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Nokia kehrt zurück


Digital Fernsehen - epaper ⋅ Ausgabe 2/2021 vom 05.02.2021

Im Test: Nokia Streaming Box 8000

Ende der Neunziger Jahre des letzten Jahrtausends war die Marke Nokia einer der Pioniere beim Digitalumstieg. Nun kehrt die auch aus dem Handy-Bereich bekannte Marke zurück. Seit Ende 2020 werden Mediaboxen und TV-Geräte mit dem Android-Betriebssystem darunter vermarket. Wir nehmen eine erste Box unter die Lupe.


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Bildquelle: Digital Fernsehen, Ausgabe 2/2021

Die finnische Marke Nokia prägte die Digitaleinführung hierzulande. Das Pay-TV-Unternehmen DF 1 (heute Sky) entschied sich für Set-Top-Boxen des Herstellers und auch alternative Betriebssystem wie DVB 2000 wurden dafür entwickelt. Nach der Jahrtausendwende wurde ...

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... es zunehmend ruhiger um die Marke. Schließlich zog sich Nokia komplett ins Handygeschäft zurück, wo man aber zur Smartphone-Einführung auch scheiterte. Zumindest der Markenname kehrt nun zurück. Die StreamView GmbH aus dem österreichischen Wien ist Lizenznehmer der Marke Nokia im Bereich von Smart TVs und Android-Empfängern. Mit der Streaming Box 8000 platzierte das Unternehmen im Weihnachtsgeschäft des zurückliegenden Jahres ein erstes attraktives Produkt im Handel, welches wir uns nachfolgend genauer ansehen. In Deutschland hat der renommierte Servicepartner Sky Vision den Vertrieb und Service der Boxen und TV-Geräte übernommen. Schaut man sich die Homepage von Streamview einmal genauer an, so erfährt man mehr über die Visionen des Unternehmens. „StreamView teilt die Werte von Nokia und baut ihre Produkte auf diesen Werten auf, um Waren von höchster Qualität zu liefern. Unsere Mission ist es, intelligente Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die unseren Kunden bequem zur Verfügung stehen“, heißt es auszugsweise. Bleibt zu hoffen, dass dies umgesetzt wird.

Erste Box

Die Streaming Box 8000 klingt zumindest von den technischen Details sehr vielversprechend. Nicht zuletzt das der Hersteller auf Android 10 als Betriebssystem überzeugt. Im Inneren der Box werkelt ein Amlogic S905X3 Chipset. Die Quad-Core Cortex-A55 CPU ist aktuell und dürfte zusammen mit dem DDR3 SDRAM DDR3 von zwei Gigabyte eine große Leistungsfähigkeit untermauern. Einzig der Flashspeicher ist mit 8 Gigabyte etwas mager bemessen.

Anschlüsse

Für die optimale Bildausgabe ist dort der HDMI-Port. Allerdings kann der Android-Receiver auch mittels Adapterkabel, das nicht der Lieferung beiliegt, mit analogen Audio- und Video-Ausgängen aufwarten. Die 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse ist dafür verantwortlich. Der Ton kann zusätzlich zu HDMI auch volldigital über den SPDIF-Ausgang an AV-Receiver, Soundbars und Co übergeben werden. Für die wichtige Netzanbindung stehen eine Ethernet-Lan-Schnittstelle sowie WLAN bereit.

Installation

Intuitiv und einfach gehalten ist die Erstinstallation. Die mitgelieferte Bluetooth-Fernbedienung muss im ersten Schritt mit der Box gekoppelt werden. Anschließend kann die Installation auf Wunsch direkt von einem Smartphone mit Android erfolgen, was die einfachste Variante ist. Nach wenigen Minuten ist alles eingerichtet und der Mediaplayer auch direkt mit dem heimischen WLAN verbunden. Alle Einstellungen wurden dabei in unserem Test vom Smartphone übernommen. Positiv zudem: Wenn das Smartphone zur Einrichtung genutzt wird, lassen sich auch gleich alle Account-Daten und sogar hinterlegte Passwörter für die Apps wie beispielsweise Disney+ übernehmen, sodass keine gesonderten Eingaben mehr erforderlich sind.

Im Betrieb

Im ersten Schritt müssen alle gewünschten Apps auf den Mediaplayer gelangen.

Die ersten wurden bereits aus dem Google Account bei der Ersteinrichtung übernommen, wer mehr will kann den Playstore nutzen und von Dort sämtliche verfügbare Apps herunterladen. Alle darin verfügbaren Apps sind problemlos auf dem Gerät nutzbar. Wir finden abgesehen von Apps für Sky Ticket und Sky Go leider weiterhin solche nicht, die für TV und Mediaplayer auf Android-Basis angeboten werden, aber Apps für alle bekannten VoD-Angebote. Ist alles eingerichtet und sind die gewünschten Apps installiert, steht dem TV-Vergnügen nichts mehr im Weg. Leider unterstützen noch nicht alle Apps den Auto-Login via Google, wodurch bei Netflix, Prime Video aber auch den OTT-Anbietern Magenta TV, Waipu und Zattoo noch ein separater Login nötig ist. Zunächst starteten wir YouTube und konnten dort problemlos alle Inhalte wiedergeben. Wenn die Box mit einem UHD-Fernseher verbunden ist, wird hier natürlich bei den passenden Videos auch die höchste Auflösungsstufe angeboten. Gleiches gilt für Netflix, welches wir als nächstes starteten. Prime Video kann ebenfalls uneingeschränkt genutzt werden. Ebenso reibungslos verläuft der Test bei sämtlichen Mediatheken der deutschen TV-Sender sowie dem IPTV-Angebot von Zattoo. Selbst Replay und das Pausieren von Live-TV-Inhalten werden hier sehr gut unterstützt. Der Nutzer kann aber selbst festlegen welchen TV-Dienstleister er nutzen möchte, denn neben Zattoo werden auch Waipu und Magenta TV vollumfänglich von der Box unterstützt. Problemlos sind außerdem die deutschen Angebote Joyn und TVNow nutzbar. Das Gerät überzeugt uns vollumfänglich bei der App Unterstützung. Natürlich wird der eine oder andere nun Sky vermissen. Sky Go und auch Sky Ticket sind mit dem Nokia-Gerät leider nicht direkt nutzbar, was aber nicht an der Box oder Nokia liegt, sondern in der Tatsache begründet ist, dass Sky seine Apps nur sehr ausgewählt anbietet. Dennoch gelingt es uns im Test, zumindest Sky Ticket sichtbar zu machen. Die Wiedergabe über das integrierte Chromecast-Streaming direkt vom Smartphone auf die Box ist problemlos möglich. Somit können wir Bundesliga aber auch weitere Inhalte mit der Nokia Box sehen. Das Chromecast-Streaming klappt natürlich auch mit weiteren Apps. Wer anstatt der Fernbedienung lieber das Handy zur Inhalte-Auswahl nutzt, kann so auch TVSender oder VoD-Angebote auf die Box spiegeln. Ebenso ist die Wiedergabe von Bildern und Videos möglich.

Sprachsteuerung

Ebenfalls integriert ist der Google Assistent. Sobald man die Google-Taste drückt, lässt sich über die Fernbedienung ein Sprachbefehl absetzen – analog zu „OK Google“ auf dem Smartphone. Man kann Informationen abfragen wie Wetterdaten, aber auch smarte Geräte im Haushalt steuern. Manche Befehle funktionierten einwandfrei, sodass wir beispielsweise mit „Spiele Ava Max von YouTube“ problemlos zur gewünschten Sängerin gelangten. Allerdings unterstützen leider noch nicht alle Apps die Sprachsteuerung. TVNow beispielsweise kann derzeit nicht per Sprache gesteuert werden.

TV-Betrieb

Wurde ein OTT-Anbieter wie Zattoo oder auch das Joyn-Angebot aus dem Hause ProSiebenSat.1 beziehungsweise ein virtueller Tuner eingerichtet, so ist es nun möglich, Live-TV mittels des Mediaplayers zu schauen. Sowohl Streamingangebote als auch Sat-IP-Tuner wurden in unserem Test perfekt verarbeitet. Mit der kostenpflichtigen Dream-Player-App ist es sogar möglich, auf Tuner von Enigma2-Boxen zuzugreifen und somit die dort empfangenen Kanäle übers heimische Netzwerk zu streamen und auf dem Android10-Gerät abzuspielen. Die Bedienung der Live-TV-App ist durchdacht und bietet auch den Zugriff auf Zusatzinfos wie etwa den EPG. Direktaufnahmen sind allerdings nicht möglich.

Bildqualität

Die Nokia-Box unterstützt auch die 4KAuflösung. Sowohl bei YouTube als auch bei Netflix, Disney und Amazon war die Wiedergabe von UHD-Inhalten im Test problemlos möglich. Das bedeutet: Bei passendem Fernseher wird auch UHD laut Hersteller mit den Dynamikverbesserern HDR10 und HLG angeboten, wenn der Inhalt in diesem Format zur Verfügung steht. Auch das mitgelieferte HDMI-Kabel ist hierfür voll kompatibel und lässt die Wiedergabe dieser Formate zu. Auch im HD-Modus überzeugt das Nokia-Gerät. Bei den OTT-Apps von MagentaTV und Zattoo werden die TV-Sender wie gewohnt in sehr guter Qualität auf dem angeschlossen Bildschirm angezeigt.

Fazit

Die Nokia Streaming Box 8000 überzeugt. Das Gerät kann an die Erfolge der Marke in den Neunzigerjahren anknüpfen und beweist, dass Mediaplayer durchaus eine Daseinsberechtigung neben dem Fire TV-Stick haben und zugleich nicht mehrere hundert Euro kosten müssen. Für knapp 100 Euro erhält man ein nahezu frei konfigurierbares Gerät, auf dem auch Kodi und Co. laufen, aber mit dem auch die Streamingdienste uneingeschränkt nutzbar sind. Android 10 läuft flüssig und dank der Fernbedienung, die durch ihre reichhaltigen Tasten überzeugt, macht auch der TV-Genuss über OTT-Anbieter richtig Spaß. Nokia setzt große Fußstapfen, die ähnlichen Boxen das Leben schwer machen dürften. Im Test erhält die Streamingbox 8000 das Prädikat ausgezeichnet.

Die Ausstattung der Nokia-Streamingbox kann sich sehen lassen. Der digitale optische Tonausgang und auch das analoge AV-Set findet man nur selten bei Streamingboxen im Markt


*überAdapterkabel
DETAILS
HerstellerNokia
ModellStreaming Box 8000
Preis (UVP)99 Euro
Maße (B/H/T)120x20x98 mm
Gewicht0,15 kg
Informationenwww.nokia.com
TECHNISCHE DATEN
ArchitekturAmlogic S905X3
CPUQuad-Core Cortex-A53
Prozessorkerne4
Taktungk. A.
Arbeitsspeicher2GB
Flash Memory8GB
AUSTATTUNG
Display
Auflösung576I, 576p, 720p, 1080I, 1080p, 2160p
CVBS/RGB/YUV+ ––
Festplatte intern/extern–/extern via USB
ANSCHLÜSSE
Cinch/Scart/YUV/HDMI+ * –– +
Dolby Digital Cinch/Optisch– –
RS-232/SD-Slot/SATA– + –
LAN/WLAN/Bluetooth+ + +
USB Front/Rück–/2
BETRIEB
Netzschalter Front/Rück– –
Stromverbrauch Betrieb/ Stand-by5 W/0,5 W
VORTEILENACHTEILE
+ stabiles Android TV 10
+ gute Ausstattung
+ HDMI-Kabel im Lieferumfang
– geringer Flashspeicher
AUSWERTUNG |
INSTALLATION19/20 Punkten
BEDIENUNG56/60 Punkten
AUSSTATTUNG23/30 Punkten
DARSTELLUNG27/30 Punkten
APPUNTERSTÜTZUNG19/20 Punkten
TV-BETRIEB19/20 Punkten
GESAMT163/180 Punkten
 90% - AUSGEZEICHNET

Screenshots

Da Nokia auf Android 10 setzt, verwundert es nicht, dass vielen TV-Besitzern die Startseite bekannt vorkommen dürfte


Über das Setup-Menü können Einstellungen vorgenommen werden, das Netzwerk wird wahlweise über WLAN oder kabelgebunden angeschlossen

In der Praxis

Wird die Google-Taste auf der Fernbedienung gedrückt, ist die Sprachsteuerung aktiv. Das Mikrofon befindet sich im Signalgeber


Die beliebtesten und vom Nutzer bereits verwendeten Inhalte werden bei Android 10 direkt auf dem Startbildschirm angezeigt


Über den Playstore, der ähnlich wie Prime Video, YouTube und Netflix eine Schnellwahltaste auf der Fernbedienung hat, lassen sich zusätzliche Apps installieren


Die Netflix-Unterstützung überzeugt im Test. Flotte Ladezeiten sowie die 4K-Wiedergabe sprechen für das Nokia-Gerät


OTT-Dienste wie Waipu bieten auch Aufnahmefunktionen an. Die Aufnahmen liegen dabei in der Cloud und nicht auf der Box


Natürlich kann auch YouTube uneingeschränkt verwendet werden, egal ob in der Standard-Version oder im Premium-Abo


Bilder: © bunditinay/stock.adobe.com, Auerbach Verlag

Bilder: Auerbach Verlag