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Nikon retro


ColorFoto - epaper ⋅ Ausgabe 10/2021 vom 07.09.2021

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Bildquelle: ColorFoto, Ausgabe 10/2021

Bereits 2013 brachte Nikon eine Digitalkamera im Retrodesign auf den Markt: Die Df war eine Spiegel reflexkamera, zur Bildaufzeichnung nutzte sie den FX-/Kleinbildsensor (16 MP) des Profimodells D4. Die neue Z fc aber ist eine spiegellose Systemkamera der Z- Serie und zeichnet Fotos mit dem DX-/ APS-C-Sensor (21 MP) der Z 50 auf.

Gemeinsames Merkmal von Df und Z fc ist das quasi analoge Bedienkonzept mit Einstellrädern für ISO, Verschlusszeit und Belichtungskorrektur.

Im Unterschied zur Df hat Nikon der Z fc auch eine Videofunktion spendiert, heute ein Muss. Technisch baut die Z fc auf der Z 50 auf, mit kleinen Unterschieden im Detail und größeren beim Bedienkonzept.

Mit der Z fc kommen zwei neue Objektive auf den Markt: Das Nikkor Z 2,8/28 mm SE ist für den Kleinbildbildkreis gerechnet und entspricht an der Z fc einem 42-mm-Objektiv. Im Design klassischer MF-Nikkore – geriffelter Zierring in Silber ...

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... und Fokusrad mit Gummi-Noppen – unterstreicht es perfekt den Retrocharme der Kamera. Nur das Kunststoffbajonett dämpft die Begeisterung. Dieses Objektiv wird auch im Z-Design kommen.

Ebenfalls neu im Objektivsortiment ist das Nikkor Z DX 3,5-6,3/16-50 mm Silver Edition, bei dem ein optischer Bildstabilisator über das Kunststoffbajonett hinwegtröstet. Auch darf man nicht übersehen, dass die Preise für die Objektive im Kit mit der Kamera sehr günstig sind: Rund 900 Euro werden für das Z fc-Gehäuse fällig, 1150 Euro für das Zoom-Kit. 1250 Euro kostet die Kombi mit dem 28-mm-Objektiv, das vorerst nicht einzeln erhältlich ist.

Gehäuse und Ausstattung

Die Ähnlichkeit zwischen dem analogen Nikon-Klassiker FM2 und der digitalen Neuinterpretation ist nicht zu übersehen. Deckkappe und Gehäusefront der Z fc bestehen aus Magnesium, der Rest aus Kunststoff; das Gewicht ist mit 445 g auf dem Niveau der Z 50. Beide Kameras sind abgedichtet gegen Staub und Spritzwasser, jedoch nicht im gleichen Umfang wie eine Z 6/Z 7 II.

Das Gehäuse der Z fc fühlt sich hochwertig an, bietet aber den Fingern wenig Halt. Wer den Designkompromiss nicht scheut, ordert für 130 Euro den Handgriff GR-1, dessen Grundplatte mit dem Stativgewinde verschraubt wird. Dann lässt sich die Z fc auch mit größeren Objektiven besser handhaben. Anders als die Z 50 besitzt die Z fc kein integriertes Ausklappblitzgerät.

Den nötigen Betriebsstrom liefert der Lithium-Ionen-Akku EN-EL25 mit einer Kapazität von 1120 mAh. Ein Ladegerät (MH-32) ist erfreulicherweise im Lieferumfang, ein Ersatzakku empfehlenswert. Der Schacht für die SD-Speicherkarte befindet sich direkt neben dem Akkufach. Zur Drahtloskommunikation mit dem Smartphone hat die Z fc WLAN und Bluetooth 4.2 an Bord; die Nikon-App SnapBridge in Version 2.8 ist für den Bilddatentransfer und die Fernsteuerung der Kamera mit Live- Bild am Smartphone zuständig.

Sucher und Monitor

Der OLED-Sucher der Z fc bietet eine Auflösung von 786 666 RGB-Bildpunkten und eine effektive Vergrößerung von ca. 0,7-fach. Das ist zwar weniger als bei der Z 6/Z 7 II (1 228 800 RGB- Pixel, 0,8-fach), doch gehört das Sucherbild der Z fc zu den besten seiner Klasse. Es zeigt so gut wie kein Flimmern oder Ruckeln, das Bildrauschen in dunkler Umgebung ist gering. Bei automatischer Regelung der Sucherhelligkeit wünscht man sich das Bild gelegentlich etwas heller. Umschalten auf manuelle Regelung und Anheben der Helligkeit um bis zu drei Stufen schafft dann Abhilfe, vermutlich auf Kosten eines erhöhten Strombedarfs.

Der TFT-Monitor an der Rückseite bietet eine Auflösung von 346 666 RGB-Bildpunkten, ebensoviel wie bei der Z 50, ist mit 3,0 Zoll aber etwas kleiner als beim Schwestermodell (3,2 Zoll).

Dafür lässt er sich nicht nur um eine Achse schwenken, sondern zusätzlich drehen – auch neben der Kamera, um Selfies unter Sichtkontrolle zu ermöglichen. Die Touchfunktionalität ist gut ausgebaut und umfasst auch das Navigieren in den Menüs.

Oben an der Kamera, in Nachbarschaft des Auslösers und Verschlusszeitenrads, hat Nikon ein winziges LC-Display eingebaut. Dieses zeigt die manuell eingestellte oder vom Kamerarechner ermittelte Arbeitsblende an.

Am TFT-Monitor und im Sucher wird die Blende allerdings größer und besser lesbar angezeigt.

Autofokus und Bildserien

Der Hybrid-AF der Zfc verwendet bis zu 209 Messpunkte, die alle die Phasen- und Kontrastmessung beherrschen; die Bildfeldabdeckung beträgt ca. 90 Prozent in der Vertikalen und Horizontalen. Die Empfindlichkeit des AF-Systems reicht bis -4,5 LW. Unter dem Menüpunkt „AF-Messfeldsteuerung“ sind folgende Optionen verfügbar: Automatische Messfeldsteuerung, Einzelfeld- und Pin-Point-Messung, dazu „Großes Messfeld“ in den Varianten „Wide-S“ und „Wide-L“. „Großes Messfeld“ entspricht einer Messzone bzw. Messfeldgruppe.

Schaltet man von Einzelbild-AF (AF-S) auf kontinuierlichen Autofokus (AF-C) um, so verschwindet das Pinpoint-Messfeld aus der Auswahl und wird durch eine erweiterte Einzelfeldmessung („Dynamisch“) ersetzt. Bei dynamischer Messfeldsteuerung stellt das AF-System mithilfe benachbarter Messfelder scharf, falls das Objekt kurzzeitig aus dem Visier des ausgewählten Messfelds gerät.

Der Personen- und Tiererkennungs-AF der Z fc ist dem der Z 6/Z 7 II vergleichbar. Gesichts- und Augenerkennung funktionieren bei automatischer Messfeldsteuerung und innerhalb der Messzone „Großes Messfeld (Wide-L)“. Die Tiererkennung beschränkt sich auf Hunde und Katzen, andere Säugetiere oder Vögel werden nicht erkannt. Im Gegensatz zur Z 50, die seit dem Firmware-Update 2.00 ebenfalls mit Tiererkennungs-AF ausgestattet ist, erkennt bzw. verfolgt der Autofokus der Z fc Tieraugen auch bei Videos.

Einen praktischen AF-Joystick sucht man bei der Z fc ebenso vergebens wie bei der Z 50. Nicht verzichten muss man dagegen auf Touch-AF mit und ohne Verschlussauslösung. Für die Auslöseverzögerung inklusive AF-Zeit ermittelte das Testlabor 0,39/0,51 s; die Serienbildleistung beträgt 11 JPEGs oder 8,5 RAWs pro Sekunde.

Fotografieren und Filmen

Zum Vorwählen von Belichtungsprogrammen gibt es bei der Z fc kein Modusrad wie bei der Z 50, sondern einen mit dem ISO-Einstellrad kombinierten Drehschalter, der in den Positionen Auto, P, S, A und M rastet. Anders als sonst üblich, erlaubt die Z fc auch bei Vollautomatik (Auto) das Einstellen von Belichtungskorrekturen.

Unter „Picture Control konfigurieren“ im Aufnahmemenü findet man verschiedene Bildstile, die sich in Parametern wie Schärfe, Kontrast, Klarheit oder Farbsättigung justieren lassen. An der gleichen Stelle sind 20 Effektprogramme für kreative Experimente angesiedelt. Motivprogramme gibt es nicht, dafür aber eine gute HDR-Funktion und die Möglichkeit, Intervallaufnahmen zu programmieren. Auch lässt sich eine Fokusreihe einrichten, deren Einzelbilder – theoretisch bis zu 300 – zu einem Bild mit erweiterter Schärfentiefe kombiniert werden können.

Möglich ist das etwa mit Photoshop, Helicon Focus oder Focus Projects Professional.

Der mechanische Verschluss der Z fc erlaubt Belichtungszeiten zwischen 1/4000 s und 30 s; im erweiterten manuellen Modus auch Langzeiten bis 900 s. Kombiniert man den mechanischen Verschluss mit elektronisch simuliertem ersten Vorhang, so verschiebt sich die Kurzzeitgrenze von 1/4000 auf 1/2000 s. Ungewöhnlich ist, dass man diese beiden Verschlusstypen nicht im Aufnahmemenü, sondern bei den Individualfunktionen (d4) findet. Der elektronische Verschluss versteckt sich wiederum als letzter Eintrag im Aufnahmemenü („Lautlose Auslösung“).

Videos nimmt die Z fc maximal in 4K- Auflösung (3840 x 2160 Pixel) mit 30 Vollbildern pro Sekunde auf. Zeitrafferfilme in Full-HD (max. 60 B/s) und 4K (max. 30 B/s) lassen sich direkt in der Kamera erstellen. Einen Miniklinkenanschluss für externe Stereomikrofone hat die Z fc an Bord, eine Kopfhörerbuchse dagegen nicht.

Bedienung und Performance

Von der technisch verwandten Z 50 unterscheidet sich die Z fc vor allem im Bedienkonzept: Über rastende Einstellräder hat man direkten Zugriff auf ISO, Verschlusszeiten und Belichtungskorrekturen. Das Belichtungskorrekturrad rastet in Drittelblendenstufen. Wählt man aber die C-Position, so verlagert sich die Zuständigkeit für Einstellungen auf das hintere Endlosrad und der Korrekturbereich erweitert sich von ± 3 auf ± 5 Blenden. Zusammen mit den beiden Endlosrädern für Daumen und Zeigefinger verfügt die Z fc über nicht weniger als fünf Einstellräder.

Im Info-Modus (i-Taste) lassen sich 12 Funktionsfelder für Kameraeinstellungen innerhalb des Bildfelds anzeigen. Auswahl und Anordnung der Funktionsfelder kann man selbst festlegen. Eine alternative Ansicht nutzt das Display vollflächig für Informationen, wobei man auch hier Zugriff auf die 12 Funktionsfelder hat. Unter „Mein Menü“ stellt man sich häufig gebrauchte Menüeinträge selbst zusammen. Die Touchfunktionalität des Monitors kann wie erwähnt für den Autofokus, aber auch zum Navigieren in den Menüs und bei der Bildwiedergabe (Blättern, Bildlupe) genutzt werden. Im Sucherbetrieb lässt sich das Display allerdings nicht als Touchpad zum Verschieben des AF-Punkts verwenden. Im Gegensatz zur Z 50 hat die Zfc nur eine statt zwei Funktionstasten vorne neben dem Bajonettanschluss. Standardmäßig hat man damit Zugriff auf den Weißabgleich. Umdefinieren lassen sich auch weitere Tasten (AF-L/ AE-L, Videostart) oder Funktionstasten am Objektiv, wenn vorhanden. Dem Fokusrad am Objektiv kann man auch die Blendeneinstellung zuweisen. Nicht als Funktionstasten verwendbar sind die Richtungstasten am Multifunktionswähler, die exklusiv zum Verschieben von AF-Punkten gebraucht werden.

Wie bei Nikon üblich, gibt es ein großes Angebot an Individualfunktionen, um die Kamera den Bedürfnissen ihres Benutzers anzupassen. Praktisch ist, dass der Hersteller diese Vielfalt sehr übersichtlich strukturiert. Zur thematischen Gliederung wie Autofokus, Belichtung oder Video werden Kleinbuchstaben (a-g) in verschiedenen Farben verwendet. Die Menüeinträge sind ebenfalls farblich codiert und durchnummeriert. „Gitterlinien“ findet man z.B. in der Rubrik „Aufnahme & Anzeigen“ (d) als 8. Eintrag – kurz d8. Wichtige Einstellungen kann man sich auf diese Weise leichter merken.

Bildqualität

Die Zfc verwendet den gleichen 21-Megapixel-Sensor wie die Z 50, die Bildverarbeitung ist aber anders abgestimmt. Punkt 1: Die Dead-Leaves-Werte fallen bei der Z fc deutlich niedriger aus als bei der Z 50, die Farbkontraste wesentlich stärker anhebt.

Punkt 2: Ihre maximale Auflösung erreicht die Z fc bei ISO 100 mit 1835 LP/ BH, rund 80 LP/BH weniger als bei der Z 50. Bei höheren ISO-Einstellungen ist die Differenz zu Ungunsten der Z fc noch größer – um 200 LP/BH bei ISO 1600 und 3200.

Punkt 3: Die JPEGs aus der Z fc rauschen deutlich weniger. Die Z 50 erreicht bereits bei ISO 800 einen Visual- Noise-Wert von 2,2 und 3,2 bei ISO 3200, während die Z fc auch noch bei ISO 3200 knapp unter der Zweiermarke bleibt. Die dafür nötige Rauschminderung führt zu Texturverlusten bei höheren ISO-Einstellungen und ist möglicherweise auch die Ursache für den stärkeren Anstieg von Artefakten. Wir empfehlen deshalb den RAW-Modus, um das Bildergebnis nach individuellen Gesichtspunkten zu optimieren.

Karl Stechl

FAZIT

Die Z fc ist – nach der Z 50 – ein erneutes Nikon-Bekenntnis zum APS-C-Format als konstante Größe neben Kleinbild. Die Neue ist aber noch mehr, nämlich eine mit Liebe zum Detail gestaltete, moderne Systemkamera im Look klassischer Spiegelreflexmodelle der FM-/FE-Serie, mit denen Nikon vor allem in den 1980er-Jahren Erfolge feiern konnte. Wer für diesen Kameratyp schwärmt, möchte die Z fc nicht mehr aus der Hand legen. Materialauswahl und Fertigungsqualität überzeugen beim Kameragehäuse, nicht im gleichen Maß aber bei Nikons APS-C-Objektiven für das Z-Bajonett. Zudem sind aktuell nur zwei APS-C-Rechnungen lieferbar, ein drittes Zoom ist angekündigt. Gut, dass auch Kleinbildobjektive der Z 6/Z 7-Serie an der Z fc verwendet oder mittels FTZ-Adapter F-Nikkore adaptiert werden können.