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Orderarten zur Strategieoptimierung


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Traders - epaper ⋅ Ausgabe 7/2022 vom 23.06.2022

© Treecha – stock.adobe.com Früher wurden Orders laut auf dem Börsenparkett ausgerufen oder bei Privatleuten über das Telefon vermittelt. Dann hieß es zum Beispiel: „Kaufe 100 Daimler-Aktien mit Stopp-Buy 60 Euro.“ So oder ähnlich hörte sich eine telefonische Order an. Inzwischen ist die Orderaufgabe nur noch elektronisch üblich. Manchmal gibt es zwar im Interbankenhandel bei großen Orders noch telefonischen Kontakt, doch damit hat der Privatanleger nichts zu tun. Eine Order wird üblicherweise per Ordermaske an den Broker vermittelt. Der Trader gibt sie immer mit besonderen Eigenschaften auf. Dazu muss man wissen, dass die traditionellen Börsenplätze relativ wenige Orderarten anbieten. Die hohe Ordervielfalt kommt durch die interne Verarbeitung des jeweiligen Brokers zustande. Manchmal verarbeitet er aber die Order auch intern, sodass Käufer und Verkäufer beim Broker gematcht werden. ...

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© Treecha – stock.adobe.com Früher wurden Orders laut auf dem Börsenparkett ausgerufen oder bei Privatleuten über das Telefon vermittelt. Dann hieß es zum Beispiel: „Kaufe 100 Daimler-Aktien mit Stopp-Buy 60 Euro.“ So oder ähnlich hörte sich eine telefonische Order an. Inzwischen ist die Orderaufgabe nur noch elektronisch üblich. Manchmal gibt es zwar im Interbankenhandel bei großen Orders noch telefonischen Kontakt, doch damit hat der Privatanleger nichts zu tun. Eine Order wird üblicherweise per Ordermaske an den Broker vermittelt. Der Trader gibt sie immer mit besonderen Eigenschaften auf. Dazu muss man wissen, dass die traditionellen Börsenplätze relativ wenige Orderarten anbieten. Die hohe Ordervielfalt kommt durch die interne Verarbeitung des jeweiligen Brokers zustande. Manchmal verarbeitet er aber die Order auch intern, sodass Käufer und Verkäufer beim Broker gematcht werden.Das müssen Sie über Orderarten wissen Viele Börsenneulinge spielen mit dem Gedanken, sich mit Aktien, Optionen, Futures, CFDs oder sonstigen Derivate ein Vermögen aufzubauen. Dazu bedarf es einer Handelsstrategie, die mit einem ausgewählten Broker umsetzbar sein muss. Ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl eines Brokers ist die mögliche Strategieumsetzung mit passenden Orderarten. Kurz vorweg: Als Trader muss man nicht jede mögliche Orderart im Detail kennen, sondern nur die Arten, die für spezielle Handelsobjekte vorgesehen sind. So gibt es zum Beispiel Orderarten, die nur für Optionen entwickelt worden sind. Für einen klassischen Aktienhändler wären sie belanglos.Das Wissen um die Orderarten gehört zum Handwerkszeug eines Traders. Sie bilden eine wichtige Grundlage bei der Umsetzung des Risiko- und Money-Managements. Leider ist es nicht so, dass alle Broker die gleichen Orderarten anbieten. Selbst die Bezeichnungen können variieren. Das Angebot steht in direktem Zusammenhang mit der Professionalisierung der Kunden. Pauschal könnte man sagen: Je professioneller die Kunden den Börsenhandel betreiben, desto mehr Orderarten bietet auch der Broker an. Der informelle Ablauf einer Order sieht so aus: Der Trader gibt von seinem PC aus eine Order auf, der Broker verarbeitet sie und leitet sie weiter zum ausgewählten Börsenplatz. Von dort aus stellt die Börse die Order in den Markt. Das gilt aber nicht für CFDs und den außerbörslichen Handel. Beim außerbörslichen Handel übernimmt der Broker oder ein externer Marketmaker die Gegenposition. Solche Vorgänge laufen bei einem kleinen Handelsvolumen automatisiert ab. Reguläre Handelsbörsen bieten nur relativ wenige Orderarten an. Sie reichen meist nicht aus, um die Bedürfnisse von Tradern zu decken. Deshalb übernimmt die Software des Brokers das vollständige Ordermanagement. Da nicht alle Broker die gleiche Software benutzen, variieren auch die möglichen Orderarten. Bei der Brokerauswahl sollte man darauf achten, ob das persönliche Handelssystem mit den vorhandenen Orderarten des Brokers umsetzbar wäre. Hier folgt eine Aufstellung von Orderarten, die von professionellen Brokern angeboten werden und in der Schreibweise, wie sie gewöhnlich in den Ordermasken zu finden sind. Man findet sie zum Beispiel bei Captrader, IB, BANX, FXFlat oder Lynx. Orderarten • At Auction Diese Order wird vorbörslich zu einem kalkulierten Eröffnungskurs (COP) an die Börse geschickt. Wird die Order nicht ausgeführt, wird sie neu als Limitorder platziert oder zu einem besseren Bid-/Ask-Kurs an den Markt übermittelt. [Futures, Aktien] • Auction Unter bestimmten Bedingungen wird die Order entsprechend der Preis- und Volumenvorgaben zur Teilnahme an die Price-Improvement-Auktion (Börse Boston) gesendet. [Optionen] • Balance Impact und Risk Ein Algorithmus berechnet die Auswirkungen einer Optionsorder auf den Markt und balanciert das Risiko von Kursschwankungen aus, während die Order aktiv ist. Bei der Ausführung berücksichtigt das System den benutzerdefinierten Dringlichkeit-Risiko-Faktor und den maximalen Prozentwert des Tagesvolumens. [Optionen] • Basket Eine Basket-Order enthält eine Vielzahl verschiedener Orders, die in einer einzelnen Datei gespeichert und als Paket übermittelt werden. [Futures, Future-Optionen, Optionen, Aktien, Warrants] • Block Eine Blockorder ist eine Limitorder mit großem Volumen. Das Minimum der Ordergröße beträgt 50 Kontrakte. [Optionen]• Box-Top Eine Marktorder, die automatisch zu einer Limitorder wird, sofern sie nicht sofort zum Marktpreis ausgeführt wird. [Optionen] • Bracket Diese Order hilft Verluste zu limitieren und Gewinne sicherzustellen. Jede wird durch eine Stopp- und Limitorder mit der gleichen Quantität wie die der Originalorder ergänzt beziehungsweise eingegrenzt. [Futures, Future-Optionen, Optionen, Aktien, Warrants] • Conditional Diese Order wird erst aktiv, wenn der Markt ein vorgegebenes Preisniveau erreicht hat. [Forex, Futures, Future-Optionen, Optionen, Aktien, Warrants] • Discretionary Eine Discretionary-Order ist eine Limitorder, für die Sie einen bestimmten Betrag vordefinieren, der die Ausführungsspanne entsprechend ausweitet. Eine Ausführung ist erst nach Berücksichtigung dieses Discretionary-Betrags möglich. Im Markt ist indes nur der ursprüngliche Limitkurs ersichtlich. [Aktien] Fill-or-KillEine FOK-Order muss unverzüglich am Markt ausgeführt werden, sobald sie dort verfügbar ist, sonst wird sie sofort gelöscht. [Optionen]• Good-after-Time/Date (GAT) Eine GAT-Order wird zunächst vom System zurückgehalten und später zu einem definierten Zeitpunkt (Datum und Zeit) an den Markt geschickt. [Anleihen, Forex, Futures, Future-Optionen, Optionen, Aktien, Warrants]• Good-till-Canceled (GTC) Die Ordergültigkeit GTC ist so lange im System und am Markt aktiv, bis sie entweder ausgeführt oder vom Kunden gelöscht wird. Das gilt bis zum letzten Handelstag des nächsten Quartals. [Anleihen, EFPs, Futures, Future-Optionen, Optionen, Aktien] • Good-till-Date/Time (GTD) Die Ordergültigkeit GTD ist solange im System und am Markt aktiv, bis sie entweder ausgeführt oder an einem bestimmten Datum per Marktschluss verfällt. [Anleihen, Forex, Futures, Future-Optionen, Optionen, Aktien, Warrants] • Hidden Die Existenz einer Hidden-Order (generell mit hohem Ordervolumen) ist weder aus den Daten am Markt noch dem Orderbuch zu entnehmen. Sie ist versteckt, um Manipulation vorzubeugen. [EFPs, Futures, Optionen, Aktien] • Iceberg/ReserveEine Iceberg-Order ermöglicht die Übermittlung einer Order (generell mit hohem Ordervolumen), die nicht vollumfänglich im Markt zu sehen ist. Sie wird über eine längere Zeitspanne abgearbeitet, um den Markt nicht zu überfordern. [Futures, Optionen, Aktien] • Immediate-or-Cancel (IOC) Jeder Teil einer IOC-Order, der nicht ausgeführt wird, sobald er den Markt erreicht, wird augenblicklich gelöscht. [Futures, Optionen, Aktien] • LimitorderEs handelt sich um eine limitierte Order, mit der man zu einem bestimmten Preis (oder besser) ein Wertpapier kauft oder verkauft. [Anleihen, EFPs, Forex, Futures, Optionen, Aktien, Warrants] • Limit-if-Touched (LIT) Eine Orderart, mit deren Hilfe man Kontrakte unter oder über dem Markt kaufen oder verkaufen kann. Die Order wird so lange vom System zurückgehalten, bis der definierte Auslösekurs berührt wird, und dann mit Limit an den Markt übermittelt. [Forex, Futures, Future Optionen, Optionen, Aktien, Warrants] • Limit-on-Close (LOC) Eine LOC-Order wird dann zum Schlusskurs ausgeführt, wenn der Schlusskurs gleich gut oder besser ist als der übermittelte Limitkurs der Order – falls die jeweilige Börse das unterstützt. Sonst wird die Order gelöscht. [Futures (nicht US), Aktien] • Limit-on-Open (LOO) Eine LOO-Order ist eine Limitorder, die bei Marktbeginn zum Limitkurs oder besser ausgeführt wird. [Aktien] • Market-Order Eine Order, die zum nächstmöglichen Bid oder Ask-Kurs ausgeführt wird. [Anleihen, EFPs, Währungen, Futures, Future Optionen, Optionen, Aktien, Warrants] • Market-if-Touched (MIT) MIT ist ein Ordertyp, mit dessen Hilfe man Wertpapiere unter oder über dem Markt kaufen oder verkaufen kann. Die Order wird so lange im System zurückgehalten, bis der Auslösekurs erreicht wird. [Forex, Futures, Optionen, Aktien, Warrants] • Market-on-Close Eine Marktorder, die an den Markt übermittelt wird, um so nahe wie möglich am Schlusskurs des Tages ausgeführt zu werden. [Futures (nicht US), Optionen (nicht US), Aktien] • Market-on-Open Eine Marktorder, die automatisch zum Marktbeginn übermittelt und zum jeweiligen Marktkurs ausgeführt wird. [Aktien] • Market-to-Limit (MTL) Eine MTL-Order wird als Marktorder an die Börse gegeben. Bei einer Teilausführung wird der Rest der Order zuerst gelöscht und dann neu als Limitorder mit einem Limit, das mit dem vorherigen Kurs des ausgeführten Orderteils identisch ist, zurück an den Markt geschickt. [Futures, Optionen, Aktien, Warrants] • Market-with-Protection (MWP) Eine Marktorder, die im Falle, dass sie nicht sofort zum Marktkurs ausgeführt wird, zuerst gelöscht und dann neu als Limitorder an den Markt geschickt wird. Der Limitkurs wird von der jeweiligen Börse bestimmt und ist dem gegenwärtigen Marktkurs nahe (leicht höher bei einer Verkaufsorder und leicht tiefer bei einer Kauforder). [Futures, Optionen] • Midpoint Match (MPM) Eine MPM-Order wird nur zum Mittelwert von Bid- und Ask-Kurs ausgeführt. [Aktien nur USA und ISE] • One-cancels-All (OCA) Wird eine Order, die zu einer Gruppe von OCA-Orders gehört, ausgeführt, werden die anderen Orders der Gruppe gelöscht. [Forex, Futures, Optionen, Aktien, Warrants] • Pegged-to-Market Eine Order, die darauf spezialisiert ist, zum besten Angebotspreis zu kaufen und zum besten Nachfragepreis zu verkaufen. [Aktien] • Pegged-to-StockEine Order, bei der bestimmt wird, dass sich der Optionspreis automatisch anhand der Vorgaben des Kunden anpasst, wenn sich der Aktienkurs verändert. [Optionen]• Percent of Volume (PoV) PoV unterliegt einem Algorithmus und arbeitet Orders mit einem vordefinierten Prozentsatz des gesamten Börsenhandelsvolumens ab. Die Orderart ist nützlich in kleinen Märkten, um die Kursbeeinflussung gering zu halten. [Aktien] • Relative-Order Eine Relative-Order erhält ihren Preis aus einer Kombination des Marktkurses und eines Zusatzbetrages, der vom Kunden vorgegeben wird. Die Order wird als Limitorder übermittelt und danach entsprechend der Preisstrategie so lange modifiziert, bis die Order entweder ausgeführt oder vom Kunden gelöscht wird. [Optionen, Aktien] • Request-for-Quote Eine Optionspreisanfrage für Nicht-US-Optionen, Futures und Optionen auf Futures. [Futures, Future-Optionen, Optionen] • Scale Scale-Orders generieren automatisch eine Serie von Kauf- oder Verkaufsorders mit Limit, und zwar mit jeweils sinkenden oder ansteigenden Kursen, die auf der originalen Limitorder des Kunden basieren. [Forex, Futures, Future-Optionen, Optionen, Aktien, Warrants] • Spreads Eine Spreadorder ist eine Kombination aus individuellen Ordern (Legs), die zusammen eine eigene Handelsstrategie bilden. Damit werden Aktien, Optionen und Futures als Legs zu einem Singlespread kombiniert. [Futures, Optionen, Aktien] • Stop Eine Stopporder wird zur Marktorder beim Kauf oder Verkauf von Wertpapieren, sobald der vorher bestimmte Stoppkurs erreicht oder durchbrochen wird. [Forex, Futures, Future-Optionen, Optionen, Aktien, Warrants] • Stop-Adjustable Über die Order lässt sich eine einmalige Veränderung einer Stopp-, Stopp-Limit-, Trailing-Stopp und Trailing-Stopp-Limitorder anfügen, um den Stopp-Trigger-Preis, den Trailing-Betrag beziehungsweise den Stopp-Limit-Preis zu modifizieren. [Forex, Futures, Future-Optionen, Optionen, Aktien, Warrants] • Stop-Limit Eine Stopp-Limit-Order wird dann zur Limitorder, wenn der definierte Stopppreis erreicht oder durchbrochen wird. [Forex, Futures, Optionen, Aktien] • Trailing-Stop Eine Verkaufsorder, die den Stopp mittels eines fixen Betrages in einem gewissen Abstand unter dem Marktkurs nachzieht. Wenn der Marktkurs steigt, folgt der Stoppkurs im gleichen Abstand dem Trailing-Betrag nach oben. Falls der Marktkurs fällt, verändert sich der Stopp-Loss-Preis nicht. Trailing-Stopps bei Kauforders verhalten sich umgekehrt. [Forex, Futures, Future-Optionen, Optionen, Aktien, Warrants] • Trailing-Stop-Limit Diese Order setzt bei einem Wertpapierverkauf den Stopppreis mittels eines fixen Betrags unter dem aktuellen Marktkurs fest und definiert ein Limit. Wenn der Marktkurs steigt, folgt ihm der Stopp-Loss im Abstand des fixen Betrags nach oben. Falls der Aktienkurs fällt, bleibt der Stopp-Loss unverändert. Wird die Order ausgelöst, wird eine Limitorder zu einem vom Kunden definierten Ausübungskurs übermittelt. Bei einer entsprechenden Kauforder funktioniert dieser Mechanismus umgekehrt. [Forex, Futures, Future-Optionen, Optionen, Aktien, Warrants] • Sweep-to-Fill Eine Sweep-to-Fill Order identifiziert den besten Kurs und die exakte angebotene Menge zum spezifischen Kurs. Sie übermittelt den passenden Teil der Order zur sofortigen Ausführung an die Börse. Gleichzeitig wird der nächstbeste Kurs und die dazugehörende angebotene Menge berechnet und der jeweils passende Anteil der Order sofort übermittelt. [Aktien] • Volatility-Order Eine Optionsorder, deren Limitorder verknüpft wird mit der implizierten Volatilität (VIX).[Optionen] • VWAP-Order Der VWAP ist ein volumengewichteter Durchschnittspreis („volume weighted average price“). Im Standardverfahren wird er als Indikator vom Marktbeginn bis zum Marktschluss berechnet. Kauf- und Verkaufsorders werden intern zum fortlaufenden VWAP ausgeführt. Wird eine VWAP-Order aufgegeben, werden die einzelnen Ausführungskurse versteckt. Nachdem der Markt schließt, wird die VWAP-Order samt einheitlichen Ausführungskursen angezeigt. [Aktien] • VWAP-bestmöglich Dieser Algorithmus bezieht sich auf den bestmöglichen volumengewichteten Durchschnittspreis, ohne den vom Benutzer definierten maximalen Prozentsatz des täglichen Börsenhandelsvolumens zu übersteigen. [Aktien]

Früher wurden Orders laut auf dem Börsenparkett ausgerufen oder bei Privatleuten über das Telefon vermittelt. Dann hieß es zum Beispiel: „Kaufe 100 Daimler-Aktien mit Stopp-Buy 60 Euro.“ So oder ähnlich hörte sich eine telefonische Order an. Inzwischen ist die Orderaufgabe nur noch elektronisch üblich. Manchmal gibt es zwar im Interbankenhandel bei großen Orders noch telefonischen Kontakt, doch damit hat der Privatanleger nichts zu tun. Eine Order wird üblicherweise per Ordermaske an den Broker vermittelt. Der Trader gibt sie immer mit besonderen Eigenschaften auf. Dazu muss man wissen, dass die traditionellen Börsenplätze relativ wenige Orderarten anbieten. Die hohe Ordervielfalt kommt durch die interne Verarbeitung des jeweiligen Brokers zustande. Manchmal verarbeitet er aber die Order auch intern, sodass Käufer und Verkäufer beim Broker gematcht werden.

Das müssen Sie über Orderarten wissen

Viele Börsenneulinge spielen mit dem Gedanken, sich mit Aktien, Optionen, Futures, CFDs oder sonstigen Derivate ein Vermögen aufzubauen. Dazu bedarf es einer Handelsstrategie, die mit einem ausgewählten Broker umsetzbar sein muss. Ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl eines Brokers ist die mögliche Strategieumsetzung mit passenden Orderarten. Kurz vorweg: Als Trader muss man nicht jede mögliche Orderart im Detail kennen, sondern nur die Arten, die für spezielle Handelsobjekte vorgesehen sind. So gibt es zum Beispiel Orderarten, die nur für Optionen entwickelt worden sind. Für einen klassischen Aktienhändler wären sie belanglos.

Das Wissen um die Orderarten gehört zum Handwerkszeug eines Traders. Sie bilden eine wichtige Grundlage bei der Umsetzung des Risiko- und Money-Managements.

Leider ist es nicht so, dass alle Broker die gleichen Orderarten anbieten. Selbst die Bezeichnungen können variieren. Das Angebot steht in direktem Zusammenhang mit der Professionalisierung der Kunden. Pauschal könnte man sagen: Je professioneller die Kunden den Börsenhandel betreiben, desto mehr Orderarten bietet auch der Broker an.

Der informelle Ablauf einer Order sieht so aus: Der Trader gibt von seinem PC aus eine Order auf, der Broker verarbeitet sie und leitet sie weiter zum ausgewählten Börsenplatz. Von dort aus stellt die Börse die Order in den Markt.

Das gilt aber nicht für CFDs und den außerbörslichen Handel. Beim außerbörslichen Handel übernimmt der Broker oder ein externer Marketmaker die Gegenposition.

Solche Vorgänge laufen bei einem kleinen Handelsvolumen automatisiert ab.

Reguläre Handelsbörsen bieten nur relativ wenige Orderarten an. Sie reichen meist nicht aus, um die Bedürfnisse von Tradern zu decken. Deshalb übernimmt die Software des Brokers das vollständige Ordermanagement. Da nicht alle Broker die gleiche Software benutzen, variieren auch die möglichen Orderarten.

Bei der Brokerauswahl sollte man darauf achten, ob das persönliche Handelssystem mit den vorhandenen Orderarten des Brokers umsetzbar wäre. Hier folgt eine Aufstellung von Orderarten, die von professionellen Brokern angeboten werden und in der Schreibweise, wie sie gewöhnlich in den Ordermasken zu finden sind.

Man findet sie zum Beispiel bei Captrader, IB, BANX, FXFlat oder Lynx.

Orderarten

• At Auction

Diese Order wird vorbörslich zu einem kalkulierten Eröffnungskurs (COP) an die Börse geschickt. Wird die Order nicht ausgeführt, wird sie neu als Limitorder platziert oder zu einem besseren Bid-/Ask-Kurs an den Markt übermittelt. [Futures, Aktien]

• Auction

Unter bestimmten Bedingungen wird die Order entsprechend der Preis- und Volumenvorgaben zur Teilnahme an die Price-Improvement-Auktion (Börse Boston) gesendet. [Optionen]

• Balance Impact und Risk

Ein Algorithmus berechnet die Auswirkungen einer Optionsorder auf den Markt und balanciert das Risiko von Kursschwankungen aus, während die Order aktiv ist. Bei der Ausführung berücksichtigt das System den benutzerdefinierten Dringlichkeit-Risiko-Faktor und den maximalen Prozentwert des Tagesvolumens. [Optionen]

• Basket

Eine Basket-Order enthält eine Vielzahl verschiedener Orders, die in einer einzelnen Datei gespeichert und als Paket übermittelt werden. [Futures, Future-Optionen, Optionen, Aktien, Warrants]

• Block

Eine Blockorder ist eine Limitorder mit großem Volumen. Das Minimum der Ordergröße beträgt 50 Kontrakte. [Optionen]

• Box-Top

Eine Marktorder, die automatisch zu einer Limitorder wird, sofern sie nicht sofort zum Marktpreis ausgeführt wird. [Optionen]

• Bracket

Diese Order hilft Verluste zu limitieren und Gewinne sicherzustellen. Jede wird durch eine Stopp- und Limitorder mit der gleichen Quantität wie die der Originalorder ergänzt beziehungsweise eingegrenzt. [Futures, Future-Optionen, Optionen, Aktien, Warrants]

• Conditional

Diese Order wird erst aktiv, wenn der Markt ein vorgegebenes Preisniveau erreicht hat. [Forex, Futures, Future-Optionen, Optionen, Aktien, Warrants]

• Discretionary

Eine Discretionary-Order ist eine Limitorder, für die Sie einen bestimmten Betrag vordefinieren, der die Ausführungsspanne entsprechend ausweitet. Eine Ausführung ist erst nach Berücksichtigung dieses Discretionary-Betrags möglich. Im Markt ist indes nur der ursprüngliche Limitkurs ersichtlich. [Aktien]

Fill-or-Kill

Eine FOK-Order muss unverzüglich am Markt ausgeführt werden, sobald sie dort verfügbar ist, sonst wird sie sofort gelöscht. [Optionen]

• Good-after-Time/Date (GAT)

Eine GAT-Order wird zunächst vom System zurückgehalten und später zu einem definierten Zeitpunkt (Datum und Zeit) an den Markt geschickt. [Anleihen, Forex, Futures, Future-Optionen, Optionen, Aktien, Warrants]

• Good-till-Canceled (GTC)

Die Ordergültigkeit GTC ist so lange im System und am Markt aktiv, bis sie entweder ausgeführt oder vom Kunden gelöscht wird. Das gilt bis zum letzten Handelstag des nächsten Quartals. [Anleihen, EFPs, Futures, Future-Optionen, Optionen, Aktien]

• Good-till-Date/Time (GTD)

Die Ordergültigkeit GTD ist solange im System und am Markt aktiv, bis sie entweder ausgeführt oder an einem bestimmten Datum per Marktschluss verfällt. [Anleihen, Forex, Futures, Future-Optionen, Optionen, Aktien, Warrants]

• Hidden

Die Existenz einer Hidden-Order (generell mit hohem Ordervolumen) ist weder aus den Daten am Markt noch dem Orderbuch zu entnehmen. Sie ist versteckt, um Manipulation vorzubeugen. [EFPs, Futures, Optionen, Aktien]

• Iceberg/Reserve

Eine Iceberg-Order ermöglicht die Übermittlung einer Order (generell mit hohem Ordervolumen), die nicht vollumfänglich im Markt zu sehen ist. Sie wird über eine längere Zeitspanne abgearbeitet, um den Markt nicht zu überfordern. [Futures, Optionen, Aktien]

• Immediate-or-Cancel (IOC)

Jeder Teil einer IOC-Order, der nicht ausgeführt wird, sobald er den Markt erreicht, wird augenblicklich gelöscht. [Futures, Optionen, Aktien]

• Limitorder

Es handelt sich um eine limitierte Order, mit der man zu einem bestimmten Preis (oder besser) ein Wertpapier kauft oder verkauft. [Anleihen, EFPs, Forex, Futures, Optionen, Aktien, Warrants]

• Limit-if-Touched (LIT)

Eine Orderart, mit deren Hilfe man Kontrakte unter oder über dem Markt kaufen oder verkaufen kann.

Die Order wird so lange vom System zurückgehalten, bis der definierte Auslösekurs berührt wird, und dann mit Limit an den Markt übermittelt. [Forex, Futures, Future Optionen, Optionen, Aktien, Warrants]

• Limit-on-Close (LOC)

Eine LOC-Order wird dann zum Schlusskurs ausgeführt, wenn der Schlusskurs gleich gut oder besser ist als der übermittelte Limitkurs der Order – falls die jeweilige Börse das unterstützt. Sonst wird die Order gelöscht. [Futures (nicht US), Aktien]

• Limit-on-Open (LOO)

Eine LOO-Order ist eine Limitorder, die bei Marktbeginn zum Limitkurs oder besser ausgeführt wird. [Aktien]

• Market-Order

Eine Order, die zum nächstmöglichen Bid oder Ask-Kurs ausgeführt wird. [Anleihen, EFPs, Währungen, Futures, Future Optionen, Optionen, Aktien, Warrants]

• Market-if-Touched (MIT)

MIT ist ein Ordertyp, mit dessen Hilfe man Wertpapiere unter oder über dem Markt kaufen oder verkaufen kann. Die Order wird so lange im System zurückgehalten, bis der Auslösekurs erreicht wird. [Forex, Futures, Optionen, Aktien, Warrants]

• Market-on-Close

Eine Marktorder, die an den Markt übermittelt wird, um so nahe wie möglich am Schlusskurs des Tages ausgeführt zu werden. [Futures (nicht US), Optionen (nicht US), Aktien]

• Market-on-Open

Eine Marktorder, die automatisch zum Marktbeginn übermittelt und zum jeweiligen Marktkurs ausgeführt wird. [Aktien]

• Market-to-Limit (MTL)

Eine MTL-Order wird als Marktorder an die Börse gegeben. Bei einer Teilausführung wird der Rest der Order zuerst gelöscht und dann neu als Limitorder mit einem Limit, das mit dem vorherigen Kurs des ausgeführten Orderteils identisch ist, zurück an den Markt geschickt. [Futures, Optionen, Aktien, Warrants]

• Market-with-Protection (MWP)

Eine Marktorder, die im Falle, dass sie nicht sofort zum Marktkurs ausgeführt wird, zuerst gelöscht und dann neu als Limitorder an den Markt geschickt wird.

Der Limitkurs wird von der jeweiligen Börse bestimmt und ist dem gegenwärtigen Marktkurs nahe (leicht höher bei einer Verkaufsorder und leicht tiefer bei einer Kauforder). [Futures, Optionen]

• Midpoint Match (MPM)

Eine MPM-Order wird nur zum Mittelwert von Bid- und Ask-Kurs ausgeführt. [Aktien nur USA und ISE]

• One-cancels-All (OCA)

Wird eine Order, die zu einer Gruppe von OCA-Orders gehört, ausgeführt, werden die anderen Orders der Gruppe gelöscht. [Forex, Futures, Optionen, Aktien, Warrants]

• Pegged-to-Market

Eine Order, die darauf spezialisiert ist, zum besten Angebotspreis zu kaufen und zum besten Nachfragepreis zu verkaufen. [Aktien]

• Pegged-to-Stock

Eine Order, bei der bestimmt wird, dass sich der Optionspreis automatisch anhand der Vorgaben des Kunden anpasst, wenn sich der Aktienkurs verändert. [Optionen]

• Percent of Volume (PoV)

PoV unterliegt einem Algorithmus und arbeitet Orders mit einem vordefinierten Prozentsatz des gesamten Börsenhandelsvolumens ab. Die Orderart ist nützlich in kleinen Märkten, um die Kursbeeinflussung gering zu halten. [Aktien]

• Relative-Order

Eine Relative-Order erhält ihren Preis aus einer Kombination des Marktkurses und eines Zusatzbetrages, der vom Kunden vorgegeben wird. Die Order wird als Limitorder übermittelt und danach entsprechend der Preisstrategie so lange modifiziert, bis die Order entweder ausgeführt oder vom Kunden gelöscht wird. [Optionen, Aktien]

• Request-for-Quote

Eine Optionspreisanfrage für Nicht-US-Optionen, Futures und Optionen auf Futures. [Futures, Future-Optionen, Optionen]

• Scale

Scale-Orders generieren automatisch eine Serie von Kauf- oder Verkaufsorders mit Limit, und zwar mit jeweils sinkenden oder ansteigenden Kursen, die auf der originalen Limitorder des Kunden basieren. [Forex, Futures, Future-Optionen, Optionen, Aktien, Warrants]

• Spreads

Eine Spreadorder ist eine Kombination aus individuellen Ordern (Legs), die zusammen eine eigene Handelsstrategie bilden. Damit werden Aktien, Optionen und Futures als Legs zu einem Singlespread kombiniert. [Futures, Optionen, Aktien]

• Stop

Eine Stopporder wird zur Marktorder beim Kauf oder Verkauf von Wertpapieren, sobald der vorher bestimmte Stoppkurs erreicht oder durchbrochen wird. [Forex, Futures, Future-Optionen, Optionen, Aktien, Warrants]

• Stop-Adjustable

Über die Order lässt sich eine einmalige Veränderung einer Stopp-, Stopp-Limit-, Trailing-Stopp und Trailing-Stopp-Limitorder anfügen, um den Stopp-Trigger-Preis, den Trailing-Betrag beziehungsweise den Stopp-Limit-Preis zu modifizieren. [Forex, Futures, Future-Optionen, Optionen, Aktien, Warrants]

• Stop-Limit

Eine Stopp-Limit-Order wird dann zur Limitorder, wenn der definierte Stopppreis erreicht oder durchbrochen wird. [Forex, Futures, Optionen, Aktien]

• Trailing-Stop

Eine Verkaufsorder, die den Stopp mittels eines fixen Betrages in einem gewissen Abstand unter dem Marktkurs nachzieht. Wenn der Marktkurs steigt, folgt der Stoppkurs im gleichen Abstand dem Trailing-Betrag nach oben. Falls der Marktkurs fällt, verändert sich der Stopp-Loss-Preis nicht. Trailing-Stopps bei Kauforders verhalten sich umgekehrt. [Forex, Futures, Future-Optionen, Optionen, Aktien, Warrants]

• Trailing-Stop-Limit

Diese Order setzt bei einem Wertpapierverkauf den Stopppreis mittels eines fixen Betrags unter dem aktuellen Marktkurs fest und definiert ein Limit. Wenn der Marktkurs steigt, folgt ihm der Stopp-Loss im Abstand des fixen Betrags nach oben. Falls der Aktienkurs fällt, bleibt der Stopp-Loss unverändert. Wird die Order ausgelöst, wird eine Limitorder zu einem vom Kunden definierten Ausübungskurs übermittelt. Bei einer entsprechenden Kauforder funktioniert dieser Mechanismus umgekehrt. [Forex, Futures, Future-Optionen, Optionen, Aktien, Warrants]

• Sweep-to-Fill

Eine Sweep-to-Fill Order identifiziert den besten Kurs und die exakte angebotene Menge zum spezifischen Kurs. Sie übermittelt den passenden Teil der Order zur sofortigen Ausführung an die Börse. Gleichzeitig wird der nächstbeste Kurs und die dazugehörende angebotene Menge berechnet und der jeweils passende Anteil der Order sofort übermittelt. [Aktien]

• Volatility-Order

Eine Optionsorder, deren Limitorder verknüpft wird mit der implizierten Volatilität (VIX).[Optionen]

• VWAP-Order

Der VWAP ist ein volumengewichteter Durchschnittspreis („volume weighted average price“). Im Standardverfahren wird er als Indikator vom Marktbeginn bis zum Marktschluss berechnet. Kauf- und Verkaufsorders werden intern zum fortlaufenden VWAP ausgeführt. Wird eine VWAP-Order aufgegeben, werden die einzelnen Ausführungskurse versteckt. Nachdem der Markt schließt, wird die VWAP-Order samt einheitlichen Ausführungskursen angezeigt. [Aktien]

• VWAP-bestmöglich

Dieser Algorithmus bezieht sich auf den bestmöglichen volumengewichteten Durchschnittspreis, ohne den vom Benutzer definierten maximalen Prozentsatz des täglichen Börsenhandelsvolumens zu übersteigen. [Aktien]