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Odio: Musikbox


LinuxUser - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 19.03.2020

Das Kofferradio hat ausgedient: Mit Odio empfangen Sie per Mausklick mehr als 20 000 Sender aus aller Welt.


Mit Odio unkompliziert Internet-Radio hören

Artikelbild für den Artikel "Odio: Musikbox" aus der Ausgabe 4/2020 von LinuxUser. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: LinuxUser, Ausgabe 4/2020

© Saksan Maneechay, 123RF

Früher gab es in jedem Haushalt mindestens ein Radiogerät, das die Zuhörer unterhielt und mit Nachrichten versorgte. Heute ersetzen Streaming-Dienste, die sich ohne besondere Hardware auf jedem Computer empfangen lassen, die altmodischen Geräte. Auch die öffentlichrechtlichen Sender in Deutschland bieten inzwischen Streams im Internet an.

Native Player

Unter Linux lassen sich entsprechende Dienste jedoch oft nur umständlich nutzen: ...

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... Universelle Abspielprogramme wie Clementine, Rhythmbox oder Lollypop muss man manuell für den Empfang von Streaming-Diensten vorbereiten; sie benötigen dafür außerdem teilweise spezielle Plugins. Dedizierte Anwendungen zum Hören von Radiosendern im Internet sind dagegen bislang unter Linux dünn gesät, oft handelt es sich um Kommandozeilenprogramme. Diesem Manko hilft nun das junge Projekt Odio . ab, mit dessen Hilfe Sie Tausende Radiosender aus aller Welt empfangen.

Installation

Die auf dem Electron-Framework . basierende Freeware Odio lässt sich als Snap-Paket problemlos in zahlreiche Distributionen integrieren. Dazu stehen auf der Seite des Snap-Stores entsprechende Anleitungen bereit, die jeweils auch die Installation von Snap als Voraussetzung mit beschreiben.

Fehlt der von Ihnen verwendeten Distribution eine Snap-Unterstützung, laden Sie alternativ von der Electron-Seite ein AppImage herunter, das für 32- und 64-Bit-Architekturen bereitsteht. Es integriert beim ersten Aufruf optional auch einen Starter in die Menühierarchie des Systems.

Odio öffnet - aufgrund des Electron- Frameworks etwas behäbig - ein modern wirkendes, in drei Segmente aufgeteiltes Fenster, das an den Dienst Spotify erinnert. Links finden Sie eine vertikale Einstellungs- und Optionsleiste, in der Mitte eine Auswahl an Radiosendern. Die rechte Spalte zeigt den aktuell angewählten Sender samt einiger Steuerele- mente. Die Software gibt es derzeit ausschließlich in englischer Lokalisierung, was aber dank der Darstellung von Senderlogos für deutsche Anwender nicht nachteilig ins Gewicht fällt 1.

Suchen und finden

1 Die Startseite von Odio zeigt bereits einige Sender an.


Laut der Github-Seite des Projekts erhalten Sie mit Odio Zugriff auf mehr als 20 000 Radiosender aus aller Welt. Dazu pflegt das Projekt keine eigene Datenbank, sondern greift auf jene des Community Radio Browsers . zurück, der aktuell mehr als 25 000 Internet-Radiostationen rund um den Globus listet.

Um in dieser Fülle den gewünschten Sender zu finden, bedarf es einer leistungsfähigen Suchfunktion. Odio bietet daher mehrere Kriterien, nach denen sich der Datenbestand durchforsten lässt. Über die Option Countries in der linken Spalte erreichen Sie die Länderauswahl. Odio listet nun alle Länder aus der Senderdatenbank mit Landesflaggen auf, wobei jeweils ein Text die Anzahl der für dieses Land erfassten Stationen angibt. Für Deutschland führt Odio 2812 Sender auf 2.

Ein Klick auf eine der Flaggen öffnet im Mittelteil des Programmfensters eine Liste der entsprechenden Stationen. Sie lässt sich über das oben eingeblendete Suchfeld durchstöbern, wobei sich die Liste in Echtzeit dem eingetippten Begriff anpasst. Um den gewünschten Sender zu aktivieren, klicken Sie auf dessen Logo. Das erscheint dann auch rechts im Programmfenster, zusammen mit einigen Steuerelementen, mit denen Sie die Lautstärke regeln, die Wiedergabe unterbrechen oder einen anderen Sender aufrufen.

Alternativ durchsuchen Sie den Senderbestand auch anhand von Tags. Das Aktivieren von Languages in der linken Spalte listet die vergebenen Sprach-Tags alphabetisch auf. Hier gilt es, zu beachten, dass Sprachen unter unterschied lichen Schlagworten auftauchen können: So finden Sie unter dem Tag deutsch beispielsweise nur 176 Sender, unter german hingegen über 2000.

2 Sie möchten Nachrichten von den Fidschi-Inseln empfangen? Mit Odio kein Problem.


3 Durch unzählige Tags haben Sie die Möglichkeit, die Suche nach Sendern zu beschleunigen und einzugrenzen.


4 Das Senderprofil zeigt neben der URL des Senders auch die Bitrate des Streams an.


Es gibt unzählige weitere Schlagworte in unterschiedlichsten Varianten, sodass sich dieses Kriterium nur für eine grundlegende Suche eignet. Die integrierte Suchfunktion ermöglicht jedoch mithilfe eines freien Eingabefelds, durch engeres Eingrenzen das Gewünschte zu finden

Das Kriterium Tags aus der linken Spalte ordnet die Radiostationen nach Genres und anderen Schlagwörtern. Eine mit einem Eingabefeld versehene Suchfunktion beschleunigt die Suche dabei merklich, da die Liste der Tags sehr umfangreich ausfällt 3.

Favoriten

Um Ihre Lieblingssender nicht bei jedem Programmstart neu suchen zu müssen, bietet die Software Ihnen an, sie in einer Favoritenliste zu sichern. Diese individuelle Bibliothek speichert das Programm dann lokal ab und benötigt daher auch kein Online-Konto.

Um Ihrer Privatbibliothek einen Sender hinzuzufügen, klicken Sie im mittleren Fenstersegment auf das Herz-Symbol (Add to my library) unten rechts im Listeneintrag des gewünschten Senders. Daraufhin ändert sich dessen Farbe von Grau nach Rot. Ein weiterer Klick darauf entfernt den betreffenden Sender wieder aus der persönlichen Sammlung.

Die Senderbibliothek erreichen Sie in der linken Spalte unter My Library. Hier wählen Sie den gewünschten Sender aus und starten dessen Stream. Über den Schalter Edit Library schalten Sie die Bibliothek in den Editiermodus. Alle in der Liste befindlichen Sender erhalten daraufhin ein rotes Minus-Symbol; ein Klick darauf entfernt den entsprechenden Eintrag aus den Favoriten.

Dateien zum Artikel herunterladen unter www.linux-user.de/dl/ 44073

Technisches

Bei Radiosendern, die via Internet streamen, gibt es keine festen technischen Standards. Daher kommt es vor, dass Sender eine sehr schlechte Wiedergabequalität aufweisen. Auch bei einem schmalbandigen Internet-Anschluss treten Übertragungsprobleme auf. Um die technischen Einzelheiten sowie die Heimatadresse des Senders in Erfahrung zu bringen, klicken Sie auf View station profile rechts unten im Sendereintrag.

Eine schlechte Wiedergabequalität liegt häufig an einer niedrigen Bitrate. So streamen zahlreiche deutsche Sender des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ihre Inhalte nur mit 64 oder gar 32 kbit/ s, was die Klangqualität erheblich mindert. Einige Sender bieten Streams aber in verschiedenen Bitraten an, mit einem jeweils eigenen Eintrag in der Senderliste. Ein Blick ins Senderprofil gibt Auskunft darüber, welche das sind.

Die Ursache von Unterbrechungen bei der Wiedergabe des Streams findet sich meist ebenfalls in den Bitraten. Verfügen Sie nur über einen schmalbandigen Zugang, lohnt sich das Ausweichen auf einen Stream mit niedrigerer Bitrate, sofern der Sender diesen bereitstellt 4.

Fazit

Odio ermöglicht den unkomplizierten Empfang von Internet-Radiosendern. Dabei verzichtet die moderne, intuitiv bedienbare Oberfläche auf jeden Schnickschnack und ermöglicht, mit wenigen Mausklicks individuell ausgesuchte Sender anzusteuern. Allerdings erlaubt das Programm weder ein Mitschneiden von Sendungen, noch können Sie selbst weitere Stationen in der Liste ergänzen. (tle)

Weitere Infos und interessante Links www.linux-user.de/qr/ 44073

README

Viele Radiosender aus aller Welt streamen ihre Inhalte via Internet. Mit Odio erhalten Sie ein optisch ansprechendes Programm zum unkomplizierten Empfang.