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Per Handschlag


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LinuxUser - epaper ⋅ Ausgabe 11/2021 vom 21.10.2021

Filesharing to go

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Bildquelle: LinuxUser, Ausgabe 11/2021

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Wer Daten von einem Rechner auf den anderen schieben möchte, muss sich nicht zwingend mit Samba oder SSH herumschlagen. Tools wie Warpinator, Teleport oder LAN Share senden Daten ohne die Konfiguration von Server-Diensten per Mausklick durchs lokale Netzwerk.

Dateien zwischen zwei Computern zu übertragen, erfordert in der Regel die Installation von Server-Diensten. Ganz klassisch kommt dabei Samba (oder im Windows-Jargon die Netzwerkfreigabe) zum Einsatz. Auch über SSH kann man Dateien recht einfach von einem zum anderen Rechner schieben. Wer jedoch nicht gleich Server-Dienste installieren und einrichten möchte, dem bleibt nur der Griff zum USB-Stick – die wenigsten Desktop-Umgebungen integrieren Tools zum einfachen Übertragen von Daten.

Alternativ gibt es jedoch eine Reihe simpel aufgebauter Programme, die Dateien und Ordner im lokalen Netzwerk per Mausklick übertragen, ohne ...

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... eine Internet-Verbindung zu erfordern. Auch Hintergrunddienste oder gar Cloud-Server wie bei kommerziellen Diensten wie Dropbox oder Google Drive braucht das System für diese Tools nicht. Einmal auf den gewünschten Rechnern installiert, finden sich die Programme im Netzwerk automatisch selbst. Der Datenversand klappt danach mit wenigen Mausklicks. Wir stellen Ihnen aktuelle Kandidaten für diese Aufgabe vor.

Warpinator

Warpinator stammt aus dem reichhaltigen Repertoire an eigenständigen Entwicklungen von Linux Mint, lässt sich aber auch auf anderen Distributionen installieren. Linux Mint integriert das Programm automatisch in seine Standardinstallation, Arch Linux und Manjaro führen die Anwendung in den regulären Paketquellen. Auf anderen Systemen lässt sich Warpinator am einfachsten als Flatpak einspielen, was allerdings zahlreiche Abhängigkeiten mit sich zieht . Optional beschreibt die Github-Seite des Projekts die Installation aus dem Quellcode .

Aus dem Anwendungsmenü gestartet, präsentiert sich Warpinator in einem anfangs recht übersichtlichen Fenster. Sobald Sie das Programm auf weiteren Rechnern im lokalen Netzwerk aufrufen, listet es diese mit dem zugehörigen User und Rechnernamen auf 1 1 . Mit einem Klick auf einen der Einträge öffnen Sie die Detailansicht. Über den Stern neben der IP-Adresse im Kopfbereich des Fensters markieren Sie den entsprechenden Rechner als Favorit. So erscheint der Eintrag immer im oberen Bereich der im Netz aktivierten Warpinator-Instanzen.

Zum Dateiversand klicken Sie das gewünschte Ziel an und wählen im Dialog Datei senden | Durchsuchen … die fragliche Datei aus. Optional markieren Sie einen ganzen Ordner und klicken dann auf den Schalter Add unterhalb des Dateiauswahldialogs. Warpinator überträgt dann das Verzeichnis mitsamt aller enthaltenen Dateien. Noch schneller geht es, indem Sie einfach die gewünschten Dateien in das Fenster mit den Dateiübertragungen ziehen.

Auf der Seite des Ziels informiert eine Benachrichtigung den Nutzer über den anstehenden Dateiempfang. Mit einem Klick auf Annehmen startet der Transfer, der Schalter Ablehnen bricht die Aktion ab. Warpinator speichert die übertragenen Daten in der Standardkonfiguration in den Ordner ~/Warpinator/ im Home-Verzeichnis des aktuellen Benutzers 2 . Der Ordner lässt sich in den Einstellungen der Anwendung anpassen. Dort legen Sie auch fest, wie Warpinator bereits bestehende Dateien behandeln soll und über welche Ports die Anwendung im Netzwerk kommuniziert.

Teleport

Teleport minimiert den bereits sehr reduzierten Aufbau von Warpinator auf das wirklich Allernötigste – ein kompaktes Anwendungsfenster, eine simple Liste der aktuell aktiven Geräte und jeweils einen Schalter Send File zum Starten des Dateiversands 3 . Weitere Einstellungen, eine Integration in den Dateimanager oder etwa die Möglichkeit, ganze Ordner zu übertragen, gibt es nicht. Der minimale Funktionsumfang überrascht nicht, wenn man weiß, dass das Programm aus dem Gnome-Kosmos stammt, wo die Ent­wickler schon seit geraumer Zeit versuchen, Anwendungen auf das Allernötigste zu reduzieren.

Dateien zum Artikel herunterladen unter

www.linux-user.de/dl/46783

Wem dieser äußerst minimale Ansatz gefällt, der installiert Teleport am einfachsten über ein Flatpak . Reguläre Pakete gibt es aufgrund des noch sehr geringen Alters der Anwendung nicht. Nicht einmal das Arch User Repository (AUR), sonst ein schier unerschöpflicher Fundus zur Installation neuester Software, führt schon ein Kochrezept zur Installation. Optional beschreiben die Entwickler auf der Projektseite das Kompilieren des Quellcodes unter Arch Linux und Ubuntu. Varianten für andere Betriebssysteme sowie weitere Funktionen wie verschlüsselter Datentransfer oder das Senden von mehreren Dateien und Ordnern stehen auf der Roadmap der Entwickler.

LAN Share

Die Open-Source-App LAN Share verfolgt einen ganz ähnlichen Ansatz wie Warpinator. Im direkten Vergleich liegt der größte visuelle Unterschied zwischen beiden im verwendeten Toolkit: Während Warpinator auf GTK aufsetzt und sich das Programm somit ideal in den Gnomeoder XFCE-Desktop integriert, verwendet LAN Share das Qt-Toolkit. Die Anwendung nutzt damit die Möglichkeiten des KDE-Plasma-Desktops ideal aus. Zudem lässt sich LAN Share dadurch leichter auf Windows portieren.

Obwohl das erste Release von LAN Share schon fast fünf Jahre zurückliegt, integriert noch keine Distribution Pakete der Anwendung in ihre Paketquellen. Einzig unter Arch Linux und Derivaten wie Manjaro gibt es die Möglichkeit, das Programm bequem aus dem Arch User Repository (AUR) einzuspielen. Für Nutzer von Ubuntu und Debian bieten die Entwickler jedoch DEB-Pakete an . Zudem stellt das Projekt AppImages zur Verfügung, die auf allen gängigen Distributionen funktionieren .

Für Windows-Systeme gibt es ein Setup mit einer eigenständigen Installationsroutine. Im Test auf einem Rechner mit Windows 10 verweigerte das Programm allerdings aufgrund einer fehlenden DLL-Datei (MSVCR120.dll) den Start. Die Installation der Visual C++ Redistributable Packages für Visual Studio 2013 löste dieses Problem jedoch ohne größeren Aufwand.

Zum Versand einer Datei müssen Sie das Programm auf allen beteiligten Rechnern installieren und starten. Im Gegensatz zu Warpinator listet LAN Share im Anwendungsfenster nicht sofort alle erkannten Rechner auf 4 . Die potenziellen Adressaten erscheinen erst, wenn Sie über den Send-Schalter eine der Optionen Send files… oder Send folders… anklicken und ein Objekt zum Versand auswählen 5 . Sobald Sie das Ziel markieren und auf Send klicken, startet LAN Share den Transfer. Das Übertragen größerer Datenmengen lässt sich bei Bedarf über die Schalter rechts oben im Anwendungsfenster unterbrechen und später wieder fortsetzen.

In der Standardeinstellung schreibt LAN Share die Daten in das Verzeichnis ~/LANShareDownloads/ im Home des aktuellen Benutzers. In den Einstellungen unter Settings | General können Sie den entsprechenden Ordner bei Bedarf anpassen. Die Auswahl der Optionen beschränkt sich hier auf das Nötigste: Mehr als das Verhalten beim Vorhandensein gleichnamiger Dateien und die verwendeten Netzwerk-Ports kann man an dieser Stelle nicht einstellen.

Fazit

Warpinator erleichtert das schnelle Verschieben von Daten von einem Rechner zum anderen. Im Vergleich zu einer klassischen Datenfreigabe muss der Sender den Transfer dabei jedoch bewusst starten. Die geteilten Daten sind somit nicht immer verfügbar. Zudem gibt es bislang noch keinen Warpinator-Client für andere Betriebssysteme wie MacOS oder Windows; im Forum von Linux Mint wird darüber jedoch bereits diskutiert. Android- Geräte lassen sich allerdings inzwischen ins Warpinator-Netz integrieren. Eine Open-Source-App für Smartphones und Tablets mit Android gibt es im Google Play Store . Im Test auf einem Google Pixel 5 mit Android 11 funktioniert die App ohne Komplikationen.

Weitere Infos und interessante Links

www.linux-user.de/qr/46783

Teleport eignet sich bislang nur für die einfachsten Anwendungsfälle. Dem Programm fehlen noch zahlreiche wichtige Funktionen, wie etwa eine Verschlüsselung des Datentransfers. Aktuell steht der Versionszähler des Programms daher auch noch bei 0.0.1.

Im Gegensatz zu Teleport schlägt sich LAN Share in der Praxis ähnlich gut wie Warpinator. Rein subjektiv gefällt Warpinator jedoch ein wenig besser, da das Programm schon im Anwendungsfenster die aktuell verfügbaren Ziele anzeigt. So sehen Sie direkt nach dem Start, ob der gewünschte Adressat im Moment online ist. Bei LAN Share müssten Sie dazu erst auf Send klicken und eine Datei oder ein Verzeichnis auswählen. Andererseits gibt es LAN Share bereits für Windows – für viele Nutzer ist das sicher ein wichtiger Gesichtspunkt.

(cla)