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PAPA ROSSI


Motorsport-Magazin.com - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 21.02.2019

LEIBLICHE KINDER HAT VALENTINO ROSSI NICHT. DENNOCH IST ER DER WICHTIGSTE MOTORRAD-PAPA ITALIENS. WIE SEINE VR46 ACADEMY IN DEN KOMMENDEN JAHREN DIE MOTOGP AUFMISCHEN WIRD.


Artikelbild für den Artikel "PAPA ROSSI" aus der Ausgabe 1/2019 von Motorsport-Magazin.com. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Valentino Rossi feiert Siege seiner Junioren fast so emotional wie seine eigenen


FOTOS: LAT IMAGES

Uccio (mit Kappe) jubelt mit Bagnaia


Caelestino Vietti landete in seinem 2. Rennen auf dem Podest


Er feuert sie frenetisch von der Boxenmauer an und kniet nach einem Sieg auch mal im Parc ferme vor ihnen nieder. Er steht ihnen aber auch in schwierigen Zeiten zur Seite und formt damit aus den Talenten von heute Champions von morgen. Valentino ...

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... Rossi bastelt seit einigen Jahren an seinem sportlichen Vermächtnis, das weit über seine unzähligen Einträge in den Rekordbüchern der Motorrad-WM hinausgehen soll. Durch die Gründung seiner VR46 Riders Academy stieg er zu einem der wichtigsten Motorrad-Lehrer des Planeten auf. Der Erfolg gibt ihm bereits jetzt Recht, und so wurde aus dem Doctor auch irgendwie ein Professor.

VR46 Academy? Was ist das? Wer sich diese Frage noch stellen muss, der dürfte in den vergangenen fünf Jahren kaum ein Rennen der beiden kleinen Klassen der Weltmeisterschaft gesehen haben. Denn Valentino Rossis Elf (die VR46 Riders Academy umfasst derzeit exakt elf Fahrer) mischt die Moto3 und Moto2 seit einigen Jahren gehörig auf. Was als Arbeit mit einer kleinen Truppe unbekannter Teenager begann, hat die Anfangzwanziger Franco Morbidelli und Francesco Bagnaia nicht nur zu Weltmeistern gemacht, sondern auch in die MotoGP-Klasse gebracht. Beide sind seit der Gründung der Academy im Jahr 2014 mit dabei und beiden rettete Valentino Rossis Engagement die Karriere. »Ohne die Academy wäre ich eventuell gar nicht mehr in der Weltmeisterschaft! Nach meinem ersten Jahr in der Moto3 hatte ich nicht viele Möglichkeiten und alles hätte damals vorbei sein können. Die Academy hat mir in dieser Zeit sehr geholfen«, gestand der amtierende Moto2-Weltmeister Bagnaia vor wenigen Monaten im Gespräch mit . 2013 hatte Francesco Bagnaia sein Debüt für das vom nationalen Verband betriebene »Team Italia« in der Moto3 gegeben. In einem Jahr, in dem Fahrer auf KTM alle Saisonsiege holten, blieb der damals 16-jährige Rookie auf FTR-Honda ohne WM-Punkt. Der Traum von der großen Karriere hätte nach dem ersten erfolglosen Jahr schon wieder zu Ende sein können, doch dann kam Valentino Rossi mit seiner Idee der eigenen Academy an. Gleichzeitig gründete er mit finanzieller Unterstützung aus dem italienischen TV-Markt in der Moto3 seinen eigenen Rennstall Sky VR46 und gab Bagnaia dort seine zweite Chance. Der Rest ist Geschichte und der heute 22-Jährige ist zehnfacher GP-Sieger, Weltmeister und heute bei Ducatis B-Team Pramac Racing in der MotoGP unter Vertrag. Ähnlich war die Situation bei Morbidelli, der in seinen Teenager-Jahren bereits innerlich mit dem großen Traum von der Motorrad-WM abgeschlossen hatte: »Es war unglaublich frustrierend, als ich damals nicht an der spanischen 125cc-Meisterschaft teilnehmen konnte. Finanziell war es zu dieser Zeit für mich aber unmöglich. Mit 15 Jahren musste ich mir eine Alternative suchen und auf deutlich günstigere Motorräder umsteigen. Ich hatte nur zwei Optionen: Entweder auf 600cc Superstock-Maschinen auszuweichen oder das Rennfahren komplett aufzugeben. Ich habe mich damals nicht mehr ernsthaft mit dem Thema MotoGP auseinandergesetzt. Es lagen einfach zu viele Schritte dazwischen.« Aus eigener Kraft wird er 2013 Superstock-600-Europameister, mit Rossis Hilfe gelangt er 2014 in die Moto2-WM und ist zugleich Mitglied des ersten Jahrgangs der VR46 Academy, die im Winter 2013/14 gegründet wird.

Die VR46 Academy stellt 2019 fünf Fahrer in der Moto2


Nicolo Bulega ist eines der Sorgenkinder


Bagnaia und Marini sorgten 2018 für großen Jubel


Francesco Bagnaia krönte sich 2018 zum Weltmeister in der Moto2


Die Gründung war allerdings keine spontane Eingebung von Valentino Rossi, sondern eher ein Formalakt -um die ohnehin bestehende Trainingsgruppe mit jungen Talenten auf seiner Moto Ranch in eine feste Form zu gießen. »Man hat dem Kind damals lediglich einen Namen gegeben«, wie Morbidelli Jahr später im Gespräch mit ausführen sollte. Rossi erkannte damals aber auch die Zeichen der Zeit, denn die stolze Motorrad-Nation Italien drohte von der spanischen Armada in der WM regelrecht erdrückt zu werden. Zwar hatte man in der MotoGP 2013 nur einen Stammfahrer weniger als Spanien aufzubieten, doch in den unteren Klassen sah es düster für Italien aus. In der Moto2 standen mit Simone Corsi (Jahrgang 1987) und Mattia Pasini (Jahrgang 1985) lediglich zwei Routiniers einem von Weltmeister Pol Espargaro angeführten Großaufgebot entgegen. In der Moto3 waren außerhalb des vom Verband betriebenen Team Italia nur vier weitere Landsleute im Grid vertreten, die allesamt nicht einmal einen einzigen Podestplatz holten, während Spanien dank Maverick Vinales, Alex Rins, Luis Salom und Alex Marquez einen Vierfachsieg in der Weltmeisterschaft holte. Rossi musste reagieren und rief im März 2014 offiziell seine Academy aus, der zu Beginn neben Morbidelli und Bagnaia nur vier weitere Piloten angehörten: Rossis Halbbruder Luca Marini, Andrea Migno, Nicolo Bulega und Romano Fenati. Letzterer war zum Zeitpunkt der Gründung der einzige Academy Rider, der bereits ein WM-Rennen gewonnen hatte. Binnen zwei Jahren stockte Rossi sein Kontingent auf elf Fahrer auf -eine Zahl, an der er bis heute festhält. Was als kleines Projekt begann, hat sich längst etabliert. 2019 haben zum ersten Mal alle Fahrer aus Rossis Akademie einen Stammplatz in der Motorrad-WM. Im aktuellen Aufgebot der VR46 Academy stehen zwei Weltmeister, fünf weitere GP-Sieger und insgesamt zehn Fahrer, die bereits zumindest einmal auf dem Podium eines WM-Rennens standen. Alleine 2018 kamen ein WM-Titel, eine Auszeichnung als MotoGP-Rookie des Jahres, 13 Siegerpokale und weitere 21 Trophäen für zweite oder dritte Plätze hinzu. Einzig Stefano Manzi wartet noch auf seine Podest-Premiere. Rossis Engagement hat sogar das seit den Neunzigerjahren existierende Team Italia obsolet gemacht, das der italienische Motorrad-Verband Ende 2016 einstellte. Denn der Spieß hat sich gedreht: Mit 23 Mann stellt Italien beim Saisonstart in Katar einen Stammfahrer mehr als Spanien. Der Anteil der VR46 Academy daran liegt bei fast 50 Prozent. Neben Morbidelli und Bagnaia in der MotoGP starten in der Moto2 Luca Marini, Lorenzo Baldassarri, Nicolo Bulega, Stefano Manzi und Marco Bezzecchi sowie in der Moto3 Andrea Migno, Niccolo Antonelli, Dennis Foggia und Celestino Vietti.

Dieses Lineup beweist auch, wie treu Rossi seinen Talenten ist. Einmal im inneren Kreis der VR46 Academy aufgenommen, wird man nicht so schnell fallengelassen. Das bewies zuletzt der Moto2-Aufstieg von Nicolo Bulega, der bei vielen Fans für Verwunderung sorgte. Denn der einstige Kronprinz (er war 2015 Moto3-Junioren-Weltmeister) hatte nach einer guten Debütsaison 2016 zuletzt zwei schwierige Jahre. 2018 gesellten sich zu unzähligen Ausfällen auch Fahrfehler und Verletzungen hinzu. Kritische Stimmen mehrten sich, dass der mittlerweile 19-jährige Bulega zu groß für die kleinen Moto3-Bikes geworden sei. So beförderte Rossi den Blondschopf in die Moto2, obwohl er 2018 lediglich 18 Punkte in der kleinsten Klasse geholt hatte und nur einmal in den Top-10 gelandet war. Außerhalb der VR46 Academy hätte Bulega eventuell um seinen WM-Verbleib zittern müssen. Doch da sein Förderer nach wie vor von seinem Talent überzeugt ist, bekommt er 2019 in der Moto2 eine weitere Chance. Dort hängen die Trauben freilich hoch, ersetzt er doch ausgerechnet Weltmeister Bagnaia im Sky VR46 Team. Gut Ding braucht in der VR46 Academy aber meistens Weile, der Lohn für die harte Arbeit wird meist erst nach Jahren geerntet. Luca Marini brauchte 53 Rennen, ehe er in Sepang im vergangenen November zum ersten Mal gewinnen konnte. Morbidelli konnte erst bei seinem 54. Start zum ersten Mal gewinnen, Bagnaia brauchte 59 Anläufe und Baldassarri sogar 69. Bulega steht mit seinen bislang 50 GP-Starts daher noch im grünen Bereich und genießt das vollste Vertrauen von Teamchef Pablo Nieto. Der stieg als operativer Leiter der beiden Sky VR46 Teams in der Moto2 und Moto3 zu einer der Schlüsselpersonen in Rossis Nachwuchs-Imperium auf. »Es war damals eine große Ehre, als Valentino mich angerufen und gefragt hat, ob ich diesen Job machen möchte. Ich musste natürlich nicht lange überlegen«, sagte Nieto im vergangenen Sommer im Gespräch mitMotorsport-Magazin.com . Als Sohn der Motorrad-Legende Angel Nieto (13 WM-Titel) kennt er das Fahrerlager von Kindes Beinen an, mit 158 WM-Starts verfügt er über ausreichend Erfahrung um für »seine« Jungs einen guten Mentor abzugeben. Das Konzept des 38-Jährigen scheint aufzugehen, formte er mit Bagnaia doch binnen zwei Jahren einen Weltmeister und MotoGP-Rohdiamanten. Nicht zuletzt dank Nieto gilt der amtierende Moto2-Champion als eine der besonnensten und reifsten Zukunftshoffnungen. Überhaupt sind Valentino Rossis Förderpiloten nicht nur aufgrund ihrer sportlichen Stärke gefragt, sondern auch aufgrund ihrer mentalen Verfassung. All die Leidenschaft und vor allem den unbändigen Willen, für den Motorradsport alles zu geben, konnte Rossi seinen Ziehsöhnen vermitteln. Das erhöht freilich ihren Marktwert und da nicht alle Academy Rider im Sky VR46 Team untergebracht werden können, stehen die Teamchefs bei Manager Uccio, der sich um sämtliche vertragliche Belange der Academy kümmert, Schlange. So buhlte etwa Prüstel GP über ein Jahr um Marco Bezzecchi, bevor man den Zuschlag bekam. Der Lohn? Zum ersten Mal in seiner Geschichte fand sich der säch- sische Rennstall mitten im Titelkampf wieder. Einfach sind die Verhandlungen freilich nicht, denn die Akademie kann es sich leisten, hohe Ansprüche an potenzielle Arbeitgeber zu stellen. »Verhandlungen mit den Managern der Academy sind schon richtig hart. Das kannst du mir glauben«, meinte einst Morbidellis Teamchef Michael Bartholemy, der zu den alten Hasen im GP-Zirkus zählt. Kein Talent soll unnötig verheizt werden, denn schließlich bringt eine erfolgreiche Karriere seiner Schützlinge Valentino Rossi nicht nur Stolz und Titel, sondern letztlich auch Geld. Über Management-Verträge und den Fanartikel-Verkauf kommt ein Teil des Investments wieder zurück in die Kassen des Geschäftsmannes Rossi -wohl auch lange nach dem Karriereende des 40-Jährigen. Denn Rossis Kinder sind längst erwachsen geworden und dürfen mittlerweile mit den gleichen Waffen wie ihr Ziehvater kämpfen. So pilotiert Franco Morbidelli beim Saisonauftakt in Katar die baugleiche Yamaha M1 wie Rossi. »Das gleiche Motorrad wie er zu fahren, hilft uns beiden. Wir können unsere Eindrücke und Einschätzungen über das Bike teilen und davon profitieren wir beide. Natürlich will ich ihn auf der Strecke schlagen, aber ich will auch jeden anderen da draußen besiegen«, sagte Morbidelli bei der Teampräsentation von Petronas-Yamaha in Kuala Lumpur. So ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis einer seiner Schüler den Meister in die Schranken weist. Vielleicht holt ja sogar ein Academy-Fahrer irgendwann den WM-Titel in der MotoGP. Rossi würde dann -insofern nicht selbst besiegter Vize -wohl nicht minder feiern, als wenn er selbst den so heiß ersehnten zehnten Gesamtsieg erobern würde.


GUT DING BRAUCHT IN DER VR46 ACADEMY ABER MEISTENS WEILE, DER LOHN FÜR DIE HARTE ARBEIT WIRD MEIST ERST NACH JAHREN GEERNTET.


Bagnaia und Marini bildeten ein Dream-Team


VALENTINO ROSSIS ARMADA

MOTOGP:

Geschafft: Bagnaia fährt 2019 für Pramac in der MotoGP


Francesco Bagnaia (22)
Der amtierende Moto2-Weltmeister fährt seine erste Saison in der Königsklasse. Im Pramac-Team darf er eine Ducati des Jahrgangs 2018 pilotieren und erarbeitete sich im Winter große Vorschusslorbeeren.

Rookie des Jahres: Morbidelli überzeugte 2018


Franco Morbidelli (24)
Trotz schwieriger Umstände im Marc VDS Team krönte er sich zum Rookie des Jahres in der MotoGP. 2019 darf er bei Petronas Yamaha SRT eine M1 nutzen, die zu Saisonbeginn baugleich mit jener von Rossi sein wird.

MOTO2:

Lorenzo Baldassarri gehört 2019 zum Favoritenkreis


FOTOS: LAT IMAGES

Lorenzo Baldassarri (22)
2018 gelang ihm mit fünf Podestplätzen und Platz fünf in der Gesamtwertung der Durchbruch. Erlangt er die nötige Konstanz, ist Lorenzo Baldassarri in diesem Jahr ein Anwärter auf den WM-Titel in der Moto2.

Erster Sieg: Luca Marini hat den Bann gebrochen


Luca Marini (21)
Erster Podestplatz, erste Pole Position, erster Sieg. Auch Luca Marini war einer der großen Moto2-Aufsteiger des Jahres. Nach dem MotoGP-Aufstieg von Bagnaia ist Valentino Rossis Halbbruder die Nummer eins im Sky VR46 Team.

Aufsteiger: Marco Bezzecchi fährt 2019 in der Moto2


Marco Bezzecchi (20)
Sein aggressiver Fahrstil brachte Marco Bezzecchi 2018 viele Fans ein, ließ ihn aber auch zu oft stürzen. Im Titelkampf unterlag er, den Moto2-Vertrag bei Tech3-KTM brachte er aber bereits im Sommer ins Trockene.

Bulega durfte trotz schwacher Ergebnisse aufsteigen


Nicolo Bulega (19)
Der einstige Kronprinz durfte trotz einer Seuchensaison innerhalb des Sky VR46 Teams in die Moto2 aufsteigen. Das sorgte bei einigen Fans für Verwunderung, zeigte aber, dass Rossi seine Talente nicht so rasch fallen lässt.

Stefano Manzi war 2018 Crash-König der WM


Stefano Manzi (19)
2018 war ein hartes Jahr für Stefano Manzi. Kein Fahrer im WM-Zirkus stürzte häufiger, gegen Saisonende verpasste er aufgrund von Verletzungen drei Rennen. Traurige Berühmtheit erlangte er auch als »Opfer« des Fenati-Skandals in Misano.

MOTO3:

Celestino Vietti fährt seine erste volle WM-Saison


Celestino Vietti (17)
2018 unverhofft zum späten Debüt gekommen, überzeugte Celestino Vietti bereits in seinem zweiten Renneinsatz mit einem Podestplatz auf Phillip Island. In der ausgedünnten Moto3 könnte der Rookie zur großen Sensation werden.

Dennis Foggia muss für Sky VR46 um den Titel mitmischen


Dennis Foggia (18)
In seiner ersten vollen Moto3-Saison holte Dennis Foggia in Thailand seinen ersten Podestplatz. Im Sky VR46 Team hat er mit Vietti einen aufstrebenden Teamkollegen. Das sollte Foggia in seinem zweiten Jahr zusätzlich anspornen.

Andrea Migno ist bereits Moto3-Routinier


Andrea Migno (23)
Holte mit Platz zwei in Le Mans sein bestes Saisonergebnis, hatte aber schon bessere Jahre. Mit 23 Jahren und in seiner fünften vollen Moto3-Saison muss er 2019 liefern, um einen baldigen Moto2-Aufstieg rechtfertigen zu können.

Niccolo Antonelli hatte zuletzt zwei schwierige Jahre


Niccolo Antonelli (22)
Neben Bulega war Niccolo Antonelli zuletzt das große Sorgenkind der Academy. Zum ersten Mal seit 2014 blieb er ohne Podestplatz, wobei ihn Stürze und Verletzungspausen zusätzlich einbremsten. In Paolo Simoncellis Team bekommt er 2019 eine weitere Chance

DIE ERFOLGSGESCHICHTE DER VR46 ACADEMY

Neben der Academy betreibt Rossi Rennteams in Moto2


FOTOS: LAT IMAGES

Marco Bezzecchi mischte 2018 um den Moto3-Titel mit


Stefano Manzi ist der letzte Academy-Rider ohne Podestplatz


WINTER 2013/14:
Valentino Rossi gründet die VR46 Riders Academy. Gleichzeitig steigt er mit dem Sky VR46 Team in die Moto3 ein und gründet mit Jorge Martinez gemeinsam das Aspar-VR46-Team in der spanischen Nachwuchsmeisterschaft. Zu Beginn umfasst die Akademie nur sechs Fahrer, von denen zu Saisonbeginn nur drei einen WM-Stammplatz haben.

27. APRIL 2014:
Romano Fenati holt den ersten Sieg eines VR46 Academy Riders und den ersten Sieg für das Sky VR46 Team.

15. NOVEMBER 2015:
Nicolo Bulega krönt sich mit Rang drei in Valencia zum Junioren-Weltmeister in der spanischen Moto3. Er holt damit den ersten Titel für die Akademie.

21. JANUAR 2016:
Marco Bezzecchi wird als elfter Fahrer für die VR46 Academy verpflichtet. Damit hat das Förderprogramm seine heutige Größe erreicht.

JULI 2016:
Yamaha veranstaltet gemeinsam mit der Academy das erste VR46 Master Camp, in dem fünf ausgewählte Talente aus der ganzen Welt einige Tage lang die Anlagen der VR46 Academy besuchen und dort einige Trainings absolvieren dürfen. Bis heute gab es sechs solcher Master Camps.

15. AUGUST 2016:
Valentino Rossi wirft Romano Fenati aus der VR46 Academy. Dieser Maßnahme ging ein Eklat beim Rennwochenende in Spielberg voraus, der eine sofortige Suspendierung Fenatis und dessen Fehlen in der Startaufstellung zum Moto3-Rennen zur Folge hatte.

Franco Morbidelli fährt 2019 für Petronas-Yamaha


Luca Marini ist Valentino Rossis Halbbruder


Überzeugend: Ducati sicherte sich die Dienste von Bagnaia


26. MÄRZ 2017:
Rossis Sky VR46 Team steht nun auch in der Moto2 am Start: Mit Stefano Manzi und Francesco Bagnaia. Das Auftaktrennen in Katar gewinnt aber Franco Morbidelli, der damit den ersten Sieg eines VR46 Academy Riders in der Moto2 holt.

28. OKTOBER 2017:
Morbidelli sorgt für den ersten WM-Titel der VR46 Academy. Nach einem Crash im Qualifying zum Malaysia-GP wird Tom Lüthi für nicht rennfit erklärt, womit WM-Leader Morbidelli nicht mehr eingeholt werden kann.

18. MÄRZ 2018:
Franco Morbidelli bestreitet als erster Fahrer der VR46 Academy ein MotoGP-Rennen. Beim Saisonauftakt in Katar belegt er auf einer Honda des Marc VDS Teams Rang 12 und verliert rund 15 Sekunden auf Rossi. Im Moto2-Rennen sorgt Francesco Bagnaia für den ersten Sieg in dieser Klasse für das Sky VR46 Team.

4. NOVEMBER 2018:
Bagnaia belegt Rang drei in Sepang und holt damit den WM-Titel in der Moto2. Es ist der erste Gesamtsieg für das Sky VR46 Team und der zweite Titel für einen Fahrer der VR46 Academy. Valentino Rossis Halbbruder Luca Marini gewinnt das Rennen und feiert damit seinen ersten Sieg in der Weltmeisterschaft.

10. MÄRZ 2019:
Zum ersten Mal in der Geschichte stehen alle elf Fahrer der VR46 Academy in der Startaufstellung der drei WM-Rennen: Zwei in der MotoGP, fünf in der Moto2 und vier in der Moto3.


FOTOS: LAT IMAGES