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NIK UNTER NEUEM DACH BEI DXO


digit! - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 28.06.2019

Die einst beliebte Nik-Filterkollektion führte nach der Übernahme durch Google vor ein paar Jahren ein kümmerliches Dasein. Dann übernahm DxO, und in diesen Tagen kommt die „Nik Collection 2 by DxO“ in das virtuelle Regal. Michael Marczok konnte einen ersten Blick auf die neue Version werfen und prüfen, wie die Software die dreijährige Tiefschlafphase bei Google überstanden hat.


Artikelbild für den Artikel "NIK UNTER NEUEM DACH BEI DXO" aus der Ausgabe 4/2019 von digit!. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: digit!, Ausgabe 4/2019

Über PhotoLab 2 von DxO hat man nun Zugriff auf die aktuelle Nik Collection 2 und alle weiteren RAW-Bearbeitungstool, inklusive einer Vorher-Nachher-Splitscreenansicht.


Zu Google-Zeiten bestand die Nik-Filterkollektion aus sieben ...

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... Plugins für Photoshop, darunter Perlen wie Silver Efex Pro. Zum Schluss wurde die Software nicht mehr gepflegt und war mit Version 2 bzw. 3 (Sharpener) frei zum Download verfügbar. Dann übernahm DxO, eine einfallsreiche französische Softwareschmiede, die einerseits durch Testverfahren für Digitalkameras bekannt ist, andererseits mit DxO Photo eine Software für die RAW-Entwicklung am Start hat. Die neue Nik-Version besteht immer noch aus sieben Modulen; aber diese sind um einige Funktionen ergänzt worden.

Neue Presets

Eine große Stärke der Nik-Filter sind die Presets. Die neuen Voreinstellungen haben die Bezeichnung „En Vogue“, es sind insgesamt 42 an der Zahl, die zu den schon vorhandenen 150 hinzukommen, und sie sind in den kreativen Filtern verfügbar. Color Efex Pro, Silver Efex Pro und Analog Efex Pro haben jeweils 10, HDR Efex Pro hat 12 neue Presets erhalten. Für die Entwicklung der neuen Looks hat sich DxO einen Spezialisten aus den guten alten Zeiten geholt. Dan Hughes war maßgeblich an der Entwicklung der Filter bei Nik Software beteiligt. Die Änderungen im Bild sind stark, aber immer auch natürlich.

Optimierung für hochauflösende Displays

Das Kürzel „HiDPI“ beschreibt eine hohe Bildschirmauflösung, heutzutage sind Displays mit 4K oder mehr Standard bei der Bildbearbeitung. Der Nachteil der feinen Auflösung ist eine extreme Verkleinerung von Schriften, Symbolen, Menüs usw., wenn eine Skalierung vom Programm selbst oder vom Betriebssystem nicht möglich ist. Besonders bei Laptops fällt das unangenehm auf. Das Startmenü der Nik-Filter unter Photoshop war schon immer recht klein. Bei hohen Bildschirmauflösungen brauchte man dann mitunter eine Lupe. Mit der neuen Version sind die kleinteiligen Elemente nun lesbar und bedienbar – auch unter Windows.

Integration mit RAW-Bearbeitung

Die Nik-Filter können „stand-alone“ oder als Plug-in mit Adobe Photoshop, Photoshop Elements und Lightroom Classic genutzt werden.

Neu ist die Integration in PhotoLab 2. Mit diesem RAW-Workflowtool von DxO wird eine von Adobe unabhängige, das RAW-Format einbeziehende Bearbeitung mit der Nik Collection 2 möglich. Innerhalb der Software finden wir nun das Startmenü für alle sieben Plug-ins aus der Filterkollektion. Damit werden alle Vorteile von Nik-Filtern und PhotoLab 2 kombiniert und für das RAW-Format verfügbar: die mächtige Objektivkorrektur, die umfassende Unterstützung von Kamera-Objektiv-Kombinationen und die U-Point-Technologie für eine partielle Bildbearbeitung. In der Nik Collection 2 ist eine abgespeckte Version, die PhotoLab Essential Edition, bereits enthalten.

Ein erster Blick in die Praxis

Meinen ersten Versuch mit der Nik Collection 2 starte ich aus PhotoLab 2. Neben dem Export-Button unten rechts finde ich nach der Installation der Filter den neuen Button mit dem Namen Nik Collection. Nachdem ich ein Bild ausgesucht habe, betätige ich die Schaltfläche und erst jetzt öffnet sich die bekannte Palette mit den sieben Modulen: Analog Efex Pro 2, Color Efex Pro 4, Dfine 2, HDR Efex Pro 2, Sharpener Pro 3 (einmal für den Output und einmal für die RAW-Schärfung), Silver Efex Pro 2 und Viveza 2. Darunter gibt es noch einen Punkt für Voreinstellungen. Diese besuche ich zunächst, um zu sehen, welche Möglichkeiten mir da geboten werden. Gleich als Erstes wird mir das Format, TIFF oder JPEG, für eine Bearbeitung angezeigt. Das heißt also, dass ich das RAW-Format verlassen werde, sobald ich einen Nik-Filter auf mein Bild anwende. Das hatte ich mir zwar anders vorgestellt, ist aber nicht tragisch, da ich in PhotoLab 2 alle RAW-relevanten Optimierungen und Bearbeitungen inklusive partieller Anwendung vornehmen kann. Ich begebe mich also erst in die Filter, wenn mein Bild optimal für den echt kreativen Prozess vorbereitet ist.

Für die neuen Presets, die unter der Bezeichnung En Vogue auftreten, sind kleine Vorschauen für einen ersten Eindruck vorhanden. Hier die 10 neuen Presets im Modul Color Efex. Insgesamt gibt es 42 neue Voreinstellungen.


Für mein Motiv stelle ich mir eine Schwarzweiß-Umsetzung vor, wähle also Silver Efex Pro 2, nachdem ich in PhotoLab 2 das DxO Smart Lighting und den DxO ClearView Plus angewendet habe. Das Bild ist ansonsten o. k. und benötigt erst einmal keine weiteren Verbesserungen.

Nach dem Betätigen des Silver-Efex-Buttons startet ein ganz normaler Exportprozess, dessen zeitlichen Ablauf man, wie von der Software gewohnt, verfolgen kann. Dann öffnet sich das Nik- Collection-Fenster, und die Einstellungen können beginnen. Ich wähle erst einmal die Voreinstellung 010, Low-Key-Effekt, für einen möglichst dunklen Himmel, zusätzlich noch den Filmtyp, Kodak Tri X Pan, einen roten Farbfilter und etwas mehr Kontrast.

Dann passe ich noch die Helligkeit an, und schon ist ein ganz besonderes Bild fertig. Beim Speichern wird die Kopie im TIFF-Format neben das Original gelegt und erscheint somit auch in Photo- Lab 2. Jetzt kann ich in der Splitscreenansicht einen Vorher- Nachher-Vergleich vornehmen, am gefilterten Bild weiterarbeiten, natürlich nur als TIFF, oder zum nächsten Bild gehen und einen anderen Filter ausprobieren.

Sowohl im RAW-Tool als auch in den Nik-Filtern kann ich alle meine Einstellungen abspeichern.

Unter Photoshop kann ich die Nik-Module als Smart Filter für eine spätere Änderung der Einstellungen anlegen, das ist auch praktisch.

Fazit: Mit den neuen Presets, der Unterstützung von hochauflösenden Monitoren und der Integration in DxO PhotoLab 2 bietet Nik ein umfassendes Set für die Bildbearbeitung. DxO wird seine ureigenen Produkte wie das DxO FilmPack oder die Rauschminderung Prime weiterentwickeln und unterstützen. So hat das Filmpack deutlich mehr Einstellmöglichkeiten, und Prime arbeitet nativ auf dem RAW. Noch bis zum 30.6.2019 wird die Nik Collection 2 inklusive Photo- Lab 2.3 Essential Edition für 99,99 Euro bzw. das Upgrade für 59,99 Euro angeboten. Danach werden 149 Euro bzw. 79 Euro fällig.

V.l.n.r.: Eine Variante aus Analog Efex. Grundlage ist das En Vogue Preset mit dem Namen Autochrome 2. Nur ein paar Anpassungen mussten geändert werden. | Die Rauschminderung Dfine arbeitet sehr exakt und wirkungsvoll ohne Details oder Schärfe unschön zu beeinflussen. | Auch mit nur einer Aufnahme kann in den HDR Efex ein toller Effekt erzielt werden. Hier wurde das Preset 38 Warm Deep verwendet und die Einstellungen ganz wenig verändert. | In den Color Efex findet man auch den schon klassischen Bleach Bypass, der für dieses Motiv sehr passend ist. Kontrast, Sättigung und Details wurden ein wenig angepasst. Neben diesen Filtern finden sich noch der Sharpener Pro 3 und Viveza 2 in der Nik Collection 2.