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PERSONAL INNOVATIV MANAGEN


creditshelf - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 22.11.2019

Die IT-Software in vielen Personalabteilungen ist veraltet und arbeitet ineffi zient. Wo man den Hebel ansetzen sollte und wie sich der Fachkräftemangel abfedern lässt, erläutert Prof. Walter Gora.



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Bildquelle: creditshelf , Ausgabe 4/2019

Herr Professor Gora, wie professionell ist die Personalarbeit im Mittelstand?
Ich muss leider sagen: wenig professionell. Oftmals laufen in der Personalarbeit IT-Systeme aus den 1990er Jahren, die zwar an die geänderten gesetzlichen Vorschriften angepasst wurden, aber viele Defi zite aufweisen. Lohn- und Gehaltsabrechnung schaffen diese Systeme gerade noch, moderne Anforderungen, wie Personalentwicklung oder -controlling, lassen sich damit jedoch nicht unterstützen.

Zudem haben nach meiner Praxiserfahrung rund 60 Prozent der Unternehmen Probleme mit der eingesetzten Software.

Woran liegt es, dass so viel veraltete Software genutzt wird?
Viele Mitarbeitende in der Personalabteilung sind schlicht verliebt in ihre Software – was sicherlich oftmals auch mit dem Alter der Beschäftigten zu tun hat. Bei einem Automobilzulieferer fanden wir genau diese Situation vor. Aber es gab unter den älteren Damen auch einen 30-Jährigen, der auf unsere kritischen Fragen sofort ansprang und vor Wut platzte: Er musste mit einem antiquierten System mit grüner Schrift auf dunklem Untergrund arbeiten.

Welche Software empfehlen Sie ihren mittelständischen Kunden?
Sie sollten in ein HR-System investieren, das komplexe Systeme des modernen Personalmanagements dauerhaft verbessert: Employee-Self-Service, Personalakquise und -entwicklung gehören hier ebenso dazu wie Data- Management oder ein Korrespondenzmanagement- System.

ist derartige Software nicht sehr teuer?
Eigentlich nicht, denn oftmals wird das Wirtschaftlichkeitspotenzial in der Personalarbeit nicht erkannt. In etlichen Unternehmen läuft beispielsweise die Lohnund Gehaltsabrechnung zu Kosten von 35 € pro Monat und Beschäftigten. Mit einer modernen und integrierten HR-Software lassen sich diese Kosten auf 5 bis 10 € reduzieren. Ich empfehle unseren Kunden, das einmal von externer Warte aus ansehen zu lassen und dann bessere Leistung für geringere Kosten zu installieren. Zudem können die Zeitwirtschaftssysteme massiv Personalressourcen fressen.

Der Fachkräftemangel ist gerade in aller Munde. Wie lässt sich hier gegensteuern?
Indem wir mehr Kinder produzieren. (lacht) Im Ernst: Neben der Fachkräfteakquisition aus dem Ausland brauchen wir in vielen deutschen Unternehmen eine bessere Bindung und Identifi kation, um der Fluktuation zu begegnen und Beschäftigte als glaubwürdige Unternehmensbotschafter einzusetzen. Ein bisschen Rezession täte unserem Arbeitsmarkt auch gut, um den aktuell zu hohen Stellenwert der Work-Life-Balance etwas zu reduzieren und wieder effi zienteres Arbeiten zu befördern.

Wie können Unternehmen heute gute Fachkräfte für sich gewinnen?
Nutzen Sie die Sozialen Medien – aber mit Strategie und Nachhaltigkeit! Hier müssen Zeit und Geld investiert werden. Wir sprechen von ‚Human Ressource Management 2.0‘, wenn wir beispielsweise Interesse auf dem Bewerbermarkt für das Unternehmen wecken, Bekanntheit und Image langfristig aufbauen und eine Bindung herstellen, die sich zu einem Arbeitsverhältnis entwickeln kann.

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Prof. Dr.-ing. Walter Gora


Jahrgang 1960, studierte Informatik an der Universität Erlangen- Nürnberg und promovierte 1988. Als Berater und Geschäftsführer war er für verschiedene Unternehmen in der Management- und Technologieberatung aktiv. 2004 gründete er die Valora Management Group GmbH, die Valora Consulting GmbH und die Cisar – consulting and solutions GmbH. Als deren geschäftsführender Gesellschafter arbeitet er in den Bereichen Organisation, Informationsund Kommunikationstechnologie, Innovation, Controlling und Projektmanagement. Gora ist Gastprofessor an der Universität der Künste in Berlin und lehrt an der ZfU International Business School in der Schweiz.

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