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ONSTAGE: WORKSHOP SOUNDCHECK: 10 Tipps für den optimalen soundcheck


Soundcheck - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 09.09.2019

Der erste gig mit der Band steht an und vor euch liegt auch der erste soundcheck. Wir werden euch erklären, was es dabei zu beachten gibt, damit ihr das optimale rausholen könnt. mit den folgenden 10 tipps wird der erste soundcheck ein kinderspiel!


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Fotos: Shutterstock

1. Der PA-Sound

Wozu ist ein Soundcheck nützlich? Bei einem Live-Gig ist eine Menge (Ton-)Technik am Start, die vor dem Auftritt getestet werden muss. Schließlich soll bei Show-Time alles glatt laufen, damit eurer Performance nichts im Wege steht. Somit sollte beim Soundcheck jedes Mikrofon und jedes musikalische Signal (Keyboards, Orgel, ...

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... Computer, et cetera) einmal über die Anlage getestet werden. Damit der Tontechniker auch die passenden Einstellungen im EQ, Kompressor et cetera machen kann, ist es notwendig, dass die Musiker beim Soundcheck auch spielen. Beispielsweise singt jede Sängerin/jeder Sänger unterschiedlich laut, weshalb ein individuelles Pegeln notwendig ist. Die Hauptfunktion des Soundchecks ist also, dass jeder Musiker auf der PA zu hören ist.

2. Der Monitor-Sound

Des Weiteren braucht ihr aber auch einen Soundcheck, damit ihr euch selbst auf der Bühne gut hören könnt. Ihr werden mit jedem Konzert feststellen, dass man sich und sein Instrument (oder seine Stimme) ganz anders als im Proberaum oder als Daheim wahrnimmt. Das liegt an der Größe des Konzertraums und den Reflexionen der Wände. Je größer die Halle, desto mehr verliert sich euer Instrument in den Tiefen des Raums. Beim Open-Air-Gig entfaltet sich der Schall vollkommen frei und es gelangt kaum Reflexion zu euch zurück. Es ist also sehr wichtig, dass ihr euch über Monitor-Boxen oder euren In-Ears gut hören könnt.
Grundsätzlich gilt für den Monitorsound: So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Den perfekten Monitorsound zu bekommen, ist erstens in Live- Situationen nahezu unmöglich und bedarf zweitens Erfahrung eurerseits, was und wie viel davon ihr genau auf eurem Monitor oder In-Ear benötigt. Meistens ist es am wichtigsten, dass ihr das Drumkit gut hören könnt. Der Drummer gibt das Timing an und selbst wenn ihr euch nicht gut hören könnt, spielt ihr wenigstens einigermaßen in Time zu den Drums. Die Sängerinnen und Sänger brauchen fast immer ein Harmonieinstrument wie die Gitarren oder Keyboards, um die Töne beim Singen besser treffen zu können. Am besten achtet ihr mal bei einer Probe darauf, welche Instrumente ihr am meisten beachtet und daher auf eurem Monitor braucht. Die Lautstärke auf der Bühne wird meist von der Lautstärke des Schlagzeugs bestimmt.
Bei extremem Zeitmangel hat der PA-Sound Vorrang vor dem Monitor-Sound. Schließlich geht es am Ende darum, dass euch das Publikum gut hören kann. Aber keine Sorge: Nur im Notfall wird auf den Monitor-Soundcheck verzichtet.

Wichtig für den Tontechniker: Immer den Pegel im Auge behalten.


3. Disziplin

Auch wenn ihr voller Vorfreude auf euer anstehendes Konzert seid, müsst ihr euch beim Soundcheck diszipliniert und konzentriert verhalten. Die ortsansässigen Tontechniker und Crew-Mitglieder haben meist vor eurem Antreffen schon viele Stunden gearbeitet, um die Bühne aufzubauen, die PA zu positionieren und zu verkabeln, etwaiges Equipment aufzubauen und vieles weiteres. Spielt nur, wenn ihr dran seid und nicht zwischendurch.

4. Equipment

Zunächst sollte euer Equipment in einem vernünftigen Zustand sein. Die Schlagzeug-Becken und -Felle sollten heil sein und am besten nicht vollkommen runtergespielt. Gut wäre es, wenn ihr ein recht neues Snaredrum- und Bassdrumfell- aufgezogen habt. Das reduziert die Wahrscheinlichkeit erheblich, dass diese reißen, was ein großes Problem darstellt. Die Gitarren haben einigermaßen frische Saiten und die Gitarristen bringen ausreichend Klinkenkabel und Plektren mit. Falls ihr nicht über fremde Mikrofone beim Event singen wollt, so bringt eure eigenen Mikrofone mit. Sofern die Tontechniker vor Ort mit euren Mikros zufrieden sind, könnt ihr diese auch nutzen.
Wenn ihr einen Computer auf der Bühne benötigt, so habt auch bestenfalls immer einen zweiten Ersatz- Computer dabei.

5. Abfolge

Der klassische Soundcheck beginnt mit dem Schlagzeug. Der Drummer spielt jedes einzelne Instrument so lange, wie sich der Tontechniker es wünscht. Nach jedem Einzelsignal spielt der Drummer das gesamte Kit. Dabei sollte er bestenfalls Grooves und Fills eines Songs aus eurem Programm so Performern, wie er es auch beim Konzert machen wird. Darauf folgt der E-Bass, dann die Gitarren und am Ende der Gesang. Hierbei geht es darum, dass der Tontechniker die Signale überhaupt auf der PA hörbar macht, diese einpegelt und den Klang einstellt. Vermeidet den typischen (und nervigen) Fehler, dass ihr nur kurz spielt. Macht so lange, wie der Tontechniker es braucht, denn es geht schlussendlich um euren Bühnensound. Es braucht sicherlich einiges an Überwindung beispielsweise als Sängerin/Sänger ohne irgendein Instrument so zu singen, als würde man mit einer Band Performern. Doch genau das müsst ihr hinkriegen.
Kommen Signale vorne an, so kann die Band einen Song gemeinsam spielen. Hier versucht der Tontechniker dann einen homogenen Gesamtklang auf der PA zu mischen.
Bei größeren Konzerten gibt es sowohl einen PA-Tontechniker als auch einen Monitor-Tontechniker.

In so einem Fall macht man meist erst den Sound für die PA und anschließend für eure Monitore.

Biografie

Tobias Mertens

Tobias Mertens arbeitet als Musiker, Dozent, Tontechniker und Songwriter. Er ist als multi-instrumentaler Autor sowohl für DrumHeads!!, das guitar-, Keys-, Soundcheck und Recording-Magazin des PPV-Medien- Verlags aktiv. Tobias ist Endorser für Meinl, Tama, Evans, Audix, Rohema, Ibanez, Roland, BOSS und D‘Addario. Als Live-und Studio-Musiker, Audio-Engineer und Songwriter arbeitete er mit Künstlern und Bands wie Stahlzeit, Thomas Lang, Lord Of The Lost, Subway To Sally, Nachtsucher und vielen weiteren zusammen. Als Musiker und Audio-Engineer arbeitet(e) er für die Studio Blue Moon Studio, Bishop-Audio-Productions, Chameleon-Studio, Braindead-Studio
Er ist als Clinician in ganz Europa unterwegs und Dozent an verschiedenen Institution in Hamburg.

6. Das „Richtige“ spielen

Tanzeinlagen und weitere ausufernde Performances lasst ihr beim Soundcheck besser sein, denn dieser ist eben nur ein Sound-Testen und keine Live-Show. Allerdings solltet ihr schon mit der gleichen Intensität spielen, wie auch im Konzert später. Häufig spielen Drummer ihre Parts beim Soundcheck viel leiser, was auf technischer Seite im Bezug auf euren Sound größere Probleme mit sich bringen kann.
Wenn ihr einzeln beim Soundcheck dran seid, so spielt ihr am besten nur Song-Parts, die ihr auch in eurer Band spielt. Die Chance für die Tontechniker, eure Musik kennenzulernen, ist beim Soundcheck. Die Gitarristen und Keyboarder, die verschiedene Sounds spielen, sollten diese dem Tontechniker auf jeden Fall alle präsentieren, damit er sich darauf einstellen kann. Bedenkt immer, dass die Crew eure Musik meistens überhaupt nicht kennt und folglich auch noch nie gehört hat.

Tipp: sucht euch einen soundcheck-song aus, der möglichst viele elemente beinhaltet: leise/laute passagen, cleane/verzerrte Gitarren, viele soundeffekte, verschiedene Gesangsstile, und so weiter. ihr erspart so nervige Diskussionen vor ort und jeder Musiker von euch kann bei seinem individuellen soundcheck passagen dieses songs spiele beziehungsweise singen.

7. Kommunikation

Neben der Disziplin ist die Kommunikation ein wichtiger Faktor. Hier gelten die Grundregeln gesellschaftlichen Miteinanders: Nicht schreien, keine Aggressivität und keine Schimpfwörter. Des weiteren sollte man sich lautes Lachen und Konversation über für den Soundcheck belanglose Themen ins Mikrofon sparen. Gute Stimmung ist natürlich toll, doch bedenkt, dass die Techniker und die Crew am Arbeiten sind und sich konzentrieren müssen. Sagt nur das, was wirklich wichtig ist! Versucht, dass jeder Einzelne von euch, bei seinem individuellen Soundcheck, ein Mikro zur Verfügung hat, um mit dem Tontechniker Dinge zu besprechen. Ist dies nicht möglich, so sind die Vokalisten in der Pflicht, den Austausch zwischen Tontechniker und Musiker zu übernehmen.

Nutzt die Zeit ohne Publikum, so wie es Rudy Roystone hier macht, um einen möglichst optimalen Sound zu bekommen.


8. Soundcheck mit Zuschauern

Es kann manchmal sein, dass ihr den Soundcheck vor Publikum machen müsst. Entweder kommen einige Besucher schon sehr früh zum Konzert oder aber euer Soundcheck ist vor dem kompletten Publikum direkt vor eurem Auftritt. Das kann sich dann sehr komisch anfühlen – gerade, wenn man beim Einzel-Check alleine vorsingen muss. Versucht, das Publikum auszublenden und zieht euer Programm eisern durch. Es ist ratsam, nicht den Pausenclown zu spielen und das Publikum erst im Konzert zu entertainen und nicht vorher. Ignoriert vor allem eventuelle Rufe aus dem Publikum!

9.Das eigene Verhalten und der Umgang miteinander

Wenn ihr innerhalb der Band mal Streit oder Probleme habt, solltet ihr euch das beim Soundcheck oder generell in der Öffentlichkeit außerhalb eures Privatbereichs nicht anmerken lassen. Verkauft euch als Einheit oder besser noch: Seid eine Einheit! Auch in stressigen Situationen solltet ihr einen gepflegten Umgangston miteinander halten und respektvoll sein. Verhaltet euch gegenüber freundlich und höflich. Der Jargon auf den Bühnen ist meist etwas rauer und kann bei stressigen Situationen auch mal hochkochen. Lasst euch davon nicht mitreißen, sondern verhaltet euch stets nett.

10. Proben beim Soundcheck?! Ein klares JAEIN;)

Generell ist der Soundcheck KEINE Zeit zum Proben. Doch es kann immer sein, dass ihr einen Song zusätzlich zu eurem Soundcheck-Song spielen wollt oder müsstet. Fragt, ob ihr das dürft beziehungsweise kündigt dies freundlich an und absolviert den weiteren Probesong am Ende des Soundchecks. Verlasst euch aber generell nicht darauf, dass die Zeit für etwaiges Proben bei jedem Soundheck vorhan- den ist. Manchmal kommt es zu unvorhergesehenen Technikproblemen, die Zeit kosten oder der Zeitplan des Festivals/Konzerts lässt es einfach nicht zu. Bereitet euch bestmöglich im Vorfeld auf die Show vor, sodass ihr auch ohne Probe vor Ort zurechtkommt. In sehr stressigen Festival-Situationen kann es sein, dass ihr schnell aufbauen müsst und dann direkt der sogenannte Line-Check kommt. Dabei wird nur getestet, ob alle Signale beim Mischpult ankommen.

Info

Youtube
tobiasmertens1991
instagram/facebook
tobiasmertensmusic
Website
tobias-mertens.de

Soundcheck bei Axxis: Auch die Großen nehmen sich ausgiebig Zeit dafür.


Abschluss

Sicherlich gehört zu einem perfekten Soundcheck auch eine Portion Glück, denn etwaige Probleme sind nicht immer menschliches Verschulden. Die Technik könnte unerwartet verrückt spielen oder es kommt zu anderen nicht kalkulierbaren Problemen wie extrem schlechtem Wetter bei einem Open-Air-Gig. Schlussendlich ist immer wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren. Selbst wenn euer erster Soundcheck komplett in die Hose geht, so werdet ihr auf jeden Fall aus den eventuellen Fehlern lernen und die nächsten Male besser machen!
Doch egal, wie unerfahren oder umständlich ihr euch beim Soundcheck anstellt: Bleibt nett, diszipliniert und höflich. Die Techniker werden euch gerne mit allen eventuellen Problemen helfen, so lange ihr freundlich bleibt.

Checkliste

► Drums
Ersatzsnare und/oder Ersatzsnarefell
Ersatzbassdrumpedal
Ersatz-Snare-Fell
ausreichend Sticks (Mind. 5 Paar)
Stimmschlüssel
einigermaßen frische Felle auf allen Kesseln
bestenfalls frische Felle auf Snare und Kickdrum

► Gitarre
Mind. 1 Ersatzklinkekabel (Mono-Klinke, mind. 5 Meter!)
1 Ersatz-Amp
ausreichend Plektren (mind. 10 Stück)
mind. 2 Saitensätze
frische Saiten auf die Gitarren ziehen
Einstellschlüssel

► Computer
Ladekabel
Interface
Ersatz-PC
Back-Up-Festplatte mit Live-Session

► Monitor-Sound
Drumkit
mind. 1 Harmonieinstrument
Vocals