Weiterlesen mit NEWS. Jetzt testen.
Lesezeit ca. 9 Min.

North American F-82 Twin win Mustang: Überholt und trotzdem unverzichtbar


FLUGZEUG CLASSIC - epaper ⋅ Ausgabe 11/2019 vom 07.10.2019

Kaum zu glauben: Im Sommer 1950 zieht die F-82 Twin Mustang tatsächlich noch in den Krieg. Zu einer Zeit, die bereits längst dem Strahlflugzeug gehört, darf sie zunächst den sprichwörtlichen Karren aus dem Dreck holen …


SPÄTER RUHM ÜBER KOREA

Artikelbild für den Artikel "North American F-82 Twin win Mustang: Überholt und trotzdem unverzichtbar" aus der Ausgabe 11/2019 von FLUGZEUG CLASSIC. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: FLUGZEUG CLASSIC, Ausgabe 11/2019

Endstation Alaska: Als letzter Ableger der Twin-Mustang-Reihe ist die F-82H ausschließlich zum Einsatz im hohen Norden der USA bestimmt. Die Flugzeuge selbst sind reine Umbauten, bestens an das arktische Klima angepasst. FQ-377, hier im Bild, ist ursprünglich ein Veteran aus Korea. Später zur F-82H modifiziert, bleibt die Maschine bis weit ins Jahr 1953 hinein im ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 5,99€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von FLUGZEUG CLASSIC. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1000 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 11/2019 von BILD DES MONATS. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
BILD DES MONATS
Titelbild der Ausgabe 11/2019 von PANORAMA: Europas Einzige wieder flügge!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
PANORAMA: Europas Einzige wieder flügge!
Titelbild der Ausgabe 11/2019 von Junkers Ju 88: Der Universalbomber. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Junkers Ju 88: Der Universalbomber
Titelbild der Ausgabe 11/2019 von Flugvorbereitung BACKGROUND: Kick the tire, light the fire. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Flugvorbereitung BACKGROUND: Kick the tire, light the fire
Titelbild der Ausgabe 11/2019 von Lockheed ockheed T-33: Starthilfe. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Lockheed ockheed T-33: Starthilfe
Titelbild der Ausgabe 11/2019 von Der »fliegende Feldherrnhügel«. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Der »fliegende Feldherrnhügel«
Vorheriger Artikel
Flugvorbereitung BACKGROUND: Kick the tire, light the fire
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Lockheed ockheed T-33: Starthilfe
aus dieser Ausgabe

... Dienst


Fot USAF

Start zum Feindflug in Itazuke: Zur Anfangszeit des Koreakriegs befinden sich die Familienange - hörigen vieler Piloten der 68th FS noch mit auf dem Stützpunkt


Foto USAF

Mit der F-82G steht Ende 1947 die zweite Nacht- und Allwetterjägervariante der Twin Mustang bereit. Im Gegensatz zur F-Version, die man parallel auf den Weg gebracht hat, trägt sie das betagtere SCR-720C-Abfangradar unter dem langgestreckt markanten »Pickle«, der vom Mittelflügel nach vorne schwellt. Letztlich werden 44 Exemplare der F-82G fertiggestellt. Ohnehin sind beide Baureihen der Twin Mustang bloß Übergangslösungen bis zur Einführung strahlgetriebener Allwetterjäger – die aber auf sich warten lassen.

Während die F-82F dem Air Defense Command (ADC) eingegliedert und über den nordamerikanischen Kontinent verteilt bleibt, führt man nahezu alle F-82G den Jagdgruppen der 347th Fighter (All Weather) Group (F(AW)S) im fernen Osten zu. Stationiert auf den japanischen Mutterinseln sowie auf Okinawa, ist deren vordringliche Aufgabe der Schutz des Inselreichs bei Nacht. Zugleich beerben die »Twins« dort bis 1. März 1950 die Northrop F-61 Black Widow, die wegen Ersatzteilmangels vollständig aus vorderster Linie weichen muss.

Anfangs absolvieren Piloten und Maschinen ausgedehnte und zumeist ereignislose Übungsflüge. Ein Zustand, der sich am 25. Juni 1950 freilich schlagartig ändert: Die nordkoreanische Volksarmee überschreitet die Grenze nach Süden, der Koreakrieg beginnt. Um 4 Uhr morgens startet eine alarmbereite F-82G von Itazuke aus zum ersten Feindflug über die koreanische Halbinsel mit dem Auftrag, Meldungen vom Vormarsch der Nordkoreaner zweifelsfrei zu bestätigen. Zunächst wird die Maschine Richtung Seoul dirigiert, um dann Kurs auf den 38. Breitengrad zu nehmen, die Trennlinie zwischen Nord- und Südkorea. Eine tiefe Wolkendecke hängt an jenem Morgen über dem Bereich; der Pilot muss bis auf 600 Meter Höhe herabtauchen, um deren Untergrenze zu erreichen. Gut 16 Kilometer südlich der Demarkationslinie sichtet die Besatzung dann die ersten Feindkolonnen – die Invasion Südkoreas ist nun offiziell Gewissheit.

Vorerst alternativlos

Itazuke, in Südjapan auf der Insel Kyu¯shu¯ gelegen, wandelt sich innerhalb weniger Tage zur Hauptoperationsbasis der zum Kriegseinsatz bestimmten »Twins«. Der großzügig ausgebaute Militärflugplatz liegt etwa 480 Kilometer Luftlinie von Seoul entfernt und ist damit am nächsten zur koreanischen Halbinsel. Ferner beheimatet Itazuke seinerzeit viele der Lockheed-F-80-Jets. Dass nun die vergleichsweise anachronistische Twin Mustang die wichtigere Rolle zu Anfang des Krieges spielt, hat gute Gründe. Kein anderer Jäger der USAF Far Eastern Air Forces (FEAF) besitzt annähernd ähnliche Reichweite, Flugund Verweildauer oder Waffenlast. Das ist deshalb ganz entscheidend, da man vorerst alle Kampfeinsätze von Japan aus fliegen muss. Damals gibt es praktisch noch keinerlei brauchbare Militärflugplätze in Südkorea, und die Triebwerke der F-80 sind viel zu durstig, um länger als eine halbe Stunde über dem dortigen Kriegsgebiet zu verbleiben.

Am 26. Juni 1950 treffen die F-82G erstmals auf Feindmaschinen, als sie zwischen Incheon und Seoul patrouillieren, um die Evakuierung amerikanischer Staatsbürger zu schützen. Doch feuern dürfen die »Twins« erst, wenn sie direktem Beschuss ausgesetzt sind. Zwar greifen beide Gegner an, verfehlen ihre Ziele aber und machen sich danach lieber schnellstens aus dem Staub. Vom nächsten Tag an sind sämtliche Restriktionen aufgehoben; die FEAF ordnet an, die Lufthoheit über Südkorea herzustellen. Erneut decken F-82G die laufenden Evakuierungsoperationen ab.

Unter anderem kreisen fünf der Maschinen über dem Flugfeld von Suwon. Hier erringt die Twin Mustang an jenem 27. Juni 1950 gegen Mittag ihre ersten und einzigen bestätigten Luftsiege: Ein Schlachtflugzeug sowie zwei einmotorige Jäger fallen ihren Bordwaffen in schneller Folge zum Opfer. Es sind gleichzeitig die ersten offiziellen Luftkampferfolge im Koreakonflikt.

Dass die FEAF in dieser frühen Kriegsphase keine Alternativen zur F-82G sieht, zeigt die dringende Anfrage vom 30. Juni um zusätzliche Exemplare. Das Pentagon lehnt jedoch ab – Japan sowie die USA müssen weiter bei Nacht verteidigungsbereit bleiben. Zumal damals nur 168 »Twins« im aktiven Gesamtinventar des US-Militärs sind … zu wenige, um mehr davon in den Kampf zu schicken – ein herber Dämpfer für die FEAF. Zur Monatswende sind Nordkoreas Luftstreitkräfte indessen so weit ausgeschaltet, dass man zwei der drei F-82G-Gruppen zeitnah wieder aus dem Kampfgetümmel nehmen kann. Lediglich die 68th FS bleibt weiter voll ins Kriegsgeschehen verstrickt. Zugleich zwängt man deren Flugzeuge verstärkt in andere Einsatzrollen: als Jagdbomber, zum Langstreckenbegleitschutz und für die Wettererkundung.

Vom 2. Juli 1950 an beginnen die Maschinen der 68th FS außerdem mit nächtlichen Störflügen über die koreanische Halbinsel hinweg … praktisch unbehelligt dank ihrer Radarausrüstung. Bestückt mit Bomben und ungelenkten Raketen unterbrechen sie gegnerische Nachschubwege, vernichten Versorgungseinrichtungen oder schalten Panzer- wie Fahrzeugkolonnen aus, oft weit hinter den feindlichen Linien, wo sie teilweise stundenlang kreisen und darauf warten, im Dunkeln zuzuschlagen. Freilich sind diese nächtlichen Missionen überaus riskant, Pilot und Radarbeobachter müssen perfekt aufeinander eingespielt sein. Vor allem Flak und sonstiger Beschuss vom Boden aus bleiben brandgefährlich.

North American F-82G, s/n 46-363, »Siamese Lady«, gehört zur 68th F(AW)S, stationiert 1950 in Itazuke


Zeichnung Juanita Franzi

Erster US-Jagdflugzeugverlust im Krieg um Korea: Beim Luftkampf über Suwon am 27. Juni 1950 beschädigt, muss diese F-82G der 68th FS dort notlanden und wird kurz darauf zerstört


Foto USAF

In den ersten Kriegswochen wartet »Skeeter«, eine F-82G der 68th FS, in Itazuke auf das nächste Gefecht über Korea; im Regelfall sind seinerzeit Nachschub- und Fahrzeugkolonnen bevorzugte Angriffsziele


Foto USAF

Druckverlust

Größter Schwachpunkt der F-82G: ihr druckdichter Radarbehälter. Hergestellt aus Kunststoff, verkraftet er Treffer oder Beschädigungen eher schlecht. Einmal in Mitleidenschaft gezogen, entweicht oft der Überdruck, ohne den das Magnetron seinen Dienst quittiert, weshalb die Funkmessanlage ausfällt. Schneller Ersatz für defekte Radar-Pods ist in Fernost kaum zu finden, sodass es zunehmend schwieriger wird, die F-82G im Nachtkampf einzusetzen. Sofern möglich, helfen hier die beiden anderen Gruppen aus. Ein weiteres Ärgernis sind die wuchtigen 625-Liter-Reichweitentanks. Immer wieder streifen sie beim Ausklinken die Querruder. Hier bringen zusätzliche Schaukelstützen an den Aufhängungen Abhilfe.

Während der Krieg um Korea weitertobt, sorgen F-82G der 339th FS bis März 1952 für die nächtliche Verteidigungsbereitschaft Japans, unter anderem von der Misawa Air Base aus


Foto USAF

FQ-375 von der 68th FS rollt hier offenbar zum Start in Itazuke. Man muss sie nach einer Bruchlandung auf südkoreanischem Boden Anfang Dezember 1950 abschreiben, die Besatzung überlebt


Foto USAF

North American F-82H, s/n 46-415, der 449 AWS, beheimatet 1953 auf der Ladd Air Force Base im Hinterland Alaskas


Zeichnung Juanita Franzi

Wachablösung

Am 30. September 1950 stehen Südkoreas Soldaten wieder am 38. Breitengrad; die Invasion ist abgeschlagen, der Gegenstoß steht bevor. Zugleich hat man im Süden viele neue Militärflugplätze errichtet und ausgebaut, sodass mehrere »Twins« der 68th FS fortan auch auf Farbenfroh, doch weitgehend abgeflogen: eine der letzten F-82H der 449th FS Foto USAF koreanischem Boden alarmbereit warten. Mittlerweile stehen dort mehr und mehr moderne Flugzeugmuster bereit, um die F-82G abzulösen. Zum Winter hin verschiebt sich der Einsatzschwerpunkt der 68th FS darum auf örtliche Luftraumüberwachung bei Nacht und Schlechtwetter, obschon bewaffnete wie unbewaffnete Aufklärung ebenso wie weiträumige Wettererkundung wichtig bleiben.

Mitte Oktober 1951 treffen dann die ersten Lockheed F-94B Starfires bei der Gruppe ein. Nun nimmt auch hier das allmähliche Ende der F-82G seinen Lauf, die ersten Besatzungen werden umgeschult. Ohnehin ist der Klarstand an einsatzbereiten »Twins« mittlerweile auf durchschnittlich acht Stück pro Tag gesunken. Von Ende Dezember 1951 an stehen Jets und Props der 68th FS Seite an Seite in Korea … eine abschließende Übergangsphase, ehe am 28. März 1952 die letzte F-82G der umkämpften Halbinsel den Rücken kehrt. Bis dahin hat die Twin Mustang dort 1868 Gefechtseinsätze hinter sich gebracht.


Am 27. Juni 1950 erringt die Twin Mustang dieersten Luftkampferfolge des Koreakriegs.


Farbenfroh, doch weitgehend abgeflogen: eine der letzten F-82H der 449th FS


Foto USAF

■ Technische Daten – North American F-82G

Nur für Alaska

Mitte April 1952 ist die F-82G endgültig aus Japan verschwunden, das Staffelholz trägt nun die Starfire. Die aktive Dienstzeit der F-82F gehört schon seit Ende des Vorjahres der Vergangenheit an. Trotzdem hat sich das ADC noch nicht gänzlich vom »Twin« verabschiedet: Die Luftverteidigung Alaskas kann vorerst kaum darauf verzichten. Ausschließlich zum Dienst unter den extremen Witterungs- und Einsatzbedingungen beim Alaskan Air Command (AAC) hat man deshalb die F-82H als »Kaltwetterflugzeug« geschaffen – mit großzügig erweiterter Funknavigationsausrüstung, umfangreichen Enteisungsund Heizsystemen sowie dem betagteren, doch sehr zuverlässigen SCR-720C-Abfangradar. Nach und nach richtet man neun Fund fünf G-Maschinen entsprechend her.

Der Erstflug der F-82H geht am 20. März 1949 über die Bühne. Drei Monate später treten die ersten davon beim AAC in die Fußstapfen der F-61, deren Eingeweide stets gegen das raue arktische Klima rebelliert haben. Ganz im Gegensatz zur F-82H. Deren vordringliche Aufgabe sind Abfangjagd und Langstreckenüberwachung. Allwettertauglich und mit ihrer geradezu ewig langen Flugdauer findet sie beispielsweise immer einen Ausweichplatz, wenn die Witterung wieder einmal radikal umschlägt. Ein Umstand, von dem seinerzeit die P-80 nur träumen kann. Dennoch wollen die meisten Piloten möglichst bald auf Düsenjets umsatteln; entsprechend hoch bleibt der Personaldurchsatz innerhalb der 449th All Weather Squadron (AWS) als einzigem Einsatzverband. Obendrein ist ein arktisches Survivaltraining absolute Pflicht für jeden, der hier zum fliegenden Personal zählt.

Spätherbst 1951 auf der Kimpo Air Base (K-14) westlich von Seoul: Eine der letzten in Korea verbliebenen F-82G der 68th FS muss sich routinemäßigen Wartungsarbeiten unterziehen


Foto USAF

Ende 1953 ist die Twin Mustang endgültig verabschiedet – fortan sind Jets am Ruder


Foto USAF

Bis an die Grenzen

Im Zeichen des Kalten Krieges patrouillieren F-82H selbst in den äußersten Regionen Alaskas oder über der Beringstraße bis an die Grenzen der Sowjetunion. Wegen des Radar-Pods unter dem Mittelflügel kann die Maschine allerdings keine herkömmliche Ausrüstung für Aufklärungsflüge mitführen. Stattdessen muss der Radarbeobachter von Hand aus fotografieren – wohl nicht immer ganz einfach, denn mit seiner dicken Bekleidung, der umfangreichen Überlebensausrüstung und dem Sitzfallschirm am Körper kann sich jedes Besatzungsmitglied oft nur mithilfe der Warte ins Flugzeug quetschen. Um die Alarmbereitschaft der 449th AWS auf die Probe zu stellen, schickt die Gegenseite vier- bis sechsmal wöchentlich Störenfriede aus. Im Regelfall sind die »Twins« aber zu langsam, um jemals einen davon direkt zu Gesicht zu bekommen, bevor er wieder abdreht.

Auf den ausgedehnten Flügen bis hin zum sprichwörtlichen A… der Welt müssen die Piloten zudem oft auf vorgeschobenen Plätzen zwischenlanden. Kaputt geht dabei immer irgendetwas, letztendlich Alltag, der niemanden sonderlich aufregt. Ohnehin ist man eine eher rudimentäre Ersatzteilversorgung gewohnt; selten sind mehr als zwei der »Twins« tatsächlich flugklar. Nach und nach summieren sich die ausgeschlachteten Zellen von North American F-82 Twin Mustangs auf der Ladd Air Force Base, dem Heimatstützpunkt der 449th AWS, darunter mancher Veteran aus Korea, der lediglich als Ersatzteilspender seinen allerletzten Weg nach Alaska angetreten hat.

Losgelöst von alledem holt die Zivilbevölkerung die F-82H immer wieder als Eisbrecher zu Hilfe – gleichzeitig eine seltene Gelegenheit, den Erdkampf etwas zu trainieren. In unmittelbarer Absprache mit Anwohnern oder Gemeinden bombardieren und beschießen die »Twins« gefährlichen Eisgang auf Flüssen und Strömen, um Flutkatastrophen zu verhindern, besonders pressewirksam im Frühjahr 1950 bei Fort Yukon, wo der Pegelstand nach erfolgreichem »Angriff« innerhalb von 20 Minuten um fast 4,3 Meter fällt.

Ersatzteile fehlen

1953, in ihrem letzten Dienstjahr, schränkt der mittlerweile eklatante Ersatzteilmangel den Betrieb der F-82H drastisch ein. Nicht selten sitzt jetzt statt des Radarbeobachters vorsorglich ein Mechaniker im zweiten Cockpit auf den langen Überwachungsflügen, um während der Zwischenstopps das Flugzeug soweit in Schuss zu halten. Am 21. Oktober des Jahres ist selbst damit Schluss – die 449th AWS trennt sich endgültig von der F-82H. Zu jener Zeit kann das AAC auf gut einhundert Starfires zugreifen. Mitte November 1953 verabschiedet sich die USAF ehrenvoll von ihrer allerletzten Twin Mustang.

Bisher zur P-51 erschienen:
FC 10/2016 Weniger Masse, dafür mehr Klasse
FC 08/2017 Doppelt hält länger
FC 02/2018 Veteranen an die Front
FC 10/2018 Escort Service
FC 04/2019 Reichlich Erbsubstanz

Weiteres zur P-51 finden Sie im Flugzeug
Classic Extra 10 von Wolfgang Mühlbauer.

Staustrahlerprobung mithilfe der Twin Mustang

Das National Advisory Committee for Aeronautics nutzt mehrere P-/F-82, um mit ihrer Hilfe bis 1953 Staustrahlantriebe zu testen. Wichtigster Versuchsträger ist »Betty Jo« – jene F-82B, die im Februar 1947 fast 8000 Kilometer nonstop überwunden hat. Die jeweiligen Ram-Jet-Versuchsgerätschaften hängen entweder unter einem der Außen- oder dem Mittelflügel.

Mittig unter »Betty Jo« hängend: Staustrahl-Testflugkörper mit interner Startrakete, fertig zum Abwurf


Ein passender Ausschnitt sorgt für Platz, um Ram-Jet-Versuchsgeräte unterhalb des Mittelflügels mitzuführen


Ein Freiflugkörper mit Staustrahltriebwerk ist hier unter einer der Tragflächen von »Betty Jo« montiert


Fotos (3) NACA