Lesezeit ca. 7 Min.

NOSTALGIE ZIEHT


Logo von Auto Bild allrad
Auto Bild allrad - epaper ⋅ Ausgabe 8/2022 vom 07.07.2022

FOTOS: ERWIN FLEISCHMANN (6) SO WAS GIBT’S NUR EINMAL: Der Jeep Gladiator ist der einzige Pick-up des Marktes, mit dem man richtig offen fahren kann. Schon serienmäßig hat er als „Overland“ – nur der steht in der Preisliste – ein abnehmbares Hardtop mit einfach herausnehmbaren Deckelhälften vorn. Und wie beim Wrangler kann man auch die Türen aushängen und die Frontscheibe abklappen. Dass der Gladiator auf dem Wrangler basiert, sorgt also nicht nur für nostalgisch coolen Look – sondern hat durchaus Vorteile. Aber auch Nachteile, etwa die mäßig präzise Lenkung und den auf unebener Fahrbahn recht unruhigen Geradeauslauf.Durch die recht schmale Kabine geben die Außenspiegel nicht sehr viel Rückblick – Zusatzspiegel passen aber“Mit seinem komplett abnehmbaren Dach ist der Jeep ein ideales Basisfahrzeug für Camper. T. Rönnberg, ...

Artikelbild für den Artikel "NOSTALGIE ZIEHT" aus der Ausgabe 8/2022 von Auto Bild allrad. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
Weiterlesen
epaper-Einzelheft 3,49€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Auto Bild allrad. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1000 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 8/2022 von DIE TANK-REVOLUTION. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
DIE TANK-REVOLUTION
Titelbild der Ausgabe 8/2022 von CLEVER UND SMART INS GELÄNDE. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
CLEVER UND SMART INS GELÄNDE
Titelbild der Ausgabe 8/2022 von Defender für acht. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Defender für acht
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
So schaffen Sie Platz auf dem Dach
Vorheriger Artikel
So schaffen Sie Platz auf dem Dach
Ihre Meinung – schreiben Sie uns
Nächster Artikel
Ihre Meinung – schreiben Sie uns
Mehr Lesetipps

... Beim Antrieb geht der Gladiator ganz andere Wege als der Wrangler, der nur noch als Plug-in-Hybrid mit lächerlichen 1508 Kilo Anhängelast nach Europa kommt. Den Gladiator liefert Jeep-Mutterkonzern Stellantis hingegen hier mit Dieselmotor. Und zwar mit dem feinen V6 MultiJet von Fiat Powertrain, der schon imfrüheren Grand Cherokee für reichlich Zugkraft sorgte. Das ist im Gladiator nicht anders. Die Leistung stieg gegenüber der früheren Grand-Cherokee-Ausführung noch einmal um 14 PS, das Drehmoment um 30 Nm. Und das macht richtig Schub – spontan und kernig vom Stand weg. Ebenfalls aus dem Grand Cherokee IV stammt der achtstufige Wandlerautomat von ZF. Der schaltet weich und schnell. Bei der Abstimmung war offenbar eine besonders flinke Reaktion aufs Gaspedal wichtiger als niedrige Drehzahlen: Obwohl der Motor schon von unten raus viel Drehmoment aufbaut, neigt der Automat im Anhängerbetrieb übertrieben willig zum Zurückschalten, auch wenn man nur ganz leicht beschleunigen will; und vor allem auf kurvigen und bergigen Strecken lässt er oft unnötig lang den jeweils kleineren Gang drin. Das wirkt unruhig und lässt den Motor scheinbar angestrengt drehen – was er auch nach innen hörbar kundtut: Offenbar fand man, dass kräftiger Motorklang zum Macho-Charakter des Gladiator passt. Zum Glück führt das relativ hohe Drehzahlniveau nicht zu übertriebenem Verbrauch: Die 13,07 Liter Diesel auf der Gesamt-Messrunde gehen angesichts der prächtigen Kraftentfaltung völlig in Ordnung. Erkennbar ist aber, dass das häufige Schalten im bergigen ersten Teil der Messrunde den Dieselverbrauch ansteigen lässt. Seltsam mutet die sehr tief montierte Anhängerkupplung an. Sie schränkt nicht nur den hinteren Böschungswinkel stark ein, selbst wenn die Kugelstange abgenommen ist. Der niedrige Kupplungspunkt lässt auch den Anhänger deutlich „bergab“ stehen – und erschwert bei Tandemachsern das Erreichen einer ausreichenden Stützlast. Schade auch, dass sich Stellantis offenbar nicht die Mühe gemacht hat, mehr als die seltsamen 2721 Kilo Anhängelast freizugeben. Ziehen würde der Gladiator auch die bei den meisten anderen Pick-ups erlaubten 3,5 Tonnen mühelos. FAZIT THOMAS RÖNNBERG 1 Note 1,243 • VW Touareg (III) eHybrid Verbrauch 12,5 l S+ 3,82 kWh Strom2 Note 1,251 • Bentley Bentayga Diesel Verbrauch 13,4 l D3 Note 1,257 • VW Touareg (III) V8 TDI Verbrauch 13,5 l D4 Note 1,312 • Porsche Cayenne (II) S Diesel Verbrauch 13,6 l D5 Note 1,314 • BMW X5 (G05) 30d Verbrauch 13,2 l D6 Note 1,315 • VW Touareg (III) 3.0 TDI Verbrauch 13,0 l D7 Note 1,319 • BMW X5 (F15) 30d (258 PS, Sport-Automatik) Verbrauch 13,1 l D8 Note 1,339 Audi Q8 50 TDI Verbrauch 13,9 l D9 Note 1,341 • BMW X7 30d • Verbrauch 13,7 l D10 Note 1,349 • Audi Q 7 (II) 3.0 TDI (272 PS) • Verbrauch 13,8 l D52 Note 1,618 Toyota Land Cruiser 200 V8 4.5 D-4D Verbrauch 19,0 l D53 Note 1,637 Toyota Land Cruiser 150 3.0 D-4D Automatik (190 PS) Verbrauch 13,3 l D 54 Note 1,638 • Ford Ranger 3.2 TDCi Aut. • Verbrauch 14,7 l D55 Note 1,656 Toyota Land Cruiser 150 3.0 D-4D Automatik (173 PS) Verbrauch 14,2 l D56 Note 1,659 Jeep Gladiator 3.0 MultiJet • Verbrauch 13,1 l D57 Note 1,663 • Ram 5.7 Hemi (Gasbetrieb) • Verbrauch 23,7 l Autogas (LPG)58 Note 1,664 Ssangyong Rexton (I) 270 xdi Automatik Verbrauch 14,3 l D59 Note 1,666 Mercedes ML (III) 250 BlueTec • Verbrauch 13,7 l D60 Note 1,674 Genesis GV80 3.0 D • Verbrauch 14,4 l D

SO WAS GIBT’S NUR EINMAL: Der Jeep Gladiator ist der einzige Pick-up des Marktes, mit dem man richtig offen fahren kann. Schon serienmäßig hat er als „Overland“ – nur der steht in der Preisliste – ein abnehmbares Hardtop mit einfach herausnehmbaren Deckelhälften vorn. Und wie beim Wrangler kann man auch die Türen aushängen und die Frontscheibe abklappen.

Dass der Gladiator auf dem Wrangler basiert, sorgt also nicht nur für nostalgisch coolen Look – sondern hat durchaus Vorteile. Aber auch Nachteile, etwa die mäßig präzise Lenkung und den auf unebener Fahrbahn recht unruhigen Geradeauslauf.

“Mit seinem komplett abnehmbaren Dach ist der Jeep ein ideales Basisfahrzeug für Camper.

T. Rönnberg, Redakteur

Beim Antrieb geht der Gladiator ganz andere Wege als der Wrangler, der nur noch als Plug-in-Hybrid mit lächerlichen 1508 Kilo Anhängelast nach Europa kommt. Den Gladiator liefert Jeep-Mutterkonzern Stellantis hingegen hier mit Dieselmotor. Und zwar mit dem feinen V6 MultiJet von Fiat Powertrain, der schon im

früheren Grand Cherokee für reichlich Zugkraft sorgte.

Der Vorteil der tiefen Kupplungskugel und der hohen Ladekante:

A genug Freiraum auch bei offener Bordwandklappe.

B Die Aufnahme der problemlos abnehmbaren Kugel ragt weit nach unten heraus.

C Gut erreichbar: Steckdose und Sicherheitsseil-Öse. D Der V6-Diesel ist das angenehmste aller derzeitigen Jeep-Triebwerke.

E Allradantrieb semipermanent, aber manuell abschaltbar.

F Rätselfreie Bedienung, echte Knöpfe und Hebel.

G Toll: Der Jeep merkt es sich, wenn man den Parkpiepser abschaltet.

H Perfekter Kugel-Blick der Heckkamera.

BESTENLISTE

Niemand hat mehr Zugfahrzeuge gründlicher getestet als AUTO BILD ALLRAD – natürlich alle mit Allrad, weil man ohne nicht ernsthaft Anhänger ziehen kann. Der Jeep Gladiator wird in der Gesamtwertung durch die unverständlich niedrige Anhängelast zurückgeworfen. Wären die in dieser Klasse üblichen 3,5 Tonnen freigegeben, käme er auf Platz 7. Denn die Performance ist prima, Verbrauch und Fahrverhalten gehen völlig in Ordnung.

Das ist im Gladiator nicht anders. Die Leistung stieg gegenüber der früheren Grand-Cherokee-Ausführung noch einmal um 14 PS, das Drehmoment um 30 Nm.

Und das macht richtig Schub – spontan und kernig vom Stand weg. Ebenfalls aus dem Grand Cherokee IV stammt der achtstufige Wandlerautomat von ZF. Der schaltet weich und schnell. Bei der Abstimmung war offenbar eine besonders flinke Reaktion aufs Gaspedal wichtiger als niedrige Drehzahlen: Obwohl der Motor schon von unten raus viel Drehmoment aufbaut, neigt der Automat im Anhängerbetrieb übertrieben willig zum Zurückschalten, auch wenn man nur ganz leicht beschleunigen will; und vor allem auf kurvigen und bergigen Strecken lässt er oft unnötig lang den jeweils kleineren Gang drin.

Das wirkt unruhig und lässt den Motor scheinbar angestrengt drehen – was er auch nach innen hörbar kundtut: Offenbar fand man, dass kräftiger Motorklang zum Macho-Charakter des Gladiator passt. Zum Glück führt das relativ hohe Drehzahlniveau nicht zu übertriebenem Verbrauch: Die 13,07

Liter Diesel auf der Gesamt-Messrunde gehen angesichts der prächtigen Kraftentfaltung völlig in Ordnung. Erkennbar ist aber, dass das häufige Schalten im bergigen ersten Teil der Messrunde den Dieselverbrauch ansteigen lässt.

Seltsam mutet die sehr tief montierte Anhängerkupplung an. Sie schränkt nicht nur den hinteren Böschungswinkel stark ein, selbst wenn die Kugelstange abgenommen ist. Der niedrige Kupplungspunkt lässt auch den Anhänger deutlich „bergab“ stehen – und erschwert bei Tandemachsern das Erreichen einer ausreichenden Stützlast. Schade auch, dass sich Stellantis offenbar nicht die Mühe gemacht hat, mehr als die seltsamen 2721 Kilo Anhängelast freizugeben.

Ziehen würde der Gladiator auch die bei den meisten anderen Pick-ups erlaubten 3,5 Tonnen mühelos.

FAZIT

THOMAS RÖNNBERG

Kopfschütteln – oder helle Begeisterung: Der Gladiator polarisiert. Als Zugfahrzeug kann er überzeugen; und das ist gut so. Er ist derzeit der einzige Jeep, der richtig ziehen darf.

1 Note 1,243 • VW Touareg (III) eHybrid Verbrauch 12,5 l S+ 3,82 kWh Strom

2 Note 1,251 • Bentley Bentayga Diesel Verbrauch 13,4 l D

3 Note 1,257 • VW Touareg (III) V8 TDI Verbrauch 13,5 l D

4 Note 1,312 • Porsche Cayenne (II) S Diesel Verbrauch 13,6 l D

5 Note 1,314 • BMW X5 (G05) 30d Verbrauch 13,2 l D

6 Note 1,315 • VW Touareg (III) 3.0 TDI Verbrauch 13,0 l D

7 Note 1,319 • BMW X5 (F15) 30d (258 PS, Sport-Automatik) Verbrauch 13,1 l D

8 Note 1,339 Audi Q8 50 TDI Verbrauch 13,9 l D

9 Note 1,341 • BMW X7 30d • Verbrauch 13,7 l D

10 Note 1,349 • Audi Q 7 (II) 3.0 TDI (272 PS) • Verbrauch 13,8 l D

52 Note 1,618 Toyota Land Cruiser 200 V8 4.5 D-4D Verbrauch 19,0 l D

53 Note 1,637 Toyota Land Cruiser 150 3.0 D-4D Automatik (190 PS) Verbrauch 13,3 l D 

54 Note 1,638 • Ford Ranger 3.2 TDCi Aut. • Verbrauch 14,7 l D

55 Note 1,656 Toyota Land Cruiser 150 3.0 D-4D Automatik (173 PS) Verbrauch 14,2 l D

56 Note 1,659 Jeep Gladiator 3.0 MultiJet • Verbrauch 13,1 l D

57 Note 1,663 • Ram 5.7 Hemi (Gasbetrieb) • Verbrauch 23,7 l Autogas (LPG)

58 Note 1,664 Ssangyong Rexton (I) 270 xdi Automatik Verbrauch 14,3 l D

59 Note 1,666 Mercedes ML (III) 250 BlueTec • Verbrauch 13,7 l D

60 Note 1,674 Genesis GV80 3.0 D • Verbrauch 14,4 l D

Die Gesamtnote berücksichtigt Performance und Verbrauch, Anhängelast und Anfahrverhalten (Bergnote).

Bei Notengleichheit entscheidet der Verbrauch über den Platz in der Rangliste