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Panzerknacker auf Abruf


JÄGER - epaper ⋅ Ausgabe 80/2021 vom 20.07.2021

WASCHBÄRLOCKER

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Die effektivste Jagdart auf den Waschbären ist und bleibt die Fallenjagd, das ist unbestritten. Doch im Herkunftsgebiet Nordamerika jagen viele Waidmänner mit Lockern auf die Kleinbären. Die hauptsächlich nächtliche Lebensweise macht es schwer, den Waschbären zuverlässig vor die Büchse zu bekommen. In Revieren mit vielen Waschbären hat der Drilling ein regelrechtes Revival erlebt. So kann an der Kirrung der Waschbär mit der kleinen Kugel erlegt werden und die Große bleibt für die Schwarzkittel. Zusätzlich lässt sich mit Schrot ein Bär recht sicher aus dem Baum auf den Boden holen.

Höhlenbewohner

Die maskierten „Banditen“ leben hauptsächlich in Baumhöhlen alter Eichen oder Erlen: sie bevorzugen Bäume mit grober Borke. Auch Weiden und Pappeln mit entsprechenden Höhlen werden gern angenommen, da sind Waschbären nicht wählerisch. Doch ganz klar bevorzugt werden Eichen. An deren Borke lässt ...

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... sich gut erkennen, ob Waschbären regelmäßig emporklettern, um den Tag in einer Höhle zu verbringen. Für die Lockjagd ist das Auskundschaften solcher Schlafbäume sehr wichtig. Zu Beginn der Jagdzeit – in den meisten Bundesländern ist dies der 16. Juli – sind die Jungtiere noch mit den Fähen unterwegs. Eine Fähe hat zwischen zwei und sechs Junge, welche ihr meist im Gänsemarsch folgen. Später im Jahr sind adulte wie junge Tiere auch einzeln, zu zweit oder dritt unterwegs. Familienverbände lösen sich sukzessive auf.

Rottumtaler Waschbärlocker

Früher ließen sich Waschbärlocker nur aus den USA bestellen, doch mittlerweile gibt es auch einen Waschbärlocker von Rottumtaler Wildlocker. Zwei wichtige Laute lassen sich mit dem Locker nachahmen. Zum einen ein Soziallaut, den die Waschbären von sich geben, wenn sie mit mehreren Artgenossen an einer Nahrungsquelle sind. Es ist ein Tschirpen oder Keckern. Erhöht man die Intensität und Tonhöhe des Tschirpens, so imitiert man den Stresslaut eines Jungbären. Dieser Stresslaut ist der, der zum Locken am effektivsten eingesetzt werden kann. Denn wie bei einem Kitzfiep reagiert das Muttertier auf den Laut. Ihr folgen die Jungen. Am besten funktioniert die Lockjagd auf Waschbären im ersten Büchsenlicht. Dann sind die Kleinbären auf dem Weg von ihren Nahrungsquellen zu den Schlafbäumen. Am besten ist es, wenn man sich bodennah, in einen Tarnschirm oder einfach auf einen Hocker in den Bestand oder in Sichtweite der Schlafbäume setzt. Obwohl die Bären weniger sensibel, als zum Beispiel ein Fuchs sind, sollte man auf passenden Wind achten. Natürlich sollte man keine hastigen oder lauten Bewegungen machen. Zwar kann ein Waschbär auf den Lockruf schnell zustehen, doch in den meisten Fällen kommen sie nicht so angeschossen, wie der Fuchs auf die Hasenklage. Deswegen sollten die Lockperioden länger ausfallen. Es ist durchaus sinnvoll, einige Minuten zu locken und dann die Umgebung etwa 20 Minuten im Auge zu behalten. Oft ist es so, dass die Waschbären sich in Deckung nähern, dann Männchen machen, um zu sehen, was los ist. Dieses Männchen machen lässt sich oft gut nutzen, um die Tiere anzusprechen.

Nach dem Schuss weiter locken

Obwohl der Waschbär eine invasive Wildart ist, sollte man trotzdem Rücksicht auf den Mutterschutz nehmen. Geht man gezielt auf den Waschbären los, bietet sich eine Selbstladeflinte oder ein Repetierer in einem kleinen Kaliber an. Als Mindestkaliber sollte man die .22 Mag. nutzen. Waschbären sind keine guten Fluchttiere und so ist es durchaus möglich, alle Jungtiere und die Fähe zu erlegen. Erlegt man also das erste Jungtier, sollte man sofort wieder mit dem Locken beginnen. Die Fähe kommt oft selbst nach einem Schuss zurück, um nach dem Jungen zu sehen. In vielen Fällen flüchten sich die Waschbären auf einen Baum. Wie eine Katze wähnen sie sich dort in Sicherheit. Für solche Fälle bietet sich dann eine Flinte an.

Da Waschbären nicht sehr territorial sind, teilen sie sich ihr Revier oft mit vielen anderen Waschbären. Nachdem die Jungen groß sind, wechseln sie auch den Tagesschlafplatz. Es lohnt sich also, an einem viel genutzten Schlafbaum öfter anzusitzen. Um den Baum im Blick zu behalten, kann man auch eine Wildkamera einsetzen. Auf diese Weise hat man einen ungefähren Überblick, wie viele Fähen mit Jungtieren in der Gegend ihre Runden drehen.

Schlafplätze angehen

Eine weitere Methode, den Locker effektiv einzusetzen, ist es, morgens die Schlafbäume anzupirschen und zu locken. Dabei ist es wichtig, sich so zu positionieren, dass ein Waschbär, der aus der Baumhöhle schaut, den Jäger nicht sehen kann. Weiß man also wo die Höhle im Baum ist, sollte man sich mindestens 90 Grad seitlich dazu positionieren. Kommt der Bär dann aus der Höhle, um zu sehen, was seine Artgenossen unten treiben, bietet sich eine Möglichkeit für die Flinte. Diese Lockmethode funktioniert morgens deutlich besser, als abends, denn Waschbären haben einen extrem festen Schlaf. Ist man abends zu früh dran und die Tiere sind noch nicht wach, kann man so viel locken wie man möchte, sie werden nicht einmal einen Seher für uns öffnen.

An die Kirrung locken

Möchte man den Locker an der Kirrung nutzen, so bietet sich der normale Kontaktlaut an: ein ruhiges Tschirpen. Damit motiviert man Waschbären in Hörweite, schneller an die Kirrung zu kommen. Denn sie gehen davon aus, dass sich bereits Artgenossen über das Kirrgut hermachen und ihnen nichts mehr übriglassen. Da man die in der Nähe befindlichen Bären oft nicht vorher sieht, lohnt es sich, in regelmäßigen Abständen zu locken. Erscheint dann ein Bär auf der Kirrung, hat man zum Ansprechen alle Zeit der Welt.

Neben der Kirrung lohnt es sich auch, den Locker an anderen Nahrungsquellen einzusetzen. Waschbären bevorzugen Feuchtgebiete. Tümpel, Bäche und Schilfgebiete. So ist es vielversprechend, eine kleine Metalleiter an einen Graben entlang eines Schilfgebietes zu stellen und beim Morgenansitz den Waschbärlocker zu nutzen. Die maskierten Banditen sind meist in der hohen Vegetation unterwegs und schauen kaum heraus. Durch das Locken kann man sie erneut dazu bringen, Männchen zu machen.

Jagdarten ausschöpfen

Die Lockjagd auf Waschbären allein wird die Population in einem Revier nie erheblich senken. Und doch ist sie ein weiterer Baustein in der Prädatorenbejagung. Abgesehen davon, kann sie auch viel Spaß und spannende Jagdmomente bringen. Je nach Gegebenheit ist die Wahl der Waffe wichtig. Eine Kombinierte ist in den meisten Fällen ausreichend. Wenn man geübt ist, geht auch das Nachladen schnell und flüssig. Sind keine Bäume in der Nähe und zum Beispiel stattdessen nur ein Graben, ist auch ein Repetierer eine gute Wahl. Ist das Gelände sehr unübersichtlich, empfiehlt es sich, auch bei Licht eine Wärmebildkamera zu nutzen. Denn die Kleinbären sind Meister darin, sich in Deckung unbemerkt zu nähern, um dann plötzlich vor einem aufzutauchen und für Überraschung zu sorgen.

Die Verwertung

Auch Sommerbären müssen nicht einfach entsorgt werden, da viele Hundeführer auf der Suche nach Schleppwild für die Prüfungsvorbereitung sind. So lohnt es sich also, Kontakt mit Jagdgebrauchshundevereinen oder Kreisjägerschaften aufzunehmen, um das Wild für die Hundeausbildung anzubieten. Zusätzlich wird die Bejagung einem die heimische Fauna danken, angefangen vom Moorfrosch, über Singvögel, bis zum Großen Brachvogel.