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OFF ROAD-GELÄNDETEST SUZUKI JIMNY WILD LAND DRIVERS: Automatic-Fun


Off Road - epaper ⋅ Ausgabe 3/2020 vom 11.02.2020

Der neue Jimny, so schwierig er auch zu finden und zu kaufen ist, erfreut sich nach wie vor ungebrocherner Beliebtheit. In seiner Basis-Version mit Schaltgetriebe konnte uns der neue Star der Szene durchaus überzeugen. Jetzt wollen wir schauen, wie sich der Kassenschlager im Offroadtrimm von den Wild Land Drivers mit Automatikgetriebe schlägt.


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Bildquelle: Off Road, Ausgabe 3/2020

Bei unserer ersten Ausfahrt mit dem Serien-Jimny zum Offroadpark sind uns einige verbesserungswürdige Details aufgefallen. Die Suzuki-Zubehör-Spezialisten von den Wild Land Drivers aus Höhenkirchen-Siegertsbrunn haben da so einiges in ihrem Portfolio, das die ...

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Bei unserer ersten Ausfahrt mit dem Serien-Jimny zum Offroadpark sind uns einige verbesserungswürdige Details aufgefallen. Die Suzuki-Zubehör-Spezialisten von den Wild Land Drivers aus Höhenkirchen-Siegertsbrunn haben da so einiges in ihrem Portfolio, das die Offroad-Performance des kleinen Japaners deutlich steigern sollte. In Kombination mit der Viergangautomatik, die wir bis jetzt auch noch nicht ausgiebig testen konnten, wird es sicherlich ein interessanter Ausflug in den Schlamm. Ein kleiner Geländewagen gepaart mit einer Wandler-Automatik ist hierzulande nicht die beliebteste Kombination und konnte sich am Markt nie wirklich durchsetzen. Normalerweise sind es andere Allrad-Kaliber mit mehr als dem doppelten Leergewicht, die in der Mehrzahl schaltfaul gefahren werden. Aber wir lassen uns natürlich gerne mal überraschen und gegebenenfalls auch eines Besseren belehren, wenn die Offroad-Performance am Ende des Tages stimmt.

BASIS UND ZUKUNFT

Zunächst muss erwähnt werden, dass wir den Test mit einem Fahrzeug durchführen, das es so nicht mehr in Deutschland geben wird. Nicht, weil die Wartezeit für den Jimny so dramatisch lang ist, sondern weil die Basis-Austattung „Comfort“ hierzulande nicht mehr offiziell angeboten wird. Ab sofort kann man nur noch auf den etwas teureren „Comfort+“-Jimny warten. Für die erste und spannende Ausfahrt mit dem Automaten an Bord nehmen wir dieses kleine Manko aber billigend in Kauf. Zumal die Ausstattung nichts an der Offroad-Performance ändert. Hier sorgen die Wild Land Drivers für Abhilfe und rüsten den Jimny mit Reifen, Fahrwerk und Schutzpaket aus. Das Höherlegungsfahrwerk ist dort in zwei Ausbaustufen erhältlich: In der „leichten“ Version wird der Jimny mit Spacern an den ori ginalen Federn um zwei Zentimeter angehoben und mit den eigens entwickelten Dämpfern ausgestattet (1500 Euro). In der Heavy-Duty-Variante kommen, wie bei unserem Tester, zusätzlich noch vier verstärkte Federn zum Einsatz (2400 Euro). Jetzt ist genügend Platz für ein paar vernünftige BFGoodrich AT-Reifen in der Dimension 215/75 R15 - neben der gewonnenen Höhe ein unglaublicher Gewinn für die Traktion im Vergleich zur 195er-Serienbereifung. Damit der Jimny auch ohne Verletzungsrisiko spielen gehen darf, gibt es einen 5-teiligen Unterfahrschutz aus 4 Millimeter Stahlblech, der Motor, Getriebe, Tank und Achsen vor Feindkontakt schützt (955 Euro komplett). Seitenschweller und ein Lampenschutz für vorne und hinten ergänzen das WLD-Paket am Automatik-Jimny. So gerüstet freuen wir uns auf den Ausflug nach Großmehring.

Heavy-Duty: Die Verschränkung ist mit 205 mm etwas geringer als bei der Serien-Feder.


Vorderer Böschungswinkel: Mit 215er-ATs sind es 37,5 Grad.


Hinten sind es 48 Grad - mit Schutz immer noch 45 Grad.


AUTOMATIK IM ALLTAG

Wie immer ist vor dem Spaß der 100 Kilometer-Stress-Test auf Teer angesagt. In diesem Fall mit etwas mehr Spannung versehen, da wir die Vierstufen-Automatik etwas genauer unter die Lupe nehmen wollen. Und diese überrascht durchaus positiv durch ihre unauffällige Arbeit. Mit der geänderten Achsübersetzung und dem erfreulich gelungenen Spagat zwischen kurzer erster Stufe und lang übersetztem vierten Gang fährt man in der zweiten (bis ca. 60 km/h) und dritten Stufe (bis ca. 85 km/h) unaufgeregt und flott im Stadtund Landverkehr mit. Kein Gangsuchen, keine nervigen Lastwechsel beim Gasgeben. Ähnlich positiv das Bild auf der Autobahn. Freilich keine neugefundene Dynamik, aber man schwimmt überall locker mit. Trotz der um 5 km/h geringe- ren Höchstgeschwindigkeit ist es bei einem Reisetempo von 120 etwas ruhiger im Jimny und man kann sich ohne Anheben der Stimme unterhalten. Die Drehzahl ist in diesem Bereich etwas geringer als bei der Fünfgang-Schaltversion. Erfreulich. So kann man entspannt Reisen. Kommt man auf die Idee, den Tempomat bei 120 einzuschalten, wird man allerdings etwas unsanft geweckt, wenn es einen steileren Berg zu erklimmen gilt. Dann nämlich schaltet die Automatik in den Dritten und die Drehzahl geht in den 5000er-Bereich, um die Geschwindigkeit zu halten.

Komplett geschützt: Wild Land Drivers bietet ein 5-teiliges Schutz-Set für den Unterboden aus 4 mm verzinktem Stahl an.


Das Fahrwerk: Federn plus revidierbare Dämpfer von Wild Land.


Hier zahlt sich der Höhengewinn aus: Der Rampenwinkel wächst auf knapp über 28 Grad mit den Rockslidern.


Daran muss man sich erst einmal gewöhnen, oder den Tempomaten nur im Flachland einsetzen. Das HD-Fahrwerk hingegen verhält sich relativ unauffällig. Etwas härter (war auch zu erwarten), aber der Jimny wird trotzdem nicht zur Hoppelkiste. Eigentlich für höhere Lasten plus eventuelle Winde ausgelegt, ist die Abstimmung von den Wild Land Drivers mehr als alltagstauglich. Da gibt es nichts zu Meckern. So kommen wir, nach dem Tempomat-Wecker-Vorfall wieder beruhigt, ganz entspannt zum Offroadpark Bayern. Jetzt kann der spaßige Teil beginnen.

GETTING DIRTY

Der Sonnenschein hat mal wieder die Schlammoberfläche ein paar Zentimeter angetaut und bietet beste Testbedingungen. Für einen Straßenreifen gäbe es bei diesen Bedingungen keinerlei Traktion. Auch ein AT kommt hier an schnell an seine Grenzen. So muss der Jimny zeigen, was in ihm steckt. Der Höhengewinn durch Fahrwerk und Reifen macht sich bereits auf den ersten Metern bezahlt. Die tiefen Spuren haben bei unserem Besuch mit dem Serien-Bruder für den ein oder anderen Bodenkontakt gesorgt. Da waren für uns nicht alle Wege befahrbar. Heute sieht es anders aus. Nach und nach stellen wir den Japaner vor immer härtere Proben. Und merken, dass die kurz übersetzte Automatik ihre Sache im ersten Gang wirklich gut macht. Brauchte man etwas Druck und Drall, um den Schalter durch das tiefe Geläuf zu jagen, geht es in der Automatik-Version gesitteter zu. Analog dazu verhält es sich in der Untersetzung. Obwohl die Gesamtuntersetzung mit 32,7:1 etwas länger ausfällt (weil das Verteilergetriebe nur eine Ratio von 2,64 hat), meistert der Jimny alle Schlüsselstellen bravourös. Der Unterfahrschutz sorgt dabei für ein angenehmes Gefühl der Sicherheit und lässt den Fahrer freier agieren - speziell wenn man befürchtet, dass es in tieferen Rillen wieder eng wird. Aber der Blick unters Fahrzeug zeigt keine direkten Treffer. Mit seinen ausgezeichneten Winkeln und der einfachen aber ausreichenden Höherlegung gibt es auch nicht wirklich etwas zu befürchten. So soll es sein. Der Automatik-Jimny macht in dieser Ausbaustufe wirklich Laune. Das Wild Land-Fahrwerk mit den härteren Federn verschränkt minimal schlechter als die Serie, aber im realen Einsatz ist dies kaum auszumachen. Andersrum bietet das nachgerüs tete Fahrwerk aber auch einen äußerst positiven Effekt: Wer bepackt auf eine längere Tour geht, verfügt vor allem im direkten Vergleich zur Serienversion über mehr Reserven. Und bei der nicht gerade üppig ausgelegten Zuladung ist das nicht weniger als ein fahrerischer Segen. Dass der neue Jimny als Jäger- und kleines Tour-Mobil taugt, zeigen die erhältlichen Umbauten mit Dachzelt und Kühlbox von den Wild Land Drivers, die wir ja auch schon einmal vorgestellt haben. So gerüstet kann es auf die Reise gehen.

Oben auf: Zusatzbeleuchtung von Rigid Industries für die Nachtetappen.


Robuster Hintern: Der Lampenschutz aus Stahlrohr kann was einstecken.


Perfekte Größe: 215/75 R15 auf Stahlfelge passt!


Kleine Überraschung: Die 4-Stufen-Automatik sorgt für ausreichend Agilität und Offroad-Fun.


Unser Fazit

Durch das Offroad-Fahrwerk, die Allterrain-Reifen und das Schutzpaket kann der Suzuki Jimny sein Potenzial deutlich einfacher ausschöpfen. Sinnvolle und relevante Ergänzungen zur Serien-Ausstattung, die vor allem im Gelände den Spaß am Fahren deutlich steigern. Positiv überrascht die kleine Wandler-Automatik, die nicht einbremst, sondern einen Zugewinn an Komfort im kleinen Japaner darstellt. Sowohl auf der Langstrecke, als auch im Gelände eine echte Alternative zum Schalter.