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NISSAN PATHFINDER R51: DER PFADFINDER


Off Road - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 08.01.2019

Das Angebot an neuen Geländewagen wird immer dünner. Wer hier seinen Traum vom Wunsch-Offroader nicht mehr verwirklichen kann, hat immer noch die Möglichkeit, auf klassische Alternativen auszuweichen – wie den Nissan Pathfinder der dritten Generation.


Artikelbild für den Artikel "NISSAN PATHFINDER R51: DER PFADFINDER" aus der Ausgabe 2/2019 von Off Road. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Off Road, Ausgabe 2/2019

Im Frühjahr 2005 kommt die dritte Generation des Pathfinder nach Europa . „Dritte Generation?“, wird sich mancher fragen, gab es doch nur einen Vorgänger: das 1995 präsentierte Modell mit dem Typkürzel R50. Ist zwar richtig, aber nur bei uns. Denn auf anderen Märkten – wie den USA – hörte bereits der in Europa als Terrano vermarktete WD21 auf den Namen ...

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Im Frühjahr 2005 kommt die dritte Generation des Pathfinder nach Europa . „Dritte Generation?“, wird sich mancher fragen, gab es doch nur einen Vorgänger: das 1995 präsentierte Modell mit dem Typkürzel R50. Ist zwar richtig, aber nur bei uns. Denn auf anderen Märkten – wie den USA – hörte bereits der in Europa als Terrano vermarktete WD21 auf den Namen Pathfinder.
Doch hier geht es nicht um Oldtimer, sondern um echte Gelände Ausgänger jüngeren Datums, die eine Alternative zum immer schmaler werdenden Angebot dieser Spezies im Neuwagen-Sortiment darstellen. Und eine solche Alternative ist der Nissan Pathfinder des Typs R51, der bis 2014 das Modellprogramm von Nissan in Europa bereichert hat.

DER FÜNFTE IM BUNDE

Der Pathfinder ist anno 2005 Nissans fünftes Offroad-Modell im Programm und zwischen den Sof ties X-Trail und Murano auf der einen sowie dem Starrachsen-Urgestein Patrol und dem Pick-up-Lastesel Navara auf der anderen Seite angesiedelt. Diesen Vorgaben entsprechend, montiert Nissan die 4,74 Meter lange und stets viertürige Karosserie auf einen massiven Leiterrahmen, spendiert dem Pfadfinder allerdings ein Fahrwerk mit Einzelradaufhängung und Schraubenfedern an beiden Achsen. Die Abstimmung des für den europäischen Markt in Spanien montierten Pathfinder ist verbindlich straff und doch komfortabel, die Lenkung arbeitet exakt, das ESP greift spät, aber gefühlvoll ein – und die Bremsen sind bissig und standfest.
Im Alltagsbetrieb punktet der spanische Japaner mit zunächst drei Tonnen Anhängelast, über 600 Kilo Zuladung und bis zu sieben Sitzplätzen. Ab der mittleren Ausstattungsversion „Elegance“ ist die dritte Sitzbank ebenso serienmäßig wie eine umfangreiche Aus stattung inklusive Klimaautomatik, Radio, elektrischer Heinzelmännchen und einer beachtlichen Zahl an Sicherheitssystemen. „Volle Hütte“ herrscht dagegen bei der „Premium“-Line mit Leder, Birdview-Navigationssystem, Rückfahrkamera und Xenon-Scheinwerfern – was den Neupreis allerdings auf 41 400 Euro hochtreibt. Demgegenüber steht die Basisversion 2.5 dCi Comfort im ersten Verkaufsjahr für 33 900 Euro in der Preisliste, für den Elegance fordert Nissan 37 400 Euro.

Problemlos : Der Automatik-Allrad arbeitet sowohl auf der Straße als auch im Gelände unauffällig, aber effizient.


Wahlfreiheit: Manuelle 4x4-Eingriffsmöglichkeit.


Vierzylinder-Diesel: Die Höchstleistung reicht von 171 bis 190 PS.


Reich bestückt: Das Navigationssystem und die vielen Schalter erfordern aber etwas Eingewöhnungszeit.


AMBITIONIERTER GELÄNDEGÄNGER

Im Straßen- und Alltagsbetrieb kann der Pathfinder also überzeugen und auch fürs Gelände haben ihn seine Entwickler gut gerüstet. Beim Allrad setzen sie auf ein automatisches Lamellen-System, das bei Bedarf den Vorderradantrieb selbsttätig zuschaltet und dessen Aktivierung bei Traktionsverlust an den Hinterrädern blitzschnell erfolgt. In schwierigen Passagen kann der Fahrer über einen Drehschalter zusätzlich die Lamellenkupplung für einen starren Durchtrieb sperren und darüber hinaus die erfreulich kurze Untersetzung (2,6:1) elektrisch aktivieren.

Auch die Achsverschränkung von 20 Zentimetern und eine Bodenfreiheit von 22 cm helfen dem Pathfinder im Gelände weiter, die kantige Karosserie bietet dabei eine gute Übersicht und die Aggregate sind konsequent gegen Geländekontakte geschützt.

VIER UND SECHS ZYLINDER

Zur Markteinführung startet der Pathfinder als 2.5 dCi mit einem 2,5 Liter großen und 128 kW (174 PS) starken Vierzylinder-Turbodiesel, der seine Kraft entweder an ein Sechsgang-Schaltgetriebe oder eine Fünfstufen-Automatik weiterleitet und die Euro-3-Norm erfüllt. Im Rahmen einer Mini-Modellpflege zum Modelljahr 1998 spendiert Nissan dem Common-Rail-Triebwerk einen Partikelfilter, der ihn zwar drei Pferdestärken kostet, ihn aber die Euro-4-Hürde meistern lässt. Eine größere Überarbeitung erfährt der 2.5dCi dann 2010, wodurch seine Höchstleistung auf 140 kW (190 PS) steigt. Kein Wunder also, dass der auch optisch durch eine modifizierte Fahrzeugfront leicht überarbeitete Pathfinder mit 12,4 Sekunden um eine Sekunde schneller auf Tempo hundert beschleunigt als sein Vorgänger und diesen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 189 Kilometern pro Stunde um 8 km/h übertrifft. Geblieben ist die seit Einführung des Partikelfilters spürbare Anfahrschwäche, aber auch der niedrige Verbrauch von rund zehn Litern Diesel.
Im Jahr 2012 feiert ein Dreiliter-V6- Diesel mit satten 170 kW (231 PS) und einem maximalen Drehmoment von 550 Nm Einzug unter die Motorhaube des Pathfinder V6 dCi. Der Common-Rail-Diesel meistert die Euro-5-Hürde und ist stets mit einer Siebenstufen-Automatik und der Top-Ausstattung gekoppelt, die nun auf das Kürzel LE hört. Mit ihm sind 193 km/h auf der Autobahn ebenso möglich wie einBöschungswinkel vorn: 30 Grad sind zwar kein Bestwert, gehen aber immer noch in Ordnung.Lademeister: Der Kofferraumboden ist absolut eben und bis zu 1,90 Meter lang.Siebensitzer: In der zweiten Reihe sitzt man noch bequem, ganz hinten wird es dann ziemlich eng. Sprint in 9,3 Sekunden auf hundert, im Gegenzug steigt der Spritverbrauch auf immer noch moderate 11,2 Liter.
Bis 2011 verbaut Nissan darüber hinaus einen Vierliter-Benziner im Pathfinder. Der V6 ist abgeleitet vom Sportwagen-Motor VQ35DE, der auch den 350 Z antreibt. Entsprechend ist seine Leistungscharakteristik: Trotz 198 kW (269 PS) schiebt er den 2,2 Tonnen schweren Geländewagen im unteren Drehzahlbereich nur mäßig an, erst ab 4000 Touren kann man dann das volle Drehmoment von 385 Nm genießen. Die serienmäßige Fünfstufen-Automatik mit ma nueller Schaltebene passt gut zum toll klingenden V6, weniger aber sein Durst: 16 Liter dürfen es auf hundert Kilometer schon sein.

Böschungswinkel vorn: 30 Grad sind zwar kein Bestwert, gehen aber immer noch in Ordnung.


Langer Hecküberhang: Ein Problem bei fast allen Karosserievarianten.


Lademeister: Der Kofferraumboden ist absolut eben und bis zu 1,90 Meter lang.


Trotz Einzelradaufhängung: Das Fahrwerk des Nissan Pathfinder verschränkt willig.


GEMISCHTE GEFÜHLE

Die Pathfinder der frühen Jahre haben mit einigen Kinderkrankheiten zu kämpfen, wie der OFF ROAD-Dauertest zeigt. Ab Herbst 2005 bereichert ein 2.5 dCi für 21 Monate und 100 000 Kilometer den Fuhrpark und hinterlässt dabei einen zwiespältigen Eindruck. Acht außerplanmäßige Werkstattbesuche stehen im Fahrtenbuch: Mal macht die streikende Elektronik eine Reparatur nötig, ein andermal der defekte Ölstandsensor oder das Schiebedach, das seinen Dienst verweigert. Nehmerqualitäten bestätigen die Tester dagegen den mechanischen Bauteilen wie Motor, Fahrwerk oder Allradsystem. Und als komfortables Langstreckenfahrzeug mit äußerst geringem Durst und viel Platz hat sich der Nissan die Sympathien seiner Fahrer gesichert.

UNSER FAVORIT

Ganz klar: Es muss ein Diesel sein. Der Sportwagen-Motor im Pathfinder 4.0 V6 passt nicht recht zu einem schweren Geländewagen und sein Verbrauch ist zu hoch. Klar ist auch: Es sollte nicht unbedingt ein von Kinderkrankheiten geplagtes frühes Baujahr sein. Und damit sind die Würfel für den Pathfinder V6 dCi gefallen. Ein bärenstarker Sechszylinder-Diesel, kombiniert mit der modernen Siebenstufen-Automatik und der Top-Ausstattung. Gleichzeitig ist sein Verbrauch auch nicht höher als bei den Vierzylindern mit Automatik und seine Euro- 5-Einstufung sollte ihn eigentlich zukunftssicher machen. Zwischen 5000 und 6000 Euro beginnt die Preisliste für gebrauchte Pathfinder 2.5 dCi mit Laufleistungen jenseits der 200 000 Kilometer. Für Top-Exemplare mit unter 100 000 km können aber am anderen Ende der Preisspanne auch bis zu 25 000 Euro gefordert werden. Das Angebot ist reichlich, der V6 Diesel ist im vernünftigen Erhaltungszustand ab rund 15 000 Euro zu finden.

Der Pathfinder in Deutschland

BAUZEIT Der Nissan Pathfinder R51 kommt im Frühjahr 2005 nach Deutschland und bleibt bis 2014 im Modellprogramm von Nissan in Europa – ohne einen direkten Nachfolger zu haben.

DER PATHFINDER IN OFF ROAD

OR 6/2005: Erster Test Pathfinder 2.5 dCi
OR 9/2005, OR 11/2006, OR 9/2007: Dauertest Pathfinder 2.5 dCi
OR 6/2006: Vergleichstest Pathfinder 4.0 V6, Hummer H3
OR 12/2006: Vergleichstest Pathfinder 2.5 dCi, Jeep Cherokee 2.8 CRD, Kia Sorento 2.5 CRDi
OR 10/2007: Vergleichstest Pathfinder 2.5 dCi, Dodge Nitro 2.8 CRD, SsangYong Rexton XVT
OR 2/2008: Fahrbericht Pathfinder 2.5 dCi
OR 8/2010: Test Pathfinder 2.5 dCi (Facelift, 190 PS)
OR 7/2011: Vergleichstest Pathfinder V6 dCi, Discovery 4 SDV6, Pajero 3.2 DI-D, Land Cruiser D-4D
OR 5/2014: Vergleichstest Pathfinder V6 dCi, Pajero 3.2 DI-D, Land Cruiser D-4D