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Objekt der Begierde


electric wow - epaper ⋅ Ausgabe 2/2021 vom 11.06.2021

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Was vor ein paar Jahren noch exklusiv und entsprechend teuer war, wird nun langsam demokratisiert. Die Rede ist von jener Gattung E-Autos, die mit gutem Platzangebot und großer Reichweite aufwartet. Hier gibt der VW-Konzern derzeit ordentlich Gas oder vielmehr Strom, erstes Modell war der kürzlich gelaunchte VW ID.4, wenig später hat Škoda den auf der gleichen Plattform aufbauenden Enyaq iV nachgeschoben. Und der steht auf der Wunschliste vieler Neo-Stromer offenbar weit oben, denn – und damit die schlechte Nachricht gleich am Anfang – wer jetzt bestellt, bekommt sein ...

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Konventionell und simply clever

Aber warum ist der Run auf den Enyaq so groß, während man den ID.4 bereits deutlich früher haben kann? Nun, da wäre zunächst einmal die Optik, die offenbar mitten ins Schwarze trifft. Trotz kaum vorhandener Größenunterschiede ist der Škoda präsenter und wuchtiger, dafür aber optisch nicht so konsequent auf Zukunft getrimmt wie der ID.4. Das setzt sich im Innenraum fort. Wer sich in einem Octavia auskennt, wird sich auch beim Enyaq sofort zurechtfinden. Das Multifunktionslenkrad kommt ohne Touch-Spielereien aus, der Gangwählhebel ist in der Mittelkonsole und für jedes Fenster gibt es einen eigenen Schalter. Langweilig, könnten nun die einen sagen, simply & clever die anderen. Klar ist, vieles bleibt natürlich eine Frage des persönlichen Geschmacks. Den treffen jedenfalls auch die Materialien im Elektro-Tschechen, je nach Ausstattungsstufe ist das Armaturenbrett in Stoff oder Leder gehüllt, schaut gut aus, greift sich gut an. Škoda-typisch großzügig sind die Platzverhältnisse, immer wieder erstaunlich, wie es die Ingenieure der VW-Tochter schaffen, dort und da ein paar Extra-Zentimeter herauszuholen. Das Platzangebot im Fond ist fürstlich, auch der Kofferraum kann sich mit 585 bis 1.710 Litern absolut sehen lassen und macht das elektrische Fahren somit auch für Familien interessant, die mit Kind und Kegel verreisen und jeden Zentimeter Stauraum zu schätzen wissen.

480 Kilometer Testreichweite

Die erste Ausfahrt haben wir mit dem iV 80 absolviert, also dem Modell mit der größeren Batterie. Die bringt es auf eine Nettokapazität von 77 kWh und eine Reichweite von 536 Kilometern nach WLTP. Auf unserer Testrunde kamen wir bei nahezu perfekten Bedingungen auf einen Verbrauch ohne Ladeverluste von knapp 16 kWh, was einer hochgerechneten Reichweite von circa 480 Kilometern entspricht. Im Winter oder bei höherem Autobahnanteil sind diese Werte freilich nicht zu erreichen, 350 Kilometer sollten aber auch dann noch möglich sein. Wer eine Schnellladesäule mit mindestens 125 kW ansteuert, bekommt die Batterie in 38 Minuten auf 80

"Wir kamen auf einen Testverbrauch von 16 kWh und eine Reichweite von 480 Kilometern.“

Prozent geladen. An der Wechselstrom-Wallbox schafft der coole Tscheche dreiphasige elf kW, mit einer Ladedauer von 7:30 Stunden kann man am nächsten Morgen vollgeladen in den Tag starten. Was die Abstimmung betrifft, so ist der Enyaq wie auch der ID.4 eher auf der komfortableren Seite, was aber gut zum Gesamtkonzept passt. Beschleunigungsorgien à la Tesla gibt’s hier keine, 8,5 Sekunden auf 100 km/h sind aber absolut ausreichend.

Bei 40.060 Euro geht’s los

Abschließend der Blick in die Preisliste: Der Enyaq iV 60 (412 km Reichweite nach WLTP) startet bei 40.060 Euro (33.383 exkl.), unser iV 80 mit größerem Akku bei 46.470 Euro (38.725 exkl.). Die jeweiligen Sportline-Versionen kosten 4.600 Euro (3.833 exkl.) mehr, eine RS-Variante mit mehr Leistung sowie ein Modell mit Allrad werden nachgereicht. Alles, was es jetzt noch braucht, ist Geduld. •