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„Offene Zucht“ – eines der Themen in Veitshöchheim


GB Gärtnerbörse - epaper ⋅ Ausgabe 11/2018 vom 13.10.2018

Neben der breiten Palette an Beetpflanzen-Sortenneuheiten sowie den hierauf ausgerichteten Versuchsergebnissen machten bei der Fachtagung „Beet- und Balkonpflanzen“ am 5. Juli 2018 in Veitshöchheim vor allem Nützlinge und hierbei die „Offene Zucht“ von sich reden.Edwin Hanselmann greift Aspekte dieser Veranstaltung an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) heraus. Auch „Nützlingspower“ gehörte zu den Themen.


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Bildquelle: GB Gärtnerbörse, Ausgabe 11/2018

Die Kampagne „Nützlingspower“ stellte sich an der LWG vor


Blick auf eines der Prüffelder der LWG mit Kübelpflanzen


Die Anbauversuche rund um Beetund Balkonpflanzen 2017/18 ...

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Die Anbauversuche rund um Beetund Balkonpflanzen 2017/18 standen in Veitshöchheim unter dem Motto „Nachhaltige Produktion“. Eva-Maria Geiger und Barbara Schmitt informierten über die Ergebnisse und spezielle Aspekte. Neben der Sortenbewertung (830 Varietäten aus 36 Züchtungshäusern) ging es um Sonderthemen wie „Pflanzengesundheit beiLeucanthemum und starkwüchsigen Dahlien“.

Bei diesem Versuch mit achtLeucanthemum- und zwölf Dahliensorten war zu prüfen, ob und wie eine Behandlung mit „Effektiven Mikroorganismen“ (EM) wirkt. Verwendet wurden Cocktails mit der von Multikraft aus Österreich entwickelten Rezeptur. Zum Ergebnis des Versuchs mitLeucanthemum wurde angemerkt, dass alle Pflanzen während der gesamten Kulturzeit gesund blieben. Somit trat kein Echter Mehltau auf. Ein Einfluss auf Pflanzen- und Wurzelqualität ließ sich ebenfalls nicht feststellen.

Bei den Topfdahlien gab es dagegen eine eindeutige Wirkung gegen Echten Mehltau. Bei den meisten der zwölf Sorten kam in den wöchentlich mit einem EM-Cocktail behandelten Parzellen erheblich weniger Mehltaubefall als in den unbehandelten Parzellen vor. Vor allem galt dies für Sorten, die ohnehin eher zu Mehltau-befall neigen. Dagegen trat bei ‘Dalaya Bali’, ‘Dalaya Goa’ und ‘Temptation Red Velvet’ kein oder nur sehr geringer Mehltaubefall auf. Auch bei den Dahlien wurden Pflanzen- und Blütendurchmesser durch die Cocktails nicht beeinflusst.

Biologische Verfahren

Aspekte der Pflanzengesundheit standen bei der Veitshöchheimer Tagung mit im Vordergrund. Hierbei ging es auch um den Nützlingseinsatz. Zum einen stellte Berater Wolfgang Ahlvers die zur Beet- und Balkonpflanzensaison 2017/18 gegründete baye -rische Kampagne „Nützlingspower – Natürlich mit Nützlingen“ vor (siehe Kasten unten).

Zum anderen erläuterte Gärtnermeister Thomas Schneider, wie die gegen Blattläuse wirksame „Offene Zucht“ in der LWG Veitshöchheim bei den Zierpflanzenversuchen gehandhabt wird. Schneider ist mit seinem Team für die praktische Umsetzung und Durchführung dieser Versuche zuständig.

Anders als in üblichen Gärtnereien kann sich im Versuchsbetrieb keine stabile Nützlingspopulation etablieren. Grund: Bei Versuchsgewächshäusern müssen die jeweiligen Ab -teile nach jedem Versuch per Hochdruckreiniger gesäubert werden. Ausgangspunkt ist somit ein „relativ sauberer Betrieb“.

Minierfliegen und Trauermücken bereiten im Versuchsbetrieb bei den Beet- und Balkonpflanzen-Anzuchten kaum Probleme, doch ist vor allem auf Blattläuse zu achten. Um trotz der Blattläuse möglichst nicht mit chemischen Präparaten behandeln zu müssen, wird das „Offene Zucht“-Verfahren angewendet.

Dieses begann bei den Beet- und Balkonpflanzen-Anbauversuchen 2017/18 in Kalenderwoche (KW) 50 mit der Aussaat von Fingerhirse (Eleusine ) in Quickpotplatten. Getopft wurde vier Wochen später in 19er-Töpfe (T-Substrat, zusätzlich mit Osmocote 5-6M gedüngt). Ab dieser Phase stand die Fingerhirse bei 20 °C und bekam täglich 16 Stunden Zusatzbelichtung. Besonders wichtig: Die Fingerhirse darf nicht an Nährstoff- und Wassermangel leiden, sonst wären diese Pflanzen für Blattläuse unattraktiv.

Freilassung von Blattläusen

In KW 7 und 10/2018 erfolgte die Freilassung von Getreideblattläusen (Sitobion avenae ) an der Fingerhirse, und zwar jeweils zwei Packungen für 150 Töpfe. In KW 9 kamen 40 mit Blattläusen befallene Fingerhirsepflanzen in das Kulturgewächshaus. Zusätzlich wurden hier die gegenMacrosiphum- undAulacorthum -Blattläuse wirksamenAphidius ervi freigelassen, außerdemLysiphlebus testaceipes (gegenAphis- undMyzus -Blattläuse).Aphidius ervi undLysiphlebus testaceipes sind zwei im biologischen Anbau gut bekannte und als Nützlinge eingesetzte Schlupfwespenarten. Sie parasitieren Blattläuse.

BAYERISCHE GÄRTNER-KAMPAGNE „NÜTZLINGSPOWER“

Zur Beet- und Balkonpflanzensaison 2017/18 startete in Bayern die Kampagne „Nützlingspower – Natürlich mit Nützlingen“. Sie wird von bayerischen Erzeugerringen für Blumen und Zierpflanzen gemeinsam mit dem Bayerischen Gärtnereiverband getragen. Wolfgang Ahlvers – einer der Geschäftsführer des Erzeugerrings für Blumen und Zierpflanzen Bayern Süd mit Sitz in Zolling (nahe Freising-Weihenstephan) – stellte bei der Veitshöchheimer Beet- und Balkonpflanzentagung das System vor und informierte über Erfahrungen aus der „ersten Saison“.
Um bei „Nützlingspower“ teilnehmen zu können, muss ein Betrieb sowohl in einem der bayerischen Erzeugerringe für Blumen und Zierpflanzen als auch beim Bayerischen Gärtnereiverband Mitglied sein. Zu den weiteren Voraussetzungen einer Teilnahme zählt der regelmäßige Einsatz von Nützlingen.
152 der 262 Mitgliedsbetriebe haben nach Angabe von Ahlvers bereits in der ersten Saison Nützlinge verwendet. Der Schwerpunkt lag hierbei auf Beet- und Balkonpflanzen. Rund 80 Betriebe setzten Nützlinge auch oder speziell in Verkaufsgewächshäusern ein. Weitere Bereiche waren Kräuter und Gemüse, Poinsettien,Cyclamen und Chrysanthemen.
Die Erzeugerring-Berater erstellen Einsatzpläne und gehen in die Betriebe. Als Ziel gilt der „sachgerechte integrierte Pflanzenschutz auf Basis des Nützlingseinsatzes“. Pflanzenqualität – so wurde herausgestellt – habe Priorität. Für die Kampagne gibt es ein spezielles „Natürlich mit Nützlingen“-Logo und die Mitglieder erhalten Werbematerialien, unter anderem Banner. Die Mitgliedsbetriebe sollen damit den Verbrauchern zeigen, dass sie „umweltfreundlich arbeiten und hierzu Nützlinge einsetzen“.
Bei Beet- und Balkonpflanzen verwenden die Nützlingspower-Betriebe in erster Linie verschiedeneAmblyseius -Raubmilben, die gegen Thripse und Weichhautmilben wirksam sind. Bei Beet- und Balkonpflanzen bereiten Blattläuse regelmäßig Probleme. Hierzu betonte der Referent, man wolle möglichst nicht mit Insektiziden dazwischenfunken. Daher komme es darauf an, vorbeugend mit „Offener Zucht“ zu arbeiten.
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Dahlia ‘Lubega Power Scarlet White’


Petunia ‘Crazytunia French Kiss’


Die Räuberische Gallmücke –Aphidoletes aphidimyza – kam in KW 12 hinzu. Diese Tiere befinden sich in einem Granulat. Dieses wurde auf das Substrat der Pflanzen gestreut. Die geschlüpften Gallmücken legen Eier, die daraus entstehenden Maden fressen Blattläuse. Anders als Schlupfwespen sind solche Gallmücken nicht auf einzelne Blattlausarten spezialisiert.

Die Räuberische Gallmücke gilt als „unspezifischer Blattlausräuber“. Wie es hieß, können ihre Larven alle in Gewächshäusern vorkommenden Blattlausarten aussaugen.

Die Parasitierung an der Offenen Zucht funktionierte so lange sehr gut, wie die Temperatur gleichmäßig blieb. Als dagegen die Cool Morning-Behandlungen starteten – die Heiztemperatur somit frühmorgens deutlich niedriger war –, wurde die Parasitierung viel schwächer.

Eine Massenvermehrung der Schwarzen Bohnenblattlaus (Aphis fabae ) gab es ab KW 20 anLeucanthemum .

Andere Schadorganismen

Schneider erwähnte auch den Nützlingseinsatz gegen andere Schad -organismen. Gegen Trauermücken kamenSteinernema feltiae zum Einsatz. Diese winzig kleinen Nematoden dringen in Trauermückenlarven ein und zerstören sie. Ausgebracht wurden diese Nematoden eine Woche nach dem Topfen der Pflanzen, und zwar mit einer Aufwandmenge von jeweils einer halben Million Tieren je Quadratmeter. Hierzu wurde betont, dass das Ausbringen der UV- und lichtempfindlichen Nematoden nicht bei starker Sonneneinstrahlung erfolgen soll, gegebenenfalls wäre zu schattieren. Die Pflanzen werden nach dem Ausbringen der Nematoden mit klarem Wasser gegossen.

Die Nematoden wirkten gut. Doch zählt nach Schneiders Angabe hierbei zu den Voraussetzungen, dass das für die Pflanzen verwendete Substrat keine organischen Dünger enthält.

Eine andere wichtige Maßnahme war der Einsatz vonAmblyseius -Raubmilben gegen Weichhautmilben und Thripse. In KW 7 fielen an Dahlien und anBidens leicht deformierte Blätter auf. Dies verschlimmerte sich in den darauf folgenden zwei Wochen. Einige stark befallene Pflanzen wurden entfernt, zugleich kamen Raubmilben zum Einsatz (Amblyseius barkeri undAmblyseius cucumeris , 200 Stück pro Quadratmeter). Damit ließ sich eine Ausbreitung der Weichhautmilben verhindern und – als Nebeneffekt – auch einem Befall durch Thripse vorbeugen. Die Raubmilben wurden anfangs mit sechsfacher, dann vier -facher und zum Schluss noch mit doppelter Menge – verglichen mit der Anwendungsempfehlung – ausgebracht.

Bestbenotete Sorten

Welche neuen Sorten überzeugen in der Kulturführung und mit guter Verkaufsqualität? Unter diesem Motto standen die Veitshöchheimer Beetund Balkonpflanzen-Sortenversuche in der Anbausaison 2017/18. Wie Eva-Maria Geiger hierzu anmerkte, kommt es Freizeitgärtnern und -gärtnerinnen beim Kauf von Beet- und Balkonpflanzen unter anderem auf besondere Blütenfarben und -formen an. Daneben sollen der Wuchs ausreichend üppig und der Blütenflor nachhaltig sein. Hohe Toleranz gegenüber Krankheiten und Schädlingen sei ein weiterer Aspekt.

Bei den Kulturverfahren gab es drei Varianten: Kühle Kultur ab Kalenderwoche (KW) 8, Normalkultur mit Cool Morning ab KW 11 für wärmebedürftige Arten, Normalkultur mit Cool Morning ab KW 8 speziell bei Pelargonien.

Die Verkaufsreife variierte je nach Verfahren, Art und Sorte zwischen KW 15 und 23.

Bei der Bewertung des Gesamteindrucks (1 = schlechtester, 9 = bester Wert) erreichten folgende Sorten die Bestnote 9, hier alphabetisch nach Arten gegliedert:
Angelonia ‘Alonia Big Violet’ (Danziger)
Argyranthemum ‘LaRita Double Pink’ und ‘LaRita Magenta’ (Selecta one), ‘Everest’ (Danziger), ferner zwei Nummernsorten von Lazzeri und eine von Danziger
Asteriscus ‘Aurelia Sun Impr.’ (Syngenta/FloriPro Services)
Begonia boliviensis ‘Bossa Nova Orange’, ‘Bossa Nova Red’ und ‘Bossa Nova Rose’ (Syngenta/ FloriPro Services)
Begonia F1 ‘Tophat Pink’, ‘Tophat Scarlet’ und ‘Tophat White’ (Syngenta/FloriPro Services)
Bidens ‘Bidy Boom Campfire’, ‘Bidy Boom Red’ und ‘Bidy Bop Flame’ (Dümmen Orange)
Bracteantha ‘Mohave Dark Red’ und ‘Mohave Orange’ (Selecta one)
Calendula ‘Caleo Orange’ (Syngenta/FloriPro Services)
Dahlia ‘Dalaya Goa’, ‘Dark Dalaya Amba’, ‘Dark Dalaya Aruna’ und ‘Dark Dalaya Kala’ (Selecta one), ‘Gardenetta Pink’ (Florensis), vier Farbsorten der Serie Grandalia (Syngenta/FloriPro Services), ‘Hypnotica Rose Bicolor‘ (Dümmen Orange), ‘Labella Maggiore Deep Rose’ (Beekenkamp), ‘Lubega Power Scarlet White’, ‘Lubega Power Tricolor‘ und ‘Lubega Power Yellow Orange’ (Volmary), ‘Rebel Angel’ und ‘Rebel Donatello’ (HilverdaKooij), ‘Temptation Orange’, ’Temptation Purple’, ‘XXL Baja-Sol’ und ‘XXL Tabasco’ (Dümmen Orange)
Dianthus ‘Diantica DSU Purple Dark Border 013‘ und ‘Early Love’ (Selecta one), drei Farbsorten der Serie Summer Diamonds (Kientzler)
Dianthus (Staudennelken) ‘Beauties Janice’ und ‘Beauties Silverado Zoya’ (HilverdaKooij)
Dianthus caryophyllus ‘Suncharm Dark Red’ und ‘Suncharm Pink’ (Syngenta/FloriPro Services)
Dianthus chinensis ‘Corona Rose’, ‘Corona Strawberry’ und ‘Corona White’ (PanAmerican Seed)
Gerbera ‘Garvinea Sweet Caroline’ und ‘Garvinea Sweet Sixteen’ (Florist Holland)
Helianthus annuus ‘Bert’ (Benary)
Impatiens ‘SunPatiens Compact Coral Pink’, ‘SunPatiens Compact Magenta imp.’, ‘SunPatiens Compact Red’, ‘SunPatiens Compact Orchid Blush’ und ‘SunPatiens Compact White’, außerdem vier Farbsorten von SunPatiens Vigorous (Sakata)
Impatiens Neu-Guinea ‘Harmony Blush’ und ‘Radicane Hot Pink’ (Danziger), ‘Sonic White Impr.’ (Syngenta/FloriPro Services)
Ipomoea batatas ‘Murasaki’ (Kientzler)
Laurentia ‘Beth’s Blue’ (Kientzler)
Lobularia ‘Elfie White’ (Selecta one)
Muehlenbeckia ‘Pink Camouflage’ (Köder)
Osteospermum ‘3D Violet Ice’ und vier Farbsorten der Serie 3D Compact (Selecta one), außerdem drei Farben der Serie Ostica sowie ‘Osticade Lemon’ (Danziger)
Pelargonium zonale ‘Sunrise Lola’ (Selecta one)
Petunia ‘Dekko Bright Pink’ und ‘Dekko Deep Lavender’ (Syngenta/ FloriPro Services), ‘Easy Wave Red Improved’ (PanAmerican Seed), ‘Sweetunia Starfish’ (Dümmen Orange), ‘Baby Doll’ (Selecta one)
► experimentelleSalvia -Testsorte SAN-15-3103 (Danziger)
Salvia farinacea ‘Farina Arctic Blue Impr.’ und ‘Sallyfun Sky Blue’ (Florensis)
Verbena ‘Lanai Up True Blue’ und ‘Lanai Up Twister Red’ (Syngenta/ FloriPro Services)

BLAUES LICHT FÖRDERTE ANEMONEN-QUALITÄT

„Die Macht der Farben“ kam in Veitshöchheim beim Vortrag des Diplom-Biologen Hannes Seidel zur Sprache. Er arbeitet an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) im Forschungsprojekt LED-Belichtungsstrategien.
Bei der Beet- und Balkonpflanzen-Fachtagung stellte Seidel Ergebnisse eines Versuches zur LED-Belichtung vonAnemone coronaria vor. Diese Pflanzen waren je nach Variante verschiedenen Lichtfarben ausgesetzt. Rotes Licht förderte den Wuchs und die Blütenbildung. Bessere Qualität wurde dagegen unter blauem Licht erzielt.
Die Wuchsförderung durch das rote Licht zeigte sich in einer höheren Anzahl an Blütenständen, längeren Blütenstielen sowie einem größeren Durchmesser der Laubkränze. Allerdings neigten sich viele Blütenstiele zum Boden. Unter dem Blaulicht kam dieser Qualitätsmangel nur selten vor, hier standen die weitaus meisten Blütenstiele fast kerzengerade. Im Versuch standen fünf Farbsorten der Topfanemonen-Serie Animo.
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