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Pelagica Fantastica


TAUCHEN - epaper ⋅ Ausgabe 80/2021 vom 13.07.2021

AZOREN

Artikelbild für den Artikel "Pelagica Fantastica" aus der Ausgabe 80/2021 von TAUCHEN. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: TAUCHEN, Ausgabe 80/2021

Es muss etwas im Wasser sein. Oder hat mir der Vulkan elektromagnetische Eigenschaften eingeflößt? Wie sonst ist der an die 2,5 Meter lange Blauhai zu erklären, der mich gerade anstarrt? Neugierig bietet er mir geduldig die beste Gelegenheit zum Fotografieren, die ich von diesem schlanken pelagischen Ozean-Wanderer bisher je hatte. Die ganze Zeit über spielt sich zudem jene außergewöhnliche Begegnung vom gestrigen Tag – Mobularochen aus nächster Nähe – in meinem Kopf ab. Die Wissenschaft oder Magie, die hinter dem aktuellen Geschehen hier draußen mitten im Atlantik steckt, ist mir völlig schleierhaft. Was jedoch offensichtlich ist und wovor es kein Entrinnen gibt, ist die magnetische Anziehungskraft des Azoren-Archipels im Allgemeinen und der Insel Pico im Besonderen. 20 Jahre nach meinem ersten Besuch bin ich nun zum dritten Mal hier.

Oase in der blauen Wüste

Pico ist eine von neun Inseln der ...

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... Azoren. Einem Archipel und einer autonomen Region Portugals etwa 1400 Kilometer westlich des europäischen Festlands. Picos grüne Flanken werden von dem imposanten Mount Pico gekrönt, einem Stratovulkan, der mit 2351 Metern über dem Meeresspiegel als höchster Punkt des Landes gilt. Die Azoren sind sowohl geologisch als auch biologisch ein Hotspot. Oft als »Oase in einer riesigen blauen Wüste« beschrieben, kann man hier über 20 Arten von Walen und Delfinen antreffen. Die klaren Gewässer beherbergen Wildfische, Seevögel und Meeresschildkröten, jede Menge Haie und Rochen sowie eine Vielzahl von Riffbewohnern von Zackenbarschen bis hin zu Lippfischen.

Die Meeresbewohner lieben die Azoren. Und auch wir »Zweibeiner« haben ein Faible für den Archipel: Atlantik-Segler machen hier Halt, um sich bei der Überquerung des offenen Ozeans zu versorgen und, falls nötig, sichere Häfen bei Stürmen aufzusuchen. An der Kaimauer im Hafen von Horta auf der Nachbarinsel Faial, keine sechs Kilometer von Madalena auf Pico entfernt, kann man aufgemalte Flaggen von unzähligen Nationen sehen. Bunte Beweise dafür, dass auch moderne Yachten vor Horta regelmäßig vor Anker gehen. Und wenn Sie einen Tauchshop betreten, bereiten Sie sich darauf vor, internationale »Gesinnungsgenossen« zu treffen Gleich an unserem ersten Tag auf Pico stoßen wir auf Freunde aus Irland. Es folgt ein großes Hallo, denn ich habe sie seit Jahren nicht mehr gesehen. Dazu gesellen sich ein Fotografenkollege aus der Slowakei und eine Gruppe aus Franzosen, Deutschen, Spaniern, Italienern, Dänen und Holländern. Tropfnass und mit breitem Lächeln stapfen sie, gerade in Tauchausrüstung aus dem Meer kommend, in die CW Azores-Basis und plaudern angeregt über Blauhaie. Eine andere, ebenso bunt gemischte überschwängliche Gruppe mit Schwimmwesten ist soeben von einer erfolgreichen Walbeobachtungs-Tour zurückge- kehrt. Ich sehe auf den Kameradisplays von Mitgliedern der einen Gruppe einen Pottwal und auf denen der Mitglieder der anderen Gruppe einen zwitschernden Golfinho Pintado, also einen Fleckendelfin. Und merke: Wir alle hier, woher wir auch kommen, sind für unsere Mission zur richtigen Zeit am richtigen Ort!

Noch besser als erhofft

Meine eigene Mission allerdings ist gleich dreifach: Als erstes möchte ich Prionace glauca, den Blauhai, hautnah erleben. In den letzten zehn Jahren wanderten die Azoren an die Spitze der besten Orte auf unserem Planeten, um diese wunderschöne Spezies zu fotografieren, die jetzt an einigen Orten vom Aussterben bedroht ist. Ich erinnere mich an Tauchgänge in Südkalifornien um 1988, als wir zwischen fünf und 20 Exemplare auf einem einzigen Tauchgang sahen. Aber bei meinen letzten Besuchen dort in diesem Jahrzehnt habe ich null gesehen. Und als ich die Azoren- Insel Pico 1999 das letzte Mal besuchte, war der Blauhai-Tauchgang bei den lokalen Betreibern noch nicht im Programm.

Als wir das sieben Meter lange, überdachte Aluminium-Tauchboot »Mermaid« an einem unscheinbaren Flecken im Atlantik namens Pedra do Sousa ein paar Kilometer nordwestlich von Pico stoppen, um einen Eimer mit Köder ins Wasser zu lassen, flehe ich Poseidon an, meine leider oft vorhandene »schwarze Wolke des Unglücks« doch bitte jetzt Tausende Kilometer hinter mir weit im Westen, ungefähr bei Boston, verweilen zu lassen.

ÜBERIRDISCHES SIGHTSEEING

Pico Island sollte man unbedingt auch an Land kennenzulernen. Fahren Sie herum, wandern Sie auf den Vulkan, besuchen Sie die Walmuseen, erkunden Sie die Lavahöhlen und probieren Sie die leckeren lokalen Weine und Käsesorten.

Und die 30 Minuten Fährüberfahrt nach Faial zum Hafen Horta mit der bunten Kaimaier sind auch ein Sightseeing-Muss. Vielleicht ist ja auch ein längerer Reise- Zwischenstopp in Lissabon drin? Eine coole Metropole voller Kultur, schöner Architektur, toller Gastronomie und mit sehr freundlichen Menschen.

90 Minuten später ertönen plötzlich zeitgleich zwei Ausrufe: »Shark!« von Chris, unserem Divemaster aus Großbritannien. Und »Tubarão!« von Leonildo, unserem einheimischen Skipper aus Pico.

Meine Frau Melissa und ich tauschen High Fives mit unseren Freunden Alastair und Rakel aus, einem agilen schottisch-spanischen Duo aus Berlin, für die der Trip zu den Azoren nur ein Katzensprung ist. Ähnlich dem, den wir als US-Amerikaner nach Cabo San Lucas machen. Wir führen flott unseren Buddy-Check und den Kamera- Check durch, und ab geht’s leise in den Atlantik. In drei Metern Tiefe packen wir die Heckleine. Der Blauhai nähert sich. Für meine Frau Melissa ist das ein feierlicher Moment. Und ein Meilenstein. Denn es ist das erste Mal, dass sie so ein Tier unter Wasser sieht. Für mich ist es eine herrliche Erinnerung daran, warum ich »das Leben im Wasser« als Fotograf gewählt habe.

Blauhaie sind vor allem im Sommer Gäste vor den Azoren, wenn sie an der Condor Bank vorbeiwandern. Doch viele andere Unterwasser-Celebrities sind dauernd ansässig.

Das, was ich dann erlebe, ist noch weitaus besser als erhofft. Tief in meinem Inneren weiß ich natürlich, dass nichts, was von Mikrochip-Technologie auf einem CMOS- Sensor abgebildet wird, auch nur annähernd die organische Perfektion einfangen kann, die sich hier live vor meiner Nase abspielt. Die Art, wie die Lichtstrahlen durch den gewundenen Schwanz des Blauhais gebogen werden. Die kurze, aber tiefe Verbindung, die entsteht, wenn sein Haiauge mich anvisiert. Meine Hände arbeiten routiniert an den Bedienelementen der Kamera. Ich muss zumindest versuchen, diesen unbeschreiblichen Moment auf meinem Speicherchip zu archivieren, damit ich wenigstens einen Teil dieser fantastischen Erfahrung an Land bringen kann. Zwei Stunden später klettern wir in zurück ins Aluminiumboot. Das Schweigen zwischen Alastair, Rakel, Melissa und mir sagt alles. Das gesprochene Wort wäre in diesem Moment genauso nutzlos wie unter Wasser.

Obrigado!

Blauhaie sind vor allem im Sommer Gäste vor den Azoren, wenn sie auf ihren geheimnisvollen Wanderungen an Tiefseestrukturen wie der Condor Bank und Pedra do Sousa vorbeiziehen. Doch viele andere »Unterwasser-Celebrities« sind hier dauernd ansässig. An der Eagle Ray Cave vor der Südostspitze von Faial erspähen wir Fledermausrochen in der Nähe des gleichnamigen Höhleneingangs. Und dazu ein Knäuel Barrakudas, bevor wir dann schließlich auf 24 Meter abtauchen, um mit den einheimischen Meros abzuhängen. Ein großer Zackenbarsch kommt direkt auf mich zu, um sein Spiegelbild wie ein Narzisst in der Kuppel meines Kamera-Gehäuses zu bestaunen. Wenn nur alle Tiere so zuvorkommend wären! Vor der Ilha Preta zeigen uns Muränen grimmig grinsend ihre Fangzähne, und ein Oktopus leuchtet bei seiner »Fallschirmjagd« elektrisch blau. Starke Strömungen beleben das Geschehen an dn Pinnacles zwischen Pico und Faial, wo wir Bonito-Schulen und Mittelmeer- Papageifische, die wie scharlachrote Aras umherflattern, bewundern.

Fantastisch dramatisch ist auch die vulkanische Unterwasser-Architektur. Ein zerklüfteter Spalt in der steilen Felswand der Shrimp Cave führt in eine versteckte Höhle, deren Wände von garnisonartig marschierenden Garnelen mit rot-weißen Rennstreifen bevölkert sind. Ilheus hat zerklüftete Grate, gigantische Felsbrocken, Steilwände und Sandkanäle, in denen sich Stachelrochen verkriechen und durch die Fische förmlich fliegen. An manchen Tagen gibt es einen Megaschwall wie in der Waschmaschine und reißende Strömung entlang der Südseite dieser Caldera direkt außerhalb des ruhigen Hafens von Madalena. Vor Picos nordwestlicher Ecke bei den Formosinha Arches führt uns Tauchlehrer Clemon durch ein Lavatunnel-Labyrinth. Unter hoch aufragenden Torbögen geht es hinein in imposante Felskammern mit kathedralenartigen Decken, die von orangefarbenen Krustenanemonen tapeziert sind. Im Stillen danke ich dem stürmischen Temperament des Mount Pico und seiner pyroklastischen Vergangenheit. Denn das machte die dramatische Bodenbeschaffenheit im Keller der Insel Pico erst möglich.

Nach drei Tagen Rifftauchen grüßen wir den Vulkan dann nochmal dankbar von der Terrasse der schicken Cella Bar aus und erheben auf ihn ein Glas des lokalen Vinho Verdelho, der aus Trauben gekeltert wird, die an den Hängen des Mount Pico wachsen. Dazu schlemmen wir Meeresfrüchte, die so frisch sind, als wären sie gerade erst aus dem Meer gekrochen oder geschwommen und geradewegs über die rasiermesserscharfen Lavafelsen in der Gezeitenzone hinauf auf unsere Teller.

Refugium für Pottwale

Meine beiden ersten Reisen auf die Azoren-Insel Pico in den späten 1990er Jahren standen ganz im Zeichen der Wale. Organisiertes Haitauchen war damals noch nicht möglich. Aber Wal- und Delfin-Ökotourismus hatte sich bereits durchgesetzt. Eine wissenschaftliche Genehmigung erlaubte es mir, ansässige Cachalotes, der lokale Jargon für Pottwale, unter Wasser zu fotografieren. Dabei stieß ich auf zehn weitere Meeressäuger-Arten. Der Azoren-Archipel ist auch heute noch einer der weltweit führenden Orte für Walbeobachtungen von Blauwalen bis hin zu Streifendelfinen. Und die Beobachtung von Pottwalen und ihren Barten-Verwandten vom Boot aus ist bei vielen lizenzierten Anbietern problemlos möglich. Ebenso wie das Schwimmen mit Delfinen. Der zweite zwingende Grund für meine Mission auf dieser Comeback-Tour ist, die walreichen Gewässer der Azoren auf der Suche nach einem Ausläufer des Leviathans erneut am Horizont abzusuchen. Und was soll ich sagen? Lange muss ich nicht suchen! Schon auf unserem ersten Ausflug mit Kapitän Michael, einem Mitbegründer von CW Azores und Experten in Sachen Wale, wird keine 30 Minuten nach dem Start der Bootsausfahrt »Thar she blows!« gerufen. Nur wenige Kilometer vor Picos Nordküste finden wir einen Familienverband. Neun Pottwale auf einen Streich! Zwei verglichen mit den Erwachsenen winzige vier Meter lange Kälber, bewacht von Mutter und Geschwistern, treiben an der Wasseroberfläche und reiben sich aneinander. Michael erklärt uns, dass sie sich gerade entspannen und eine Verschnaufpause von den Tintenfisch-Fütterungstauchgängen in die Tiefe machen. Ihre rhythmischen Ausatmungen klingen wie das zufriedene Seufzen von Riesen. Der Ort, wo wir das erleben, ist historisch gesehen ein Tatort. Denn bis 1987 haben die Männer von Pico Pottwale kommerziell gejagt. Jetzt ist diese Region als Zufluchtsort für Wale ein Heiligtum.

Princess Alice und die Elasmobranchier

Wir fahren mit dem Boot nach Südwesten, als die ersten Sonnenstrahlen über die Schulter des Vulkans lugen und die Wolken zum Glühen bringen. Delfine flirten mit uns an Steuerbord. An Backbord faulenzt eine Unechte Karettschildkröte auf der heute spiegelglatten Oberfläche des Atlantiks. Acht Kilometer sind bereits »abgespult«, es bleiben uns noch 64. Die dritte Etappe auf meiner Mission, meine Suche nach Mobula tarapacana, ist in vollem Gang. Zwei Stunden später erreichen wir die Princess Alice Bank: ein Seamount, der aus einer Tiefe von fast 1500 Metern auf ein Plateau von 33 Metern emporragt. Ein weiteres Boot mit Wissenschaftlern an Bord ist bereits vor Ort. Sie sind aus demselben Grund hier wie ich: Sichelflossen-Teufelsrochen sichten. Dieser Berg inmitten des Atlantiks ist ein Magnet für Mobulas! Nirgendwo sonst auf der Welt ist bekannt, dass sich Mobula tarapacana in solch großer Zahl versammeln.

Die eine Hälfte unserer Bootsgruppe taucht sofort ab, um das Riff zu erkunden. Wir aber verweilen im Zwölf-Meter-Bereich und hängen uns an die Ankerleine. Die Strömung weht uns hin und her wie Fahnen im Wind. Ein Wahoo-Pärchen flosselt vorbei, danach Barrakudas, gefolgt von Bernsteinmakrelen. Dann schießt ein riesiger Schwarm Bonitos an uns vorbei. Und dann kommt ein halbes Dutzend Mobulas in Sicht! Noch sind sie an die zehn Meter entfernt. Während unseres Sicherheitsstopps beobachten wir, wie einer der Wissenschaftler unter Apnoe abtaucht und geschickt einen torpedoförmigen Sender an einem der Rochen befestigt. Durch den Einsatz dieser nichtinvasiven High-Tech- Datenlogger erfahren die Forscher faszinierende Dinge über die Tauchprofile, Bewegungsmuster und das Sozialverhalten dieser rätselhaften Elasmobranchier.

Während der erste Tauchgang einfach nur hervorragend ist, wird der zweite Tauchgang bei Princess Alice dann mehr als episch. Keine drei Minuten, und ich werde von einem Mobula regelrecht bedrängt. Er stürzt direkt auf mich zu, fährt seine Flügel aus und parkt über meinem Kopf. Ein weiteres Tier, an die 2,5 Meter breit und auf der Oberseite karamellfarben, umkreist unsere Gruppe ein paar Mal, bevor es sich für meine Frau Melissa entscheidet und Auge in Auge mit ihr flirtet. Etwas später wird es dann richtig verrückt! Aus heiterem Himmel fällt ein ganzes Geschwader über uns ein. Ich schaffe gerade mal, aus der tierischen Masse 23 Exemplare in ein Bild zu quetschen. Als ich zurück ins Boot klettere, frage ich mich, ob es überhaupt möglich ist, das auf diesem Tauchgang Erlebte noch zu toppen. Zum Glück haben wir für den Folgetag – unseren letzten Tag auf den Azoren – auch noch einen Haitauchgang geplant. Ich habe das unbedingte Gefühl, dass noch mehr Pelagica Fantastica auf uns wartet ...

REISEINFO: AZOREN

Der Archipel der Azoren gehört zu Portugal und besteht aus neun weit auseinander liegenden Inseln. Sie erstrecken sich über ein Gebiet von über 600 Kilometern im Atlantik. Aufgrund dieser Position herrscht ein angenehmes Klima mit Temperaturen von 20 bis maximal 30 Grad im Sommer und 16 bis 24 Grad m Frühling und Herbst. Die Wassertemperatur, gemessen an der Oberfläche, ist durch den Golfstrom mild und liegt zwischen 20 Grad im April und 26 Grad im August.

Die zweitgrößte Azoren-Insel Pico ist Teil der Zentralgruppe und wird vom höchsten Berg Portugals dominiert, dem namensgebenden Vulkan Pico mit schwarzer Vulkanerde. Daher wird Pico auch Ilha Preta (Schwarze Insel) genannt. Über 20 verschiedene Wal-und Delfinarten sind in den Gewässern vor Pico anzutreffen. Eine weitere Besonderheit sind die Lava-Weinfelder, die bereits im 15.

Jahrhundert angelegt wurden und von schwarzen Basaltmauern eingefasst sind. Die UNESCO hat ihnen Weltkulturerbe-Status verliehen.

Die Nachbarinsel Faial ist ein wichtiger Knotenpunkt für Schifffahrt, Flugverkehr und Telekommunikation zwischen Europa und Amerika. Und sie lässt die Seglerherzen höher schlagen. Die Hafenstadt Horta versprüht internationales Flair. Wegen der unzähligen blauen Hortensien-Hecken wird Faial auch Ilha Azul (Blaue Insel) genannt.

AN-/EINREISE: Der Flug von Lissabon, zum Beispiel mit TAP oder SATA Azores Airlines, dauert 2,5 Stunden, Die sieben Kilometer breite Meerenge zwischen Pico und Faial kann per Fähre in 30 Minuten durchquert werden. Die Linha Azul (Blaue Linie) von Atlantico Line verbindet den Fährhafen Horta auf Faial mit dem Fährhafen Madalena auf Pico.

BESTE REISEZEIT: Tauchsaison auf Pico ist von April bis Oktober. Blauhaie, Mobularochen und andere pelagische Tiere vor der Küste sind am besten von Juli bis Anfang Oktober zu bestaunen. Walbeobachtungssaison ist von März bis Oktober.

TAUCHBASEN & TIERBEOBACHTUNG: Für Walund Delfintouren auf Pico ist CW Azores (www. cwazores.com) ein Top-Anbieter und zugleich autorisiertes PADI-Tauchresort, das sowohl Boots-als auch Landtauchen anbietet. Preisbeipiel: CW Azores bietet ein Zehn-Nächte-Abenteuerpaket an, das Blauhai-und Mobula-Tauchgänge, Küstentauchgänge, Walbeobachtung, Delfinschwimmen, Unterkunft und Transfers beinhaltet. Für das Jahr 2019 betrug der Preis 1433 Euro pro Person bei Doppelbelegung. Auf Faial empfiehlt sich Norberto Diver (www.norbertodiver.pt) für Tauchen, Walund Delfin-Touren. Auch Unterkunftsvermittlung.

WEITERE INFO: www.cwazores.com/de/azorenund-pico