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OPEL HAT DIE BESTE ZEIT NOCH VOR SICH


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Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 45/2021 vom 11.11.2021

MENSCHEN

Uwe Hochgeschurtz, Carlos Tavares

Artikelbild für den Artikel "OPEL HAT DIE BESTE ZEIT NOCH VOR SICH" aus der Ausgabe 45/2021 von Auto Bild. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Auto Bild, Ausgabe 45/2021

Jedes Jahr ein Highlight versprechen Uwe Hochgeschurtz und Carlos Tavares, hier am Astra-Plug-in-Hybrid

ZUR PERSON Uwe Hochgeschurtz

Geboren in Köln, studierte BWL. Karrierestart 1990 bei Ford, wechselte zu VW, 2004 zu Renault, zuletzt Deutschland-/ Österreich-/Schweiz-Chef. Hobby: Rennrad fahren

ZUR PERSON Carlos Tavares

Geboren in Lissabon, studierter Ingenieur. Karrierestart 1981 bei Renault, war vier Jahre Nissan-USA- Chef, seit 2014 CEO erst von PSA, nach der Fusion mit Fiat von Stellantis. Hobby: Autorennen

Zu Ihrem Imperium gehören die Dodge-Streifenwagen in den USA, aber eben auch der Corsa. Ist Opel da überhaupt wichtig? Was haben Sie vor, Herr Tavares?

Tavares: Opel ist die einzige deutsche Marke im Konzern – und damit für Stellantis von h erausragender Bedeutung. Lassen Sie uns auf die Fakten schauen. Erstens: Seit der Übernahme 2017 durch die damalige Groupe PSA ist Opel wieder sehr profitabel geworden, nach 19 Jahren ...

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... andauernder Verluste. Diese Profitabilität schützt Opel und ermöglicht Investitionen in die Zukunft. Zweitens: Wir haben Opels Kraft am Markt bewiesen: Mit dem erfolgreichen Corsa – übrigens Deutschlands meistverkaufter Kleinwagen –, dem erfolgreichen Mokka, und als Nächstes kommt der vielversprechende neue Astra. Opel bietet aufregende Autos. Sie wissen, wir geben unseren Marken – allen – zehn Jahre, um sich für ihre nachhaltige Zukunft stark zu machen. Opel hat die beste Zeit noch vor sich. Erst heute früh haben wir einen detaillierten Blick auf den Modellfahrplan für die nächsten zehn Jahre geworfen. Das ist eine starker Plan, der durch ein emotionales Design unterstützt wird – mit einem Highlight in jedem Jahr.

Aber es gibt dennoch viel Aufregung hier. Eisenach ist dicht. Die Zentrale in Rüsselsheim soll aus dem Adam- Opel-Haus ausziehen.

Tavares: Eisenach leidet unter einem Problem, das die ganze Industrie betrifft: der Knappheit bei Halbleitern. Deshalb ist die Produktion vorübergehend gestoppt. Natürlich startet sie wieder. In Kaiserslautern entsteht unsere Giga-Factory für Batterien. Was wir machen, dient der Zukunftssicherung von Opel und Stellantis in einer Branche, die sich in einer massiven Transformation befindet. Viele Gerüchte sind unfair gegenüber allen, die in Deutschland hart für Opel arbeiten. Sie verdienen Respekt. Die Bürger Europas haben sich für eine emissionsfreie, grüne Mobilität entschieden …

… wohl eher die Politiker in Brüssel …

Tavares: …wir leben doch in einer Demokratie, oder? Schauen Sie sich an, wer bei den entscheidenden Wahlen im Europäischen Parlament dafür gestimmt hat. Es sind demokratisch gewählte Volksvertreter. Jedenfalls setzen wir die politischen Entscheidungen um. Es ist ein harter Umbau. Er ist teuer, Elektrofahrzeuge sind in der Entstehung ja deutlich teurer als Verbrenner. Deshalb danke ich allen Opelanern hier für ihren Einsatz. Und natürlich allen Mitarbeitern bei Stellantis, die vom größeren Maßstab des Unternehmens profitieren können.

Aber in Rüsselsheim wird jetzt auch der DS gebaut, kein Opel …

Tavares: In Rüsselsheim wird unser Flaggschiff Opel Insignia gebaut, und wir starten bald mit der Produktion des neuen Astra. Die zusätzliche Vergabe des DS 4 nach Rüsselsheim – eines Modells unserer französischen Premiummarke – zeigt doch nur das Vertrauen, das wir in die deutsche Produktion haben. Unsere Stellantis-Fabriken sind absolut offen für alle Marken des Konzerns. Das ist ein großer Vorteil für jeden Standort.

Wird der Tag kommen, an dem kein Opel mehr „made in Germany“ ist?

Tavares: Nein, das wäre nicht sehr klug. Warum fürchten Sie das?

Fürchte ich nicht. Ich will es nur wissen. Wie beruhigen Sie die Mitarbeiter, Uwe Hochgeschurtz? Sie sind der neue Boss hier.

Hochgeschurtz: Wir stellen die Fakten klar. Ich persönlich spreche viel mit den Kolleginnen und Kollegen. Die Opel-Arbeiter, die hier oft schon in zweiter, dritter Generation arbeiten, verdienen Respekt. Wir müssen gemeinsam – wie alle in der Autoindustrie gerade – die Auswirkungen der Coronapandemie und der Chipkrise aushalten. Und die gewaltige Transformation der Branche. Wir brauchen Profitabilität, emotionale Modelle, beste Qualität. Opel hat eine goldene Zukunft.

Was ist die Alternative zu Ihrem harten Kurs?

Tavares: Es gibt keine. Elektrifizierung ist die Zukunft. Jetzt könnten Sie theoretisch die Autos teurer machen, sodass viele Kunden nicht umsteigen könnten. Wir haben glücklicherweise eine starke Ausgangsposition: Wir haben im Konzern die Möglichkeit, unsere Größe und damit viele Synergien zu nutzen und so zusätzliche Kosten aus der Elektrifizierung für die Kunden zu absorbieren. Es ist eine einzigartige Position.

Wo hört Markenidentität eigentlich in so einem Mehrmarkenkonzern auf?

Hochgeschurtz: Gar nicht. Wer einen Opel kauft, bekommt einen Opel – mit unverwechselbarem Design und sinnvollen Technologien. Unser Markenprofil werden wir weiter schärfen. Dabei gibt es keine Alternative zur Elektrifizierung,jedenfalls nicht für Pkw. Opel wird elektrisch. Ab 2024 gibt es jedes Opel-Modell auch elektrifiziert. Und wir haben entschieden, ab 2028 in Europa ausschließlich batterieelektrische Opel zu verkaufen. Damit nehmen wir eine Führungsrolle ein. Und wenn der heutige Insignia irgendwann ausläuft, wird es natürlich ein neues Opel-Flaggschiff geben, und zwar elektrisch. Das ist unser Weg. Wer einmal ein E-Auto besessen hat, will danach kein anderes mehr. Das ist meine Erfahrung.

„Die Ladeinfrastruktur muss vom Staat kommen, alles andere können wir auch allein regeln, zum Beispiel E-Autos verkaufen.“

Carlos Tavares

Wer mit einem E-Auto fährt, will auch laden können …

Tavares: Es ist auch der Job der Regierungen, das Ladenetz endlich schneller auszubauen. Wir bei Stellantis haben gerade eine Kooperation über 15000 neue Lademöglichkeiten in Europa geschlossen. Aber das genügt nicht, und es ist eben auch nicht unsere eigentliche Verantwortlichkeit. Wir haben unseren Teil beigetragen: neue Technologie, neue emis sionsfreie Autos – und wir sind dabei wirtschaftlich weiter erfolgreich.

Hochgeschurtz: Ein elektrischer Opel wird auch dadurch attraktiv, dass er beim Fahren keine Emissionen verursacht. Das ist gut für die Umwelt und für unsere Zukunft. Das ist auch für die junge Generation ein zunehmend wichtiges Thema. Und wir alle sehen ja gerade: Es werden mehr E-Autos als erwartet verkauft. Opel wird künftig noch stärker durch umweltfreundliche Innovationen – wir nennen sie Greenovations – punkten. Übrigens wird die Attraktivität von E-Autos dadurch weiter steigen, dass sie künftig auch in Städte fahren dürfen, die für Verbrenner vielleicht schon bald geschlossen sein werden.

Attraktiv sind auch die Zuschüsse vom Staat …

Tavares: Ich sage es klar und deutlich: Die Ladeinfrastruktur muss vom Staat kommen, alles andere können wir auch allein regeln, zum Beispiel E-Autos verkaufen. Die Staaten Europas werden sich noch ganz anderen Fragen stellen müssen. Zum Beispiel, was sie machen, wenn in Europa dreistellige Milliardenbeträge an Einnahmen aus der Energiesteuer wegfallen.