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OFFROAD, BIS ZUR WERKZEUGKISTE!


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Off Road - epaper ⋅ Ausgabe 11/2022 vom 11.10.2022

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Bildquelle: Off Road, Ausgabe 11/2022

OLD SHATTERHAND GIBT KIT

Wir, Vater und Sohn, sind wieder mal in einem der Offroad-Parks unterwegs. Und zwar im „Bösen Wolf“, einem Tagebau an der A7, bei Homberg (Efze) gelegen. Dank der „kurzen“ Distanz zu unserem Heimatort unser „lokaler Spielplatz“. Auf 70 Hektar kann dort ausgiebig gefahren werden. Vom Offroad-Anfänger bis zum Profifahrer: Für jede Art von Mensch und Maschine ist was dabei. Klar, dass sich Old Shatterhand nicht lange bitten lässt, wenn es darum geht, seine Fahrkünste mit einem Serien-Samurai zu demonstrieren. Und ich bin froh, dass er mich begleitet zum „Bösen Wolf“ -denn schließlich kann ich nicht gleichzeitig fotografieren und fahren. Für mich Arbeit, für ihn reinstes Vergnügen: dem Offroad-Zwerg mal wieder richtig die Sporen geben und sich nicht die Butter von Brot nehmen lassen. Der chronisch unterschätzte Suzuki hat schon so manchem Premium-Geländewa-gen-Fahrer die ...

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... Tränen in die Augen getrieben.

WARUM SUZUKI SAMURAI?

Weil da Hirn drinsteckt. Jeder, der halbwegs ein Auge für Gewichtsverteilung hat, dem wird auch ohne Radlastwaage auffallen, dass der kleine Japaner super ausbalanciert ist. Verteilergetriebe und Schaltgetriebe sind nicht aneinandergeflanscht, sondern via Kardanwelle miteinander verbunden. Das ist nur ein Aspekt. Der zweite ist der Motor. Nicht weil er mit seinen 1300 ccm und 70 PS bärenstark wäre. Nein, es ist die Technik. Schon Anfang der 90er, als deutsche Hersteller wie VW noch schwere Graugussblöcke in ihren Pkw verbauten, saß in dem Suzuki schon ein Vollaluminiumblock! Auch hier trumpft wieder der Gewichtsvorteil. Von via Kühlmittel vorgewärmten Ansaugbrücken ganz zu schweigen. Obendrein ist die Maschine langhubig, was dem drehfreudigen Motor untenrum trotz geringem Hubraum einen vernünftigen, für das Gewicht des Fahrzeugs völlig ausreichenden Antritt beschert. Auch in dieser Hinsicht gibt sich die Suzi also keine Blöße, sondern beherzigt, wie man sieht, den Spruch: „Wer mit den großen Hunden pinkeln will, muss das Bein schon hoch heben.“

DER SPUREN-LESER

Gleich zweimal Frentz im Auto! Ein Hauch von Wettkampf liegt in der Luft. Vorgeschichte: Ich positioniere mich in der Hecke. Old Shatterhand hupt, wie besprochen, alles klar, er wird jetzt den Berg hochballern, ich mache Fotos. Mein Vater nimmt die Sache ernst. Zwei, drei Mal fährt er sehr zielstrebig den Hang hinauf. Ich brauch ja gute Bilder! Mit ordentlich Schmackes wird das japanische Leichtgewicht bergaufwärts gejagt. Klick, klick, klick! Der eine hämmert auf dem Gaspedal rum, der andere auf dem Auslöser. Jetzt aber raus hier - der Mann an der Kamera will schließlich auch mal!! Fahrerwechsel. (Es ist allerdings nicht so, als hätte ich in meinem Leben nicht schon genügend Autos der Familie auf dem Gewissen. Man könnte auch sagen: Old Shatterhand hat was gut.)

Herrgott! Das gibts nicht! Dieser Hang hat seine Tücken. Bis zur Hälfte komm ich das rutschige Erdreich hinauf, dann rückwärts. Enttäuschend! Einmal ist keinmal. Zweiter Versuch. Mehr Anlauf, mehr Gas! Wieder nichts. Jetzt geht es so langsam an die Ehre. Und vor allem erneut rückwärts. Was hat Old Shatterhand anders gemacht? Hat er einen siebten Sinn für den Hang? Fährt er ohne Rücksicht auf Verluste? Ja, vielleicht zählt einfach die Tatsache, dass es nicht sein Auto ist?! Gut möglich!!! Denn ein bestimmender, fast schon rücksichtsloser Fahrstil ist durch die Kamera erkennbar. Doch wer bin ich, dass ich Old Shatterhand sagen könnte, wie er mit der Karre umzugehen hat? Nach dem x-ten Anlauf ist die schmale Suzi jedenfalls auch mit mir den Hang hinaufgekommen. Was für ein Kampf!

ES MUSS DER FAHRSTIL SEIN

Definitiv! In all den Jahren meines jungen Lebens, in denen ich viel mit Old Shatterhand unterwegs war, vielen Fahrzeugen wieder Leben eingehaucht, ferne Länder bereist und so manche brenzlige Situation überstanden habe, waren stets überlegtes Handeln und Vorsicht die Prämisse. Niemals hätte ich mir träumen lassen, dass mein Vater mal die Vorderachse irgendeines Autos in die Luft katapultiert. Seit ich für OFF ROAD arbeite, hat sich aber auch für ihn einiges geändert. Während er mit unseren Alltagsautos immer nur zur Arbeit fuhr, Kinder zu Freunden, Partys oder sonst wohin brachte oder allerlei Wichtiges zu erledigen hatte, kann er jetzt endlich mal mit voller Hingabe sein Talent fürs Geländefahren ausleben. Denn jetzt prüfen wir abseits des Asphalts, was die Testfahrzeuge wirklich können. Unter anderen eben meine gute alte Suzi, die ich vor Jahren als Anfänger der Fahrzeugmechanikerei TÜV-fertig gemacht habe. Seitdem wird sie alle zwei Jahre mit viel Liebe, Zeit und Geld wieder plakettenfähig hergerichtet.

NICHT GANZ ZUFÄLLIG ABER ...

kurzfristig geplant. Benni Krenzer und meine Wenigkeit haben uns im Rahmen der GRJ-Vorstellung in der letzten Ausgabe zum Spielen im „Bösen Wolf“ verabredet. Sein Land Cruiser LJ70, eine Suzi x 1,5 mit Sperren und deutlich mehr Dampf im Maschinenraum, ist da schon ein anderes Kaliber. Trotzdem: Old Shatterhand lässt sich auch hier nicht die Butter vom Brot nehmen. „Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt.“ Benni gibt seinem Schwager eine kleine Unterweisung im Geländewagenfahren. Old Shatterhand fährt die gleichen Passagen wie der Land Cruiser. Also fast alle! Man muss einfach anerkennen, dass ein Land Cruiser eben ein Land Cruiser ist. Dazu kommt, dass Benni Krenzer ein Ass im Gelände ist. Auch außerhalb des Fahrzeugs! Auf den Millimeter genau manövriert er seinen Schwager, der keinerlei Offroaderfahrung hat, durch die Passagen und Hindernisse im „Bösen Wolf“.

WAS WAR JETZT MIT GEWALT?

Hm! Das ist genau die Sache: Der Toyota kann langsam, also dank drehmomentstarkem Diesel und Quersperren die Physik bescheißen. Die kleine Suzi kann das nicht. Hier heißt es: Schwung mitnehmen, mit der Handbremse eine Hinterachssperre simulieren und eindeutig mehr auf Material fahren, als es der Toyota muss. Die Folge? Ja, die Suzi war mit den großen Hunden beim Pinkeln, hat das Bein gehoben und gezeigt, dass sie einfach immer unterschätzt wird. Doch der Preis war hoch! Hinten links ist die Aufnahme der Ballfeder beim Hin-undher-Schaukeln abgerissen. Tja, wer nicht hören will, muss fühlen. Aber auch hier gilt: Blaues Licht heilt Rahmen und Federaufnahme. ■

T | F Martin Frentz