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Österreich: Goiserer Traun: Meine zweite große Liebe


FliegenFischen - epaper ⋅ Ausgabe 40/2019 vom 31.05.2019

In FliFi 2-19 hatte ich Ihnen mit der Drau bereits eines meiner Lieblingsreviere vorgestellt, mein zweites liegt gar nicht so weit von meinem Heimatort Mondsee entfernt. In einer Dreiviertelstunde bin ich beim Steegwirt am Hallstättersee, dem idealen Ausgangspunkt für einen spannenden Fischertag an der Goiserer Traun …


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An der Goiserer Traun steigen auch richtig große Äschen gerne zur Trockenfliege! Typisch für die Äschen in diesem Fluss ist die rötliche Färbung der größeren Exemplare.


Fotos: W. Hauer

Das Revier an der Goiserer Traun beginnt beim Ausrinn, dem Auslauf des Hallstättersees und erstreckt sich ...

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... rund 4,5 km flussabwärts. Der durchschnittlich 20 bis 30 Meter breite Fluss hat einen recht abwechslungsreichen Verlauf. Er ist geprägt von langen und ruhigen Zügen, tiefen und schnellen Rinnern und weiten, seichten Rieselstrecken, die ideal für das Aufkommen von Jungäschen sind. Bekannte Plätze, wie die berühmte Nadelwehr beim Ausrinn des Hallstättersees und der tiefe Gumpen unterhalb der Straßenbrücke, sind immer ein paar Würfe wert. Wenn der Wasserstand es erlaubt, sollte man unbedingt den linksufrigen Rinner direkt unterhalb des Seeausrinns befischen. Dort stehen fast immer starke Äschen!

Auch die Insel flussab, vor der sich die Traun trennt und anschließend wieder vereint, ist strömungstechnisch ein Schmankerl. Hier findet man schnelle Rinner, aber auch unberechenbare Kehrwasser und schwierige Zusammenschläge. Wer einzelne Strömungsrichtungen und die jeweiligen Geschwindigkeiten genau beobachtet und richtig einschätzt, der kann durchaus mehrere Fische von einem Standplatz aus fangen – wenn er es schafft, seine Trockene ohne ein Dreggen zu präsentieren!

BEREITS CHARLES RITZ WAR HIER ZUM FLIEGENFISCHEN

Schon Charles Ritz beschreibt in seinem Buch „Erlebtes Fliegenfischen“ die reizvollen Besonderheiten dieses Reviers. Ruhige und zum Teil sehr tiefe Pools sowie einen Staubereich (dieser liegt oberhalb des Kraftwerkes Bad Goisern) findet man in diesem abwechslungsreichen Revier.

Durch den vorgelagerten See ist das Wasser der Traun in aller Regel klar und befischbar. Einen Check des Wasserstands vor der Anreise würde ich dennoch immer empfehlen.

Neben der imposanten Landschaft an den Ufern des Flusses sind es vor allem die herrlichen Wildfische, die den besonderen Reiz dieses eindrucksvollen Flusses ausmachen. Es gibt nur wenige Flüsse mit einem vergleichbar guten Äschenbestand in Europa!

Gründe für das gute Naturaufkommen an Jungäschen sind wohl die Planktondrift aus dem Hallstättersee und auch die umsichtige Bewirtschaftung des Pächters Peter Oberwimmer. Der verzichtet in diesem Revier völlig auf zusätzlichen Besatz, und das trägt zum guten Wildfischbestand bei.

Klar muss einem in diesem Zusammenhang sein, dass diese Wildfische entsprechend schlau sind und nicht auf jede x-beliebige Fliege hereinfallen, wie man das mancherorts von Besatzfischen gewohnt ist. Die Fischerei ist also etwas anspruchsvoller.

GROSSE ÄSCHEN SIND MEIST AUCH HEIKLE ÄSCHEN

So erfreulich der Bestand an Jungäschen auch ist, es sind die großen Äschen, die dieses Revier für mich so spannend machen. Schon alleine der Anblick dieser herrlichen Fische ist faszinierend!

Obere Reviergrenze beim Nadelwehr. Hier finden Sie viele Standplätze für Äschen und Bachforellen – und hier haben Sie die Chance auf eine der schönen Seeforellen aus dem Hallstättersee. Tipp: Im tiefen Gumpen unter der Straßenbrücke stehen immer wieder kapitale Fische. Im Hintergrund sieht man übrigens den im Text erwähnten Steegwirt.


Auch diese Stelle sollten Sie sich merken. Gegenüber vom Steegwirt befindet sich diese Insel in der Goiserer Traun. Wer hier seine Trockenfliege sauber anbieten kann, hat gute Chancen auf eine große Äsche.


Doch so einfach das Beobachten der Äschen an der Goiserer Traun oft ist, an manchen Tagen sind sie recht schwierig und steigfaul.

Bevor man jedoch vorschnell auf eine Nymphe umstellt sollte man schon einige Würfe mit verschiedenen Trockenmustern machen. Oft beginnen die Äschen dann unvermittelt doch zu steigen!

Selbst Äschen um die 50 cm steigen, wenn die Bedingungen (und natürlich die Fliege!) passen. Und mir persönlich bereitet der Fang einer schönen Äsche mit der Trockenen eine besondere Freude. Ich persönlich fische übrigens bevorzugt mit kleinen CDC-Emergern in den Größen 16 und 18.

GELEGENTLICH WERDEN MEHRERE 50ER AM TAG GEFANGEN

An manchen Tagen, speziell mit höherem Wasserstand, ist aber die Nymphe „das Mittel der Wahl“ und bringt entsprechend gute Fische.

Jan Kubala, ein absoluter Spezialist für Czech und French Nymphing, ist beispielsweise an der Goiserer Traun in seinem Element – und enorm erfolgreich. Da ich diese Techniken selbst nicht so gut beherrsche, begnüge ich mich meist mit kleinen Nymphen in den Größen 18 oder 20, die mein Freund Franz Xaver Ortner für mich bindet. Die kleinen Nymphen fische ich entweder solo oder als Springer über einer gewichtigen Goldkopfnymphe. Übrigens: So schön der Äschenherbst an der Goiserer Traun auch sein mag, starke Äschen werden während der ganzen Saison gefangen! Es gibt sogar Tage, an denen mehrere 50er Fische gefangen werden! Doch das ist natürlich die Ausnahme und nicht die Regel.

Tipp: Zu einer traumhaften Äschenstrecke kommt man, wenn man von der Görber Brücke am rechten Ufer flussauf zur sogenannten Pferdewiese geht. An dieser Stelle findet man eine Abfolge von Rinnern und ruhigen Zügen mit Äschenstandplätzen, die sich vom Gleitufer her bequem befischen lassen.

Schnelles Wasser am linken Ufer flussab in der Nähe des großen Firmenparkplatzes. Von diesem aus kommt man an diese Stelle, wenn Sie dem meist trockenen Bachbett bis zur Traun folgen. In der starken Strömung wird selbst der Drill einer 35er Äsche spannend.


Manchmal bedarf es schon einiger Ausdauer und entsprechend vorsichtigem Verhaltens, um diese schlauen Fische zu überlisten. Ich versuche es dann eher in den schnelleren Passagen, in diesen sind die Fische meist nicht soooo heikel wie im ganz ruhigen.

Eine weitere sehr gute Stelle für Nymphen-Liebhaber ist der Bereich unterhalb des Kraftwerkes in Bad Goisern, das im Juni 2017 neu errichtet wurde.

TRAUMHAFTE REGENBOGEN, FAST WIE STEELHEADS …

Auch wenn die meisten von uns wahrscheinlich wegen der Äschenfischerei an dieses Revier kommen werden, es wäre ungerecht, die prächtigen Forellen nicht zu erwähnen.

Die besonders kampfstarken Kamloops-Regenbogen wurden vor vielen Jahren versuchsweise besetzt. Seitdem haben sich diese eleganten Wildfische durch natürliche Reproduktion prächtig entwickelt und kommen bis heute in der Goiserer Traun vor.

An der Trockenfliege bieten diese Regenbogen spektakuläre Sprünge und ausgiebige Drills, man fühlt sich fast ein wenig an Steelheads erinnert.

Diese Fische halten sich bevorzugt an seichten, aber schnellen Rauschen und den Einläufen von Rinnern auf. Da diese Fische sehr scheu sind, fische ich sie meist stromauf mit kleinen Trocken- oder Nassfliegen an.

Auch in den Staubereichen oberhalb des Kraftwerkes in Bad Goisern patrouillieren kapitale Regenbogenforellen, die mit ihren perfekten Flossen und dem makellosen Schuppenkleid eine echte Augenweide sind.

Wege zum Erfolg, ein Blick in Jan Kubalas Nymphenbox. Diese Muster bietet er beim French Nymphing stromauf an. Mit dieser Methode konnte er schon zahlreiche starke Äschen überlisten.


AUCH BACH- UND SOGAR SEEFORELLEN ERWARTEN SIE HIER!

Auch auf die ursprünglich hier heimischen Bachforellen trifft man noch. Und selbst wenn sie sich im Drill nicht so spektakulär gebärden wie ihre nordamerikanischen Verwandten, ist der Fang dieser herrlichen Wildfische ein besonderes Erlebnis. Ganz charakteristisch sind sie gefärbt, diese Bachforellen. Sie haben eine elegante Körperform, einige rote und viele schwarze Tupfen oder Kreuze sind ihr Markenzeichen.

Da vom Hallstättersee immer wieder Seeforellen in die Goiserer Traun einwandern, hat man übrigens sogar die Chance, einen dieser edlen Salmoniden zu fangen!

An manchen Tagen sind die Äschen in bester Steiglaune, dann ist die Trockenfliege Trumpf! Jan Kubala serviert seine Trockene hier genau in die Blasenspur am anderen Ufer. Dort treiben die geschlüpften Duns konzentriert ab, und die Äschen haben sich darauf eingestellt.


Selbst für den Spezialisten Jan Kubala ist diese Äsche mit deutlich über 50 cm ein Ausnahmefisch. Doch es gibt diese Fische in der Goiserer Traun, und sie sind gar nicht so selten.


Selbst Bach- und Seeforellen steigen schon mal auf die Trockene. Besonders „scharf“ machen sie dabei die Köcherfliegen, die während ihres Eiablagefluges kurz über die Wasseroberfläche laufen. Rehhaar-Sedges, mit der Schlitterfliegenmethode gefischt, funktionieren besonders am späten Nachmittag oder vor der beginnenden Dämmerung gut. Auch tagsüber bekommt man schöne Bachforellen an die Trockene, dazu empfehle ich, besonders die Uferpartien mit überhängenden Ästen genau abzufischen. Oft stehen dort große Bach- oder sogar Seeforellen unter den Ästen der Ufergebüsche.

Apropos große Fische: Seit jeher gibt es in den zahlreichen Ausständen und Ruhigwasserzonen des Reviers auch starke Hechte, dieses Phänomen ist bei Seeausrinnen keine Seltenheit. Die Hechte gefährden den guten Fischbestand der Goiserer Traun übrigens kaum, sorgen aber manchmal für überraschende Bewegungen.

Und wo wir gerade bei diesem Thema sind: In der Goiserer Traun kommen auch Aalrutten vor, und diese Süßwasser-Dorsche kann man mit etwas Glück durchaus mit der Nymphe fangen.

Wie gesagt: Vor Überraschungen ist man an diesem Gewässer nie sicher und ich verspreche Ihnen: Wenn Sie erst einmal an diesem Gewässer gefischt haben, dann werden Sie verstehen, warum es eines meiner Lieblingsgewässer ist.

AUF EINEN BLICK

Anfahrt: Autobahnabfahrt Mondsee - Richtung Bad Ischl – Richtung Bad Goisern.
Revier: Rund 4,3 km vom Ausfluss Hallstätter See flussab bis ca. 100 Meter oberhalb der Brücke in Bad Goisern (beschildert). Die Breite beträgt 20 bis 50 Meter.
Saison: 1.1. bis Ende Februar, dann wieder vom 16.3. bis 31.12.
Lizenzen: Tageskarte 90 Euro.
Ausgabestellen: Karten gibt’s direkt vor Ort beim Steegwirt, beim Moserwirt oder in Salzburg im Hurch FlyFishing Shop. Lizenzen können auch online gebucht werden: www.hurch.eu
Bestimmungen: Erlaubt ist eine Fliegenrute mit maximal zwei Trockenfliegen oder Nymphen bis Hakengröße 8 oder mit einem Streamer bis maximal Hakengröße 6. Alle Fliegen ohne Widerhaken und alle gefangenen Fische sind ausnahmslos zu releasen.
Guiding: Ein Guiding von Jan Kubala oder Urs Zulian können Sie über Hurch FlyFishing vereinbaren.
Tipp: Als Ausgangs- und Endpunkt eines Fischertages an der Goiserer bietet sich der Steegwirt direkt beim Ausrinn des Hallstättersees an. Ein Besuch beim Weltkulturerbe-Wirt gehört zum Pflichtprogramm und vom Gastgarten hat man einen schönen Blick auf die Traun und das malerische Nadelwehr. Probieren Sie unbedingt das „Bratl in der Rein“. Das ist ein Schweinsbraten, der mit Stöcklkraut und Semmelknödel im Pfandl serviert wird. Ich empfehle dazu mindestens einen halben Liter kellertrübes Hallstattbier. Steegwirt Au 12 A-4822 Bad Goisern am Hallstättersee Tel.: 0043/6135 8302 E-Mail: office@steegwirt.at www.steegwirt.at
Unterkünfte: Infos erhalten Sie vom Tourismusbüro Bad Goisern Kirchengasse 4 A-4822 Bad Goisern Telefon: +43/5 95095-10 E-Mail: goisern@dachsteinsalzkammergut.at