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ON THE ROAD AGAINAIN


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connect - epaper ⋅ Ausgabe 12/2021 vom 04.11.2021

LADENETZTEST

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Bildquelle: connect, Ausgabe 12/2021

Die Zahlen wachsen schnell: Von Januar bis August 2021 hatten in Deutschland laut Kraftfahrtbundesamt unter 1,8 Millionen neu zugelassenen Pkw bereits 421 262 einen E-Antrieb (Plugin-Hybride und Brennstoff zelle inklusive) – fast jeder vierte Neuwagen.

Mit dem Erfolg steigt aber auch der Druck auf die Ladeinfrastruktur. Zwar klettern auch hier die Zahlen – für Oktober 2021 weist die Bundesnetzagentur 41 239 öffentliche Normal- und 6845 Schnellladepunkte in Deutschland aus. Allein in 2021 kamen 4677 davon bis 22 kW und 814 mit mehr als 22 kW Ladeleistung hinzu. Dennoch wächst das Verhältnis von E-Autos zu Ladepunkten – aktuell sind es rund 17 Elektrofahrzeuge pro Ladepunkt, als anzustrebender Wert gelten zehn. Die Folge: In Innenstädten ist es Glückssache, einen freien Ladeplatz zu ergattern. Und E-Vielfahrer berichten, dass sie auch auf Autobahnen immer öfter aufs Laden warten müssen. ...

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Wichtig: Infos und Ladekomfort

Somit könnten Komfortaspekte wie Beleuchtung, Überdachung und Wohlfühlangebote während der Ladezeit in den Hintergrund geraten – besser ein unbehaglicher Ladepunkt als gar keiner. Doch zum einen werden angesichts der beschriebenen Entwicklung Vorabinfos wie Betriebsbereitschaft und Verfügbarkeit immer wichtiger. Zum anderen hängt die weitere Akzeptanz der Elektromobilität eben auch von den Ladeerlebnissen ab. Beides sind daher wichtige Kriterien in unserem mittlerweile dritten Ladenetztest. Dabei haben wir uns gemeinsam mit unserem Testpartner umlaut wieder auf die langstreckenrelevanten Ladestandorte mit „High Power Charging“ (HPC) fokussiert. Und auch bei uns steigen die Zahlen: Zusätzlich zum DACH-Gebiet untersuchen wir jetzt auch die Benelux-Länder, noch nie nahmen unsere Testfahrer so viele E-Mobi li täts- Provider (EMPs) und Charge Point Operator (CPOs) unter die Lupe.

Hannes Rügheimer

„Wachsende Nachfrage setzt die Ladeinfrastruktur unter Last. Glückwunsch an EnBW, Ionity und Fastned dafür, dass sie in den jeweils getesteten Ländern damit am besten zurechtkommen. An EnBW zudem zum Sieg auch als EMP.“

Hakan Ekmen, CEO Telecommunication bei umlaut

DEUTSCHL AND

EnBW

Der baden-württembergische Energieversorger macht als E-Mobilitäts-Provider eine sehr gute Figur und erzielt damit zum dritten Mal in Folge den EMP-Testsieg.

Nicht umsonst gelten App und Tarife des Vollsortimenters aus Baden-Württemberg unter E-Auto-Fahrern als Goldstandard – und nicht umsonst kooperiert auch der ADAC bei seinem Ladekartenangebot mit EnBW. Mit den fairen Tarifen lässt sich eine große Zahl von Ladepunkten im In- und Ausland nutzen, auch das von EnBW zwischenzeitlich gesperrte Netz von Ionity ist wieder dabei. Die EnBW-App findet sich konsequenterweise auf den Smartphones vieler E-Auto-Fahrer. Bedienung und Funktionsumfang überzeugen, insgesamt bleiben nur wenige Punkte auf der Wunschliste offen – wie etwa Fotos der Ladestandorte. Unterm Strich erzielt EnBW auch diesmal verdient den Sieg unter den EMPs.

EMP

connect-Urteil: sehr gut (854 P.)

E.ON

Auch wenn das Tarifmodell etwas übersichtlicher sein könnte, liefert der Essener Anbieter eine intuitiv nutzbare App und ein sehr brauchbares Mobilitätsangebot.

connect-Urteil: befriedigend (737 P.)

Der in Essen ansässige Energiekonzern hat 2020 mit der Integration von Innogy auch dessen Ladenetz und E-Mobilitätsgeschäft übernommen. Seine „E.ON Drive“-App ist fest mit dem gleichnamigen Ladetarif verbunden und setzt daher den Abschluss eines Vertrags mit Grundgebühr voraus. Hinzu kommt ein etwas unübersichtliches Tarifmodell aus Sockel- und/oder kWh-abhängigem Preis plus gegebenenfalls Roamingzuschlag. Zumindest informiert die an sich intuitiv nutzbare App im Vorfeld über die Kosten. Ausbauwünsche der Tester wären das Teilen von Standortadressen und mehr Echtzeitinfos über laufende Ladevorgänge.Insgesamt kann sich das Angebot aber sehen lassen.

EMP

EWE

Das EMP-Angebot des Energieversorgers und die zugehörige App zeigen noch Verbesserungspotenzial – zum Beispiel bei Preisauskünften und Echtzeitinfos.

Auch die „Punktladung“-App der ehemaligen Energieversorgung Weser-Ems ist eng mit der „Mobility Card“ des Anbieters verknüpft. Dafür wird aber ohne Ladeaktivitäten nur ein Einmalpreis fällig und keine Monatsgebühr. Die unterstützten Ladepunkte dürften allerdings etwas zahlreicher sein, zudem reagierte die App im Test etwas träge. Im Praxistest verwirrte sie zudem damit, dass sie physisch längst beendete Ladevorgänge als immer noch laufend anzeigte. Praxisgerecht wäre außerdem, wenn sich beim Filtern nicht nur „> 50 kW“, sondern echte HPC-Säulen auswählen ließen.Auch bei den Preisinformationen in der App gibt es noch klares Verbesserungspotenzial.

connect-Urteil: ausreichend (516 P.)

EMP

Maingau

Bei „EinfachStromLaden“ ist der Name Programm: App und Mobilitätsangebot ließen nur kleinere Wünsche offen und schneiden insgesamt gut ab.

Der bei Offenbach am Main ansässige Energieversorger ist mit seiner Marke „EinfachStromLaden“ ein wichtiger Player auf dem deutschen E-Mobilitätsmarkt. Mit dem insgesamt fairen Tarifangebot lassen sich auch Ionity-Säulen nutzen. Als Besonderheit bietet die App auch eine eigene Routenführung, allerdings lassen sich Ladestopps darin nicht automatisch integrieren. Die Bedienung ist intuitiv, bei der Auswahl helfen Echtzeitstatusinfos, praxisgerechte Filter und eine nützliche Favoritenfunktion. Schön wären allerdings noch mehr Echtzeitinfos während des laufenden Ladevorgangs. Mit hoher Ladepunktabdeckung, transparenten Kostenangaben und stimmiger Bezahlung ein guter zweiter Platz.

connect-Urteil: gut (822 P.)

EMP

Shell

Der Mineralölkonzern spielt auch bei der E-Mobilität bereits eine wichtige Rolle. Das Ladeerlebnis vor allem über die App war im Test aber etwas wackelig.

Durch die Integration des ehemals eigenständigen Ladekartenanbieters NewMotion wurde „Shell Recharge“ schnell zu einem wichtigen E-Mobilitätsanbieter. Unterstützt wird eine recht große Zahl an Ladepunkten in Deutschland und den Nachbarländern inklusive Ionity. Zugang gibt es per RFID-Ladekarte oder Schlüsselanhänger. Allerdings klappt es nur an manchen Stationen, Ladevorgänge per App zu starten. Auch Ladeanleitungen lässt die App vermissen. Bei den Echtzeitdaten zur Verfügbarkeit gab es im Test einige Aussetzer, auch zum laufenden Ladevorgang fehlen Live-Updates. Dank umfangreicher Abdeckung und stimmigen Bezahlfunktionen aber insgesamt in Ordnung.

EMP

connect-Urteil: befriedigend (681 P.) connect.de 12/2021

SCHWEIZ

EVPass

Die App des nach eigenen Angaben größten Schweizer Ladenetzes dürfte etwas informativer sein. Preistransparenz und Bezahlmethoden passen aber.

EMP

Hinter EVPass stehen der Anbieter Green Motion, FMV SA (Forces Motrices Valaisannes) und der Aargauer Energielieferant AEW Energie AG. EVPass reklamiert für sich, das größte Schweizer Ladenetz zu bieten – Angaben zu Unterstützung vor allem im Ausland konnten wir aber nur unvollständig ermitteln. Die Tarife unterschieden nach Ladeleistung und In- oder Ausland mit oder ohne fixen Sockelpreis – das ist recht übersichtlich. Da die App nicht alle Ladepunkte korrekt anzeigt, wird die Wahl des richtigen allerdings zum Ratespiel. Auch Ladeanleitungen hätten die Tester gern gesehen, Standortund Ladeinfos könnten umfangreicher sein. Die Bezahlmethoden gaben keinen Anlass zur Kritik.

connect-Urteil: ausreichend (600 P.)

Move

Das Gemeinschaftsunternehmen großer Schweizer Energiedienstleister unterstützt Schweizer E-Mobilisten mit einem insgesamt stimmigen Angebot.

EMP

Die Move Mobility AG ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Schweizer Energiedienstleister Alpiq, ewb, Groupe e und Primeo Energie. Neben den Ladepunkten dieser Eigner werden aber auch andere CPOs im In- und Ausland unterstützt.Die Identifikation an den Ladesäulen erfolgt per Schlüsselanhänger („Move Badge“) oder App.

Der Umgang mit der App ist intuitiv, hilfreich wären noch Ladeanleitungen zu den Säulentypen der verschiedenen CPOs und eine bessere Unterstützung beim Weitergeben von Standortadressen. Auch bei den Infos während des Ladens gibt es noch Verbesserungspotenzial. Insgesamt fahren Schweizer Kunden mit diesem Angebot aber gut.

connect-Urteil: befriedigend (671 P.)

EMP

Swisscharge

Auch dieser aus St. Gallen stammende E-Mobilitäts-Provider liefert seinen Kunden ein ordentliches Gesamtpaket.

Der in Gossau, St. Gallen, ansässige Provider bietet E-Auto-Fahrern den Zugriff auf unterstützte CPOs per App oder RFID-Karte. Unterstützt werden unter anderem Säulen von Agrola, GoFast und Socar (siehe ab Seite 80). Allerdings fallen die Ladekosten dabei unterschiedlich aus, weshalb sie preissensitive Nutzer vor dem Laden prüfen sollten.

Dabei hilft die weitgehend intuitiv bedienbare App aber recht gut. Auch hier wären jedoch Ladeanleitungen zu den unterstützten CPO-Säulen willkommen – ebenso wie eine Filterung nach Verfügbarkeit, mehr Support beim Teilen von Standortadressen und mehr Infos während des Ladens. Die angebotenen Bezahlmethoden sind relativ komplett.

connect-Urteil: befriedigend (669 P.)

ÖSTERREICH

Smatrics

Der in Wien ansässige Anbieter versteht sich als Allrounder für E-Mobilität. Insgesamt geben Abdeckung, App und Angebot ein ordentliches Bild ab.

Gemeinsam mit einer großen Anzahl an CPO- Partnern stellt Smatrics ein dichtes Netz an Ladepunkten in Österreich und per Roaming auch in den Nachbarländern bereit. Die Konsequenz ist allerdings eine recht komplexe Preisstruktur, die beim Roaming Minutenpreise nach Ladeleistung staffelt. Die für eine Säule gültigen Ladekosten werden in der App aber klar kommuniziert, auch ansonsten läuft die Bedienung ziemlich intuitiv. Positiv sind auch die hinterlegten Ladeanleitungen für die unterschiedlichen CPOs und recht zuverlässige Verfügbarkeitsdaten in nahezu Echtzeit. Schön wären noch weitere Bezahloptionen und breitere Unterstützung vor allem in Deutschland.

EMP

Connect-Urteil: befriedigend (652 P.)

Nötige Rahmenbedingungen für den E-Mobilitätsausbau

Nicht alle Aspekte, die das Laden besser verfügbar und komfortabler machen, haben die Ladepunktbetreiber selbst in der Hand.

Gute Ausschilderung, helle Beleuch- tung, attraktive Standorte – solche Fakto- ren sind wichtig, um Ladestopps stress- frei und angenehm zu machen. Deshalb spielen sie auch bei unserer Bepunktung eine wichtige Rolle. In unserem regelmä- ßigen Austausch mit den CPOs weisen diese allerdings immer wieder darauf hin, dass sie einige dieser Faktoren gar nicht allein beeinflussen können.

So sind zum Beispiel auf Autobahnen beziehungsweise Autobahnrastplätzen in Sachen Beschilderung, Platzierung, Beleuchtung und Ausstattung sehr viele Akteure beteiligt – etwa die Autobahn GmbH, die Betreiber der Rastplätze und die jeweiligen Kommunen. Längst nicht immer ziehen alle von ihnen an einem Strang,

Abstimmungs- und Genehmigungspro- zesse sind oft quälend lang. Eine bessere Ausschilderung abseits von Autobahnen lehnen Landratsämter schon mal rigoros ab, und in Innenstädten stehen Ladesta- tionen im Konkurrenzkampf um ohnehin engen Verkehrsraum und knappe Parkplätze. Auch für Ausstattungen wie etwa Überdachungen machen die Städte oft sehr restriktive Vorgaben.

Schon immer waren die Vorlauf- und Bearbeitungszeiten für Netzanschlussund Genehmigungsverfahren extrem lang. Die entsprechenden Prozesse gestalten sich oft unnötig aufwendig und selbst die einzureichenden Unterlagen sind bundesweit keineswegs einheitlich. Hinzu kommen technische Themen wie ein Wildwuchs an Steuerungsschnittstellen und -protokollen auf Seite der Verteilnetzbetreiber im Stromnetz. Dies alles sind nicht zuletzt Aufgaben für die in den Startlöchern stehende nächste Bundesregierung: Das Ziel, E-Mobilität auszubauen, erfordert längst nicht nur finanzielle Mittel – sondern auch jede Menge Mühe im Detail.

Plug & Charge und/oder Autocharge?

Einstecken, laden, abstecken, losfahren – und die Bezahlung erfolgt im Hintergrund. Doch der Weg zu solchem Ladekomfort ist in der Branche umstritten.

Mit „Plug & Charge“ bzw. ISO 15118 haben sich Ladesäulenhersteller und -betreiber, Autohersteller und andere Beteilligte auf einen Standard geeinigt, der Bezahldaten während des Ladens automatisch zwischen Auto und Säule austauscht. Erste Autos und auch manche Ladesäulen sind dafür bereits vorbereitet – Ionity kündigte etwa vor kurzem die Freischaltung in seinem Netz an. Doch die Einführung verläuft schleppend, nicht zuletzt weil verschiedene Marktteilnehmer unterschiedliche Inte r- essen verfolgen. Deshalb haben An bieter wie Fastned mit „Autocharge“ eine einfachere, schneller realisierbare Alternative entwickelt. Auch EnBW will sich dieser Initiative anschließen. Das Prinzip: Die Identifikation erfolgt anhand einer eindeutigen Fahrzeugadresse, die übers Kabel abrufbar ist, Bezahldaten werden vorher im Kundenkonto hinterlegt. Das unterstützen jedoch nicht alle E-Autos, zudem gibt es Diskussionen um Fälschungssicherheit. Noch ist nicht abzusehen, welcher Ansatz sich durchsetzen wird.

DEUTSCHL AND

Testroute Deutschland

3024 Kilometer haben die Testfahrer von umlaut in Deutschland zurückgelegt – und dabei insgesamt 46 Ladestopps an HPC-Säulen eingelegt.

Die Testfahrten in Deutschland haben die umlaut-Testfahrer in eine Nord- und eine Südroute aufgeteilt – wobei die Südroute noch einen Teil der Ladestopps in Österreich umfasste. Die Nordtour fand vom 13. bis 17. September statt und beinhaltete 25 Ladestopps. Die Südtour absolvieren die Testfahrer vom 20. bis 24. September und hielten dabei insgesamt 21 Mal zum Aufladen an. Die außer Konkurrenz durchgeführten Tests an Tesla Superchargern kamen dabei noch extra dazu.

In die Bewertung der deutschen Charge Point Operators fließen nach Möglichkeit sechs, mindestens aber fünf unterschiedliche Standorte ein. Selbstverständlich wurden dabei alle Corona-Sicherheitsmaßnahmen wie das Tragen von Masken außer -halb der Fahrzeuge und die Einhaltung ausreichender Abstände berücksichtigt.

Auf den Testfahrten auf der Nord- und Südroute kam überwiegend der von Audi zur Verfügung gestellte e-tron 55 quattro (siehe auch Seite 81) zum Einsatz, für einzelne Abschnitte aber auch die beiden anderen Testelektroautos Porsche Taycan Turbo S und Polestar 2. Verschiedene Lade - stationen eines CPO wurden somit zum Teil mit unterschiedlichen E-Autos besucht.

Da die CPOs Allego, Fastned, Ionity und Shell Recharge in mehreren der von uns getesteten Länder aktiv sind, haben wir ihre Beschreibungen auf Seite 78 unter der Kategorie „International“ zusammengefasst. Ihre Einzel ergebnisse für Deutschland finden Sie in der Tabelle unten.

Connect-Urteil: sehr gut (863 P.)

Von Nord nach Süd

Die Testfahrten durch Deutschland bestanden aus einer Nord- und einer Südroute und fanden vom 13. bis 24. September statt.

EnBW

Die Baden-Württemberger überzeugten in so gut wie allen Testkategorien und ergattern damit diesmal den ersten Platz unter den deutschen CPOs.

Längst nicht mehr nur im eigenen Bundesland betreibt der baden-württembergische Energieversorger ein großes Netz an Ladesäulen – darunter mittlerweile 900 HPC-Schnellladepunkte (mindestens 150 kW). Die von den umlaut-Testern besuchten Stationen könnten zum Teil besser ausgeschildert sein, keine Klagen gab es bei der Beleuchtung.

Ob es WCs, Restaurants oder Shops in der Nähe gibt, hängt vom jeweiligen Standort ab. Das Laden selbst klappte überwiegend zuverlässig – nur an einer Station war die erste angefahrene Säule außer Betrieb. Auch Service und Bezahloptionen konnten die Tester überzeugen – insgesamt setzt sich EnBW damit diesmal an die Spitze der deutschen CPOs.

E.ON

Die Tochter „Charge-On“ des Essener Energiekonzerns hat ein ansehnliches Lade - netz vorzuweisen, der Ladekomfort fällt je nach Standort unterschiedlich aus.

Neben seinen Ladelösungen für Privat- und Firmenkunden betreibt der Essener Energiekonzern über seine Tochter „Charge-On“ auch ein ansehnliches Ladenetz inklusive rund 100 HPC-Ladepunkten. Neben seiner eigenen Ladekarte und der App „E.ON Drive“ unterstützt der Anbieter dort auch verschiedene EMPs. Von den getesteten Standorten war der Ladepark nur auf einer Autobahnraststätte ausgeschildert, auch beim Wetterschutz gibt es noch Luft nach oben. Bei Annehm - lichkeiten in Standortnähe gab es im Test große Unterschiede. Die eigentlichen Ladevorgänge klappten aber gut, auch bei Service und Bezahloptionen schneidet das E.ON-Angebot gut ab.

connect-Urteil: gut (751 P.)

CPO

EWE

Die Kooperation von EWE Go mit der Fast-Food-Kette McDonalds wirkte sich an allen zum Test ausgewählten Standorten aus. Der Ladekomfort geht dort in Ordnung.

Auch EWE hat mit „EWE Go“ eine Tochtergesellschaft für den Betrieb ihres Ladenetzes. Letzteres bot zum Testzeitpunkt 69 HPC-Ladepunkte. Zu deren Nutzung stehen E-Mobilisten die EWEeigene „Mobility Card“ oder App zur Verfügung.

Die Säulen stehen aber auch für andere EMPs offen. Zu den angefahrenen Stationen würden sich die Tester bessere Beschilderungen wünschen. Dafür gab es bei allen von uns im Vorfeld ausgewählten Teststandorten ein McDonalds-Restaurant – eine Folge der Kooperation beider Unternehmen, die dann neben WC und Fast Food auch für gute Beleuchtung sorgt. Laden, Service und Bezahlen sind trotz kleiner Kritikpunkte insgesamt in Ordnung.

connect-Urteil: befriedigend (720 P.)

CPO

Mer

Der jetzt unter neuem Markennamen auftretende ehemalige Anbieter E-Wald bietet solide Ladekost, zeigt bei einigen Testkriterien aber noch Verbesserungspotenzial.

Vom Wald zum Meer – der im bayerischen Teisnach ansässige frühere Anbieter E-Wald zählt seit Juli zum norwegischen Energiekonzern Statkraft und tritt seither unter dem Markennamen Mer auf. Dabei ist seine Ladepunktabdeckung in Deutschland seit vergangenem Jahr weiter gewachsen. Die von umlaut besuchten Stationen fanden sich jedoch zum Teil in Industrie- oder Wohngebieten und ließen daher klare Aus- oder Beschilderung, gezielte Beleuchtung oder Wetterschutz vermissen. Der Umgang mit den Ladesäulen und die Bezahlung waren überwiegend unproblematisch, allerdings bieten die anderen getesten Kandidaten in puncto Ladekomfort und Service noch ein Quäntchen mehr.

CPO

connect-Urteil: befriedigend (686 P.)

Sonderbetrachtung: Tesla Supercharger

Weltweit betreibt Tesla rund 2500 Supercharger-Stationen mit mehr als 25 000 Ladepunkten. Rund 1000 Ladepunkte stehen in Deutschland – demnächst könnten sie sich auch anderen Marken öffnen.

Zu den Erfolgsrezepten von Tesla zählte von Anfang an, dass der kalifornische E-Mobilitätsprimus mit seinen „Superchargern“ ein eigenes Netzwerk zum Laden mit bis zu 350 kW aufbaute. In Deutschland sind es aktuell rund 90 Standorte mit rund 1000 Ladepunkten, 55 weitere Standorte sollen folgen. Waren die Ladeparks bislang Fahrzeugen der eigenen Marke vorbehalten, gibt es Spekulationen, dass Tesla sie auch für andere E-Autos öffnen will.

Aktuell wäre eine Vergleichbarkeit mit anderen CPOs allerdings nicht gegeben – weshalb umlaut zwar mit einem Model 3 einige Supercharger angefahren, sie aber diesmal noch nicht bepunktet hat. Dabei ist der Ladekomfort durchaus hoch, auch wenn es in puncto Beschilderung, Überdachung und Annehmlichkeiten noch Steigerungspotenzial gibt. Die Bedienung könnte für Fahrer von Fremdmarken spannend werden – Displays haben die Tesla-Stationen keine, die Kommunikation erfolgt im Auto oder per App.

INTERNATIONAL

Ionity

Das Gemeinschaftsprojekt mehrerer Autohersteller liegt in allen getesten Ländern weit vorn. In Österreich, der Schweiz und Belgien fährt es jeweils den CPO-Sieg ein.

CPO

Hinter Ionity stehen die Autohersteller BMW, Ford, Hyundai, Mercedes-Benz und Volkswagen inklusive dessen Marken Audi und Porsche. Dem Ziel, ein europäisches Netzwerk von HPC-Lade stationen aufzubauen, in dem die Entfernung zwischen zwei Stationen nirgends mehr als 120 Kilometer betragen soll, sind sie schon recht nah gekommen – was die Ionity-Stationen auch zu einem wichtigen Rückgrat unserer Testfahrten machte.

Fahrer der genannten Marken genießen in der Regel Sonder konditionen – alle anderen zahlen für die Nutzung der modernen und schnellen Stationen zum Teil deutliche Aufschläge. Dafür gibt es im Gegenzug allerdings überzeugenden Ladekomfort und in allen von unseren Testfahrern besuchten Ländern unprolematische Bedienung und klare Preiskonditionen. In Österreich, Belgien und den Niederlanden bietet Ionity – meist aufgrund gesetzlicher Vorgaben – neben HPC auch DC- und AC-Säulen an.

Neben Autobahnrastplätzen findet sich Ionity auch auf Autohöfen oder im Ausland auch in Industriegebieten oder vergleichbaren Orten. Die Qualität der Standorte ist insgesamt hoch, was auch gute Beleuchtungssituationen beinhaltet. Nur beim Wetterschutz lassen Ionity-Stationen zu wünschen übrig. Auch bei der Nähe zu Restaurants und Shops gibt es je nach Standort und Land bisweilen deutliche Unterschiede. Insgesamt zählt Ionity aber in allen getesteten Ländern zur Spitzengruppe. In Österreich, der Schweiz und Belgien erzielt Ionity jeweils den Testsieg in der CPO-Kategorie – nur in Deutschland und den Niederlanden muss sich der Anbieter jeweils den dortigen Lokal-Champions EnBW beziehungsweise Fastned geschlagen geben.

CPO

Allego

Der niederländische Anbieter schneidet in allen drei getesteten Ländern im mehr oder weniger guten Mittelfeld ab – im Detail zeigt er Verbesserungspotenzial.

Der in den Niederlanden ansässige Anbieter baut ein Ladenetz mit zahlreichen Standorten in den Niederlanden, Belgien und Deutschland auf. Da waren HPC-Stationen dieses Anbieters natürlich ein Pflichtziel der Testtouren durch diese Länder.

Bezahlen kann man an den Säulen mit der Allegoeigenen App „Smoov“, daneben werden aber auch andere EMPs unterstützt. In allen drei getesteten Ländern gab es Mängel beim Wetterschutz. Annehmlichkeiten in der Nähe der Stationen gibt es in den Niederlanden häufiger, in den beiden anderen Ländern blieben sie die Ausnahme. Ingesamt gut sind Bedienung und Informationsgehalt der Säulen, auch an seinen Hotlines gab Allego ein gutes Bild ab.

Fastned

Mit Ökostrom, freundlich gestalteten Standorten und gutem Service liegt dieser niederländische Anbieter in drei getesten Ländern in der Spitzengruppe.

CPO

Ziel des niederländischen CPO ist es, in Europa ein Netz von 1000 Schnellladestationen aufzubauen, das komplett mit regenerativem Strom betrieben wird. In den Niederlanden gibt es schon 310 solche Stationen, in Deutschland 55 und in Belgien 12. Die meisten von ihnen glänzen mit freundlicher Gestaltung inklusive Beleuchtung, Überdachung und guter

Beschilderung. Die Verfügbarkeit von WCs und anderen Annehmlichkeiten ist in den Niederlanden allerdings höher als in den beiden anderen Ländern. In puncto Bedienkomfort und Technik überzeugten alle Stationen, auch den Hotlines gebührt durchgehend Lob. Im Heimatland schlägt Fastned sogar Ionity und fährt dort den Kategoriesieg ein.

Shell

Sowohl im Heimatland Niederlande als auch in Deutschland schneidet das Ladeangebot des Mineralölkonzerns befriedigend ab – auch wegen zum Teil zickiger Technik.

CPO

Auch das von Shell aufgekaufte Ladenetz New- Motion hatte seine Ursprünge in den Niederlanden, will nun aber über ganz Europa wachsen. Mit 45

HPC-Ladestationen in Deutschland und sogar 126 in den Niederlanden war „Shell Recharge“ somit als Kandidat für unsere Fahrten durch diese beiden Länder gesetzt. Viele der Stationen finden sich auf

Shell-Tankstellen an Autobahnen und in Städten, aber etwa auch in Industriegebieten. In beiden Ländern kommt Wetterschutz leider meist zu kurz, WCs und Shops – und in den Niederlanden auch Restaurants – lassen sich aber meist finden. Als etwas hakelig erwies sich zum Teil die Technik der Ladesäulen, die Servicequalität ging in Ordnung.

ÖSTERREICH

Testroute Österreich

1374 Kilometer legten die Testfahrer von umlaut in Österreich zurück – plus nochmal 394 Kilometer für die Anund Abfahrten aus Deutschland beziehungsweise aus der Schweiz.Insgesamt legten sie dabei 19 Ladestopps in der Alpenrepublik ein.

Die Testfahrten in Österreich fanden vom 20. bis 24. September 2021 statt. Unterwegs waren die Tester dabei zum größten Teil mit dem Porsche Taycan Turbo S, den uns Porsche freundlicherweise für die Durchführung der Tests zur Verfügung stellte. Ergänzend fuhren die Teams einige österreichische Stationen auch mit dem Audi e-tron 55 quattro an, der schwerpunktmäßig für die Süddeutschlandtour (siehe auch Seite 76) zum Einsatz kam. So konnten die Fahrer von umlaut auch in Österreich verschiedene Ladestationen der jeweiligen CPOs mit unterschiedlichen E-Autos testen.

Alpentour

Die umlaut-Testteams für Österreich absolvierten ihre Testfahrten zwischen dem 20. und dem 24.9.2021. Dabei legen sie inklusive An- und Abfahrten exakt 1768 Kilometer zurück.

Besucht und getestet wurden dabei die in Österreich aktiven Charge Point Operators Da emobil, Ionity, Kelag und Smatrics. In ihre Bewertung fließen nach Möglichkeit fünf, mindestens aber vier unter schiedliche Standorte pro Anbieter ein. Auch in Österreich achteten die Testfahrer dabei natür - lich penibel auf die erforderlichen Corona- Sicherheitsmaßnahmen wie das Tragen von Masken außer halb der Fahrzeuge und die Einhaltung ausreichender Abstände.

Zum Authentifizieren an den Ladesäulen nutzten die Tester soweit möglich die Karten und Apps der getesteten EMPs – in Österreich also insbesondere das Angebot von Smatrics sowie die der deutschen EMPs.

Wo dies nicht gelang, kamen die CPO-Apps oder Ad-hoc-Laden zum Einsatz.

Da emobil

Der zurzeit vor allem auf Westösterreich fokussierte Anbieter betreibt angenehme Ladestationen und bietet überzeugenden Ladekomfort.

Die Tochter der beiden Tiroler Firmen Fiegl + Spielberger und Gutmann ist aktuell noch vor allem in Westösterreich aktiv, will sein Ladenetz aber auf die gesamte Alpenrepublik ausdehnen. Zum Testzeitpunkt bot Da emobil bereits zwölf HPC-Ladepunkte, von denen unsere Testfahrer fünf besuchten. Bei den Ausschilderungen gibt es noch Verbesserungspotenzial, allerdings sind die orangefarbenen Säulen sehr auffällig. Zudem waren die Stationen gut beleuchtet und zumindest einige von ihnen auch überdacht. WCs fanden sich in benachbarten Fast-Food-Restaurants oder Tankstellen.

Bedienung, Informationsgehalt, Bezahlvorgang und Hotline konnten allesamt überzeugen.connect-Urteil: gut (778 P.)

Kelag

Die Ladesäulen des Kärtener Energiekonzerns bieten ein insgesamt ordentliches Ladeerlebnis – auch wenn die Tester im Detail einige Kritikpunkte hatten.

Als einer der führenden Energiedienstleister in Österreich bietet der in Kärnten ansässige Kelag- Konzern auch ein Ladenetz mit zum Erhebungszeitpunkt sechs HPC-Säulen, von denen umlaut vier besuchte. In der Nähe gab es jeweils Tankstellen und/oder Fast-Food-Restaurants – und somit auch WCs. Die Ausschilderung könnte besser sein,auch mit Überdachung konnten die getesteten Stationen nicht punkten. Ihre Beleuchtung ging in drei von vier Fällen in Ordnung. Die Bedienung der Ladesäulen war okay, ihre Informationsbereitschaft hoch. Für die im Test problemlose Abrechnung bietet der Konzern eine eigene App und eigene Tarife, unterstützt werden aber auch mehrere EMPs.

CPO

connect-Urteil: befriedigend (734 P.)

Smatrics

Neben seiner Rolle als EMP ist Smatrics auch als CPO aktiv. Seine Ladesäulen bieten zuverlässige Technik und insgesamt guten Komfort.

Wie EnBW in Deutschland erfüllt Smatrics in Österreich sowohl die Rolle eines EMP als auch die eines CPO. Zu seinem Netz an Ladesäulen zählen auch 71 HPC-Ladepunkte, von denen die Testfahrer fünf ansteuerten. Ausgeschildert waren diese Teststandorte nicht, auch auf eine Überdachung müssen die Nutzer verzichten – dafür hatten wir in puncto Beleuchung wenig zu kritisieren. Ein Standort lag bei einem Shoppingcenter, andere hatten Tankstellen oder Fast-Food-Restaurants in der Nähe, sodass auch WC-Besuche gesichert waren. Die Ladeanleitung könnte etwas besser sein, insgesamt klappten das Laden und Bezahlen aber gut. Auch die Hotline machte eine gute Figur.

CPO

connect-Urteil: gut (780 P.)

SCHWEIZ

Testroute Schweiz

Ihre Route durch das Land der Eidgenossen führte unsere Testfahrer auf 543 Kilometern über 22 Ladestopps.

Weitere 169 Kilometer gingen auf das Konto der An- und Abfahrten von beziehungsweise zu den Nachbarländern.

Die Testfahrten durch die Schweiz absolvierten die Testteams zwischen dem 27. September und dem 1. Oktober 2021. Wie in Österreich war auch auf der Schweizer Tour überwiegend der Porsche Taycan Turbo S (siehe Seite 84) unterwegs – punktuell ergänzt durch den ebenfalls in Süddeutschland und Österreich eingesetzten Audi e-tron 55 quattro (siehe Seite 81).

Auch in diesem Fall war unsere Zielsetzung, verschiedene Ladestationen der getesteten CPOs nach Möglichkeit mit unterschiedlichen E-Autos anzusteuern.

Auf dem eidgenössischem Testprogramm standen die CPOs Agrola, GoFast, Ionity,

Durchs Land der Eidgenossen

Die umlaut-Testteams besuchten die Schweiz zwischen dem 27. September und dem 1. Oktober. Auf insgesamt 712 Kilometern inklusive An- und Abfahrten nahmen sie dort 22 Ladestopps vor.

Move und Socar. Um die Schweizer EMP- Angebote beurteilen zu können, nutzten die Tester neben den deutschen EMP-Lösungen vor allem auch die Apps und E-Mobilitätsangebote von EVPass, Move und Swisscharge. Wo dies nicht möglich war, kamen gegebenenfalls von den CPOs selbst angebotene Apps beziehungsweise die auf den Säulen kommunizierten Weblinks zum Einsatz oder aber Ad-hoc-Optionen wie das Laden per Kreditkarte.

Selbstverständlich achteten unsere Testfahrer auch in der Schweiz auf alle erforderlichen Corona-Sicherheitsmaßnahmen.

CAR CONNECT

CPO

Agrola

Der Schweizer Energiedienstleister und Tankstellenbetreiber hat insgesamt ein ordentliches Ladeangebot – mit Verbesserungspotenzial in einigen Details.

Agrola ist ein Schweizer Energiedienstleister mit Sitz in Winterthur. Neben konventionellen Brennstoffen bietet er an den gleichnamigen Tankstellen auch Ladesäulen an. Das sorgt für gute Beleuchtung, WC und Shopangebote – Kaffeepausen müssen sich allerdings auf das Tankstellenangebot beschränken. Bis zum Anschluss des Autos unklar bleibt die Zuordnung der Ladepunkte in der App. Davon abgesehen und bis auf eine offenbar defekte Ladesäule klappte das Stromtanken problemlos.

Die aktuelle Ladeleistung erscheint im Display, Angaben zur bezogenen Strommenge aber erst nach Ladeende. Am Bezahlvorgang haben wir nichts zu kritisieren, schön wären aber mehr Zahlungsmittel.

connect-Urteil: befriedigend (664 P.)

GoFast

Die Stationen des recht großen und konstant wachsenden Schweizer Schnellladenetzes bieten E-Auto-Fahrern ein gutes Ladeerlebnis.

Das in Zürich ansässige Unternehmen konzentriert sich auf Aufbau und Betrieb eines Schnellladenetzes in der Schweiz. Dabei werden alle Go- Fast-Ladepunkte nach Unternehmensangaben zu 100% mit Ökostrom betrieben. Ein Großteil der im Swiss charge-Verbund verfügbaren HPC-Stationen stammt von diesem Anbieter – unterstützt werden auch andere EMPs. Die meist überdachten und gut beleuchteten Ladestationen sind auch aus der Ferne gut zu erkennen. Auch die Bedienung der Ladesäulen gibt keine Rätsel auf – auch wenn zwei aus unserem Testprogramm nicht funktionierten. Die freundliche Hotline bemühte sich, konnte aber letzt - lich auch nicht helfen. Bezahlen klappte problemlos.

CPO

connect-Urteil: gut (774 P.)

Move

Die Ladesäulenbetreiber Groupe e und Primeo Energie treten gemeinsam unter der Marke Move auf. In unserem Test schneidet ihr Angebot überzeugend ab.

Hinter dem auch als EMP aktiven Move-Verbund stehen die Ladesäulenbetreiber Groupe e und Primeo Energie. Unsere Testfahrer besuchten drei Standorte von Groupe e und zwei von Primeo. An vielen von ihnen waren die Ladekabel sehr kurz, sodass man mit manchen E-Autos zwischen den markierten Plätzen parken muss. WCs gab es an allen Standorten, Restaurants nur an Autobahnstationen – beim Rest aber immerhin Snackautomaten. Die Bedienerführung der Säulen und die während des Ladevorgangs angezeigten Informationen erfüllten alle Wünsche der Tester. Ebenfalls top: Bei einer zunächst gestörten Ladesäule erwies sich die Hotline als sehr freundlich und hilfsbereit.

CPO

connect-Urteil: gut (803 P.)

Socar

Der Azerbaijanische Mineralölkonzern betreibt Schnellladestationen ent lang Schweizer Autobahnen und bietet E-Fahrern dort ein gutes Ladeerlebnis.

Die State Oil Company of the Azerbaijan Republic, kurz Socar, hat ihren Firmensitz in Baku, Azerbaijan – betreibt in der Schweiz neben Tankstellen aber auch Ladesäulen mit Fokus auf High Power Charging (HPC). Die vorwiegend entlang Schweizer Autobahnen aufgestellten Säulen zählen zum Swisscharge-Verbund, lassen sich aber auch per

Roaming nutzen. Die Ausschilderung der Standorte ist top, auch WCs gab es an allen von ihnen – sowie Kioske und/oder Snackautomaten. Die Bedienung der Ladesäulen klappte ohne Schwierigkeiten, zudem zeigten sie beim Laden alle wichtigen Infos und machten keine Probleme beim Bezahlen. Überzeugend freundlich und kompetent war auch die Hotline.

CPO

connect-Urteil: gut (752 P.)

Unser Testfahrzeug Audi e-tron 55 quattro

Zum zweiten Mal war ein elektrischer Audi auf unseren Testtouren im Einsatz – diesmal haben ihn uns die Ingolstädter freundlicherweise direkt zur Verfügung gestellt.

Von Audi erhielten unsere Testfahrer einen e-tron in der eleganten Sportback- Variante und mit der Motorisierung „55 quattro“. Die bietet 300 kW/408 PS Leistung und beschleunigt in 5,7 Sekunden von null auf hundert. Die WLTP-Reichweite gibt Audi mit bis zu 452 km an, der 95-kWh-Akku lässt sich mit bis zu 150 kW Ladeleistung betanken – von zehn auf 80 Prozent klappt das in rund 30 Minuten. Für die unter verschiedenen Bedingungen im Alltag erzielbare Reichweite bietet die Audi-Webseite einen gut gemachten Onlinekalkulator. Er setzt den Langstreckenbewegungsradius bei etwa 370 km an. Damit leistete uns der Elektro- Audi hervorragende Dienste.