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NOTRUF DER SEELE


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emotion - epaper ⋅ Ausgabe 3/2022 vom 02.02.2022

Frau Seemann, wenn die Seele leidet, wird dann auch der Körper krank?

Ja, und deshalb ist es wichtig, zwischen psychischen und psychosomatischen Störungen zu unterscheiden. Bei einer psychischen Störung hilft Psychotherapie. Denn hier geht es um das Denken und Handeln. Bei psychosomatischen Erkrankungen nützt Psychotherapie nichts.

Was fällt für Sie unter psychische Störungen?

Phobien wie Höhenangst oder Angst in engen Räumen. Oder Zwänge, wie zum Beispiel der Drang, sich dauernd die Hände waschen zu müssen. Man könnte es so formulieren, dass es sich um ein nicht normales Verhalten in einem bestimmten Kontext handelt.

Und wie grenzen Sie psychosomatische Störungen davon ab?

Die Menschen haben ein körperliches Leiden, das medizinisch nicht vollständig erklärt werden kann.

Wie oftmals zum Beispiel Rückenschmerzen? Genau. Mich hatte immer gewundert, dass psychosomatische Erkrankungen besonders häufig in ...

Artikelbild für den Artikel "NOTRUF DER SEELE" aus der Ausgabe 3/2022 von emotion. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: emotion, Ausgabe 3/2022

Hanne Seemann ist psychologische Psychotherapeutin mit eigener Praxis, spezialisiert auf Psychosomatik. Sie verfasste mehrere Bücher (s. S. 57)
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... der Lebensmitte auftreten. Die Menschen sind noch nicht alt, sie wollen noch einige Jahre arbeiten. Aber plötzlich können sie nicht mehr, sie schlittern in den Burn-out, haben keine Energie mehr. Viele glauben, Ursache für ihre Rücken- oder Kopfschmerzen sei die zu hohe Arbeitsbelastung oder auch eine Beziehungskrise, aber das ist es nicht. Psychosomatische Störungen sind Folge eines Konflikts mit der eigenen Innenwelt. Ich frage meine Patienten daher immer, ob sie den Unterschied zwischen Psyche und Seele kennen.

„Ich wollte lange einem Bild entsprechen, das ich gar nicht bin“

Kathy Twinem, 41, Online-Redakteurin

„Ich fühle mich immer noch so krass wie Work in Progress. Mit 20 bis 30 war ich laut und großmäulig. Ich war viel unterwegs und habe mich mit allen möglichen Leuten getroffen, einfach weil sie mich fragten, ob ich Zeit hätte.

Erst rückblickend begreife ich, dass ich schwer Grenzen setzen konnte, ein People Pleaser war. Jetzt sage ich auch mal Nein, reserviere mir wöchentlich Abende für mich, mit Sport oder auf dem Sofa. Nach dem Tod meines Vaters vor neun Jahren habe ich mir die Frage gestellt:

Was will ich wirklich und was tut mir gut? Seitdem gehe ich tiefer in mein Bauchgefühl, bin sensibler dafür geworden, früh zu merken, wenn mir etwas unangenehm ist. Und wenn mich etwas stört, dann spreche ich das jetzt auch viel eher an.“