Lesezeit ca. 2 Min.
arrow_back

PANTELOURIS: Stillstand ist was für Katzen, oder?


Logo von emotion
emotion - epaper ⋅ Ausgabe 12/2019 vom 06.11.2019

Er ist ein Anhänger des Provisorischen, denn daraus kann alles entstehen. Während Gewohnheit(en) für ihn bisher nur ein anderes Wort für Stillstand waren. Aber jetzt gibt es ein paar Dinge, an die könnte sich unser Kolumnist durchaus: gewöhnen


Kolumne

Artikelbild für den Artikel "PANTELOURIS: Stillstand ist was für Katzen, oder?" aus der Ausgabe 12/2019 von emotion. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: emotion, Ausgabe 12/2019

Michaelis Pantelouris macht sich viele Gedanken. Auch über Männer und Frauen


FOTO BENNE OCHS

Die Katzen haben ein bisschen gebraucht, um sich an die neuen Möbel zu gewöhnen, und daran, dass selbst die alten Dinge ein bisschen anders stehen als früher. Ich ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 3,49€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von emotion. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 12/2019 von Intro: WIR SIND SO STOLZ!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Intro: WIR SIND SO STOLZ!
Titelbild der Ausgabe 12/2019 von Neuland. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Neuland
Titelbild der Ausgabe 12/2019 von Psychologie: STRESS LASS NACH …. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Psychologie: STRESS LASS NACH …
Titelbild der Ausgabe 12/2019 von „ES WAR EIN TANZ AUF DEM DRAHTSEIL“. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
„ES WAR EIN TANZ AUF DEM DRAHTSEIL“
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
Jahreshoroskop: IHRE S T E R N E 2020
Vorheriger Artikel
Jahreshoroskop: IHRE S T E R N E 2020
WELCHES E-BIKE PASST ZU MIR?
Nächster Artikel
WELCHES E-BIKE PASST ZU MIR?
Mehr Lesetipps

... habe inzwischen gelernt, dass Veränderung nicht für alle das Gleiche bedeutet. Ich ertrage keinen Stillstand. Meine Katzen, wie viele andere mit ihnen, lieben es nicht, wenn die Dinge sich ändern. Man könnte denken, deshalb passen wir eigentlich nicht zusammen, aber ich glaube lieber, dass wir uns ergänzen. Denn je älter ich werde, umso anstrengender ist das Gefühl, mein Leben wäre ein einziges, großes Provisorium, in dem nur sicher ist, dass sich alles immer verändert.

Willy Brandt ist inzwischen ein alter Kater, was bedeutet, er erwartet zwischen sechs- und vierzehnmal am Tag frisches Essen von mir für das mir freundlich gewährte Privileg, mit ihm wohnen zu dürfen. Er sitzt neben seinem Topf und starrt mich an, und wenn ich nicht reagiere, dann hat er sich inzwischen angewöhnt, in seinem Tigergang zu mir zu schleichen – einer Mischung aus extremem Schwanken und extremer Geschmeidigkeit, etwa so, wie man sich eine betrunkene Naomi Campbell vorstellt – und mich zu kratzen. Dass er nicht fett ist wie ein Truthahn liegt nur daran, dass er wie alle Katzen nicht weiß, dass man den unteren Teil des Zeugs im Fressnapf auch essen kann und nicht vergammeln lassen muss, weil man einmal oben dran geleckt hat. Wenn ich es mir genau ansehe, dann gibt es eine Menge an Willy, das mich wahnsinnig nervt. Aber es gibt auch eine Menge an mir selbst, das mich wahnsinnig nervt. Der Unterschied zwischen dem Kater und mir ist, dass ich ihm alles irgendwie verzeihe. Und ich werde tatsächlich immer dicker.

Die neuen Möbel sind gekommen, um zu bleiben. Mit der Lieblingsfrau. Die Katzen werden sich daran gewöhnen, hoffe ich, und ich mich hoffentlich nie. Das ist der gute Teil daran, nie anzukommen: dass nichts je Gewohnheit wird. Nichts selbstverständlich. Es ist der gute Teil daran, einmal gelernt zu haben, dass nichts im Leben sicher ist, und zu allerletzt, wo der Sessel steht. Hummel, die kleine Katze, war zwei Tage verschwunden, nachdem ich ihren Sessel verrückt habe. Als sie wieder auftauchte, hat sie gefressen, als müsste sie eine ganze Woche nachholen. Habe ich gehört, denn ich habe sie nicht gefüttert, das hat die Frau gemacht, wegen der die Katze überhaupt erst abgehauen ist. Das hat sich also geklärt. Die neue Zeit ist angebrochen, und die Welt hat trotzdem nicht aufgehört, sich zu drehen. Als ich nach Hause kam, lagen sie schon zusammen auf dem Sessel, die eine auf der anderen, Frau und Katze, die Katze zum Glück oben. Und der erste Gedanke, den ich hatte, war: Daran könnte ich mich gewöhnen. Und dann: Ich will mich nicht daran gewöhnen. Ich will es genießen, jeden Tag. Irgendwie diese Balance finden, in der die Dinge gut sind und sich trotzdem ändern, in der alles so bleiben darf, wie es ist: in Bewegung.

MEHR VON PANTELOURIS

Sie finden die Kolumne auch auf: emotion.de/pantelouris