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Parodontitis ist heilbar


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Neue Welt - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 29.12.2021

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Bildquelle: Neue Welt, Ausgabe 1/2022

Die Kasse zahlt die Vorsorge

Bessere Therapie:

Haben sich Zahnfleisch und Kieferknochen entzündet, ist eine konsequente Therapie nötig. Inzwischen haben das auch die gesetzlichen Krankenkassen erkannt. Seit Juli 2021 werden deshalb mehr Posten bei der Parodontitis-Behandlung erstattet als zuvor. So ist nun nicht nur die Akutbehandlung Kassenleistung, sondern auch die Nachbehandlung und Reinigung: Als Teil der unterstützenden Therapie im Zeitraum von zwei Jahren gibt es eine umfassende Reinigung der Zahnränder, Zwischenräume und Zahnfleischtaschen auf Rezept.

Auch Kontrollen werden übernommen:

Zweimal jährlich eine Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt sowie eine Zahnsteinentfernung beim Zahnarzt werden allen Versicherten erstattet. Alle zwei Jahre wird zudem ein Parodontitis-Screening zur Früherkennung gezahlt. Vor der Behandlung einer vom Arzt diagnostizierten Parodontitis muss diese allerdings ...

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... offiziell bei der Krankenkasse beantragt werden.

Die richtige Reinigung

Zwischen den Zähnen reinigen:

Die Ursache für Parodontitis – entzündungsfördernde Bakterien in der Mundhöhle – wird man nicht los. Mit der richtigen Mundhygiene kann man sie in Schach halten. Entscheidend sind beim Putzen nicht so sehr die Kauflächen, sondern Zahnfleischränder und Zahnzwischenräume.

Gründlich putzen:

Welche Technik oder welche Bürste man verwendet, ist zweitrangig, solange man konzentriert und systematisch vorgeht. Um die Zwischenräume richtig sauber zu bekommen, sind Zahnseide und Interdentalbürsten Mittel der Wahl.

Volkskrankheit Paradontitis

Chronisches Leiden:

Parodontitis ist mit Abstand die häufigste Krankheit in Deutschland. Jeder Zweite über 35 Jahren ist betroffen, bei den Senioren sind es sogar rund 90 Prozent. Bei der chronischen Erkrankung kommt es zu entzündetem Zahnfleisch, bei dem die Erreger mit der Zeit auch auf den Kieferknochen übergehen. Die Folge: Das Zahnfleisch zieht sich zurück – und es bilden sich Taschen, in denen die Bakterien noch bessere Bedingungen zum Wachsen finden. Schlimmstenfalls droht Zahnverlust: Durch die Entzündung des Zahnhalteapparates werden die Zähne locker und können ausfallen. Weil die Bakterien sich über die Blutbahn im ganzen Körper verteilen, sind sie auch für das Herz und andere Organe ein Risiko.

Stress greift auch die Zähne an

Das wissen viele nicht: Ob hohe Arbeitsbelastung oder anstrengendes Privatleben − viele Menschen klagen inzwischen über reichlich Alltagsstress. Dass dieser sich allerdings nicht nur auf die Psyche, sondern auch auf die Zahngesundheit auswirkt, wissen die wenigsten, sagt Dr. Lutz Spanka, , der als Implantologe, Dentalchirurg und Kieferorthopäde das ZahnZentrum NordWest in Hude leitet.

Viele Faktoren: Wir neigen bei Stress dazu, Zeit bei der Zahnpflege zu sparen. Morgens ist man spät dran, dann putzt man eben abends, so eine beliebte Ausrede. Weil wir in Stress-Phasen oft aber zuckerreicher essen, ist das eine schlechte Idee. Diese Ernährung bildet die perfekte Basis für die Entstehung von Zahnbelägen – zumal Stress zusätzlich den Speichelfluss reduziert, der normalerweise Säuren im Mundraum neutralisiert und sogar den Zahnschmelz stärkt. Weil Stress das Immunsystem schwächt, wird der gesamten Körper anfälliger für Bakterieninfektionen. Eine leichte Zahnfleischentzündung kann sich deshalb zu einer chronischen Parodontitis entwickeln.

Extratipp: Und Gestresste knirschen nachts häufig mit den Zähnen. Hier können spezielle Knirscherschienen helfen. Die werden als notwendiges Therapiemittel ebenfalls von den Krankenkassen bezahlt.

Gesundes Zahnfleisch blutet nicht

Oft unbemerkt: Das Tückische an der Krankheit Parodontitis: Sie macht lange keine Probleme, man spürt sie schlicht nicht. Geht man aber erst zum Zahnarzt, wenn Zähne wackeln, ist die Parodontitis bereits sehr weit fortgeschritten – und der entstandene Schaden lässt sich nur noch begrenzen.

Auf Warnzeichen achten: Ein häufiges Anzeichen ist blutendes Zahnfleisch. Gesundes Zahnfleisch erkennt man an seiner blassrosa Farbe. Auch liegt es fest an den Zähnen an. Beißt man in einen knackigen Apfel oder putzt die Zähne, sollten keine Blutspuren zurückbleiben. Wenn doch, ist ein Zahnarztbesuch angebracht. Sind bereits Zahnfleischtaschen entstanden, liegen die Zahn- hälse frei und sind oft schmerzempfindlich beim Putzen und bei kalten oder heißen Speisen.

Probiotika gegen Bakterien

Moderne Methode: Relativ neu ist die Idee, dass man (ähnlich wie auch bei einer gestörten Darmflora) die schützende Bakterienbesiedlung im Mund wiederherstellt. Dafür gibt es Probiotika-Lutschtabletten oder Kapseln mit Milchsäurebakterien, die zudem einen entzündungshemmenden Effekt haben.

Das A und O: Gründliches Reinigen aber bleibt die Grundlage der Behandlung, zu Hause und beim Arzt.

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Karies entfernen ohne Bohrer: Karies, die Zahnfäule, und Parodontitis hängen eng zusammen. Die überhandnehmenden schädlichen Bakterien greifen nicht nur das Zahnfleisch an, sondern auch die Zahnoberfläche. Neuerdings haben Zahnärzte zur Entfernung eine Alternative zum Bohrer: Die Karies wird mit einer speziellen Flüssigkeit entfernt. Ist schonend und schmerzfrei, aber eine Selbstzahlerleistung, die rund 80 Euro pro Zahn kostet.

Abdrücke ohne Würgereiz Auch in anderen Bereichen, die im Vorfeld einer Therapie wichtig sind, hat sich viel Neues getan. So zieht in immer mehr Zahnarztpraxen eine Technik ein, die den riesigen Metalllöffel mit Abformmasse vertreibt: Ein kugelschreiberähnlicher Stift, an den Zähnen entlang geführt, zeichnet ein genaues digitales Abbild (s. Foto). Kosten pro Kiefer ca. 30 Euro.

Zahnsubstanz härten Wer seinen Zähnen etwas Gutes tun möchte, kann den Zahnschmelz mit Schüßler Salzen (z. B. von DHU, rezeptfrei, Apotheke) stärken. Salz 22 (Calcium carbonicum) unterstützt die Mineralisierung der Zähne.