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Nicht nur die Großen haben Vorteile


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Digital Manufacturing - epaper ⋅ Ausgabe 6/2021 vom 08.10.2021

Seit 2001 hat sich die Ebel Werkzeugbau GmbH aus Arnsberg auf die Konstruktion und Fertigung von Folgeverbund- und Stanzwerkzeugen hauptsächlich für den Automobilbau spezialisiert. In der spanenden Fertigung nutzt das 30-köpfige Team zehn Werkzeugmaschinen von DMG Mori, darunter auch 3-achsige Vertikalbearbeitungszentren in unterschiedlichen Größen sowie eine 5-achsige Simultanbearbeitungsmaschine mit Palettenspeicher. Keiner der eingesetzten Maschinen ist älter als fünf Jahre.

Doch nicht nur bei der Maschinentechnik selbst setzt Ebel auf modernste Technik: Seit kurzem nutzt das Unternehmen zur Digitalisierung auch die Tulip-Plattform von DMG Mori. Diese zugehörigen

„Apps“ sind dafür konzipiert, typische Abläufe wie die Weitergabe von Rüstund Montageinformationen in einer Produktion abzubilden, die Kommunikation zu unterstützen und für vieles mehr geeignet. Dazu lassen sie sich ohne ...

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Bildquelle: Digital Manufacturing, Ausgabe 6/2021

Auf den jüngsten Werkzeugmaschinen bei Ebel sind die Apps dank modernem Touch-Betriebssystem direkt bedienbar.
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... Programmierkenntnisse individuell an die Abläufe im Anwenderunternehmen anpassen und ermöglichen so eine digitale Begleitung der Prozesse. Und diese setzen bei Ebel früh ein.

„Als ganzheitlich orientierter Werkzeugbauer beginnt unsere Arbeit schon bei der Beratung des Kunden“, schildert Frank Ebel die Herangehensweise seines Unternehmens. Er hat Ebel Werkzeugbau vor knapp 20 Jahren übernommen und das Kerngeschäft – den Bereich Stanzumformtechnik – gestärkt. Allein 2019 haben die Arnsberger 56 Werkzeuge gebaut und ausgeliefert. Dabei ist die überschaubare Unternehmensgröße sogar ein Vorteil, wie der Geschäftsführer erläutert: „Durch unsere flachen Hierarchien können wir flexibel reagieren und die hohen Erwartungen unserer Kunden erfüllen.“ Das Unternehmens-Know-How aus Konstruktion und Fertigung fließt dabei schon früh in neue Projekte ein: „Bei Bedarf können wir Entwickler mit Blick auf die Machbarkeit unterstützen und Fertigungsprozesse optimieren“, erläutert Ebel.

So entstehen bis zu drei Meter lange und sechs Tonnen schwere Folgeverbundwerkzeuge, die Ebel komplett mustert. Und auch die fertigen Bauteile prüft der Werkzeugbauer abschließend, so dass der Kunde ein komplett abgenommenes Werkzeug installieren kann. Mit einer eigenen Ausbildung – derzeit sind es vier Azubis – stellt das Unternehmen sicher, dass diese Kompetenz auch künftig erhalten bleibt.

Einheitliche Steuerung über alle Maschinen

Dass Ebel seit den Anfangsjahren mit Werkzeugmaschinen nur eines Herstellers arbeitet, begründet Frank Ebel mit der großen Modellvielfalt und den Steuerungsoptionen bei DMG Mori: „So finden wir immer die passende Maschine und haben auf allen Modellen einheitliche Steuerungen von Heidenhain.“

Heute können wir unsere Prozesse durchgängig und messbar in Echtzeit begleiten.“

GESCHÄFTSFÜHRER FRANK EBEL

Zudem sei man für die immer kürzeren Intervalle und die steigende Komplexität der Aufträge gerüstet, begründet Frank Ebel diese Entscheidung. Auch könne er dank einheitlicher Steuerungsarchitekturen seine Leute flexibler einsetzen und neue Maschinen lassen sich auch einfacher integrieren.

Dabei hat Ebel neben der kontinuierlichen Modernisierung des Maschinenparks auch die umliegenden Prozesse im Unternehmen im Blick und möchte diese zukunftsfähig gestalten. Genau hier kommt die Tulip-Plattform ins Spiel.

Prozesse digital begleiten

Während der deutsch-japanische Werkzeugmaschinenhersteller im Kern komplette Fertigungslösungen konzipiert, liefert und installiert, verfolgt die Tulip- Plattform eine andere Philosophie. Axel Huhn, der bei Ebel für die Konstruktion zuständig ist, hat die Implementierung der Apps übernommen: „Wir haben unsere Anforderungen an eine digitale Prozessbegleitung geklärt und von DMG Mori das Grundgerüst einer App erhlalten.“ Zur agilen und eigenständigen Weiterentwicklung der App sind keine Programmierkenntnisse notwendig, denn es handelt sich um eine sogenannte No-Code-Plattform.

Der Anwender kann quasi sein eigenes Drehbuch der Digitalisierung verfassen. Wie bei einem Regie-Baukasten lässt sich auf der Plattform mit vorhandenen Vorlagen oder selbst erstellten Apps jede einzelne Szene eines Prozesses beschreiben und visualisieren. „Die Software gibt uns die Möglichkeit, per Drag & Drop individuelle Apps zu erstellen, die unsere Prozesse rund um einen Auftrag digital begleiten.“

Von der Konstruktion bis in die Montage

Der Einsatz beginnt schon in der Konstruktion. „Wir versehen jede Zeichnung mit einem Barcode, den wir einscannen. Damit wird das Bauteil von der App erstmals erfasst“, erläutert Axel Huhn. Von da werde jeder weitere Schritt dokumentiert. „Wir haben bereits drei Stationen eingerichtet, an denen die Mitarbeiter die App nutzen können: in der Konstruktion, in der Zerspanung und in der Montage.“

Die Mitarbeiter starten jeden Prozessschritt, beispielsweise das Fräsen, in der App, beenden ihn dort nach Abschluss und geben das Bauteil frei für die nächste Station. „Auch unmittelbar an der Maschine lässt sich die App installieren“, ergänzt Axel Huhn. Denn einige der Maschinen bei Ebel haben bereits das Celos-Betriebssystem.

Dieses Betriebssystem bietet eine deutliche höhere Funktionalität, als die klassische Werkzeugmaschinensoftware, die auf den reinen Betrieb der Maschinen ausgerichtet ist. Bedienbar über Multi-Touch-Bedienfeld, lassen sich die Funktionen erweitern und gerade kleinere Unternehmen können auf dieser Basis Digitalisierungsprojekte starten und komplette Fertigungssteuerungssysteme aufbauen. Ebel kann beispielsweise die selbst erstellten Apps darauf laufen lassen, so dass der Maschinenbediener einen direkten Zugriff darauf hat.

Ebel verfolgt mit der erstellten App das Ziel, nach und nach alle bisher analogen Tätigkeiten rund um den Werkzeugbau zu begleiten. „Das kann wie bisher die Dokumentation der Prozessschritte sein, aber wir können auch detaillierte Arbeitsanweisungen und Tätigkeitsbeschreibungen für Montageprozesse oder Werkzeugeinstellungen in der App hinterlegen – und das alles ohne unnötige Ausdrucke auf Papier.“

Excel- und Papierlisten unnötig

Den Mehrwert der Tulip-Plattform sieht Firmenchef Frank Ebel in der permanenten Nachverfolgbarkeit des Bearbeitungsstatus eines Werkzeugs: „Bei Projektzeiten von mehreren Wochen ist es gut, jederzeit zu wissen, wo wir gerade mit unserem Auftrag stehen.“

Das geschehe nun praktisch in Echtzeit per Knopfdruck im Büro. „Früher mussten wir uns parallel mit der Pflege von Excel- Listen beschäftigen, um den Überblick zu behalten.“ Oft habe man nach Bauchgefühl entschieden. „Jetzt können wir unsere Prozesse durchgängig und messbar begleiten und Entscheidungen anhand objektiver Daten treffen.“

JBI

SASCHA DIETZE ist freier Fachjournalist.