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OSONFLTINWEA-KRUER-SSYNTHESIZER: NATIVE INSTRUMENTS: MASSIVE X


Keys - epaper ⋅ Ausgabe 3/2020 vom 13.02.2020

Massive von Native Instruments ist seit langem ein beliebter Software- Synthesizer. Da er aber doch etwas in die Jahre gekommen war und die Wünsche der Nutzer immer lauter wurden, hat der Hersteller als Nachfolger Massive X auf den Markt gebracht. Wir haben das Synthesizer-Plug-in ausführlich getestet.


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Bildquelle: Keys, Ausgabe 3/2020

Im Jahr 2007 schickte Native Instruments mit Massive einen Software-Synthesizer ins Rennen, der sich dank seines durchsetzungsfähigen Sounds bis heute großer Beliebtheit erfreut. Die Basis des subtraktiv aufgebauten Synthesizers bildeten drei Wavetable-Oszillatoren und ein umfangreicher ...
Obwohl man sich ...

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Im Jahr 2007 schickte Native Instruments mit Massive einen Software-Synthesizer ins Rennen, der sich dank seines durchsetzungsfähigen Sounds bis heute großer Beliebtheit erfreut. Die Basis des subtraktiv aufgebauten Synthesizers bildeten drei Wavetable-Oszillatoren und ein umfangreicher Modulations-Oszillator, deren Signale durch zwei separate Filter liefen, die sich mit unterschiedlichen Modi betreiben ließen. Eine Amp- und eine gut ausgestattete Effektsektion komplettierten die Klangerzeugung und -bearbeitung. Im Prinzip! Das, was diesen Synthesizer in der Urversion zu mehr als nur zu einem aufgepumpten virtuellen Minimoog machte, war natürlich die verwendete Wavetable-Synthese und die umfangreiche, aber etwas sperrige Modulationssektion.
Obwohl man sich nach einer kurzen Einarbeitungszeit schnell zurechtfand und umgehend kreativ arbeiten konnte, war die Bedienoberfläche doch ein wenig überholt. Der Wunsch nach mehr Möglichkeiten und Optionen hat dazu geführt, dass Native Instruments Mitte 2019 den generalüberholten Massive X an den Start gebracht hat.

Bedienoberfläche

Gecheckt wurde Massive X in der Version 1.1.0. Das Update muss man sich über die Native-Access-Plattform herunterladen. Schon vor diesem Update konnte von Generalüberholung bei Massive X beinahe nicht mehr die Rede sein, denn der Synthesizer erinnert seit seinem Reboot nur noch rudimentär an den Vorgänger.
Massive X hat eine vollkommen neue Bedienoberfläche bekommen, die nun optisch mehr an einen Eurorack-Synthesizer erinnert. Korrekterweise sollte man hinzufügen, dass mit dem aktuellen Update sogar sechs umschaltbare Benutzeroberflächen in den Varianten Dark, Light, Default und Dark, Light, Default Flat bereitgestellt werden. Gerade die Flat-Versionen sollen prozessorfreundlich sein. Das wird zumindest behauptet. Ich konnte bei einem Blick auf die CPU-Last meines Rechners beim Wechsel der Darstellungsvarianten keine Veränderungen feststellen. Da mir die Default-Einstellung sowieso am besten gefiel, bin ich für die folgenden Betrachtungen auch genau bei dieser geblieben.

Einschränkungen und Verbesserungen

Die Größe der Bedienoberfläche ist nicht frei skalierbar, sondern kann nur in 25-Prozent-Schritten von 50 bis 200 Prozent eingestellt werden. Das hätte man vielleicht auch anders lösen können. Öffnet man das Preset „Massive X Blank“, wird der semimodulare Charakter des Plug-ins noch deutlicher. Alles ist optisch feiner und graziler geworden. Durch die größere Benutzeroberfläche kann nun aber mehr Information transportiert werden. Somit ist der erste Eindruck durch die bessere Lesbarkeit und Darstellung sehr gut. Öffnen kann man Massive X auf folgenden Wegen: In der Host-Software (DAW) entweder durch direkte Einbindung des Plug-ins in einer Instrumentenspur oder über eine Komplete-Kontrol-Spur. Innerhalb Komplete Kontrol kann dann Massive X angewählt und per NKS gesteuert werden. Massive X kann nicht mehr als Standalone-Anwendung betrieben werden.


» Gegenüber Massive verfügt Massive X nur noch über zwei Oszillatoren. Diese haben es allerdings in sich. «


Allerdings ist der Zugriff auch ohne DAW über Komplete Kontrol möglich, da diese Anwendung wiederum standalone betrieben werden kann. Die bestehende Factory Library wurde mit dem neuesten Update nun um den Menüpunkt „New in 1.1“ erweitert, unter dem 99 neue Presets abgelegt worden sind, die unterschiedlichsten Ansprüchen genügen sollten. Neue Wavetables wurden den Oszillatoren nicht hinzugefügt.

Weniger oder mehr?

Gegenüber Massive verfügt Massive X nur noch über zwei Oszillatoren. Diese haben es allerdings in sich. Jedem Oszillator stehen 158 Wavetables (nicht 170 wie angegeben) zur Verfügung, deren akustische Prägung von Basic (Standard-Wellenformen) über Additive+FM bis hin zu „Monster“ reicht. Man merkt, dass diese Form der Kategorisierung nicht unbedingt auf einem technischen Konzept oder einem mathematischen Modell basiert, sondern eher als emotionale Einordnung dient. Letztlich kann man sowieso jeden Sound so schnell verbiegen, dass man kaum einordnen kann, welche Quelle wirklich dahintersteckt. Das geht zum Beispiel dadurch, dass man aus zehn verschiedenen Oszillatormodellen auswählen kann. Die Oszillatoren befinden sich neben den Noise-Generatoren, den Filtern, den Insert-Effekten, dem Amp und den Stereoeffekten im sogenannten Modul-Panel. Dieses füllt die obere Hälfte der Massive-X-Bedienoberfläche aus.

Massive X bietet insgesamt vier Envelopes: eine Amp-Envelope, zwei Modulation-Envelopes und eine Exciter-Envelope.


Blank-Preset

Bevor man sich mit den Klangerzeugern im Detail beschäftigt, sollte man zunächst einen Blick auf die recht unscheinbar wirkende, aber dennoch wichtige Rou- ting-Page werfen. Den Routing-Menüpunkt findet man zwischen dem oberen Modul-Panel und unteren Editor-Fenster. Klickt man auf „Routing“, wird das untere Fenster zu einem virtuellen Patch-Feld, das in verschiedene Zonen unterteilt ist. Hier wird einem schnell der semi-modulare Charakter von Massive X klar. Hat man das Init-Blank-Preset geladen, hört man nämlich erst etwas, wenn man einige „Strippen“ gezogen hat. Eingänge können mit Ausgängen per gehaltener Maustaste verbunden werden. So hört man im Blank-Preset erst etwas, wenn man im einfachsten Fall den Ausgang eines Oszillators in der „polyphonic area“ in das Ausgangsmodul der „monophonic area“ leitet. In der „monophonic area“ befinden sich auch die Slots für die Stereoeffekte, die man im Modul-Panel auswählen und editieren kann. Drei Effekte in den Slots X, Y und Z lassen sich auswählen. Die Art des Effekt-Routings (X in Y in Z, X + Y in Z oder X + Y + Z) kann man in der „monophonic area“ optional auswählen.

Wavetables

Über die beiden Wavetable-Oszillatoren haben wir bereits etwas gesprochen. Wavetables sind - simpel gesprochen - ein Stapel von Wellenformen, die einzeln genommen statisch klingen, aber dennoch einen eigenen Klangcharakter beziehungsweise unterschiedliche harmonische Strukturen haben. Diese Wellenformen sind kurze Samples. Lebendig wird das Klangbild erst, wenn man diesen „Stapel“ durchfährt. Das einfachste Wavetable in Massive X erlaubt den stufenlosen Übergang von Rechteck zu Sinus zu Sägezahn.
Das geschieht entweder manuell durch den Wavetable Position Knob (Saturnring) oder durch Einsatz von Modulatoren (zum Beispiel LFOs und Hüllkurven). Vorwärts und rückwärts durch ein Wavetable zu fahren ist relativ langweilig. Und so hat man Massive X zehn sogenannte Wavetable Modes nebst Sub Modes spendiert, die das ausgewählte Wavetable auf unterschiedlichste Art und Weise durchlaufen.
Abhängig vom ausgewählten Mode, können schon hier drastische Klangveränderungen auftreten. Die Wavetables bekommen hier einen vollkommen anderen Klangcharakter und man denkt automatisch an irgendeine Form von Modulation, ohne dass ein Oszillator bislang wirklich moduliert worden ist.

Bei den drei Switcher-LFOs kann man zwischen satten 16 Wellenformen wählen.


ART Mode

Eine Besonderheit ist der ART Mode (Artificial Resonance Technology), der durch bestimmte Hardsync-Techniken das Signal so klingen lässt, als ob es durch ein Filter mit angehobener Resonanz läuft. Nur dass bislang kein Filter verwendet worden ist. Neben ART stehen folgende Modi mit jeweiligen Sub-Menüs zur Verfügung. Bend Mode, Formant Capture Mode, Gorilla Mode, Hardsync Mode, Jitter Mode, Mirror Mode, Random Mode, Standard Mode und Wrap Mode. Ausprobieren!
Die Zahl der Möglichkeiten, Wavetables in jeglicher Weise zu „verbiegen“, ist schlichtweg beeindruckend. Demjenigen, dem zwei Oszillatoren als zu wenig erscheinen, sei an dieser Stelle widersprochen, denn sie klingen schon beinahe wie eigenständige Synthesizer. Einziges Manko: Man kann keine eigenen Wavetables erstellen oder laden. Neben den Oszillatoren gibt es zwei Noise-Generatoren mit je 102 Wellenformen je Noisetable. Jeder Generator kann separat in Lautstärke und Pitch geregelt werden. Welcome to the Land of Drones!

Filter

Nach dem Global-Tune-Modul, den Oszillatoren und den Noise-Generatoren folgt nun das Filter-Modul. Aus insgesamt neun Modellen (Asimov, Blue Monark, Comb, Creak, Groian, Scanner, SVF - State- Variable Filter -, SVF Parallel und SVF Serial) kann der Anwender das Passende für seine Arbeit auswählen. So ist Asimov ein „klassischer“ Lowpass-Filter mit Resonanz und variabler Flankensteilheit. Blue Monark ist ein Multimode-Filter, der schon im Native Instruments Monark Plug-in zum Einsatz gekommen ist.
Zusätzlich können eine Reihe von Filter- Typen in Resonanz versetzt werden und selbst zu Klangerzeugern werden. In einigen Fällen kann dies erreicht werden, indem die Resonanz für die Selbstschwingung erhöht wird, in anderen Fällen kann das Filter mit einer speziellen Erregerhüllkurve oder mit Rauschsignalen angeregt werden.

Insert-Effekte

In Massive X stehen zwei verschiedene Arten von Effekten zur Verfügung: Insert-Effekte und Stereoeffekte. Insert-Effekte können als Teil der polyphonen Stimmstruktur verwendet werden, während Stereoeffekte für das finale Signal verwendet werden. Wo die Insert-Effekte in der Signalkette platziert werden sollen, wählt man über die Routing-Seite aus. Die drei Insert-Effekte werden durch kreisförmige Symbole (A, B, C) dargestellt. Sie können einzeln an einer beliebigen Stelle der Signalkette platziert werden. Gemäß dem semi-modularen Ansatz von Massive X können sie auch miteinander verkettet oder separaten Tonquellen zugewiesen werden.
Die klanglichen Unterschiede werden deutlich, wenn man mit verschiedenen Routing-Optionen und -Effekten experimentiert. Elf Effekte stehen jedem Insert, von denen es drei gibt, zur Verfügung. Das sind Anima, Bit Crusher, Utility, Folder, Freq. Shifter, Distortion, OSC, PM OSC, Ring Mod, Sample+Hold und Track Delay. Unter OSC stehen drei weitere Oszillatoren mit den Standard-Wellenformen Sinus, Sägezahn und Pulswelle zur Verfügung, die man zum Beispiel als Suboszillatoren oder als Modulationsquelle verwenden kann.

Im unteren Bereich der Bedienoberfläche nimmt man die Stimmenverwaltung (Voice) und das Routing vor.


Stereoeffekte

Für das klangliche Finish gibt es die Stereoeffekte. Stereoeffekte sind die letzte Phase, die das Signal durchläuft, bevor es den Hauptausgang erreicht. Es wird eine Vielzahl von Effekten angeboten, von zeitbasierten Effekten wie Flanging, Phasing und Chorus bis hin zu räumlichen Effekten, mit denen Sie das Stereofeld anpassen und erweitern können.
Vielseitige Verzerrung, Sättigung, Overdrive- Effekte können erzeugt und mit einem echten Stereohall oder einer Verzögerung kombiniert werden. Folgende Effekte stehen in den Slots X, Y und Z zur Verfügung: Dimension Expander, Equalizer, Flanger, Nonlinear Lab, Phaser, Quad Chorus, Reverb, Stereo Delay und Stereo Expander.

Patchen und Modulieren

Der Routing-Editor zeigt alle Signalquellen und Signalverarbeiter inklusive der Modulationsquellen.


Bislang haben wir uns nur den Bereich der Klangerzeugung und -bearbeitung, der in der oberen Hälfte der Bedienoberfläche untergebracht ist, angeschaut. Der untere Bereich steht voll und ganz dem Thema Stimmenverwaltung (Voice), dem Aufbau des Signalwegs (Routing) und den Modulationsquellen zur Verfügung, die, wie bereits erwähnt, über die Navigationsleiste erreicht werden. Modularen und semimodularen Synthesizern ist zu eigen, dass man Signalwege zwischen den Modulen (beinahe) beliebig anlegen (patchen) beziehungsweise bestehende Signalwege ändern oder unterbrechen kann. Das funktioniert beim Massive X ganz genau so, nur das die Signalwege hier mit der Maus erzeugt und gezogen werden.


» In Massive X stehen zwei verschiedene Arten von Effekten zur Verfügung: Insert-Effekte und Stereoeffekte.«


Routing

Im Routing-Editor findet man Platzhalter für alle Signalquellen und Signalverarbeiter inklusive der Modulationsquellen. Ist im oberen Klangerzeugungsbereich ein Modul ausgeschaltet, wird im Routing-Fenster nur ein leeres Element angezeigt. Aktiviert man nun ein Filter-Modell (zum Beispiel Comb), erscheint im passenden Platzhalter nun ebenfalls Comb. Dieses nun aktive Steuerelement kann beliebig mit der Maus im Routing-Fenster bewegt werden.
Positionen und viel wichtiger Anordnungen von Modulen können so im Signalweg geändert werden. Welche Steuerelemente gibt es denn nun genau? Im Bereich der Polyphonic Area, also dem Bereich der polyphonen Stimmverarbeitung, gibt es Elemente für die Generatoren (in Schwarz) und Prozessoren (in Grau). Das Element „PM Aux Bus“ ermöglicht via Routing den Zugriff auf die Phasenmodulation der Oszillatoren. Die zwei Elemente „FB Feedback Loop“ ermöglichen die Rückführung des Ausgangssignals eines beliebigen über Ein- und Ausgänge verfügenden Moduls (zum Beispiel Filter) zurück in dessen Eingang. So können die Feedback- Loop-Module nur paarweise verwendet werden, denn sie bestehen aus einem Eingangsund einem Ausgangselement. Der Grad des erzeugten Feedbacks wird über den FB-Regler im Amp-Modul eingestellt.

Modulationsquellen

Über Modulationsquellen verfügt Massive X reichlich. Diese können aber nur insgesamt zwei Modulations-Slots zugewiesen werden, die es im Routing-Fenster gibt. Jedes der beiden Mod-Slots (eins und zwei) verfügt über ein leeres Feld, in das man die ausgewählte Modulationsquelle ziehen muss. Wird diese dann angezeigt, kann man die Modulationsquelle auf einen beliebigen Empfänger „ziehen“. Insgesamt funktioniert das Routing-Fenster sehr gut. Nach einer kurzen Einarbeitungszeit hat man recht schnell verstanden, wie der Hase läuft. Diese Themen sprengen eindeutig den Rahmen dieser kurzen Präsentation, denn die Möglichkeiten, sprich die Parameter, die bedient werden müssen, sind derart umfangreich, dass es thematisch eigentlich für einen Workshop reichen würde. Die Hüllkurven, neben LFOs die klassische Modulationsquelle, sind nur auf den ersten Blick ADSRs. Jeder Parameter kann abermals über weitere Parameter angepasst und verändert werden. Insgesamt gibt es vier Envelopes: eine Amp-Envelope (die mit dem Amp fest verdrahtet ist und nicht für Lautstärkezwecke in einen Modulations- Slot gezogen werden muss), zwei Modulation-Envelopes und eine Exciter- Envelope. Die LFOs sind ebenfalls üppig ausgestattet: Die drei Switcher-LFOs haben nicht weniger als 16 Wellenformen im Angebot. Auch die zwei Random-LFOs haben mit klassischen LFOs kaum etwas gemein.

Performer und Tracker

Die drei Performer sind grafisch editierbare Modulations-Sequenzer. Beliebige Kurvenverläufe können mit der Maus „gezeichnet“ und auf beliebige Modulationsziele beziehungsweise -parameter geroutet werden. Die vier sogenanten Tracker sind Modulationsquellen, die umfassende Funktionen für erweitertes Keyboard-Tracking bietet. Sie ordnen eingehende MIDI-Steuerdaten wie Tonhöhe und Velocity der Modulation zu, die wiederum auf einen beliebigen Parameter angewendet werden können. Auch die Tracker-Verläufe werden mit der Maus editiert.

Vier Tracker bieten umfassende Funktionen für erweitertes Keyboard-Tracking.


» Dieses Plug-in ist ein Spielzeug für sehr lange Winterabende. «


FAZIT

Dieser Artikel kann nicht annähernd abbilden, was man mit der aktuellen Version von Massive X anstellen kann. Andererseits braucht man aber auch nicht Wochen, um dieses Plug-in zu verstehen. Die Bedienoberfläche halte ich für sehr gelungen und obwohl die einzelnen Module umfangreich in ihrer Ausführung und in ihren Möglichkeiten sind, versteht man schnell die Art der Signalführung und kann zügig mit dem Experimentieren beginnen.
Experiment scheint hier das richtige Stichwort zu sein. Dieses Plug-in benutzt man nicht für Brot-und-Butter-Sounds. Schräge und abgefahrene Klänge, die über die Zeit permanent verändert werden können - dafür ist Massive X absolut richtig. Sounddesigner werden damit ihre Freude haben. Einziger Wermutstropfen ist, dass Massive X nicht „offen“ ist. Man kann weder Samples laden noch eigene Wavetables erzeugen (außer über die Editierung innerhalb eines Presets). Kaum auszumalen, was man dann mit der Anwendung anstellen könnte.
Massive X war bei mir sehr friedlich, was die Ressourcennutzung angeht. Andere Plug-ins haben meinen Rechner schon deutlich mehr ins Schwitzen gebracht. Klang ist immer auch Geschmackssache. Massive X klingt digital, harsch und aggressiv, im besten Sinne aber auch prägnant und durchsetzungsfähig. Dieses Plug-in ist ein „Spielzeug“ für sehr lange Winterabende.