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Österreich: Ybbs bei Opponitz: Das Traumrevier des Fischerdorfs


FliegenFischen - epaper ⋅ Ausgabe 40/2019 vom 31.05.2019

Weniger als 1.000 Einwohner leben in dem Ort, der sich „Fischerdorf“ nennt. Einer von ihnen ist Andreas Blamauer. Er ist Fliegenfischer und fischt an dem Traumrevier, dem das Dorf seinen Zweitnamen verdankt. Heute stellt er Ihnen dieses vor – es ist die traumhaft schöne Ybbs bei Opponitz.


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Glasklares Wasser und eine Struktur, die nach Fisch förmlich riecht – bei diesem Anblick schlagen Fliegenfischerherzen höher! Ja, die Ybbs ist ein echtes Traumrevier!


Fotos: A. Blamauer

Auch wenn diese Äsche auf die Nymphe ging, die Ybbs ist ein hervorragendes Revier für die Trockenfliege!


Smaragdgrüne Gumpen, Rinnen und ...

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... Taschen, Felsauswaschungen, ein langer Zug nach dem anderen und knietiefe Rieselstrecken, in denen sich zahlreiche Äschen tummeln. Dazu eine Fließgeschwindigkeit, die ideal für die Befischung mit der Trockenfliege ist und ein reicher Fischbestand – so stellt man sich als Fliegenfischer ein echtes Traumrevier vor – und im Fischerdorf Opponitz wird dieser Traum zur Wirklichkeit!

Doch der Reihe nach. Das Fischerdorf Opponitz liegt inmitten der niederösterreichischen Voralpenlandschaft, umgeben von sanften Hügeln, und die Ybbs ist ein wahres Paradies für Fliegenfischer. Der Fluss ist einfach ideal für Trockenfliege, Nymphe und Streamer – diese aber bitte ausschließlich widerhakenlos!

Besonders am Morgen und in den Abendstunden kann man an der Ybbs wahre Sternstunden erleben, und dies meist ungestört. Denn die Kartenausgabe ist beschränkt und dies erlaubt ein entspanntes Fischen und räumt jedem Fliegenfischer genügend Entfaltungsraum ein. In den Opponitzer Revieren wird nur eine bestimmte Anzahl von Fischern – angepasst an die jeweiligen Flusskilometer – pro Tag zugelassen. Für jeden Gast stehen im schlechtesten Fall rund zwei Kilometer feinste Fliegenstrecke zur Verfügung.

IM FISCHERDORF OPPONITZ KÖNNEN SIE SECHS REVIERE BEFISCHEN

Die Ybbs entspringt übrigens in 868 m Seehöhe aus einer Quelle bei Mariazell an der niederösterreichischsteirischen Grenze am Fuße des Großen Zellerhutes und mündet in der Stadt Ybbs in die Donau. Auf ihrem Weg nimmt die Ybbs in Lunz am See den Seebach, der das ganze Jahr reines und sauberes Wasser führt, in sich auf. Vom Ursprung bis etwa Hilm-Kematen führt die Ybbs daher glasklares Wasser der Güteklasse I–II.

Das Fischerdorf Opponitz bietet Ihnen die Möglichkeit, in sechs unterschiedlichen Revieren zu fischen. Das ist wirklich viel, und daher werden Gastfischer bei der Kartenausgabe mit den Besonderheiten ihres Reviers und den Reviergrenzen vertraut gemacht.

Die individuellen Reviere sind auch für Anfänger im Fliegenfischen bestens geeignet, sodass man auch mit wenig Erfahrung einige Erfolgserlebnisse haben wird, und als fortgeschrittener Fliegenfischer kann man sich an der Ybbs seine persönliche Herausforderung in Form eines großen oder schwierigen Fisches suchen.

Insgesamt darf man an der Ybbs durchaus von einer „Genussfischerei“ reden. Die ruhige und mit langen Rauschen durch die reizvolle Landschaft fließende Ybbs ist meist überall leicht zu begehen. Das Befischen jedoch sollte man aufgrund des kristallklaren Wassers nicht unterschätzen. Die Ybbs zeichnet sich durch einen sehr guten Bestand an Regenbogen, vereinzelt auch Bachforellen aus. Besonders stolz ist man in Opponitz aber auf den ausgezeichneten Äschenbestand. Zu Recht!

DIESE REVIERE DER YBBS MÜSSEN SIE KENNEN!

Damit Sie sich ein Bild von den Strecken des Fischerdorfes machen können, stelle ich Ihnen die Reviere vor:

• REVIER OFENLOCH

Ein ca. 1,5 Kilometer langes, beidseitig befischbares Revier. Am Beginn des Reviers ist die Ybbs etwa 20 Meter breit, stürzt und drängt sich dann aber durch eine schmale und doch leicht zugängliche Schlucht in eine breite Staustufe. Die Gumpen und Rauschen der Schlucht sind sehr interessant. Man sollte trotz aller Begeisterung jedoch nicht die eigene Sicherheit aus den Augen verlieren. Es lohnt sich, zu pirschen und sorgfältig die Felsen im Wasser abzufischen, denn jeder Gumpen und jede Kehre ist voller Überraschungen. Aufgrund des schnellen Wassers in der oberen Hälfte des Reviers, die Tiefe beträgt hier bis zu drei Meter, sollten Sie auch die Nymphen einpacken.

• REVIER OPPONITZ

Das Herzstück der Opponitzer Reviere. Von der Busstation Seeburg rund 6 Kilometer flussabwärts bis zur Hornleitnerbrücke erstreckt sich das Revier Opponitz. Sowohl an den Unterständen und Gumpen, als auch in den freien Fließstrecken kann man hier schöne natürlich heranwachsende Forellen und Äschen überlisten.

Eine Regenbogen, gezeichnet wie ein kleines Kunstwerk. Die Fische aus der Ybbs sind ausgesprochen schön.


Das Revier Ofenloch ist geprägt von einer wilden Struktur, perfekt für Fliegenfischer, die gerne im Wildwasser fischen (siehe Artikel in FliegenFischen 3-19 „Erfolgreich im wilden Wasser“ von Roman Moser).


Auch landschaftlich hat die Ybbs einiges zu bieten. Hier ist eine markante Stelle der Ybbs im Revier Opponitz zu sehen.


• REVIER SEEBURG

Von der Haltestelle Seeburg flussaufwärts bis zum Laichschongebiet findet man hier, auf einer Länge von etwa 1 km, alles, was die Ybbs zu bieten hat. Besonders die zwei stark unterspülten Felsbuhnen und das zur Bundesstraße hin sehr tief werdende Wasser lassen einen vehementen Biss schnell zum Nervenkitzel werden.

• REVIER BLAMAU

Von der Holzbrücke Blamau flussabwärts bis zur Lettenwagerbrücke erstreckt sich das Revier Blamau. Auf insgesamt 4,4 km Länge drängen sich hier die Äschen in flachen Rieselstrecken aneinander. Unterbrochen von tiefen Zügen, in denen sich so manche große Forelle wohlfühlt, bietet sich uns Fliegenfischern hier ein sehr abwechslungsreicher Gewässerabschnitt.

• REVIER HOLLENSTEIN

Ungefähr 70 Meter oberhalb der Lettenwagerbrücke, direkt am unteren Ende des Reviers Blamau, beginnt das Revier Hollenstein. Im oberen Drittel (neben dem Naturfreibad) befindet sich eine große Naturwehr. Polbrille aufsetzen! Und dann sollten Sie sich etwas Zeit nehmen und das Wasser aufmerksam beobachten. Es könnte sein, dass Sie Ihren Augen nicht trauen, denn unterhalb dieser Wehr, im tiefen Gumpen, lassen sich vereinzelt schöne Huchen beobachten!

In der Mitte dieses Reviers mündet linksufrig aus dem Ort Hollenstein der sehr fischreiche Hammerbach, den man rund 2 Kilometer flussaufwärts befischen darf.

Das insgesamt fast 4 km lange Revier ist durchgehend leicht begehbar, wobei Sie nicht unbedingt eine Wathose brauchen, Watstiefel sind an den meisten Stellen völlig ausreichend.

Nachdem die Ybbs den Ort Großhollenstein passiert hat, endet das Revier bei der Brücke über dem Quellbach, der (flussabwärts gesehen) am rechten Ufer in die Ybbs mündet.

• REVIER ST. GEORGEN

Von der Stegerbrücke flussabwärts bis zur neuen Holzbrücke an der Haltestelle Blamau durchläuft die Ybbs das Revier St. Georgen. Das Revier bietet feinstes Trockenfliegenfischen auf Äschen und Forellen. Lange ruhige Züge mit vielen Rieselstrecken und anschließend wieder schöne aufeinanderfolgende Gumpen zeigen die Charakteristik dieses Flussabschnittes.

Traumhaft, diese langen ruhige Züge – perfekt für die Trockenfliege!


Fast vier Kilometer lang ist dieses schöne Revier, in dem sogar vereinzelt der Huchen vorkommt.


Mit kleinen, dezenten Nymphen können Sie im klaren Wasser schöne Äschen und Forellen gezielt anfischen.


Tipp: Dieses Revier ist (genau wie die Reviere Seeburg und Blamau) für Einsteiger bestens geeignet.

Sie sehen, das Fischerdorf Opponitz trägt seinen Zweitnamen „Fischerdorf“ zu Recht. Besuchen Sie doch einmal dieses schöne Fleckchen Erde und entdecken Sie Ihr neues Traumrevier an der Ybbs.

Andreas Blamauer liebt die Fischerei an der Ybbs, er ist an diesem Fluss mit der Fliegenrute und als Fischereiaufseher unterwegs. Er stellt Ihnen in diesem Bericht einige Reviere vor und, wenn Sie nach Opponitz kommen, begleitet er Sie auch gerne beim Fischen.


Franz Rosenberger ist ein wahres „Ybbs-Urgestein“, er kennt den Fluss wie kaum ein anderer. Wahrscheinlich werden Sie sich begegnen: in der Bäckerei Rosenberger, in seinem Angelshop oder am Wasser, wo Franz Rosenberger als Fischereiaufseher oder mit der Trockenen unterwegs ist.


FAHRRAD, FISCH, FAMILIE

Wenn Sie gerne mit der Familie Ihren Urlaub an der Ybbs verbringen möchten, Opponitz bietet auch einiges an Freizeitaktivitäten, wie Radfahren entlang des Flusses auf dem neuen Ybbstal-Radweg, das Wandern im Schluchtenweg und ein Besuch des Solebades im nahe gelegenen Ort Göstling.
• Der Ybbstal-Radweg (zwischen Ybbs an der Donau und Lunz am See) ist ein echtes Naturerlebnis für Familien und Genießer. Er führt 55 Kilometer mitten durch die ursprüngliche Flusslandschaft zwischen Waidhofen an der Ybbs und Lunz am See, fernab von Autos und Lärm.
• Wenn Sie lieber wandern, dann sollten Sie den Opponitzer Schluchtenwanderweg wählen. Dieser bietet eine herrliche Aussicht übers Ybbstal und eine spektakuläre Route, aber auch zahlreiche Bankerl und Erfischungen in der „Ochsenluckn“.

AUF EINEN BLICK

Anreise: Opponitz liegt im Bezirk Amstetten im Bundesland Niederösterreich.
Revier: An der Ybbs bei Opponitz stehen sechs Reviere mit einer Gesamtlänge von rund 25 Kilometern zur Verfügung. Neben diesen Revieren können Sie weitere interessante Strecken im Umfeld des Fischerdorfes Opponitz befischen. Man ist Ihnen gerne behilflich und stellt für Sie gerne den Kontakt zu anderen Revieren her.
Saison: 1.4. bis 31.12.
Schonzeiten:
Äsche: 1.1. bis 31.05.
Bachforelle: 1.9. bis 31.03.
Bestimmungen: Erlaubt ist nur die Fliege, gebunden auf Einfachhaken. Nymphe oder Streamer dürfen in sich beschwert sein. Nur Schonhaken (Widerhaken andrücken). Wo erlaubt, darf pro Tag ein Fisch entnommen werden, ansonsten Catch and Release.
Ausrüstung: In den meisten Revieren können Sie mit einer Klasse 3, 4 oder 5 perfekt fischen. Die Länge der Vorfächer sollte nicht unter 3 Metern liegen, bei glasklarem Wasser besser 4 Meter oder mehr. Vorfachspitzen nicht dünner als 0,14 mm. Als Fliegen empfehlen sich Hexe, Adams, Sedge, BWO oder Parachute Duns. Fliegen, die in dunklen Farben gehalten sind, werden generell bevorzugt. Falls Sie was brauchen: Fragen Sie Franz Rosenberger, er hat einen kleinen, sehr gut sortierten Laden – und er kennt die Ybbs seit einer Ewigkeit!
Preise: Tageskarte 120 Euro, ab dem vierten Folgetag 100 Euro.
Kartenausgabe: • Info-Büro der Gemeinde Hauslehen 21 A-3342 Opponitz Tel: 0043/74 44 72 80 - 40 E-Maill: gemeinde@opponitz.gv.at www.opponitz.gv.at/fliegenfischen
• Franz Rosenberger Fischereiaufseher Tel: 0043/74 44 76 48 Handy: 0043/664 450 75 32 E-Mail: baeckerei.rosenberger@aon.at
Kontakt zum Autoren: Wenn Sie einmal mit Andreas Blamauer an der Ybbs fischen möchten, wenden Sie sich gerne an die Gemeinde Opponitz, diese stellt für Sie gerne den Kontakt her.
Unterkünfte: Für Gäste, die länger bleiben möchten, stehen in Opponitz das Gasthaus Bruckwirt und das Gasthaus Kirchenwirt sowie mehrere Privatpensionen zur Verfügung. Alle Informationen finden Sie auf www.opponitz.gv.at/beherbergungsbetriebe
Weitere Infos: Gemeinde Opponitz Hauslehen 21 A-3342 Opponitz Tel.: 0043/74 44 72 80 E-Mail: gemeinde@opponitz.gv.at www.opponitz.gv.at/fliegenfischen