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P8 & Die Anstoß im INKA-Interview


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INKA Regiomagazin - epaper ⋅ Ausgabe 137/2022 vom 01.06.2022

Mit „Hereinßpaziert“ haben sich die Vereine Panorama, Die Anstoß und Nägel mit Köpfen zusammengetan und ein Kulturfestival organisiert. Vom 24. bis 26.6. werden damit die neuen Räume des Kunst- und Kulturzentrums in der Bulacher Schauenburgstraße eingeweiht. Friedemann Dupelius sprach darüber mit Vertretern zweier beteiligter Vereine.

Bert Schwarz (Panorama/P8)

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INKA: Wie weit seid ihr mit den Arbeiten am neuen P8? Was steht schon? Was kommt noch?

Bert Schwarz: Wir sind schon sehr weit. Momentan bauen wir die Brandmeldeanlage fertig und nehmen sie sehr bald in Betrieb. Dann steht die große Bühne an, hier fehlen noch zwei Gerüsttürme für PA und Licht.

INKA: Was ist neu im neuen P8?

Schwarz: Neu ist sehr vieles: Wir werden zwei Bühnen haben, eine kleine für Veranstaltungen mit 150 bis 180 Gästen und einen große mit Raum für bis zu 600 Gäste. Die Bühnen und der gesamte Veranstaltungsraum sind multifunktional.

Das ganze Zentrum ist wunderbar divers, sowohl was die Kunstsparten angeht wie auch die Menschen, die hier aktiv sind. Musikalisch sind wir durch die 30 hier probenden Bands auch sehr breit aufgestellt. Alle diese Menschen, die hier mit ihrer Kreativität tätig sind, gestalten das Zentrum auf ihre Weise mit. Alles ist stets im Flow. Wir hoffen, dass dieser Flow von Dauer ist und das Zentrum nie wirklich fertig sein wird, sondern sich stetig weiterentwickelt.

INKA: Welche Unterstützung habt ihr von der Stadt bei der Suche nach neuen Räumen erhalten?

Schwarz: Bei der Suche hatten wir keinerlei Unterstützung. Bei der (finanziellen) Realisierung dann allerdings schon und zwar schnell und unkompliziert. Die jährliche finanzielle Unterstützung für den Betrieb kam sehr schnell durch einen einstimmigen Beschluss des Gemeinderats zustande. Den Umbau stemmen wir allerdings selbst.

INKA: Welche Herausforderungen bringt die deutlich höhere Miete mit sich und wie geht ihr damit um?

Schwarz: Wir müssen leider unsere Getränke und Eintrittspreise dezent erhöhen. Ohne den jährlichen Betriebskostenzuschuss der Stadt wäre das Projekt allerdings nicht finanzierbar. Durch den Zuschuss können wir die Kosten für die UntermieterInnen erträglich halten.

INKA: Worauf kann sich das Publikum, aber auch die aktive freie Kulturszene freuen?

Schwarz: Karlsruhe darf sich freuen auf ein lebendiges genreübergreifendes Kulturzentrum und ein spannendes Programm, das in alle Richtungen erweitert wird.

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INKA: Wann kommt der neue Name? Oder bleibt es wie gehabt bei P8, auch ohne die Pennsylvaniastraße?

Schwarz: Die P8 als Veranstaltungsraum wird weiterhin P8 heißen. Das ganze Projekt läuft unter dem Arbeitstitel „Kunst- und Kulturzentrum Schauenburg“. Wenn hier Beteiligte eine Eingebung für einen anderen oder neuen Namen haben, werden wir das ändern. Das soziokulturelle Zentrum P8 ist also Bestandteil des „Kunst- und Kulturzentrums Schauenburg“.

Malte Pawelczyk (Die Anstoß)

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INKA: Mit Panorama, Die Anstoß und Nägel mit Köpfen haben sich gleich drei Vereine für „Hereinßpaziert“ zusammengetan. Wie arbeitet ihr zusammen? Wird es das noch öfters geben?

Malte Pawelczyk: Wir kommunizieren über verschiedene Onlinekanäle und treffen uns auch regelmäßig. Wir können mit unserer Kooperation die Schnittmengen unserer BesucherInnen erweitern und mehr Menschen erreichen. Wir haben neulich schon eine kleine Kooperation mit dem Konzert von Das Günther und Krav Boca realisiert und da wird auch nach dem Festival noch einiges folgen.

INKA: Die Anstoß hat mit der Sichtbarmachung von Leerstand und mit kreativer Zwischennutzung begonnen. Jetzt habt ihr seit einigen Jahren den ßpace, und mit Panorama war für einen anderen Verein Sesshaftigkeit ein wichtiges Thema. Welche Rolle spielt Zwischennutzung heute noch für euch?

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Pawelczyk: Es ist wichtig, den Stadtraum flexibel zu beleben. Wir werden sicher auch in Zukunft weitere Veranstaltungen im Leerstand oder an öffentlichen Plätzen umsetzen. Dennoch ist es wichtig, eine Basis zu haben und dass es Anlaufstellen wie das neue P8 gibt. Pragmatisch gesehen ist es auch einfacher, mit bereits bestehenden Strukturen zu arbeiten. Wenn man nur ohne Raum Projekte realisiert, wie wir in unserer Anfangszeit, hat man zwangsläufig eine geringere Frequenz an Veranstaltungen.

INKA: (Ab) wann braucht freie Kultur feste, dauerhafte Orte?

Pawelczyk: Das ist dann der Fall, wenn man eine Kontinuität an Veranstaltungen gewährleisten möchte, wobei feste Orte als Kontaktpunkte und zum Austausch natürlich generell wichtig sind.

INKA: Wie kommuniziert Die Anstoß mit der Stadt(verwaltung)? Was ist dabei lobens-, was vielleicht noch wünschenswert?

Pawelczyk: Wir sind bei der Stadt oft in Kontakt mit dem Kulturbüro, u.a. bezüglich Förderung. Dort finden wir schon immer AnsprechpartnerInnen und Hilfestellungen. Allerdings sind wir eher unzufrieden mit der Aufteilung der Fördergelder. Es ist gut, dass man für kleine Projekte recht unkompliziert kleine Fördersummen bekommen kann, aber es gestaltet sich sehr schwierig, für größere Projekte relevante Förderung vom Kulturamt zu bekommen. Ich würde mir wünschen, es gäbe einen Fördertopf für Projekte mittlerer Größe, auf den freie Initiativen zugreifen können.

INKA: Werden Areale, die außerhalb des Stadtzentrums liegen, bedeutender für die freie Kulturszene? Ist das wünschenswert? Auch in Anbetracht der Bequemlichkeit, möglichst kurze Wege zu Veranstaltungen zu haben…

Pawelczyk: Wir brauchen definitiv mehr Raum für Kultur! Es gibt immer noch viel Bedarf an Ateliers und Proberäumen. Die neue Location des P8 ist zwar in Bulach, aber vom Zentrum aus gut zu erreichen. Mit dem Fahrrad sind das max. 20 sehr gemütliche Fahrminuten, aus der Süd- oder Südweststadt nur zehn bis 15. Abseits des Stadtzentrums gibt es natürlich mehr Platz, daher findet auch so etwas Großes dort Platz. Doch eine Stadt wie Karlsruhe muss dafür sorgen, dass auch freie Kultur in der Innenstadt Raum findet. Das kann durch temporäre Zwischennutzung sein, aber langfristig wünsche ich mir ein freies Kulturzentrum in der Innenstadt. Mir ist bewusst, dass die Stadt an derlei Dingen durchaus arbeitet, aber leider bisher – aus meiner Sicht – nur mit mäßigem Erfolg.

INKA: Welches Zeichen geht von den neuen P8-Räumen für die Subkultur in Karlsruhe aus?

Pawelczyk: Das neue P8 ist, soweit ich das sehen kann, das erste unabhängige Kulturzentrum in dieser Größe in Karlsruhe und steht in einer Kontinuität von Steffi, Ex-Steffi, Halle 14 und dem alten P8, die sich über viele Jahre erstreckt.

Die Anstoß: Thereminbau-Workshop

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Wie funktioniert eigentlich elektronische Musik? Woher kommen Töne? Wie lötet man Elektronik? Wie funktioniert eine Platine? Diesen Fragen kann man nachgehen, indem man gemeinsam Theremine bastelt; diese etwas seltsam anmutenden Instrumente, die berührungslos gespielt werden und kosmische Klänge erzeugen. Am Ende des Workshops nehmen alle ihr eigenes Theremin mit nach Hause.

Keine Vorkenntnisse nötig. Leitung: Max Kosorić, max. zwölf TeilnehmerInnen, 15 Euro, Anmeldung: florianschneider@dieanstoss.de.

-rowa

· So, 12.6., 15-20 Uhr, ßpace, Fritz-Erler-Str. 7

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