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Panasonic S1R und S1: S-Klasse


ColorFoto - epaper ⋅ Ausgabe 11/2018 vom 17.10.2018

Panasonic feiert seinen 100. Geburtstag und 10 Jahre spiegellose Systemkameras. Zum doppelten Jubiläum gesellt der Pionier der spiegellosen Systemkameras zu seinem MFT-System ein System mit KB-Sensor. Bereits im Frühjahr 2019 sollen die S1R mit 47-MP-KBSensor und die S1 mit 24-MP-KB-Sensor auf den Markt kommen. Dazu soll es drei Objektive geben: eine lichtstarke Festbrennweite 1,4/50 mm, ein Standardzoom 24-105 mm und ein Telezoom mit 70-200 mm. Details verriet Panasonic noch nicht, verspricht aber sieben weitere S-Objektive bis 2020.

Ein neues System

Das ist ein strammes Programm, doch zu wenig, um neben ...

Artikelbild für den Artikel "Panasonic S1R und S1: S-Klasse" aus der Ausgabe 11/2018 von ColorFoto. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ColorFoto, Ausgabe 11/2018

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... etablierten KB-Marken erfolgreich zu sein. Deswegen spannt Panasonic vom Start weg mit Partnern zusammen. Die Japaner setzen beim S-System auf das L-Bajonett der Leica SL und bieten so bereits 2019 ein attraktives System an. Alleine Leica bringt weitere acht AF-Objektive mit KB-Bildkreis. Leica-Optiken mit APS-C-Bildkreis – gerechnet für die TL- und CL-Kameras – dürften ebenfalls an die Panasonic-Modelle passen. Allerdings sinkt damit die Auflösung, da mit den APS-C-Objektiven nur der mittlere Bereich des KB-Sensors nutzbar ist. Von Leica kommt die SL als kompatible Kamera, und wir erwarten weitere Leica-Produkte fürs L-Bajonett. Von Sigma wird es 2019 Adapter für Sigma-Optiken mit Sigma- und Canon-Bajonett geben. Es exisitiert zwar noch keine Roadmap für Sigma-Objektive mit nativem L-Bajonett, aber wir rechnen mit einem L-Bajonett für die Art-Reihe. Zudem wird ein Sigma-Body mit L-Bajonett und Foveon-Sensor kommen.

Griffig Die Panasonic passt gut in etwas größere Hände. Der ausgeprägte Handgriff hilft, auch schwere Objektive ruhig zu halten.


Klassisch Der Fotograf wählt die Funktionen per Knopfdruck aus und reguliert sie mit dem Rad unter dem Auslöser.


Kantiges Gehäuse

Das Display auf der Rückseite lässt sich um drei Achsen schwenken. Panasonic setzt zudem auf einen Doppelslot für XQD- und SDKarten und ein gut abgedichtetes Gehäuse. Auch bei tiefsten Temperaturen soll der S1RFotograf arbeitsfähig bleiben.
Überhaupt: Das Gehäuse erzählt bereits einen wesentlichen Teil der Geschichte: Es wirkt wuchtiger als die Bodys der Konkurrenz und ist sehr kantig. Dabei liegt es gut in der Hand – wenn sie nicht zu klein ist – und ist griffiger Gegenpart zu langen, schweren Objektiven. Auf der Oberseite, rechts vom Sucher informiert das in dieser Klasse übliche zweite Display über die wichtigsten Statusgrößen. Passend für Daumen und Zeigefinger angeordnet, sitzen oben auf der rechten Seite zwei Wahlräder, denen der Fotograf die einzustellenden Funktionen über Direktzugriffe zuweisen kann. Zu den Direktzugriffen auf der Oberseite des Gehäuses zählen Belichtungskorrektur, Weißabgleich und ISO-Wert, eine Beleuchtungstaste für das Display sowie eine separate Filmstarttaste. Am Sucher selber ist eine EVTaste angebracht. Damit kann man zwischen Sucher und Monitor hin- und herschalten. Links neben dem Okular sitzt ein klassisches Moduswahlrad für Automatikmodus, Blendenautomatik, Zeitautomatik, manuellen Modus, drei Modispeicher und vielen Funktionen mehr. Darunter gibt es einen Ring mit den Belichtungsmodi. Offenbar handelt es sich um die üblichen Optionen: mittenbetonte Messung, Integral- und Spotmessung.

Bewährte Bedienung

Drei weitere Direktzugriffe sind auf der Vorderseite platziert, die meisten hat Panasonic aber auf der Rückseite angeordnet. Dort gibt es insgesamt elf Bedienelemente, die zum größten Teil rechts vom Display gruppiert sind. Hier findet der Fotograf sowohl einen Joystick als auch eine Vierrichtungswippe mit einer Mittentaste. Oben, direkt unter der Schulter des Bodys, sitzt ein Schalter für die üblichen AF-Modi. In seiner Mitte befindet sich eine Taste mit aufgedruckten Feldern.

Klare Kante: Mit der ausgeprägten waagerechten Linie ähnelt die S1R der Nikon Z noch stärker als der Canon R, ist aber etwas kantiger.


Panasonic erfindet bei der S1R die Bedienung nicht neu, sondern verwendet bekannte Elemente wie das Wahlrad für Programmautomatik, Blenden- und Zeitautomatik, den manuellen Modus oder die iAutomatik.


Das um mehrere Achsen kipp- und drehbare Display vereinfacht das Fotografieren aus ungewöhnlichen Kameraperspektiven – am Boden oder weit nach oben gehalten über die Köpfe einer Menschenmenge hinweg.


Das findet man nur bei wenigen anderen Kameramodellen: Eine Vierrichtungswippe mit einem umlaufenden Einstellrad und einem zusätzlichen Joystick machen die Bedienung sehr komfortabel.


Im Gegensatz zur Leica SL mit ihrer sehr übersichtlichen Anzahl an Bedienelementen, bietet Panasonic dem Fotografen ungewöhnlich viele Zugriffsmöglichkeiten.


Wer also sein AF-Feld individuell festlegen möchte, dürfte diese Funktion hier in Gang setzen können. Neben weiteren Direktzugriffen ist uns die Q-Taste aufgefallen. Diese aktiviert bei Panasonic-Kameras gewöhnlich das Quickmenü, in dem der Fotograf die für ihn wichtigsten Einstellparameter versammeln kann.
Im Vergleich zur Leica SL arbeitet die Panasonic also mit einem sehr klassisch aufgebauten Bedienlayout und erinnert mit ihren Direktzugriffen und den kleinen Annehmlichkeiten wie der Q-Taste an bekannte Lumix-Konzepte. Damit dürfte Panasonic die bewährte Lumix-Bedienung weiterentwickeln, ohne ein völlig neues Konzept zu etablieren – für Umsteiger eine gute Nachricht.

Spekulationen über Sucher und AF

Der genauere Blick auf die Leica SL weckt noch ein paar weitere Vermutungen über die Ausstattung von Panasonics Neuer. Da bereits die SL mit einem hellen, großen und flackerfreien Top-Sucher glänzte und mit dem sehr schnellen Autofokus überzeugte, muss man kein Prophet sein, um für die Ausstattung der S1 und der S1R einen hellen, großen, hochauflösenden Sucher mit einem flimmerfreien Bild vorherzusagen.
Noch gespannter schauen wir auf den Autofokus. Denn bereits beim Launch der SL hatten wir vermutet, dass Panasonic zumindest die AF-Technik (mit)entworfen hat. Für die S1R und die S1 erwarten wir, dass der Hersteller das SL-Niveau mindestens hält. Sicher ist, dass Panasonic auch in den neuen Modellen DFD- und Kontrast-Autofokus kombinieren wird. Der DFD-Autofokus schätzt mithilfe des Vergleichs von zwei unscharfen Aufnahmen extrem schnell den ungefähren Abstand zum Motiv ab. Der Kontrast-AF dient dann im zweiten Schritt der Feinabstimmung. Und da S1R und S1 gleich ausgestattet sein sollen, dürfte in der S1 auch die annähernd gleiche AF-Technik plus Top-Sucher wie in der S1R stecken. Lediglich die verschiedenen Bildsensoren könnten beim Autofokus zu moderaten Unterschieden führen.
Wir rechnen damit, dass beide S-Modelle ohne eingebauten Blitz auf den Markt kommen. Im wuchtigen Handgriff sollte aber genügend Raum für einen ausreichend großen Akku sein.

Adapter erwünscht

Wegen des zu ähnlichen Abstands zwischen Bajonett und Sensorebene werden sich MFT-Objektive nicht adaptieren lassen. Denn es fehlt schlicht der Platz für einen Adapterring. Adapter für Canon und Nikon Objektive wird es jedoch geben – von Panasonic, Sigma und/ oder von Zubehörherstellern. Da sind wir uns sicher.

Blick in die Zukunft

Im nächsten Jahr wird Olympus 100 Jahre alt – der perfekte Anlass für eine neue Top-OMD. Vielleicht steigt ja Olympus ins L-System ein? Wir würden diesen Schritt begrüßen, zumal sich Panasonic, Leica, Sigma und Olympus ja vom MFT-System bereits kennen. Wegen der deutlich anderen Maße erwarten wir eine parallel verlaufenden Weiterentwicklung von MFT- und L-System. Wer die kompakten Maße mag und schwere Teles nicht schätzt, ist mit MFT gut bedient. Mehr Reserven bei wenig Licht, höhere Dynamik bei jedem Licht und bessere Möglichkeiten für 8K bieten aber Kleinbild-Systeme.
www.panasonic.de