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NIOH 2


Games Aktuell - epaper ⋅ Ausgabe 3/2020 vom 19.02.2020

ACTION-ROLLENSPIEL Als Halbdämon durch das Japan der Sengoku-Zeit: Wir durften eine neue Mission aus Nioh 2 anspielen und mussten uns mit riesigen Sensen gegen furzende Dämonen wehren.


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Bildquelle: Games Aktuell, Ausgabe 3/2020

Über viele Jahrhunderte hinweg regierte das Tokugawa-Shogunat in Japan und sorgte durch seine Politik dafür, dass sich der Inselstaat vor der Außenwelt verschloss und sich in dieser Zeit nur wenig weiterentwickelte. Auf den ersten Blick scheint Nioh 2 dasselbe Schicksal zu blühen, denn das Action- Rollenspiel übernimmt viel vom erfolgreichen Vorgänger. Stillstand statt Evolution also? Nein, sieht man genauer hin, bemerkt ...

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... man frische Elemente, die Nioh 2 bereichern und es vielleicht noch besser machen als den ersten Teil. Sony hat uns nach Berlin eingeladen und dort haben wir eine Mission vom neuen Teil der Samurai- Saga gespielt.

STREITENDE REICHE

Das Tokugawa-Shogunat begann im Jahr 1600 und bestand 268 Jahre lang. In Nioh verhalfen wir dem ersten Shogun zu seinem Amt: Tokugawa Ieyasu. Nioh 2 spielt 50 Jahre vor dem ersten Teil, aber wir werden auch hier wieder auf große historische Kriegsherren wie Oda Nobunaga oder Toyotomi Hideyoshi treffen – es war eine weitaus kriegerischere Zeit. Oda Nobunaga einte Japan mit großem Blutvergießen. Wer die Figuren aus dem Vorgänger liebgewonnen hat, wird aber ebenfalls nicht enttäuscht. Es gibt einige Gastauftritte und wir lernen sogar Vorfahren von bekannten Charakteren des ersten Teils kennen.

TEMPERAMENTVOLLES HALBBLUT AUS EIGENER ZUCHT

Wir selbst verkörpern einen Samurai, der halb Mensch, halb Yokai ist. Der Begriff Yokai bezeichnet Dämonenwesen aus der japanischen Folklore, die große Macht besitzen. Unseren Helden gestalten wir in einem Charaktereditor ganz frei. Eine erste große Änderung, denn in Nioh spielten wir noch den irischen Seefahrer William. Im Editor können wir nun aber einen ganz eigenen Charakter erstellen. Game Director Yosuke Hayashi betont, dass es Team Ninja wichtig ist, dass jeder Spieler sich selbst im Editor nachbauen kann, wenn er das möchte. Das resultiert zwar in historisch nicht unbedingt glaubwürdigen Charakteren, doch das ist den Entwicklern bewusst und von ihnen so gewollt.

In Nioh 2 werden wir viele neue Charaktere treffen, aber auch alte Bekannte aus dem Vorgänger und ihre Ahnen. Wichtige Personen besitzen ihren ganz eigenen Schutzgeist.


Im Charaktereditor seid ihr unglaublich frei. Ihr könnt euch einen Samurai ganz nach eurem Gusto erstellen, auch wenn dieser historisch nicht ins japanische Mittelalter passt.


Durch die Aktivierung unseres Schutzgeistes verwandeln wir uns für kurze Zeit in einen Yokai. In dieser Form schlagen wir besonders hart zu und halten auch deutlich mehr aus.


Die Yokai-Form ist wirklich schön animiert. Unser Charakter trägt eine wuchtige Keule auf seinem nun freigelegten Rücken und stampft breitbeinig durch die Gegend.


UNHEIMLICH DÄMONISCH

Als halber Yokai haben wir natürlich besondere Fähigkeiten. Es kommt neben der Gesundheits- und Ausdauerleiste, die in Nioh Ki genannt wird, die Anima-Leiste hinzu. Mit Anima-Attacken richten wir besonders viel Schaden an, die Fähigkeiten sind vielfältig. Die Schutzgeister aus dem ersten Teil sind auch zurück und jeder bringt seine ganz eigenen Anima-Attacken mit sich. Auch die belebten Waffen gibt es nach wie vor, allerdings verwandeln wir uns bei der Aktivierung dieses Superangriffs in einen Yokai – und das sieht richtig cool aus! Die feindlichen Dämonengegner haben aber ebenfalls dazugelernt: Die verheerenden Burst-Angriffe kündigen sich mit einem roten Leuchten an. Zum Glück können wir diese Burst-Attacken aber mit dem ebenfalls neuen Burst-Konter auf den Gegner zurückwerfen. Bei Erfolg bringen wir die Dämonen so schnell ins Straucheln. Getötete Yokai lassen gelegentlich Seelen-Kerne fallen, durch die wir neue Yokai-Verwandlungen erhalten.

SCHLAG- ODER HIEBKLINGE? WARUM NICHT BEIDES!

Nioh 2 führt also ein weiteres System ein, durch das sich der Spielstil weiter individualisieren lässt. Die alten Mechaniken bleiben aber trotzdem bestehen und wir wählen aus einer Menge verschiedener Waffen. Schwerter, Doppelschwerter, Speere, Streitäxte, Beile, Bögen und Flinten sind da noch die üblicheren Kampfwerkzeuge. Die für Japan typischen Waffengattungen wie Kusarigamas, Odachis und Tonfas sind aber ebenfalls wieder mit von der Partie. Zusätzlich gibt es in Nioh 2 die neue Trickwaffe Switchglaive. Je nach Kampfhaltung verändert sich die Waffe und wir können sie beispielsweise in der hohen Kampfhaltung als gewaltige Sense benutzen. In der niedrigen Haltung klappt sich die Waffe ein, wodurch wir an Schnelligkeit gewinnen.

Die drei Kampfhaltungen kennen wir schon aus dem ersten Teil, bei ihnen hat sich bis auf den Kampf mit dem Switchglaive nichts geändert. Abermals verstärken wir zudem unsere Waffen mit Magie und schalten Feinde von Weitem mit Fernkampfwaffen aus. Veteranen fühlen sich also sofort heimisch, für neue Spieler kann die ganze Flut an Features aber verwirrend wirken. Wir hoffen auf ein ausführliches Tutorial, denn bereits das erste Nioh geizte nicht mit Möglichkeiten zur Individualisierung des Spielstils.

VON EHRLOSEN TODEN

In unserer Demo-Mission infiltrieren wir eine Burg als voll ausgestatteter Samurai der Charakterstufe 100. Der Spielstand ist bereits weit fortgeschritten, wir stecken in einer prachtvollen Rüstung. Nettes Detail: Betreten wir das von Yokai verdorbene Gebiet, kommt unsere eigene dämonische Hälfte zum Vorschein und unser Helm erhält die für japanische Rüstungen typischen Hörner. Zunächst gilt es, über eine Brücke in die Burg einzudringen. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn schon die ersten Skelettkrieger stellen uns vor eine echte Herausforderung. Nioh 2 wird laut Game Director Yosuke Hayashi noch knackiger ausfallen als sein Vorgänger. Gegen viele Feinde haben wir ohne den Einsatz unserer neuen Fähigkeiten keine Chance. Nachdem wir die Herausforderung gemeistert haben und in der Burg angekommen sind, erwartet uns eine recht klassische Levelarchitektur mit verschiedenen Wegen, Abkürzungen und Geheimnissen. Allerdings steht die Burg in Flammen und wir müssen einen Weg in das oberste Stockwerk suchen. Daran hindern uns allerhand Yokai und menschliche Gegner. Ein besonders perfider Ninja erwartet uns verborgen hinter einem Stapel Kisten und attackiert uns aus dem Hinterhalt. Wir überleben den Anschlag um Haaresbreite und gehen in die Offensive, nur um von seinem Burst-Angriff zu Boden gestreckt zu werden: Der Schattenkrieger hat eine Granate gezündet, die uns beide ins Jenseits sprengt. Dieser Bildschirmtod ist nur einer von vielen. Bis zum ersten Boss kämpfen wir uns im gesamten Schloss durch brennende Glockentürme und über morsche Brücken. Es wird wieder sowohl kreativ-groteske Yokai-Bosse geben, als auch einfache menschliche Endgegner. Auch die Menschen haben es in sich, wir dürfen sie nicht unterschätzen. Der erste Obermotz, auf den wir treffen, ist ein Samurai mit einem zweifarbigen Hund als Schutzgeist, der uns gekonnt auseinandernimmt.

Die neuen Burst-Attacken kündigen sich durch einen roten Lichtblitz an. Schafft ihr es, dem Gegner nun einen Konter reinzudrücken, entzieht ihr ihm sein komplettes Ki.


VON FURZENDEN RATTEN

Was bereits jetzt auffällt, sind die im Vergleich deutlich abwechslungsreicheren Yokai. Im Vorgänger trafen wir hauptsächlich auf verschiedene Varianten der Yoki-Dämonen und Skelett-Krieger, die Riege wurde nur ab und an von besonderen Yokai aufgelockert. In unserem Demo-Level sahen wir neben alten Bekannten zahlreiche neue Dämonen. Der Aberrant Soldier etwa ist ein menschenähnlicher Yokai, der Schwerter und Speere benutzt, aus seinem grotesk verzauberten Arm aber auch eine Explosion hervorholen kann, deren Effekt an einen Raketenwerfer erinnert. Ippon- Datara ist ein einbeiniger Yokai mit einem Zyklopenauge, der einen riesigen Hammer schwingt, damit aber trotzdem sehr agil ist. An einen der neuen Dämonen erinnern wir uns aber besonders gern: eine mit Geschmeide behängte riesige Ratte mit leuchtendem Schweif. Ihren Angriffen können wir zwar mit Leichtigkeit ausweichen und sollte sie uns treffen, kippen wir nicht gleich aus den Latschen. Allerdings furzt das Fabelwesen in einer Tour! Kommen wir dem verpesteten Bereich zu nahe, wird unserem Charakter übel und er muss sich die Hand vor den Mund halten. Genug Zeit für die ekelhafte Kreatur, um uns mit Attacken zu bearbeiten.

Nicht nur die bekannten Waffengattungen aus dem Vorgänger sind wieder mit von der Partie. Das Switchglaive verändert seine Form je nach Kampfhaltung.


Ippon-Datara ist zwar ein Zyklop mit nur einem Bein, dafür aber ziemlich flott unterwegs. Er schwingt einen Hammer, unter dem wir nicht begraben sein wollen.


Dieses rattenähnliche Wesen ist eigentlich nicht besonders gefährlich, wäre da nicht seine Spezialattacke. Greifen wir es an, sondert es ein stinkendes Gas ab.


Zu langsam: Wir konnten die Burst-Attacke dieses Yoki nicht schnell genug kontern. Der Spezialangriff macht ganz schön viel Schaden und ist oft direkt tödlich


Das bereits im Vorgänger kritisierte Loot-System ist gleich geblieben. Noch immer wird man bei fast jedem besiegten Gegner mit neuen Gegenständen überschüt- tet. Allerdings ist nur ein Bruchteil davon besser als unsere aktuelle Ausrüstung, weswegen das meiste davon nach der Mission verkauft wird. Dabei verliert man gerne einmal den Überblick über den Inhalt des Inventars und ist minutenlang im Menü unterwegs, um abzuwägen, welche Rüstung denn nun verscherbelt werden soll und welche nicht. Für Statistikfüchse und Lootfanatiker ist das natürlich toll, für alle anderen eher lästige Beschäftigungstherapie.

Die gigantischen Yokai-Bossgegner sind das Highlight jeder Mission. Wir sind gespannt auf die vielen unterschiedlichen Designs der Monster.


Mit Flinte und Bogen schalten wir Gegner aus der Ferne aus. Dieser auf der Burg positionierte Skelettbogenschütze weiß nicht, wie ihm geschieht.


AUS FEHLERN GELERNT

Beim Koop-Modus haben die Entwickler aus den Fehlern des ersten Teils gelernt. Nun kann man von Beginn an mit Freunden das Spiel zusammen erleben, ohne dass einer der beiden die zu spielende Mission bereits abgeschlossen haben muss. Am Balancing des Multiplayers wurde ebenfalls geschraubt: Wenn im ersten Teil ein Spieler mit hohem Level einem Freund beitrat, der deutlich schwächer war, gestalteten sich die Kämpfe viel zu einfach. Missionen werden nun auf die jeweiligen Level beider Spieler angepasst, sodass für jeden Samurai noch eine gewisse Herausforderung bestehen bleibt.

INSPIRATION STATT KOPIE

Nioh 2 wirkt wie eine gekonnte Weiterentwicklung des Vorgängers mit wenigen, aber durchdachten und spaßigen Neuerungen. Die Kriege der Sengoku-Zeit liefern ein optimales Setting für das Prequel, mit interessanten Figuren und Schauplätzen. Manchen neuen Elementen merkt man zwar deutlich an, dass sie von der Konkurrenz aus dem Hause From Software inspiriert wurden, aber man soll sich ja vor der Außenwelt nicht verschließen. Das erkannten auch die alten Japaner zum Ende des Samurai-Zeitalters. Wir freuen uns mit Nioh 2 dennoch über eine Geschichte zu den Anfängen dieser bedeutenden Epoche voller Blutvergießen, Kriegsherren und sagenhaften Gestalten.

MEINUNG: Dominik Pache

Ich freue mich darauf, meine dämonische Seite zu erkunden! Nioh war damals mein erstes Souls-like und hat mich für diese Art von Spielen angefixt. Seitdem habe ich ein paar Perlen des Genres nachgeholt und begeistere mich immer mehr dafür. Nioh 2 fühlt sich noch exakt so an wie sein Vorgänger, aber für mich ist das nichts Schlechtes. Der Charaktereditor ist eine perfekte Ergänzung und die neuen Yokai-Fähigkeiten gliedern sich gut in das Bekannte ein. Die Wesen der japanischen Folklore sind noch immer unverbraucht. Ich freue mich schon darauf, im März wieder ins Japan der Sengoku-Zeit zurückzukehren und dort gegen fiese Samurai, Yokai und Wesen, die irgendwo dazwischen liegen, zu kämpfen. Außerdem ist die Yokai-Verwandlung einfach cool.

Darauf basiert unsere Meinung
Sony hat uns zu einem Anspielevent nach Berlin eingeladen, wo wir eine Mission aus Nioh 2 ausführlich spielen konnten.

FAZIT

Nioh 2 hat das Potenzial, noch besser zu werden als sein fabelhafter Vorgänger.