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Panasonic TX-55JZW 2004


HDTV Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 4/2021 vom 16.07.2021

Panasonics bester Fernseher des Jahres 2021 tritt die direkte Nachfolge unserer Bildreferenz des Jahres 2020 an: Kann der OLED-TV JZW2004 abermals begeistern?

Oberflächliche Ersteindrücke sind eigentlich nicht unser Ding, doch beim Auspacken des JZW2004 haben uns zwei Faktoren überrascht: Das Display des 55JZW2004 verliert satte 8 Kilogramm an Gewicht gegenüber dem 55HZW2004 und statt einer Fernbedienung mit Metallblende und beleuchteten Tasten liegt dem JZW2004 eine XXL-Kunststoffvariante bei. Doch schnell wird uns im Test bewusst: Die Ausrichtung des JZW2004 mag sich in einigen Aspekten vom Vorgängermodell unterscheiden, doch die Gesamtqualität ist weiterhin unbestritten hoch. Ein kleines Detail, das einen großen Unterschied ausmachen kann: Das Display des JZW2004 lässt sich drehen und der OLED-Fernseher ist noch besser bei einer Eckaufstellung zu installieren als die Vorgängermodelle. Von der ...

Artikelbild für den Artikel "Panasonic TX-55JZW 2004" aus der Ausgabe 4/2021 von HDTV Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: HDTV Magazin, Ausgabe 4/2021

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... besseren Ausrichtung zum Sitzplatz profitiert auch der Tonwiedergabe, die einen deutlichen Sprung nach vorn macht. Bemängelten wir beim HZW2004 die fehlende automatische Toneinmessung, so ist diese im JZW2004 nun integriert: Lautstärke und Tonbalance werden in einem komplexeren Verfahren über das Mikrofon der Fernbedienung kalibriert, als es vergleichbare Einmesssysteme anderer TV-Hersteller zeigen. Direkt nach vorn abstrahlende Lautsprecher kümmern sich um eine musikalische und klare Wiedergabe von Stereound Sprachsignalen (Front L/R und Center).

Quick Check

Anschlüsse: 4 × HDMI (HDMI 1&2: 4K 120 Hz HDR, HDMI 3&4: 4K 60 Hz HDR), 1 × eARC (HDMI 2), 3 × USB, 1 × Netzwerk (oder WLAN), 1 × analog AV (Adapter), 1 × digital optisch Audio, 1 × Kopfhörer (umschaltbar als Subwooferanschluss)

Gaming-Funktionen: 4K in HDR mit bis zu 120 Hz (allerdings noch mit Auflösungsverlust bei 120 Hz), VRR, Freesync Premium, ALLM, Input Lag: ca. 14 ms (60 Hz), ca. 7 ms (120 Hz)

Tuner-Funktionen: Twin-Tuner für DVB-S/-C/-T, Unicable-Support, TV-IP-Empfang, 2 × CI, Festplattenaufnahme über USB (Aufnahme und Senderwechel oder zweifache Aufnahme), Time-Shift, HD-Plus-Freischaltung via App, TV-Streaming im Netzwerk

Streaming-Apps: Netflix, Amazon Video, Youtube (inklusive AV1-Decoding), DAZN, Rakuten TV u. v. m.

Ausleuchtung und Kontrastfilter: gleichmäßige Bildausleuchtung (ca. 95% Homogenität), kurzzeitige Nachleuchteffekte möglich, Kontrastfilter ermöglicht sattes Schwarz bei Umgebungslicht, Reflexionen sichtbar

HDR- und Audio-Formate: HDR10, HDR10+ (Adaptive), HLG, Dolby Vision IQ, Dolby Digital, Dolby Atmos, DTS und DTS:X via eARC (Modus durchleiten), Mehrkanal-PCM, Bluetooth mit Dual-Audioübertragung (z. B. 2 × Kopfhörer)

Weitere Lautsprecher strahlen in Richtung Zimmerdecke, um Dolby-Atmos-3D-Audioeffekte überzeugend zu simulieren. Im JZW2004 kommen sogar zwei weitere Lautsprecher zum Einsatz, die nach links und nach rechts abstrahlen und Surround-Kanäle simulieren. Was mit dieser Lautsprecheranordnung in Filmen und Spielen möglich ist, übersteigt alles, was wir seit langer Zeit mit integrierten TV-Lautsprechersystemen gehört haben.

Neue HDMI-2.1-Features

Der JZW2004 ist ein echter Generationswechsel, denn es ist Panasonics erster Fernseher mit vollwertigen HDMI-2.1-Schnittstellen. Im JZW2004 sind zwei dieser Ports integriert (HDMI 1 & 2), während die beiden restlichen Anschlüsse auf der bewährten HDMI-2.0-Bandbreite aufbauen. Moderne Spielekonsolen und PC sollten an den ersten beiden HDMI-Eingängen angeschlossen werden, um das gesamte Potenzial ausreizen zu können. Erstmals lassen sich bei einem Panasonic-Fernseher 4K- 120-Hz-Signale in HDR-Qualität zuspielen und dies sogar mit einem variablen Bildfrequenzabgleich nach VRR- und Freesync-Standard. Einzige Einschränkung: Aktuell reduziert eine 120-Hz-Signalzuspielung die Auflösung, sodass 4K-Signale nicht so detailreich erscheinen wie gefordert. Allerdings wurde diese Einschränkung bereits von Panasonic kommuniziert und ein entsprechendes Update für eine pixelperfekte 4K-120-Hz-Wiedergabe ist bereits in Arbeit. Alternativ können Sie auf 4K-60-Hz umschalten, wenn Sie jedes Pixel einzeln auf dem Bildschirm zählen möchten. Entscheidender ist, dass die neue Technik bereits in dieser frühen Phase funktioniert: Die Eingabeverzögerung ist gering und die VRR- bzw. Freesync-Wiedergabe überzeugt auch im HDR-Modus. Über die eARC-Schnittstelle ist der JZW2004 in der Lage, nicht nur Dolby-Atmos-Signale, sondern auch DTS:X-Quellen weiterzuleiten, wenn die entsprechende Toneinstellung getroffen wurde. Allerdings ist die eARC-Funktion mit einem vollwertigen HDMI-2.1-Anschluss verknüpft. Deshalb unser Tipp: Bevor Sie in eine Soundbar investieren, sollten Sie zunächst die internen Lautsprecher des JZW2004 ausprobieren. Der Fernseher kann eine Mittelklasse-Soundbar vollwertig ersetzen und Sie können den HDMI- Eingang Nummer 2 stattdessen für Gaming- Quellen nutzen.

Leichtgewicht oder Schwergewicht?

Der JZW2004 verliert gegenüber dem HZW2004 merklich an Gewicht. Der Grund: Eine zusätzliche Metallplatte zur Wärmeableitung erhöhte die Tiefe des OLED-Panels beim HZW2004 und sorgte für ein stattliches Mehrgewicht. Beim JZW2004 fehlt diese Rückplatte, das OLED-Display ist schlanker und in Summe ganze 8 Kilogramm leichter. In einem Punkt bleibt der HZW2004 damit weiterhin führend: Durch die massive Rückplatte können Temperaturunterschiede der selbstleuchtenden OLED-Pixel schneller ausgeglichen werden, als es mit dem JZW2004 möglich ist. Dennoch überraschte der JZW2004 in dieser Hinsicht: Nachleuchteffekte sind zwar deutlicher sichtbar, doch scheint Panasonic eine elektronische Kompensierung anzustreben, was im Test gut funktionierte, aber teilweise zu schattigen „Blöcken“ führte – natürlich nur, wenn wir Nachleuchteffekte provozierten. Viel wichtiger für die Bildqualität: Panasonic steuert das OLED-Panel kompromisslos an, sodass der JZW2004 keine Nachteile bei der HDR-Bildhelligkeit aufweist und zu den leuchtstärksten OLED-Fernsehern am Markt gehört. Mehr noch: Wer auf den Dynamik-Modus zurückgreift, kann HDR-Details kurzzeitig mit bis zu 1 200 Nits darstellen (950 Nits nach wenigen Sekunden). Das als „evo-Panel“ bekannte neue OLED- Display kommt im JZW2004 nicht zum Einsatz, stattdessen vertraut Panasonic auf die bewährte Custom-Paneltechnologie. Das schränkt zwar die Farblichtleistung mit stark gesättigten HDR-Farben ein, bietet aber auch einen Vorteil: Die Violettfärbung von Weißflächen, die mit dem „evo-Panel“ bei seitlicher Bildbetrachtung auftreten kann, ist mit dem JZW2004 kein Thema. Zugleich ist die Bildausleuchtung die beste, die wir neben dem HZW2004 bislang ermittelt haben: Unser 55JZW2004 zeigte eine extrem gleichmäßige Lichtverteilung und keine störenden Schatten oder Verfärbungen. Einzig bei reinen Weißfeldern konnte teilweise der Eindruck von Schattenlinien entstehen.

Präzise abgestimmt

Die tolle Grundabstimmung bei den wichtigsten Bildparametern macht es auch Einsteigern einfach, sich voll und ganz auf Film- und Spielinhalte zu konzentrieren. Einzige Einschränkung: Im Filmmaker-Modus zeigte der JZW2004 HDR-Lichter unter Praxisbedingungen meist mit weniger Nachdruck als im kalibrierten Spiel- oder Benutzermodus. Tipp: Übernehmen Sie die Voreinstellungen des Filmmaker-Modus, um anderen Bildvoreinstellungen einen natürlichen Bildlook zu verleihen und dennoch das Leuchtstärkemaximum zu erreichen. Apropos Leuchtstärke: Da Panasonic das OLED-Panel bestmöglich ausreizt, die Farblichtleistung aber geringer ausfällt, neigt der JZW2004 zuweilen zu Banding-Artefakten in hellen bunten HDR- Bildbereichen. Dieser Umstand ist jedoch vom Dynamikumfang der HDR-Quelle abhängig: Die meisten HDR-Inhalte und auch HDR- Games (manueller Abgleich über Quelle möglich) zeigt der JZW2004 fehlerfrei. Der dynamische HDR-Abgleich mit HDR10-Signalen ist auch für Videospieler interessant: Für die HDR-Abstimmung mit Playstation und Xbox sollten Sie das HDR-Tonemapping deaktivieren, doch das nachträgliche Einschalten der Dynamic- HDR-Funktion hilft dabei, auch leuchtstärkste bunte HDR-Details abzubilden. Die interne Clipping-Grenze wird mit Filmquellen auf Basis der statischen HDR-10-Metadaten automatisch angeglichen oder es kommen dynamische Metadaten nach Dolby-Vision- und HDR10- Plus-Standard zum Einsatz. Panasonics Trumpf: Der JZW2004 gleicht mit HDR10-Quellen nur extrem helle HDR-Bildbereiche dynamisch ab und verändert die Wiedergabe des restlichen HDR-Bildes nicht. Dadurch erreicht der JZW2004 zusammen mit der überzeugenden Leuchtstärke eine exzellente Stabilität in der HDR-Wiedergabe, ohne störende Helligkeitswechsel zu provozieren. Besser als die OLED-Konkurrenz meistert Panasonic ebenfalls die Wiedergabe von Bildbereichen nahe Tiefschwarz: Eine künstliche Über- oder Unterbelichtung wird hier gekonnt vermieden, solange Sie dem OLED-Panel ein paar Stunden "Einlaufzeit" gönnen. Einzige Einschränkung zum Vorjahr: Die HDR-Brightness-Einstellung für eine manuelle Aufhellung dunkler HDR-Bildbereiche ist nicht mehr zu finden. Dafür zeigt sich das manuelle Farbmanagement verbessert, das nun keine zusätzlichen Banding-Artefakte mehr provoziert.

Neuer Prozessor, mehr Möglichkeiten

In der Dolby-IQ-Einstellung werden Dolby- Vision-Inhalte unter Raumlichteinfluss behutsam und zielgerichtet aufgehellt, damit Sie dunkle HDR-Bildbereiche differenzieren können. Dies ist ebenfalls mit HDR10-Plusund HDR10-Quellen möglich, wenn Sie die Lichtsensorsteuerung aktivieren. Noch einen Schritt weiter geht der Auto-AI-Modus: Hier werden zahlreiche Bildparameter automatisch angeglichen und Sie können die Intensität über einen Regler vorgeben. Panasonic übertreibt es dabei nicht, sondern der JZW2004 liefert im Auto-AI-Modus natürlichere Bilder als beispielsweise in den Voreinstellungen Normal oder Dynamik. Schärfe- und Rauschfilter greifen vergleichsweise dezent ein, nur einen gezielten Filter gegen Banding-Artefakte bietet der JZW2004 nicht. 50-Hz-Ruckler waren mit dem JZW2004 auch in schwierigen Szenen kaum zu beobachten, einzig Laufschriften konnten die Signalverarbeitung etwas in Verlegenheit bringen. Ausgewählte Filmszenen mit Nebelund Rauch-Effekten meisterte der JZW2004 ebenfalls souveräner als die Vorjahresmodelle und gerade die niedrige Glättungsstufe bietet einen guten Kompromiss aus Minimierung von Judder-Effekten und einem überzeugenden Kinolook. Einzig an feinen Strukturen waren im Ausnahmefall Artefakte sichtbar.

Erneut ein Volltreffer

Dass im JZW2004 Twin-Tuner für alle Empfangswege schlummern, Sie HD-Plus-Inhalte über eine App-Freischaltung anzeigen können (6 Monate kostenlos, kein CI-Modul und Smartcard erforderlich) und der Fernseher mehr Empfangsmöglichkeiten bietet, als viele vergleichbare TV-Modelle der Konkurrenz, soll an dieser Stelle lobend hervorgehoben werden. Durch die unaufdringliche Anzeige von Apps hebt sich Panasonics My-Home-Screen-System zudem wohltuend von überladenen Smart-TV- Systemen ab und die Geschwindigkeit beim Wechsel zwischen den Inhalten überzeugt. Nur bei der App-Auswahl hapert es noch, denn mit Disney und Apple fehlen zwei wichtige Anbieter. Dennoch: Der JZW2004 ist ein echter Benchmark, wenn Sie TV-Inhalte, Streaming- Apps und Games in einer exzellenten Bild- und Tonqualität wiedergeben möchten. In Summe gelingt es Panasonic einmal mehr, mit dem TX-55JZW2004 einen weiteren Referenzfernseher auf den Markt zu bringen.

CHRISTIAN TROZINSKI

Einstellungen für ein natürliches Bild

Modus Filmmaker, Benutzer oder Spiel

Luminanzlevel Je nach Wunsch (HDR max.)

Kontrast 90 – 100

Helligkeit 0

Farbe 50

Farbton 0

Schärfe 30

Farbtemp. Warm 2

Farbremastering Aus oder Niedrig (HDR: Aus oder Ein)

Umgebungssensor Je nach Wunsch

Auto AI Effektintensität Je nach Wunsch (AI Modus)

Rauschunterdr. Aus oder Auto

Rem. Pr. MPEG Aus

Rem. Pr. Auflösung Auto

Intelligent Frame Creat. Niedrig oder Mittel

Schwarzes Zwischenbild Aus

Kontrast-Regelung Aus (bei blassen Bildern Auto)

Farbskala Rec.709 (SDR), Rec.2020 (HDR)

Gamma 2.2

Dynamic HDR Effect Ein

HDR-Tonemapping Ein (Spielmodus HDR-Abgleich: Aus)

16:9 Overscan Aus