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NICOLAS CAGE


deadline - das Filmmagazin - epaper ⋅ Ausgabe 72/2018 vom 14.11.2018

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Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von deadline - das Filmmagazin. Alle Rechte vorbehalten.

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S eit den Filmfestspielen von Cannes gilt manDY als absoluter Kritikerliebling. Die Reaktionen beim deutschen Fantasy Filmfest, wo er dieses Jahr als Eröffnungsfilm gezeigt wurde, waren dagegen gespalten. Doch je größer die Kontroverse um einen Film, desto besser. Und was gäbe es Spannenderes, als den 1964 in Kalifornien geborenen Hauptdarsteller Nicolas Cage (FACE/OFF ) zum Interview zu treffen? Als einziges deutsches Medium sprach die DEaDlinE mit dem zuletzt immer häufiger aufgrund seiner Rollenwahl belächelten Akteur über die unterschiedlichen Reaktionen auf seinen Film, darüber, was ihn und Regisseur Panos Cosmatos zusammengeführt hat, und darüber, weshalb sich manDY in erster Linie wie ein Albtraum anfühlt.



»JE INTENSIVER DIE REAKTION, DESTO BESSER! «



»Der Film ist auf seine Weise verstörend, aber dabei nicht weniger wunderschön.«


DEADLINE: Nicolas, ich habe MandY in Hamburg auf dem Fantasy Filmfest gesehen, wo er zur Eröffnung gezeigt wurde. Im Anschluss an die Vorstellung waren die Meinungen sehr gespalten. Was glaubst du, was ist der Auslöser für diese Kontroverse? N ICOL A S C AGE: MANDY ist nicht wie jeder andere Film. Die Welt, die Panos Cosmatos hier kreiert hat, ist eine ganz besondere, zu der vielleicht nicht jeder sofort einen Zugang findet. Ich denke aber auch, dass die Kontroverse ausgerechnet von jenen befeuert wird, die den Film noch gar nicht gesehen haben. Ich bin also nicht überrascht zu hören, wie er in Hamburg ankam. Zumal es ja auch nicht unüblich ist, dass vorab Erwartungen geschürt werden, die MANDY dann vielleicht nicht bei jedem erfüllen kann. Der Film ist auf seine Weise verstörend, aber dabei nicht weniger wunderschön. Außerdem steckt jede Menge Symbolik darin, mit der vielleicht auch nicht auf Anhieb jeder etwas anfangen kann.

DEADLINE: Nach den Filmfestspielen von Cannes gab es einen sehr großen Hype um MandY. Aber je größer der Hype ist, desto höher ist die Chance, dass das Publikum enttäuscht wird. Was war dein erster Gedanke, als du gehört hast, dass die Presse den Film liebt? N ICOL A S C AGE: Ich habe den Entstehungsprozess von MANDY von Anfang bis Ende verfolgt und war sehr gespannt, wie die Welt ihn aufnehmen würde. Als ich dann von Cannes hörte, habe ich das sehr genossen und mich vor allem für Panos gefreut. Es ist immer ein gutes Gefühl, wenn die Resonanz auf deine Arbeit gut ist. Auf solche Worte wie »Hype« gebe ich dagegen nicht viel. Ich denke mir, dass MANDY ein aufregender Film ist, und je mehr Leute das erkennen, desto besser. Ich bin sehr glücklich mit dem Ergebnis!

NICOLAS CAGE: Ich mag Filme, die bei den Zuschauern gespaltene Reaktionen auslösen, die manche von ihnen vielleicht sogar ein wenig verärgern. Je intensiver die Reaktion auf einen Film, desto besser. Denn nur dann geht er dir so richtig unter die Haut und dringt in deine Psyche ein. Und ich glaube, dass MANDY ein Film von dieser Sorte ist. Natürlich ist Wertschätzung immer gut, und ich freue mich darüber. Aber letztlich versuche ich immer, die Reaktionen auf einen meiner Filme als solche zu akzeptieren und diese dann so weit es geht zu genießen.

DEADLINE: Wenn man sich MandY anschaut, bekommt man das Gefühl, Panos Cosmatos hätte den Film nur für dich gemacht … NICOLAS CAGE: Ja, das stimmt. Witzigerweise hat er mir irgendwann mal erzählt, er hätte einen Traum gehabt, in dem er mich gesehen hat, wie ich die Hauptrolle in MANDY spiele. Daraufhin hat er mein Management angerufen und ihm erzählt, was für einen Film er plant. Ich denke, man kann da schon von so was wie einer Fügung sprechen. Er sagte damals, ich hätte die Lebenserfahrung, die es benötigt, um diese Rolle glaubhaft spielen zu können. Als wir dann beim Drehen waren, haben Panos und ich die Rolle zusammen weiterentwickelt. Ich konnte also meine ganz eigene Vision von der Figur in den Film einbringen…

DEADLINE: MandY ist ein sehr visueller Film. Kannst du den Look und die Atmosphäre so beschreiben, dass jemand, der den Film schauen will, ungefähr weiß, was ihn erwartet? NICOLAS CAGE: Ich würde jemandem, der den Film sehen will, sagen, dass MANDY ein Film ist, wie er ihn noch nie zuvor gesehen hat. Er ist schwer mit anderen Filmen zu vergleichen. Ich würde sagen, er fühlt sich an wie ein Traum, er folgt in seiner Optik und seiner Akustik – der Film hat einen sehr kraftvollen Score – klar einer Traumlogik. Dabei ist er voll von Eindrücken, sowohl an Bildern als auch an Sounds. Wie ein Albtraum! Vielleicht wird jeder in MANDY etwas anderes erkennen, vollkommen unabhängig davon, was sich Panos beim Dreh gedacht hat.

ANON

Regie: Andrew Niccol / Großbritannien 2018 / 100 Min. Darsteller: Clive Owen, Amanda Seyfried, Colm Feore, Sonya Walger Produktion: Daniel Baur, Andrew Niccol, Oliver Simon Freigabe: FSK 16 Vertrieb: Koch Films Blu-ray: Ja Cut: Nein Start: Bereits erhältlich

Dystopische Filme zeigen uns oft eine artifizielle und trostlose Zukunft. Gefühle werden unterdrückt und sind somit nicht mehr explizit sichtbar. Dabei entsteht die Gefahr, dass Charaktere und Setting so steril wirken, dass der Funke auf den Zuschauer einfach nicht überspringen will. So erging es zuletzt beispielsweise GHOST IN THE SHELL mit Scarlett Johansson. Um es gleich vorwegzunehmen: Auch Andrew Niccols (u. a. GATTACA ) neueste Regiearbeit, eine moderne TOTAL RECALL-Variante, ringt mit diesem Problem. In naher Zukunft: Sal Frieland (Clive Owen ) arbeitet als Ermittler in einer Welt, in der totale Datentransparenz herrscht. Jede Sekunde eines Lebens wird über das Auge aufgenommen und dann in einer Art Cloud, dem sogenannten »Äther«, gespeichert. Dadurch werden Verbrechen weitgehend sinnlos. Doch dann stolpert Frieland über eine mysteriöse junge Frau (Amanda Seyfried ), der es offensichtlich gelingt, ihre Identität vor allen anderen Menschen zu verbergen. Kann ihm diese Frau helfen, eine brutale Mordserie aufzuklären, oder stellt sie eher eine Gefahr für das System dar?

Clive Owen und Amanda Seyfried schaffen es tatsächlich, den ganzen Film über ihren stoischen Gesichtsausdruck beizubehalten. Daher fällt es schwer, Empathie für die Handelnden aufzubringen. Die ewig gleichen grauen Kulissen und Innenräume passen da ins Bild, obwohl Niccols reduzierte Bildsprache durchaus ihren Reiz hat. Die Thrillerhandlung ist speziell im Bezug auf die Beziehung der beiden Protagonisten vorhersehbar, weist aber im letzten Drittel auch überraschende Wendungen auf. Die Schlussbotschaft von ANON, die vielleicht ein wenig zu holzhammermäßig daherkommt, bleibt dennoch überdenkenswert: »Ich habe nichts zu verbergen – da ist nur nichts, was ich euch zeigen will«, erklärt die geheimnisvolle Frau dem verwunderten Ermittler. Klarer kann ein Plädoyer für das Recht auf Privatsphäre kaum ausfallen. Die NETFLIX-Produktion erfährt nun erfreulicherweise eine Auswertung auf digitalem Silberling.

TERRIFIER

Regie: Damien Leone / USA 2017 / 82 Min. Darsteller: Jenna Kanell, Catherine Corcoran, David Howard Thornton, Samantha Scaffidi, Pooya Mohseni Produktion: Damien Leone, Phil Falcone, George Steuber Freigabe: FSK 18 Vertrieb: Tiberius Film Blu-ray: Ja Cut: Ja Start: 06.12.2018

Eine schwer entstellte Frau wird in einer Fernsehshow als einzige Überlebende eines regelrechten Schlachtfestes in einem alten Lagerhaus präsentiert. Der Grund: Ihr Peiniger, der nur als »Art der Clown« bekannt ist, verschwand mysteriöserweise aus der Leichenhalle, in die das Opfer ihn offensichtlich hineinbeförderte. Nachdem sich die schaurig aussehende Frau und die hübsche TV-Moderatorin hinter den Kulissen in die Haare und vor allem in die Augen bekommen, folgt eine Rückblende. Zu zwei Freundinnen, die nach einer Halloweenparty noch an ebenjenem Lagerhaus haltmachen, um dort auf die Toilette zu gehen. Das erweist sich natürlich als schlimmer Fehler. Art, der Horrorclown, ist zurück und treibt wieder sein Unwesen! Nach zwei Kurzfilmauftritten und dem Episodenfilm ALL HALLOW’S EVE lässt ihn Regisseur Damien Leone (der mit einem solchen Namen fast nichts anderes machen kann als Horrorfilme drehen ) diesmal in voller Länge an Halloween mordend um die Häuser ziehen. Und das geht richtig derbe zur Sache. So dermaßen derbe, dass nicht nur alle anderen Horrorclowns neben Art wie nasse Handtücher wirken, sondern auch alle anderen potenziellen Halloween-Film-Anwärter. Alsbald ist die Metzelei im Keller des Gebäudes in vollem Gang. Zuhauf gibt es zersägte Körper, abgetrennte Köpfe, die kreativ zu Kürbislaternen umfunktioniert werden, sowie angenagte Gesichter, und alles ertrinkt in Blutfontänen.

SAW? Kindergeburtstag! Noch dazu gibt’s eine gruselige Lady, die mit ihrer Babypuppe durch die halb dunklen Tiefen schlurft. Die trashige 80er-Jahre-Stil-Horrorperle, die sich auch als liebevolle Hommage an die großen Altmeister versteht, wird jederzeit von einem sarkastischen Witz durchzogen (Selfie! ), der sicher auch BRAINDEADJackson gefallen würde. Für schwache Nerven ist das Blutfestschmankerl aber definitiv nichts. Das Review wurde anhand der ungeschnittenen Fassung verfasst.

REPRISAL – NIMM DIR, WAS DIR GEHÖRT!

Regie: Brian A. Miller / USA 2018 / 92 Min. Darsteller: Bruce Willis, Frank Grillo, Johnathon Schaech, Olivia Culpo, Natali Yura Produktion: Noel Ashman, Barry Brooker Freigabe: FSK 16 Vertrieb: Splendid Blu-ray: Ja Cut: Nein Start: 30.11.2018

Heute gilt mehr denn je: Nicht überall, wo Bruce Willis draufsteht, ist auch wirklich Bruce Willis drin. Sehr oft prangt er heutzutage auf DVD- und Blu-ray-Covern, kommt höchst präsent im Trailer vor – und hat aber doch nur eine kleine, unbedeutende Nebenrolle ohne große Leinwandzeit. SET UP (2011 ), THE COLD LIGHT OF DAY (2012 ), THE PRINCE – ONLY GOD FORGIVES (2014 ) oder ACTS OF VIOLENCE (2018 ) sind nur wenige solcher Beispiele aus den letzten Jahren. Auch REPRISAL reiht sich in gewisser Weise in diese Liste ein. Bruce hat zwar eine nicht gänzlich unbedeutende Nebenrolle mit einigen Minuten Leinwandzeit, doch sind die meisten seiner Szenen und Sequenzen leider die uninteressantesten des Films – das müssen Bruce-Fans wissen, um nicht enttäuscht zu werden. Bruce Willis spielt den Nachbarn des Protagonisten Jakob (Frank Grillo ), dessen Bankfiliale von einem brutalen, maskierten Räuber (Johnathon Schaech ) überfallen wird. Es ist eine aufregende und präzise inszenierte Bankraubsequenz, die die Ausgangssituation für REPRISAL liefert. Der Täter entkommt unerkannt und mit reichlich Beute. Auch wenn Jakob nicht verletzt wurde, hinterlässt das Erlebnis doch Spuren bei ihm: Er kriegt die Ereignisse nicht aus dem Kopf. Diese erste halbe Stunde ist die große Stärke des Films. Leider ist der Rest seine bittere Schwäche, denn nun flaut die Spannung ab. Auf die so vielversprechende Exposition folgt ein nichtssagender, handlungsarmer Mittelteil: Mit seinem Nachbarn bespricht Jakob den Überfall immer wieder. Langsam beginnen sie, ein Täterprofil zu erstellen, und kommen dem Bankräuber nach etwas Recherche auf die Spur. REPRISAL bedient sich dabei bekannter Plotentwicklungen des Genres, und so bleibt natürlich auch die obligatorische Entführung der Familienmitglieder zum Schluss nicht aus. Doch sogar das recht schussreiche Finale wirkt durch seine zu konventionelle Erzählweise nur ermüdend. Daher ist REPRISAL insgesamt leider nicht so überzeugend, wie es zu Beginn den Anschein hat.

DEAD IN A WEEK: OR YOUR MONEY BACK

Es ist schon sehr ernüchternd, wenn man etwas immer wieder in der Theorie durchspielt, und wenn es dann umgesetzt werden soll, traut man sich nicht, den ersten Schritt zu wagen. Für William (Aneurin Banard, DUNKIRK ) liegt die Ironie darin, dass er zwar seinem Dasein ein Ende bereiten will, aber jedes Mal an der Umsetzung scheitert. Egal ob es nun eine nicht gezahlte Gasrechnung ist, die ihn vor dem Erstickungstod rettet, oder der Strick beim Erhängen zerreißt. Und nun, bei seinem siebten Versuch, kommt auf einmal Leslie (Tom Wilkinson, SNOWDEN ) über die Brücke spaziert und bietet ihm seine Dienste an. Nicht aber, um ihn an seinem Plan zu hindern, sondern um ihm dabei zu helfen. Leslie ist nämlich Auftragskiller kurz vorm Ruhestand. Und nachdem der Sprung von der Brücke auch misslingt, unterzeichnet William einen Vertrag: Leslie verpflichtet sich, ihn binnen einer Woche umzubringen (schnell und schmerzlos, versteht sich ), ansonsten bekommt William sein Geld zurück.

Mit DEAD IN A WEEK legt der Brite Tom Edmunds seinen ersten Langfilm vor und hat sich gleich sehr viel vorgenommen. Ganz in der Tradition von Filmemachern wie Martin McDonagh (BRÜGGE SEHEN … UND STERBEN ) oder Ben Wheatley (SIGHTSEERS ) setzt auch sein Film auf eine Mischung aus schwarzem Humor, einer skurrilen Ausgangssituation sowie einer Prise Gangsterfilm. Ganz besonders liebevoll ist ihm hier das Porträt des knurrigen Killers Leslie gelungen, den Tom Wilkinson mit großer Spielfreude zum Leben erweckt. Egal ob als knallharter Vollstrecker (im Rollkragenpulli ) oder in den liebevollen Szenen mit seiner Frau, Wilkinson beschreibt eine Figur, die gerade wegen ihrer Widersprüche interessant bleibt. Daneben nutzt Edmunds immer wieder das Mittel der Irritation und des Kontrasts. Mitten in der heilen Welt der britischen Vorstadthölle lässt er die Killer aufeinanderprallen, die danach beim Kalbskotelett mit der Frau vorm Fernseher sitzen. Aber gerade in diesen Szenen, diesem ironisch überhöhten Gegensatz liegt der Kern dieses Films, der nicht weniger ist als eine Auseinandersetzung mit der Angst vor dem Leben da draußen. Sterben kann man auch noch später.

SICARIO 2

Vor drei Jahren machte ein smarter wie intensiver Thriller einen der Dauerbrennpunkte des Weltgeschehens zum zentralen Thema: den Drogenkrieg. SICARIO war spannend und schonungslos, ohne jedoch den Boden der Glaubwürdigkeit zu verlassen, und hatte eine unglaublich intensive Dramaturgie, die der Heldin der Geschichte (Emily Blunt ) – und mit ihr den Zuschauern – kaum Zeit zum Verschnaufen ließ. Inszeniert wurde dieser Ritt von Alleskönner Denis Villeneuve, der – Kubrick-like – lieber ein Meisterwerk in jedem Genre macht, als sich zu wiederholen, weshalb er der unvermeidlichen Fortsetzung, ebenso wie Blunt, fernblieb. Dennoch ist SICARIO 2 ein über weite Strecken gelungener Film: Diesmal machen der paranoiden amerikanischen Politik zwei brutale Selbstmordattentate mit islamistischem Hintergrund zu schaffen. Da sich beide in der Nähe der mexikanischen Grenze zutragen, vermutet man, dass die Terroristen von den Menschenhändlern der Drogenkartelle ins Land geschmuggelt wurden. Also wird der Mann fürs Grobe, der sogar im Krieg Flipflops trägt, Matt Graver (Josh Brolin ), erneut von der Leine gelassen. Sein Plan: einen Krieg unter den Kartellen anzetteln, sodass deren Geschäfte mit Menschenschmuggel und Drogenhandel zum Erliegen kommen. Und so wird erneut Killermaschine Alejandro (Benicio del Toro ) angeheuert, um die Drecksarbeit zu erledigen. Er entführt die Tochter eines Kartellbosses (Isabela Moner ) und lässt dies so erscheinen, als stünde ein konkurrierendes Kartell dahinter, um Öl ins Feuer zu gießen. Doch als bei dem verdeckten Einsatz mexikanische Polizisten sterben, wird die Notbremse gezogen, und Alejandro soll die Entführte töten, um alle Spuren zu verwischen. Wie bei den meisten Fortsetzungen kann das Überraschungsmoment des Originals auch hier nicht mehr wiederholt werden, auch wenn die Geschichte gelungen um weitere aktuelle Motive wie Menschenhandel, Flüchtlinge und Terrorismus erweitert wird. Dass Killermaschine Alejandro tatsächlich Empathie für andere Menschen empfindet, weicht die Story etwas zu sehr auf, aber unterm Strich bietet SICARIO 2 genug Spannung, Action und vor allem solide Darsteller, sodass der Film des Italieners Stefano Sollima als gelungene Fortsetzung über die Ziellinie geht.