krypto- Kunstwerke?

Im Netz kursieren Statements von Fotografen, die berichten, in kurzer Zeit weit mehr mit NFTs verdient zu haben als mit Prints. Der kanadische Digitalkünstler und NFT-Experte Martin Lukas Ostachowski etwa schreibt in einem gemeinsam mit Digital-künstlern, Kryptokunst-Galeristen und Datenwissenschaftlern verfassten Positionspapier: „Der Einfluss der Krypto-Kunst auf die Förderung der frühen Karriere von Künstlern ist sowohl bemerkenswert als auch unterschätzt.“ Zugleich betont er den ausgeprägten Community-Charakter der Kryptokunst-Szene, in der sich „ermutigende Gemeinschaften von Künstlern (bilden), die sich gegenseitig kritisieren, an neuen Kunstwerken zusammenarbeiten oder von Sammlern beauftragt werden“.

Darüber hinaus ist von einer Demokratisierung des Kunstmarkts die Rede, weil sich der Autor und der Käufer eines Werks unmittelbar miteinander verständigen – ohne Kuratoren oder Galeristen.

Wo gibt es Kritik?

Genau an diesem Punkt setzen dann auch die NFT-Kritiker an. Weil die Kryptokunst- Plattformen als „Gatekeeper“ Galerie und Auktionshaus in einem seien, drohe eine Banalisierung und Verflachung von Kunst bzw. des Kunstmarkts. Ein weiterer häufig geäußerter Kritikpunkt betrifft den ökologischen Fußabdruck der NFTs. Das Minten – also das Prägen der Datensätze bzw. Token – ist sehr rechen- und damit entsprechend energieintensiv.

Wie energiehungrig sind NFTs wirklich?

Der Digital-Künstler Memo Akten hat einen Online-Rechner für den CO 2-Ausstoß einzelner Transaktionen mit zugehörigen Quellen bereitgestellt. Darin zeigt der Brite auf, dass eine „durchschnittliche“ Transaktion zu Emissionen von fast 20 kg CO führt und damit der Fahrt eines durchschnittlichen Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor von rund 1.000 Kilometern entspricht. Im Vergleich dazu komme eine „durchschnittliche“ E-Mail lediglich auf einen Fußabdruck von wenigen Gramm, eine Stunde Netflix-Konsum auf etwa 36 Gramm CO Um dem hohen Energieverbrauch und den daraus resultierenden Treibhausgasemissionen im Zusammenhang mit Blockchain- Transaktionen entgegenzusteuern, nutzen einige Anbieter alternative, weniger energiehungrige Prägeverfahren oder leisten CO 2-Ausgleichszahlungen (ähnlich wie im Flugverkehr). Einzelne Künstler verzichten angesichts der problematischen Energiebilanz inzwischen auf die Tokenisierung ihrer Werke.

NFT: FAKTEN UND LINKS

Das erste NFT-Kunstwerk

Das erste bekannte Krypto-Kunstwerk wurde im Mai 2014 „tokenisiert“ – von Kevin McCoy und Anil Dash, auf der NameCoin-Blockchain.

Die CryptoPunks

Im Juni 2017 veröffentlichten die kanadischen Softwareentwickler Matt Hall und John Watkinson von Larva Labs die CryptoPunks – als NFTs auf der Ethereum-Blockchain. Inspiriert von der Londoner Punkszene, der Cyberpunk-Bewegung und vom (ehemaligen) elektronischen Musikduo Daft Punk schufen sie einmalige NFT-Charaktere im 8-Bit-Stil, die als eines der ersten Beispiele für den Kryptokunst-Hype gelten, ihren Machern inzwischen Millionen von Dollar eingebracht haben und als Inspirationsquelle für zahlreiche Nachfolge-Projekte gelten. Insgesamt existieren exakt 10.000 CryptoPunks (6.039 Männer und 3.840 Frauen).

Das teuerstes NFT

Der Künstler Mike Winkelmann, alias Beeple, versteigerte im März 2021 seine Digitalbildkollektion „EVERYDAYS: THE FIRST 5000 DAYS“ für umgerechnet 69.346.250 US-Dollar. Die gemeinsame Auktion zwischen Christie‘s und MakersPlace machte diesen Verkauf seinerzeit zum Dritthöchsten, den es je für einen lebenden gab Künstler.

Das „billigste“ NFT

Das Kryptograffito „Black Swan“, ein ca. 3x 4 cm großes Werk aus Dollarnoten, wurde im Dezember 2018 zum niedrigsten Einzelgebot versteigert – für 1 Millisatoshi oder umgerechnet 0,0000000037 $.

Die skurrilsten NFTs

• Ein GIF des Basketballers LeBron James erzielte vor einiger Zeit rund 210.000 US- Dollar. Besonders skurril: Insgesamt wird die beeindruckende Dunking-Szene in einer „Auflage“ von fünf Exemplaren vermarktet.

• Die kanadische Musikerin, Künstlerin und Lebensgefährtin des Automobil- und Raumfahrtunternehmers Elon Musk verkaufte Anfang des Jahres ihre digitale, aus zehn digitalen Gemälden, Animationen und Video-Clips bestehende Editionsserie „War Nymphs“ für etwa 6 Millionen US-Dollar über die NFT-Plattform Nifty Gateway.

• Twitter-CEO Jack Dorsey verkaufte seinen allerersten, 2006 abgesetzten Tweet („just setting up my twttr“) als NFT – für 1630,5825601 ETH, ungerechnet mehr als 2,9 Millionen US-Dollar.

Weitere Ressourcen

Larva Labs: Website der CryptoPunks- Schöpfer sowie weiterer digitaler NFT-Figuren, etwa der legoartigen 3D-Figuren namens Meebits.

larvalabs.com

„Crypto Art: A Decentralized View“ – Positionspapier verschiedener Experten und Künstler zum Thema NFTs und Krypto-Kunst.

arxiv.org/abs/1906.03263

Online-Rechner für den CO 2-Ausstoß von NFT-Kunstwerken des britischen KI-Künstlers Memo Akten.

bit.ly/3yJtE1J

Online-Kunst-Manifest, das sich mit den ökologischen Aspekten von Krypto-Kunst auseinandersetzt.

bit.ly/3yL6VSY

Werden NFTs bleiben? Und sind sie langfristig eine gute Investition bzw. ein lohnendes Format für den Verkauf der eigenen Kunstwerke?

Keine Frage, „Non-Fungible Tokens“ erleben derzeit einen märchenhaften Boom. Wie lange wird diese fantastische Popularität anhalten? Und sind NFTs langfristig eine gute Investition angesichts des volatilen Charakters des Kryptomarkts und der großen Gewinn- wie auch Verlust-Spannen? Darüber sind sich Experten uneinig – der Markt ist einfach noch zu jung für Prognosen. Eine Beschäftigung mit dem Thema ist aber für Fotografen, die in den Kunstmarkt streben oder dort bereits Fuß gefasst haben, sicherlich eine gute Idee.

Kryptokunst- Marktplätze

Alle Links zu diesem Beitrag finden Sie komfortabel zum Anklicken unter

digit.de/links0421

Foundation: foundation.app

KnownOrigin: knownorigin.io

OpenSea: opensea.io

makersplace: makersplace.com/

Nifty Gateway: niftygateway.com

Snark art: snark.art

SuperRare: superrare.com

Glossar

Bitcoin: dezentrales Peer-to-Peer-Netzwerk zur Zahlungsabwicklung; gemessen an der Marktkapitalisierung die gewichtigste „Kryptowährung“.

Blockchain: manipulationssicheres digitales „Kassenbuch“, das in verknüpften „Blöcken“ mit Daten organisiert ist. Ein Block entspricht dem Datensatz einer neuen Transaktion. Da die Informationen ständig mit der Datenbank abgeglichen werden und gleichzeitig auf sehr vielen Rechnern existieren, ist das System sehr sicher.

Digitales Asset: Wertgegenstand, der in digitaler Form vorliegt, dazu gehören auch NFTs.

Ethereum: dezentrales Blockchain-Protokoll zur Ausführung von Smart Contracts. Ethereum verwendet als Zahlungsmittel für Transaktionen die Kryptowährung Ether (ETH) – nach Bitcoin die zweitwichtigste Kryptowährung, gemessen an der Marktkapitalisierung.

Krypto-Wallet: digitale Geldbörse zur Aufbewahrung und zum Senden sowie Empfangen von Bitcoin, für Ether oder andere Kryptowährungen.

Minten oder Mining: bedeutet so viel wie prägen. Die Datensätze oder Tokens werden mithilfe von Rechnerfarmen gemintet. Transaktionen für verschiedene Formen

von Kryptowährungen werden verifiziert und dem digitalen Blockchain-Ledger hinzugefügt.

NFT: „Non-Fungible Token“ – was so viel wie „nicht ersetzbare Wertmarke“ bedeutet.

Peer-to-Peer (P2P): Wörtlich: „von Person zu Person“, also ohne eine dritte, dazwischen stehende Instanz. P2P ist eine Eigenschaft dezentralisierter Systeme, bei denen alle Teilnehmer gleichberechtigt sind; Basis-Prinzip einer Blockchain.

Smart Contracts: Smart Contracts sind Programme zur Abwicklung eines Vertrages mithilfe der Blockchain-Technologie.