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Nutz wert-Analyse


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Reisemobil International - epaper ⋅ Ausgabe 1/2023 vom 06.12.2022

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Zuerst war der Alkoven, er galt und gilt als Familienmobil par excellence, in dem die Kinder über dem Fahrerhaus ihr eigenes kleines Paradies finden. Der Teilintegrierte fand erst später den Weg in den Markt und galt lange als ausgesprochenes Zweiermobil für reisende Paare. Vor einigen Jahren begann die Industrie jedoch verstärkt damit, Teilintegrierte mit Hubbetten auszustatten, was sie ebenso familientauglich macht.

Trotz dieser Gemeinsamkeit sind sie jedoch grundverschieden: Ein Alkovenmobil beherbergt ohne Umbau zwei vollwertige Schlafplätze über dem Fahrerhaus, wobei der Wohnraum bewohnbar und die Aufbautür voll nutzbar bleibt, weil der Durch-gang zu ihr nicht wie im Fall des Teilintegrierten durch das abgesenkte Hubbett versperrt wird, das direkt über der Sitzgruppe hängt. Auch lässt sich im Teilintegrierten in aller Regel die Sitzgruppe nicht mehr nutzen, wenn zwei Camper im ...

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... abgesenkten Bett darüber liegen, weil unten keine Kopffreiheit mehr bleibt. Zudem reduziert das Hubbett des Teilintegrierten die Stehhöhe im Wohnraum deutlich, außerdem auch in vielen Fällen den Tageslichteinfall, weil das Hubbett direkt unter dem Dachfenster hängt. Dem höheren Wohnwert des Alkovenmobils stehen jedoch auch einige Nach- teile gegenüber. Der klobige Alkoven über dem Cockpit steht gut im Wind. Das erhöht Verbrauch und Fahrzeughöhe, was mitunter das Rangieren erschwert.

BENIMAR

DETHLEFFS

Außerdem verlagert sich dadurch der Schwerpunkt des Fahrzeugs nach oben und verschlechtert somit grundsätzlich die Fahreigenschaften. Dem gegenüber fällt der Teilintegrierte dank aerodynamisch geschnittener Karosserie mit flacher Dachhutze geradezu windschnittig aus, was den Verbrauch reduziert und das Handling erleichtert.

Was das ganz konkret im direkten Vergleich bedeutet, zeigen im Folgenden Be- nimar Sport 363 (Alkoven) und der Just Go T 7055 EB von Dethleffs (TI mit Hubbett).

AUFBAU

Benimar fertigt den Sport 363 in holzfreier Gf K-Sandwichbauweise (Dach, Wände, Boden), wobei Dach und Wände beidseitig mit GfK beplankt werden. Isoliert wird mit geschlossenzelligem, extrudiertem Polystyrol-Hartschaum (XPS), der im Falle eines Auf bauschadens keine Feuchtigkeit aufnimmt. Hochwertige Rahmenfenster ergänzen die gelungene Kabinenkonstruktion. Die Aufbautür ist mit einer Breite von 55 Zentimetern jedoch deutlich schmaler als die des Just Go T 7055 EB von Dethleffs (70 Zentimeter).

BENIMAR

DETHLEFFS

BENIMAR

DETHLEFFS

Dessen 34 Millimeter dicke Wände, das Heck und das Dach (35 Millimeter) werden in Gf K-Sandwichbauweise gefertigt, die Bodenstärke (Holz-Sandwich) beträgt 49 Millimeter. Isoliert wird mit EPS (expandiertem Polystyrol), das nicht wasserabweisend ist. XPS-Isolierung ist im Winter-Comfort-Paket enthalten (2.499 Euro), Rahmenfenster kosten 749 Euro extra.

Benimar

+ Holzfreier GfK-Sandwichauf bau

+ Wasserabweisende XPS-Isolierung

Dethleffs

+ Dach und Wände GfK-Sandwich

– EPS-Isolierung nicht wasserabweisend

INNENAUSBAU

An Bewegungsfreiheit mangelt es in beiden Probanden nicht. Der Mittelgang ist im Dethleffs-Teilintegrierten 110 (Eingangsbereich) und im hinteren Wagenteil bis zu 70 Zentimeter breit. Die engste Stelle im Kü-chenbereich ist 56 Zentimeter schmal. Im Benimar-Alkovenmodell Sport 363 verengt sich der Gang im hinteren Teil auf 55 Zentimeter, vor der Küche und im Eingangsbereich misst er stattliche 107 Zentimeter.

BENIMAR

DETHLEFFS

BENIMAR

An der Sitzgruppe tritt der konstruktive Unterschied der beiden Fahrzeuge jedoch deutlich zutage: So beträgt die Stehhöhe beim Alkoven-Benimar hier üppige 224 Zentimeter. Unter dem elektrisch absenkbaren Hubbett (Aufpreis 1.899 Euro) des Just Go T 7055 EB sind es lediglich 190 Zentimeter. Ganz davon abgesehen, dass die Sitzgruppe im Benimar auch dann voll genutzt werden kann, wenn zwei (kleine) Camper bereits im Alkovenbett liegen. Begibt sich der Nachwuchs ins Hubbett des Dethleffs, ist es mit dem gemütlichen Abend für die Eltern an der Sitzgruppe hingegen vorbei.

Die Kopffreiheit in Hub- und Alkovenbett ist jedoch mit 63 (Benimar) und 64 Zentimetern (Dethleffs) nahezu identisch und großzügig bemessen. Allerdings punktet der Alkoven mit Ablagen und USB-Buchsen, die im Hubbett fehlen.

Grundsolide zeigt sich der Möbelbau der Probanden: Oberschränke mit versteckten Griffen und nicht sichtbare Schließbleche verbauen sowohl Benimar wie Dethleffs. Ringsum über die Einzelbetten im Heck verlaufen die Oberschränke in beiden Mobilen nicht. Dethleffs schraubt stattdessen Ablagefächer an die Seitenwände, Benimar nicht mal das.

Die Einzelbetten des Sport 363 erklimmt der Reisemobilist bequem über eine platzsparende Klapptreppe, über eine Klappe greift er bei Bedarf vom Wageninneren auf die Heckgarage zu. Die Lattenroste lassen sich nicht aufstellen, weshalb sich der Camper bücken muss, um den Kleiderschrank mit ausziehbarer Kleiderstange und die großen Schubfächer darunter zu befüllen. Das auszieh-bare Mittelteil kommt ohne Lattenrost aus. Um die deutlich längeren (215 Zentimeter, Benimar 188 und 190 Zentimeter) Einzelbetten des Just Go T 7055 EB zur Spielwiese zu machen, bedarf es eines extra Obolus von 339 Euro. Dicke Matratzen gewährleisten sehr guten Liegekomfort.

DETHLEFFS

BENIMAR

DETHLEFFS

Die Lattenroste sind fest montiert und nicht aufstellbar. Auch ist keine Durchlademöglichkeit in die Garage gegeben. Aus der 110 Zentimeter langen Längsbank des Benimar lässt sich serienmäßig und entgegen der Fahrtrichtung ein fünfter Sitzplatz mit Beckengurt machen, der jedoch wenig Komfort bietet.

Benimar

+ Viel Stehhöhe, zus. festes Bett (Alkoven)

-Einzelbetten im Heck recht kurz Dethleffs -Weniger Stehhöhe unterm Hubbett

-Hubbett unten: Sitzgruppe/Tür blockiert

KÜCHE UND BAD

Große Bäder mit gegenüber eingebauten Duschkabinen inklusive zweier Abläufe sind Standard, Abtrennmöglichkeiten zum Wohn- und Schlafraum ebenfalls.

Die etwas größere Küche inklusive praxisnah dimensionierter Arbeitsfläche nennt der Just Go sein eigen. Dafür kommt er mit einem Zweiflammkocher aus. Die knappe Ablagefläche macht der Sport 363 mit einem in Reihe montierten Dreiflammkocher wett, dessen zwei Glasabdeckungen als Arbeitsfläche fungieren.

Benimar

+ Raumbad mit separater Duschkabine

+ Dreiflammkocher mit 2 Abdeckungen Dethleffs

+ Raumbad mit separater Duschkabine

+ Gut dimensionierte Arbeitsfläche

ELEKTRIK, GAS, WASSER

Die unterflur montierten Abwassertanks isolieren und beheizen beide Anbieter nur gegen Aufpreis (Dethleffs 199 Euro oder Winter-Paket 2.499 Euro, Benimar im Winter-Paket inklusive Truma Combi 6 E-Heizung 1.420 Euro). In beiden Mobilen sitzt die Elektrozentrale in den Sitzbänken, Benimar integriert gut erreichbar auch die Truma Combi 4 und die Wasserpumpe darin. Dethleffs integriert den Frischwassertank gut erreichbar in die Heckgarage. Üppig bei beiden: die Zahl der USB- und 230-Volt-Steckdosen.

Benimar

+ Jede Menge (USB-)Steckdosen

-Isolierung Abwassertank optional Dethleffs

+ Zahlreiche (USB-)Steckdosen

-Isolierung Abwassertank kostet extra

BASISFAHRZEUGE

Die Transit-Basis ist komfortabel gefedert, der Basismotor mit 130 PS ausreichend kräftig und die Serienausstattung in beiden Fällen umfangreich (siehe Datenkasten auf Seite 32).

Unterwegs zeigt sich der Dethleffs-Teilintegrierte dynamischer, im Benimar-Alkovenmobil lässt es der Fahrer wegen des höheren Schwerpunkts besser gemütlicher angehen. Dann bleibt auch der Verbrauch im Rahmen.

BENIMAR

DETHLEFFS

INTERESSANTE DETAILS

BENIMAR

DETHLEFFS

TESTFAZIT

Dieser Konzept-Vergleich zeigt eindrucksvoll: Wer regelmäßig zu viert unterwegs ist, kommt an einem Alkovenmobil wie dem Benimar Sport 363 nicht vorbei – dem vermeintlich altbackenen Image zum Trotz. Mit festem Alkovenbett, viel Platz und Stauraum bleibt er das Familienmobil Nummer eins. Der Teilintegrierte bleibt letztlich seinen Wurzeln als komfortables Mobil für zwei treu, auch wenn er im Fall des Dethleffs Just Go T 7055 EB mit einem aufpreispflichtigen Hubbett bestückt und damit zum Vierschläfer wird. Die Stehhöhe im Wohnraum verringert sich, der Durchgang zum Cockpit und zum Ausgang wird versperrt, die Sitzgruppe darunter lässt sich nicht mehr nutzen wenn das Bett unten ist. Bei Handling und Verbrauch wiederum hat der Teilintegrierte die Nase vorn.

TECHNISCHE DATEN

Benimar Sport 363

Basisfahrzeug: Ford Transit mit Werkstiefrahmenchassis, McPherson-Federbeine vorn, Starrachse an Längsblattfedern hinten, Turbodiesel 96 kW/130 PS, Sechsgang-Schaltgetriebe, Frontantrieb, Euro 6d Final

Maße und Massen: (L x BxH) 743 x 230 x 308 cm, Radstand: 395 cm, Stehhöhe: 200 bis 224 cm; zulässige Gesamtmasse: 3.500 kg, Masse fahrbereit: 3.020 kg Betten: Heckbetten 190 und 188 x 85 cm, Alkoven 203 x 155 cm

Füllmengen: Frisch-/Abwasser: 105/105 l; Gas: 2 x11 kg; Kühlschrank: 140 l; Diesel: 70 l; AdBlue: 21 l

Aufbau: Boden, Dach und Wände GfK-Sandwich holzfrei, Isolierung XPS-Schaum (wasserabweisend)

Serienausstattung u. a.: Klimaanlage Fahrerhaus, Fahrer- und Beifahrerairbag, ABS, ESP, Tempomat, Radio DAB mit Bluetooth, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, elektrische Fensterheber, Außenspiegel elektrisch und beheizt, Truma Combi 4-Heizung, zweite Garagentür

Extras u. a.: 155-PS-Maschine (2.420 Euro), Delivery-Paket inklusive Rückfahrkamera, Solarpanel 150 Watt, Frontverdunklung Plissee und Außenleuchte Aufbautür (1.510 Euro)

Grundpreis: ab 66.480 €

Testwagenpreis 70.410

Dethleffs Just Go T 7055 EB

Basisfahrzeug: Ford Transit mit Werkstiefrahmenchassis, McPherson-Federbeine vorn, Starrachse an Längsblattfedern hinten, Turbodiesel 96 kW/130 PS, Sechsgang-Schaltgetriebe, Frontantrieb, Euro 6d Final

Maße und Massen: (L x BxH) 736 x 233 x 299 cm, Radstand: 395 cm, Stehhöhe: 190 bis 213 cm; zulässige Gesamtmasse: 3.500 kg, Masse fahrbereit: 2.905 kg Betten: Heckbetten 2 x215 x 80 cm, Hubbett 200 x 140/115 cm

Füllmengen: Frisch-/Abwasser: 115/95 l; Gas: 2 x11 kg; Kühlschrank: 137 l; Diesel: 70 l; AdBlue: 21 l

Aufbau: Dach und Wände aus GfK-Sandwich; Boden Holz-Sandwich, Aufbau mit EPS isoliert (nicht wasserabweisend)

Serienausstattung u. a.: Tempomat, Fahrerairbag, ABS, ESP, ASR, EBD, Berganfahrassistent, Seitenwindassistent, Überrollschutz Fahrerhaus, Notbremsunterstützung inkl. Notbremslicht, Truma Combi 6-Heizung Extras u. a.: 155-PS-Maschine (1.499 Euro), elektrisch absenkbares Hubbett (1.899 Euro), Comfort-Paket u. a. mit Alufelgen, Beifahrerairbag, Aufbautür mit ZV, Panorama-Dachfenster, Garagentür links, Fahrerhaus-Klimaanlage, Spurhalte- und Fernlichtassistent, Müdigkeitswarner (7.999 Euro) Grundpreis: 60.499 €

Testwagenpreis: 71.896

LADETIPPS

In der 3,5-Tonnen-Basisversion haben zwei Camper ausreichend Zuladereserven, zu viert wird es knapp. Empfehlung: 4,1-Tonnen-Chassis für 1.040 Euro.

*nach Werksangabe; **RMI-Messmethode, angelehnt an die StVZO; *** RMI-Messmethode, angelehnt an die EN 1646-2: Anteilige Achslasten errechnen sich nach dem Momentenschlüssel (Achsbelastung = Einzelgewicht x Hebelarm : Radstand)

Hubbett, große Maschine und Comfort-Paket lasten schwer auf dem 3,5-Tonner. Mit dieser Ausstattung ist das 4,1-Tonnen-Chassis sinnvoll (1.099 Euro).

*nach Werksangabe; **RMI-Messmethode, angelehnt an die StVZO; *** RMI-Messmethode, angelehnt an die EN 1646-2: Anteilige Achslasten errechnen sich nach dem Momentenschlüssel (Achsbelastung = Einzelgewicht x Hebelarm : Radstand)