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ONE-BOX-SYSTEM: AB IN DIE ECKE


Audio - epaper ⋅ Ausgabe 7/2019 vom 14.06.2019

Endlich: Bowers & Wilkins spielt im Markt der Netzwerk-Boxen mit. Eine komplett neue Serie rollt auf uns zu, mit neuem Design und frischem Klangideal.


Artikelbild für den Artikel "ONE-BOX-SYSTEM: AB IN DIE ECKE" aus der Ausgabe 7/2019 von Audio. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Audio, Ausgabe 7/2019

„WEDGE“ BEREICHERT JEDEN WOHNRAUM

Warum sollte ich die Konkurrenz in meinem Teich angeln lassen? Das können wir doch besser. Sagte sich Bowers & Wilkins und stellt nun die Formation-Serie vor. Die ersten Testmuster haben nun die Redaktion erreicht. Wir waren gespannt, denn die Briten haben auf einen Schlag eine komplett neue Familie gegründet. Von der Soundbar über zwei klassische Stereowandler bis hin zum Stand- Alone-Klangwandler, genannt „Wedge“. Direkt ...

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... übersetzt: der „Keil“. Genauso sieht die klingende Ecke aus.

Die Gene sind gut, man kann dem Know-how in Sachen Chassis- und Gehäusebau vertrauen. Was am Wedge jedoch irritiert: B&W lässt eher wenig darüber verlauten, was im Inneren tönt. Vor allem Fotos des Innenlebens gibt es nicht. Wir haben nachgefragt, regelrecht insistiert. Am Ende wollten wir selbst Hand anlegen, doch wir scheuten zurück: Es zeigte sich kein Weg, die Frontbespannung zu entfernen, ohne die Gesamtkonstruktion zu zerstören. Das wäre einem Mordversuch gleichgekommen – zudem wäre der offizielle Wert von 1000 Euro vernichtet gewesen.

Doch wir blieben beharrlich und fanden immerhin eine Auflistung der internen Klangwandler. Alles deutet darauf hin, dass der Wedge nicht als Mono-, sondern als vollwertiger Stereowandler auf kleinem Raum ausgelegt wurde. Zwei entkoppelte, doppellagige Kalotten schwingen in der Höhe – das wird verwandte Kost sein zu den Modellen aus der 600er- Serie. Darunter zwei Mitteltöner mit gerade einmal 9 Zentimetern in der Diagonale. Damit auch echter Bass ins Spiel kommt, schwingt mittig eine einzelne Membran mit 15 cm. Alles wurde auf 6,5 Kilo verpackt, inklusive digitaler Endstufen und einem Großaufgebot an Wandlern und Chips. So wird AirPlay in der zweiten Generation unterstützt. Selbstredend geht es auch per Bluetooth aptX hinein. Gestreamt wird mit 96 Kilohertz und 24 Bit – hier werden audiophile Werte hochgehalten. Zwei Farben stehen zur Wahl, wir haben beide gesehen. Unser Tipp: Die schwarze Version sieht mit ihrem edlen Holzrücken einen Tick erotischer aus als die silberfarben-weiße.

Das Setup ist kein Drama und in wenigen Minuten erledigt; B&W hat offensichtlich Zeit und Geld in die Erforschung einer vernünftigen Usability gesteckt. Die App aufs Smartphone laden, starten und den Anweisungen folgen. Dann wird das Netzwerk samt Passwort in der Formation-Komponente hinterlegt – Einrichtung abgeschlossen.

MESSLABOR

Die Lautsprecher der Formation-Reihe haben keinen physikalischen Eingang und lassen sich deshalb nicht wie normale Boxen messen. Der mit Rauschen ermittelte Frequenzgang verläuft gerade, zeigt aber ausgeprägte Welligkeiten. Die -6-dB-Grenze liegt bei tiefen 27 Hz, wobei der Tiefgang stark vom Pegel abhängt. Schon bei 78 dB ist die 40-Hz-Klirrgrenze erreicht, im Grundton (400 Hz) sind 95 dB möglich.

Zwei Dinge haben uns irritiert. Genau an dieser Stelle beschließt B&W, dass der Job erledigt sei. Die hauseigene App dient rein zum Systemstart und endet genau da, wo es spannend wird – beim Transfer der Musik-Files etwa von einem NAS. Hier lohnt ein tieferer Blick in den Papierstapel hinter der Bedienungsanleitung. Dort haben die Briten einen Gutschein für Roon versteckt. 60 Tage umsonst testen. Danach wird es teuer – Roon ist die Edelvariante eines Klangverwalters, man lässt sich entweder per Abo oder lebenslangem Kauf üppig bezahlen. Doch keine Angst: Wir haben den Wedge elegant auch mit kleinerer Software zum Klingen gebracht – beispielsweise dem Schweizer-Taschen- Messer-Tool mConnect. Die zweite Irritation: Naiv nahmen wir an, dass aus zwei Wedges ein Stereo-

Doppel werden könne. Das war ein Irrtum, denn der Wedge ist als Stand-Alone-Wandler konzipiert. Apple macht das bei seinem HomePod anders, aber B&W rät bei diesem Wunsch zum Formation- Duo-Doppelpack. Doch weiter gedacht: Mit meh- reren Wedges lässt sich ein großes Multiroom- Netzwerk aufbauen. Auch beim Tempo will B&W Maßstäbe setzen – die maximale Verzögerung des Klangbilds von einem Raum zum anderen liegt bei einer Mikrosekunde.

Fertig? Also zur großen Kernfrage: Wie klingt‘s? Schon die ersten Takte einer Rock-Ballade zeigten Druck und Zugriff – trotz seiner Kompaktheit fuhr der Wedge das große Geschütz auf. Der Bass war mächtig, das Stereopanorama begrenzt. Man muss tatsächlich punktgenau und nahe vor dem Klangkeil sitzen, um Räumlichkeit wahrzunehmen. Obacht auch bei höheren Lautstärken; in unserem Hörraum zeigte der Wedge die Tendenz zum Pressen – das war mitunter angestrengt. Doch Partybeschallung wird sein Lebenszweck nicht sein. B&W hat den Wedge geschaffen, um mittlere Räume elegant mit Musik zu fluten. Diesen Job erfüllt der Neuling vorbildlich.

DIE AND ERE FORMENSPRACHE : Im Inneren des Wedge verbergen sich fünf Chassis – plus einem dynamischen Equalizer und Digital Signal Processing.


Wir hadern ein wenig mit dem Preis: 1000 Euro sind eine stolze Forderung. Dafür gibt es einige Konkurrenz auf dem Klangmarkt. Doch B&W will mit dem Wedge in einer anderen Liga spielen. Was gelingt – der Sound ist smart, die Bedienung einfach, der Nutzwert hoch. Mit der Formation-Serie lässt sich ein großer Haushalt musikalisch beschallen – dem Wedge kommt die Hauptrolle zu. Er klingt dynamisch, spielfreudig, kann und soll jedoch die große Stereo-Kombi nicht ersetzen.