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Nkunku Ich will Welt-Fußballer werden


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Sport Bild - epaper ⋅ Ausgabe 38/2022 vom 21.09.2022

AUFSTEIGER DES JAHRES

SPORT BILD-AWARD 2022

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Bildquelle: Sport Bild, Ausgabe 38/2022

Christopher Nkunku gewann den SPORT BILD-Award als ?Aufsteiger des Jahres?. Der Franzose führte Leipzig letzte Saison im DFB-Pokal zum ersten Titel der Vereinsgeschichte. Er schaffte 55 Scorer-Punkte in 52 Pflichtspielen für RB

SPORT BILD: Herr Nkunku, Sie hatten beim SPORT BILD-Award Ihre Familie dabei, Ihr Bruder Kenny kam sogar extra aus Paris. Erklären Sie uns bitte, warum.

CHRISTOPHER NKUNKU (24): Es war die erste persönliche Auszeichnung, die ich bei einer großen Gala bekommen habe. Das war ein besonderer Moment – nicht nur für mich, sondern für meine ganze Familie. Wir sind ein Team, das immer zusammenarbeitet. Auf einer Bühne vor so vielen Menschen zu stehen ist aber eigentlich gar nichts für mich. Ich bin da sehr schüchtern.

Sie haben den Award als „Aufsteiger des Jahres“ gewonnen. War die vergangene Saison mit 55 Scorerpunkten in 52 Spielen und dem Sieg im DFB-Pokal Ihr Durchbruch?

Ja, als Profi war das meine beste Saison. Es ist das Ergebnis harter Arbeit. Ich hatte eine tolle Statistik. Aber große Spieler zeichnet nicht nur ein gutes Jahr aus. Die Besten spielen ständig ...

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... auf diesem Level. Das ist mein nächstes Ziel.

Worin haben Sie die größten Entwicklungssprünge gemacht?

Früher habe ich während der Spiele oft die Konzentration verloren, weil ich immer sehr nervös war. Der Fokus war zeitweise weg. Aber daran habe ich gearbeitet. Jetzt ist

SPORT BILD AWARD 2022

35 Tore und ein Titel

Dreimal war Christopher Nkunku (24) französischer Meister mit Paris, zweimal Pokalsieger in seiner Heimat. Doch erst der DFB-Pokalsieg mit Leipzig im vergangenen Sommer erfüllte den Stürmer richtig mit Stolz. Schließlich war er der Schlüsselspieler von RB. Im Finale gegen Freiburg erzielte er das 1:1 und verwandelte den ersten Versuch im Elfmeterschießen (4:2).

In der Bundesliga, der Champions League, der Europa League und dem Pokal erzielte Nkunku in 52 Pflichtspielen insgesamt 35 Treffer und bereitete 20 Tore vor. Stark: Er stand in jedem Spiel der Saison auf dem Platz! Und nur viermal nicht in der Startelf. Für diese sensationelle Saison wurde Nkunku von SPORT BILD mit dem Award als „Aufsteiger des Jahres“ ausgezeichnet. Zur Verleihung in Hamburg flog er von Leipzig aus mit seinen Eltern und seiner Freundin ein, sein Bruder kam aus Paris dazu. SPORT BILD sagt: Herzlichen Glückwunsch zu einem hochverdienten Award!

Vielen Dank an unsere Award-Sponsoren!

mein Kopf die ganze Zeit dabei. Die fußballerischen Fähigkeiten hatte ich immer, aber in diesem Sport geht alles über mentale Stärke. Sie entscheidet über Spiele und Titel.

Sie waren lange ein großes Talent. Fühlen Sie sich jetzt als großer Star?

Ich bin Christopher, das ändert sich für mich nicht. Manchmal ist es aber merkwürdig, wie die Leute auf mich reagieren. Im Supermarkt schauen mich die Menschen manchmal an, als sei ich ein Geist (lacht). Dann denke ich mir: Ich bin doch ein normaler Mensch, der auch einkaufen muss. Aber ich kann die Reaktion nachvollziehen: Wenn ich als kleiner Junge bekannte Fußballer sah, habe ich meinen Mund auch nicht mehr zubekommen.

Wer war der größte Fußball-Held Ihrer Kindheit?

Das waren einige. Aber wenn ich mich festlegen muss: Zidane. Er hatte unglaubliche Fähigkeiten, hat in meiner Kindheit alles überragt. Und er war Kapitän der WM-Mannschaft 2006. Das erste Turnier, bei dem ich lange wach bleiben und auch bei den späten Spielen nicht nur die erste Halbzeit schauen durfte.

Wie haben heutige Weltstars aus Ihrer Heimat wie Kylian Mbappé auf Ihre Leistungen reagiert?

Die französische Öffentlichkeit und die Experten waren ein bisschen geschockt – aber im besten Sinne (lacht). Von den Nationalmannschaftskollegen habe ich viele Nachrichten bekommen, die Jungs haben sich sehr für mich gefreut.

Und wie viele haben gesagt, dass Sie zu ihrem Verein wechseln sollen?

(lacht) Ach, vielleicht der eine oder andere.

Anstatt RB zu verlassen, haben Sie Ihren Vertrag bis 2026 verlängert. Wie nah waren Sie im Sommer an einem Vereinswechsel?

Um ehrlich zu sein, gab es ein paar Anfragen, aber RB hat mir schnell gesagt, dass ich nicht wechseln darf.

Waren Sie sauer?

Nein! Und ich erkläre Ihnen auch, warum: Es war das erste Mal in meiner Karriere, dass mein Klub mir sagt, dass ich zu wichtig bin, um mich abzugeben. Das ist ein unbeschreiblich gutes Gefühl. Dieses Vertrauen macht mich stärker, das will ich zurückzahlen.

Wie oft hat Julian Nagelsmann Ihnen geschrieben, dass Sie zu Bayern kommen sollen?

Kein einziges Mal.

Sind Sie genervt davon, dass jetzt jeder damit rechnet, dass Sie nächsten Sommer wechseln? Sie haben eine Ausstiegsklausel in Höhe von rund 60 Mio. im neuen Vertrag ...

Nein, nicht genervt. Aber keiner kann wissen, was irgendwann mal passiert. Jetzt schon zu sagen, ich bin im Juli dort oder dort, ist ein bisschen verrückt.

Mit welchen Menschen entscheiden Sie wichtige Dinge wie Vertragsverlängerungen?

Das Wichtigste ist mein Bauchgefühl. Ich spreche natürlich mit meiner Familie, danach mit meinem Berater. Ich brauche die Meinungen von allen: mit Papa, Mama, meinem Bruder, meiner Schwester und meiner Freundin teile ich alles. Aber die endgültige Entscheidung treffe dann ich.

Wie viel Einfluss hat Ihre Freundin Amelie?

Wir leben zusammen, da ist es ganz gut, wenn man gemeinsam über ein paar Dinge spricht und entscheidet (lacht). Sie war früher gar nicht so sehr an Fußball interessiert, jetzt ist sie großer Fan und immer mehr auch Expertin.

Wie nah ist Ihr Vater Alain bei Ihnen?

Er lebt nicht bei mir in Leipzig, aber er versucht, zu jedem Spiel zu kommen.

Stellen Sie sich vor, Sie sind Manager eines Top-Vereins. Wie viel Ablöse würden Sie für Christopher Nkunku bieten?

Alles, was ich habe (lacht). Nein, im Ernst: Ich habe nie das Geld an erster Stelle gesehen. Der Fußball, den wir und ich spielen, ist viel wichtiger als die Höhe meiner Ablöse.

Sie haben jetzt die ersten Auszeichnungen Ihrer Karriere bekommen. Werden Sie eines Tages Weltfußballer?

Wenn Sie mich fragen, ob ich das möchte: Ja, ich will Weltfußballer werden. Das wäre der größte Award, den man gewinnen kann. Es ist ein Traum, aber man sollte immer nach dem Höchsten streben.

Müssen Sie dafür in einem ganz großen Klub spielen?

Wenn man in einem der größten fünf Vereine der Welt spielt, steigt natürlich die Chance, die Champions League zu gewinnen, und mit dem Titel steigen immer die Chancen für den Ballon d’Or.

Welcher ist Ihr Traumklub?

Paris St-Germain wird immer ein ganz besonderer Verein sein. PSG hat mir meinen ersten Profivertrag gegeben, dort habe ich meine ersten Schritte gemacht. Wir haben jetzt beim amtierenden Champions-League-Sieger Real Madrid gespielt, für solche Spiele bist du Fußballer geworden. Ich habe mich sehr über das Los gefreut, weil ich mich immer mit den Besten messen möchte.

Was ist Ihr größtes Ziel in Ihrer Karriere?

Die WM zu gewinnen. Das ist der schwerste Titel von allen.

Die Chance kommt nur alle vier Jahre – und das nächste Mal im November in Katar …

Dafür muss ich nominiert werden. Ich fühle mich als Teil des Teams, aber wir könnten 50 Spieler mitnehmen, die alle WM-Format haben. Ich habe keine Garantie, wenn ich bei Leipzig nicht stark bin. Ich muss weiter hart an mir arbeiten.

Vergangene Saison haben Sie Stürmer gespielt, davor oft im Mittelfeld oder auf dem Flügel. Bei Ihrem neuen Trainer Marco Rose waren Sie bisher auch Rechtsaußen. Welche Position ist die beste für Sie?

In der vergangenen Saison habe ich von den Trainern viele Freiheiten bekommen, steil zu gehen. Ich bin am besten, wenn ich Räume habe und frei aufspielen kann. Aber es ist nichts Schlechtes, wenn ich auf dem Flügel, auf der Zehn oder auf der Acht spiele. So war es in Paris auch. Das schult das Verständnis für andere Spieler auf diesen Positionen. So lerne ich viel.

Was dachten Sie, als Bayern Mané, de Ligt und Gravenberch geholt hat?

Ich habe mich gefreut. Bayern ist ein großer Verein und sollte solche Spieler holen. Sie tun der Bundesliga gut. Das ist ein Zeichen, dass wir in einer großen Liga spielen.

Ist ein anderer Meister als Bayern vorstellbar?

Selbstverständlich! Schauen Sie nach Frankreich. Paris hatte alles gewonnen, dann kam Lille und wurde Meister. Das können wir in Deutschland auch erreichen. Du musst den Weg finden, jede Woche top zu sein.

Um noch erfolgreicher zu sein, hat RB in diesem Sommer Timo Werner vom FC Chelsea zurückgeholt. Er ist ein ähnlicher Spielertyp wie Sie. Wie klappt es mit ihm in der Offensive?

Es ist anders, mit Timo zu spielen als zum Beispiel mit André Silva. Beide sind unterschiedlich. Timo ist mir sehr ähnlich, aber es ist auch nicht schwer, weil wir vor zwei Jahren ja schon mal zusammengespielt haben. Wir sind noch nicht bei 100 Prozent, aber für die Gegner ist es nicht leicht, weil wir sie mit unserer Geschwindigkeit beide viel beschäftigen.

Wer wird mehr Tore erzielen – Werner oder Sie?

Das ist völlig egal. Hauptsache, es trifft jemand. Wir müssen als Team funktionieren, das kommt immer zuerst. Das beste Beispiel war das Pokalfinale. Wir waren eine Stunde in Unterzahl. Ohne Teamspirit hätten wir keine Chance gehabt.