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Nils Glagau


Startup Valley News - epaper ⋅ Ausgabe 4/2021 vom 02.07.2021

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Bildquelle: Startup Valley News, Ausgabe 4/2021

Wie bei so vielen Unternehmern ist der Lebenslauf von Nils Glagau alles andere als gewöhnlich. Geboren wurde er im Jahr 1975 im hessischen Bad Homburg vor der Höhe und hatte ursprünglich ganz andere Pläne als die Leitung eines Unternehmens oder Investitionen in Startups. Sein Interesse galt viel mehr der Ethnologie, welche er in Bonn studierte und mit einem Magister abschloss. Besonders fasziniert zeigte er sich für die Maya und den tibetischen Buddhismus.

Das Schicksal hatte aber anscheinend bereits Pläne mit Glagau, der im Jahr 2009 nach dem plötzlichen Tod seines Vaters das Familienunternehmen Orthomol zusammen mit seiner Schwester geschäftsführend übernahm. In den folgenden Jahren war er zwar durchaus erfolgreich, bewegte sich aber lange Zeit unter dem öffentlichen Radar. Einem breiten Publikum wurde er erst bekannt, als er im Jahr 2019 in der sechsten Staffel von „Die Höhle der Löwen“ zu sehen ...

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... war.

Der Sprung ins kalte Wasser

Orthomol befasst sich mit der Herstellung und Vermarktung von Mikronährstoffen. Auch wenn das Unternehmen von Nils Glagau nicht selbst gegründet wurde, hat er Orthomol von Beginn an in verschiedenen Positionen im Innen-und Außendienst intensiv kennengelernt und viel dafür getan, die Geschäfte immer weiter voranzubringen. Seinen Bemühungen ist es zu weiten Teilen zu verdanken, dass die Produkte mittlerweile in so ziemlich jeder deutschen Apotheke zu finden sind und in über 30 Länder rund um den Globus exportiert werden.

Glagau konzentriert sich in seinen Geschäftsführungsaufgaben vor allem auf die Bereiche Vertrieb und Marketing und spielt dabei seine Stärken aus, wozu zweifellos sein offenes Wesen und sein Charisma zählen. Das sind wichtige Eigenschaften, die ihm auch bei der Förderung von neuen Startups zugutekommen.

Die DNA von Nils Glagau

Bei Twitter und auf LinkedIn stellt sich Nils Glagau als Familienunternehmer und Investor vor und lässt eine Leidenschaft für die Themen Sport, Ernährung und Gesundheit erkennen. Aus Sicht eines Gründers ist das nicht uninteressant. Der 45-Jährige lässt auf einem der wichtigsten Kommunikationskanäle unserer Zeit direkt eine Verbindung zu Orthomol aufblitzen und unterstreicht nicht nur ein unternehmerisches, sondern auch ein persönliches Interesse an den Produkten der Firma. Das sorgt beim Publikum für Vertrauen und ist zudem ein deutliches Bekenntnis zum eigenen Familienunter- nehmen. Ein Stück weit lässt sich hier das Unternehmerblut erkennen, das durch seine Adern fließt.

Zwar gibt es für Erfolg kein Patentrezept, Nils Glagau lässt aber einige Qualitäten erkennen, welche ambitionierten Gründern immer wieder nahegelegt werden. Dazu zählen etwa Neugier sowie eine generelle Offenheit gegenüber neuen Dingen. In einem Interview mit dem Fernsehsender Vox verriet er auch, dass er ein tiefes Interesse für Menschen und die Geschichten, die diese zu erzählen haben, hegt.

Es fällt Glagau damit leicht, auf Unternehmer mit neuen Ideen zuzugehen und sie für sich zu gewinnen. Das mag im ersten Moment lapidar klingen, kann aber tatsächlich den Unterschied zwischen einem erfolgreichen Investor und dem Bankrott ausmachen. Gerade in dieser Branche setzten sich erfahrungsgemäß nur jene durch, welche Risiken nicht scheuen und auch ungewöhnliche Ideen nicht direkt aufs Abstellgleis befördern, nur weil diese vielleicht nicht garantiert sofort hohe Umsätze bieten oder das Bullshit-Bingo an der Börse bedienen.

Vom Unternehmer zum Investor

Die Bemühungen von Nils Glagau sowie Orthomol in Sachen Startups sind noch recht frisch. Erst im Jahr 2018 gab das Unternehmen bekannt, künftig gezielt in aussichtsreiche Gründer investieren zu wollen. Wenige Monate später kam dann die Ankündigung für die Teilnahme bei „Die Höhle der Löwen“. Die Anfrage ist über gemeinsame Kontakte entstanden, Nils Glagau hat es sich lange und gut überlegt und war aber von der Seriosität und dem Konzept der Sendung überzeugt und hat dann zugesagt.

Ebenso lässt sich auch nur darüber spekulieren, ob Nils Glagau im Unternehmen die Bemühungen rund um Startups federführend angetrieben hat. Seine Leidenschaft für das Thema lässt das aber zumindest vermuten. In den sozialen Medien befasst er sich nahezu ausschließlich mit Startups und lässt ein ehrliches Interesse sowohl an den eigenen Beteiligungen als auch dem Thema an sich erkennen.

Über die Jahre hat die Person Nils Glagau sich mehr als nur einmal gewandelt. Vom eifrigen Lerner über einen plötzlichen Posten als Leiter eines Millionenunternehmens, Orthomol erwirtschaftet mittlerweile mehr als 100 Millionen Euro jährlich, bis hin zum Investor und TV-Star. Auch diese Wandelbarkeit ist sicherlich etwas, was ihm in seiner Laufbahn geholfen hat und sich auch in Zukunft noch als wichtig erweisen dürfte.

Der neueste Coup

Dass Nils Glagau ungewöhnlichen, teils schon fast verrückten Ideen nicht abgeneigt ist, zeigt sein neuestes Investment. Im Rahmen der TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“ entschied er sich jüngst dazu, das Startup Evertree zu unterstützen. In den Medien wird das gerne scherzhaft mit dem Leben nach dem Tod in Verbindung gebracht. Es handelt sich aber keinesfalls um irgendetwas Esoterisches oder dergleichen.

Stattdessen hatten zwei Geschwister die Idee, für Verstorbene einen Baum zu pflanzen. Zu diesem Zweck entwickelten sie eine biologisch abbaubare Urne, welcher die Asche eines Verstorbenen sowie ein Samen für einen Baum beigelegt werden kann. Über die Jahre entsteht so ein neues Leben in Form eines Baums, welches gleichzeitig an das erloschene Leben eines geliebten Menschen erinnert.

Die Idee an sich kam bei den Investoren gut an, der Gedanke dahinter lässt sich kaum in irgendeiner Weise negativ interpretieren. Als Investmentchance sah es hingegen kaum einer an. Georg Kofler sagte zu dem Thema trocken, dass Bestattungen schlicht kein Investmentfall seien.

Zum Glück für die Gründer war aber auch Nils Glagau anwesend, der sich für das „Evertree“ genannte Unternehmen sofort begeistern konnte und sich schließlich zu einem Investment entschied. Auch wenn er frei zugibt, nicht unbedingt das beste Netzwerk für das junge Startup zu haben, so will er es dennoch nach besten Kräften unterstützen. Das begründete er unter anderem damit, dass er sich schon immer für den Tod interessiert habe.

Mit einem Investment von „nur“ 75.000 Euro geht Nils Glagau damit vielleicht nicht das ganz große Risiko ein und wir haben es bei Evertree ganz sicher nicht mit dem nächsten Google oder Microsoft zu tun. Umso mehr ist interessant zu sehen, dass der Investor sich eben auch für Ideen begeistern kann, welche nicht unbedingt voll im Trend liegen und für den Massenmarkt interessant sind.

Eine bunte Mischung

Um neue Startups an Land zu ziehen, hat Nils Glagau eigens das Unternehmen „Rock B(r)and“ ins Leben gerufen. Die präsentiert sich im Netz mit einem sehr modernen Auftritt und lädt Unternehmer aller Couleur offen dazu ein, ihre eigenen Ideen zu präsentieren.

Ein Blick in das Portfolio der Beteiligungen offenbart einmal mehr, wie breit der Investor positioniert. Ein gewisser Hang zum Thema Lebensmittel ist nicht von der Hand zu weisen. Da wäre etwa Ella‘s Basenbande, wo Fertiggerichte im Glas nach einem ganz bestimmten Prinzip und ohne Zusatzstoffe hergestellt werden. Dazu gesellt sich MyEy mit seinen veganen Alternativen zu Eiern. Davon ab gibt es aber auch das eine oder andere Unternehmen zu finden, welches mit Ernährung so gar nichts zu tun hat.

Einige Aufmerksamkeit erhielt beispielsweise AER mit seinen innovativen Wurfgeschossen für GoPro- Kameras. Letztere lassen sich darin schnell und einfach platzieren und mit einem einfachen Wurf werden dann spektakuläre Aufnahmen ermöglicht. Ganz ohne zusätzliche Geräte, komplizierte Stromversorgung oder Drohnen samt Flugerlaubnis.

In einem Interview mit dem Magazin „Brutkasten“ merkte er an, dass er nach seinen ersten beiden Staffeln ein Interesse für eine Vielzahl von Bereichen bei sich entdeckt habe. Das breite Spektrum bei seinen bisherigen Investitionen unterstreicht diese Feststellung.

Unverhofft kommt oft

Dass Nils Glagau einmal ein erfolgreicher Unternehmer und Investor sein würde, hätte er sich in jüngeren Jahren selbst kaum träumen lassen. Von einem sicheren Lebensweg oder gar einem BWL-Studium wollte er nie etwas hören, wie er gegenüber dem „Stern“ verriet. Stattdessen zog es ihn hinaus in die weite Welt. Eine Zeit lang lebte er in einem tibetanischen Kloster, nach seinem Studium begab er sich mit einem vollgepackten VW-Bus für vier Monate nach Mexiko. Die dortige Kultur hat ihn derart beeindruckt, dass er sie kurzerhand mitnahm und sie in einem Restaurant und Kulturtreff in Bonn verewigte.

Zwar half Nils neben der Schule schon früh beim Unternehmen seines Vaters aus und bekam neben der Schule auch die Gründung mit all ihren Tücken mit. Mit einem dauerhaften Einstieg plante er nach eigener Aussage die meiste Zeit allerdings nicht. Der kam erst nach dem unerwarteten Tod seines Vaters Kristian.

Als Chef pflegt Glagau einen genauso offenen Stil wie auch in seinem restlichen Leben. Er weiß flache Hierarchien zu schätzen und ist darum bemüht, dass die rund 400 Mitarbeiter des Unternehmens sich bei ihrer Arbeit wohlfühlen. Autoritäres Patriarchentum hält er hingegen nicht mehr für zeitgemäß und liegt damit mehr oder weniger auf der gleichen Linie wie die meisten jungen und energiegeladenen Startups der heutigen Zeit.

Hier spricht die Überzeugung

Natürlich ist auch Nils Glagau nicht frei von Kritik. Gerade seit er durch „Die Höhle der Löwen“ in die Öffentlichkeit getreten ist, gibt es immer wieder Diskussionen um ihn und sein Unternehmen. Die Nahrungsergänzungsmittel von Orthomol etwa fußen zu weiten Teilen auf dem Prinzip der orthomolekularen Ernährungsmedizin. Ob das Ganze tatsächlich einen Nutzen hat, dafür gibt es zumindest von Seiten der Schulmedizin widersprüchliche Meinungen.

Der Unternehmer lässt sich dadurch aber nicht aus der Ruhe bringen. Er zeigt sich immer wieder überzeugt von den eigenen Produkten, die für eine Vielzahl von Personengruppen angeboten werden. Dabei argumentiert er auch gerne mit den Erfolgen von Akkupunktur oder anderen jahrtausendealter traditioneller Heilmethoden. Die münzt er nicht nur einfach ungefiltert auf die orthomolekulare Medizin, sondern untermalt dies auch noch mit nach eigenen Aussagen zigtausend Studien, welche in nun mehr 30 Jahren überzeugende Ergebnisse geliefert hätten. Gleichzeitig zeigt er aber auch Verständnis für all jene, welche mit dem Thema schlicht nichts anfangen können.

Die Skeptiker wird er ohnehin nicht überzeugen können und jeder Versuch in diese Richtung wäre wohl zum Scheitern verurteilt. Vorwürfe, dass der Erfolg von Orthomol ausschließlich auf geschicktes Marketing zurückzuführen sei, werden auch in den kommenden Jahren nicht abreißen. Wer in dieser Sache nun Recht hat oder nicht, darüber soll an dieser Stelle nicht entschieden werden.

Für viel Aufmerksamkeit sorgte Orthomol vor einigen Jahren, als das Unternehmen als Hauptsponsor auf den Trikots von Fortuna Düsseldorf in der Saison 2017/2018 auftrat. Jüngst in dieser Spielzeit gelang dem Verein der Aufstieg in die Bundesliga. Das lässt natürlich bei manch einem den Schluss aufkommen, dass daran auch die gesundheitsfördernde Wirkung der Nahrungsergänzungsmittel beteiligt sein könnte. Nils Glagau will so weit in Interviews nicht gehen, ein klares Dementi dazu ist ihm aber auch nicht abzuringen. Es gelingt ihm mit dem richtigen Fingerspitzengefühl das Ganze für sein Unternehmen zu nutzen, ohne dabei allzu offensichtlich die Werbetrommel zu rühren. Mittlerweile ist Orthomol zwar nicht mehr der Hauptsponsor des Düsseldorfer Traditionsclubs . Seit der Saison 2020/21 ist Orthomol Hauptsponsor des Hamburger SV. Die kuriose Anekdote wird das Unternehmen aber wohl noch für längere Zeit verfolgen. Allein dafür dürfte sich das Investment bereits gelohnt haben.

Keine Illusionen

Auf den ersten Blick wirkt Nils Glagau fast schon wie ein Punk unter den anderen Investoren bei „Die Höhle der Löwen“. Er scheint schnell bei Deals abzuwinken, um die andere sich reißen, und zeigt Interesse für Projekte, die bei seinen Kollegen höchstens mal eine Augenbraue zum Steigen bringen. Der Unternehmer selbst weiß aber, dass die Eindrücke im Fernsehen zu weiten Teilen der Inszenierung geschuldet sind. Durch jede Folge zieht sich eine gewisse Dramaturgie. Von den Pitches an sich bekommen die Zuschauer nur wenig mit. Die können laut Glagau schon mal 90 bis 120 Minuten dauern, in der fertigen Sendung bleibt davon nicht viel übrig.

Dass er sich seine Investments sehr genau und nicht nur aus einer Laune heraus aussucht, das belegt allein schon sein Erfolg. Raum für Kritik gibt es natürlich immer, doch dass Nils Glagau auch Startups in eine erfolgreiche Zukunft führen kann, die nicht unbedingt von seinem bestehenden Netzwerk profitieren können, ist durchaus eine Leistung, die längst nicht jeder Investor auf die Beine stellen könnte.

Eines hat Glagau mit seinen Kollegen aus dem TV gemeinsam und das ist der Wille, bei seinen Investments nicht bloß als Geldgeber aufzutreten, sondern so weit wie möglich auch aktiv mitzugestalten. Gleichzeitig ist er sich aber darüber bewusst, dass er den Gründern auch Freiräume bieten muss, damit diese ihre ursprüngliche Vision in die Tat umsetzen können. Ein jedes Investment ist dabei immer eine Gratwanderung. Auf der einen Seite sollen Startups sich nicht allein gelassen fühlen, sie sollen aber auch nicht mit Anforderungen und Änderungsvorschlägen am eigenen Geschäftsmodell erschlagen werden.

Was bringt die Zukunft?

Es wird spannend zu sehen sein, in welche Projekte Nils Glagau in Zukunft noch investieren wird. Sicher vorhersagen lässt sich das kaum, bewiesen hat er aber, dass er sich auch für ungewöhnliche Ideen erwärmen kann. Für Gründer ergibt sich hier

das klare Signal, immer am eigenen Vorhaben festzuhalten. Viele haben vielleicht bei Investoren das klassische Bild eines nimmersatten und eiskalten Bänkers im Kopf, bei dem neben maximaler Rendite nichts eine Rolle spielt. Nils Glagau ist der lebende Beweis dafür, dass auch Geldgeber am Ende nur Menschen sind, die es zu überzeugen gilt. Dann klappt es auch mit der Finanzierung für ein Startup.

Sollte Glagau die durch das Fernsehen erlangte Popularität irgendwann einmal zu Kopf steigen, hat er auch schon einen Plan B in der Hinterhand. In einem solchen Fall will er einfach die Reißleine ziehen und ist sich sicher, nach ein paar Monaten wieder in Vergessenheit zu geraten. Schon in dieser Aussage zeigt sich eine große Portion Bescheidenheit und Selbstreflexion. Beides Eigenschaften, die auch bei Gründern sicher nicht verkehrt sind.

Ohne jeden Zweifel wird Nils Glagau auch in Zukunft durch seine Person und seine Investments wieder das eine oder andere Mal für Aufmerksamkeit sorgen. Es dürfte sich aber lohnen, seine weiteren Schritte im Auge zu behalten. Einerseits, um den eigenen Blickwinkel auszudehnen und Neues zu lernen und andererseits auch aus Gründersicht, um vielleicht einen Investor für eine eher ungewöhnliche Geschäftsidee zu finden. Letzteres dürfte auch dann noch möglich sein, wenn die Fernsehauftritte irgendwann der Vergangenheit angehören.