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Perspektive-Helfor: DOCMA-Akademie: Perspektive-Helfer


DOCMA - epaper ⋅ Ausgabe 4/2018 vom 06.06.2018

Viele der Fotomontagen, die in Doc Baumanns Bildkritik immer wieder zu Recht verrissen werden, weisen Fehler in der perspektivischen Abstimmung der eingefügten Elemente auf.Olaf Giermann stellt Ihnen zwei Funktionen vor, die dabei helfen, solche Probleme zu vermeiden und die zudem Ihre Arbeitsabläufe deutlich beschleunigen können.


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Foto: Khorzhevska – Adobe Stock #89366133

♦ Fluchtpunkt-Filter

Im ersten Teil des Artikels erfahren Sie, wie Sie von dem ab Photoshop-Version CS2 verfügbaren Filter»Fluchtpunkt« (Tastenkürzel:»Strg/ Cmd-Alt-V« ) profitieren können.

♦ Perspective Tools 2

Im zweiten Teil geht ...

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Im zweiten Teil geht es um die durchdachte Photoshop-ErweiterungPerspective Tools 2 , mit der Sie nicht nur perspektivische Hilfslinien mit wenigen Klicks erzeugen, sondern jegliche perspektivische Anpassung deutlich schneller als manuell oder gar mit dem Filter»Fluchtpunkt« durchführen können – und zudem das alles dank Smartobjekt-Einsatz non-destruktiv. Eine sehr empfehlenswerte Erweiterung für alle Anwender von Photoshop CS6 und höher. Aktuell kostet das Panel 14 Euro. Mehr Infos:www.docma.info/21296

Beim Malen oder Erzeugen einer Fotomontage verlassen Sie sich im Hinblick auf die korrekte Perspektive vielleicht gern auf Ihr Bauchgefühl. Doch das täuscht mitunter. Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie mit Fluchtlinien überprüfen, ob alles zusammenpasst. Da Photoshop keine perspektivischen Hilfslinien bietet, müssen Sie sich hier mit Pfaden oder dem»Linienzeichner-Werkzeug« behelfen. Deutlich komfortabler geht das mit demPerspective Tool -Panel (Seite 74f.), das darüber hinaus den ziemlich sperrigen Filter»Fluchtpunkt« beinahe überflüssig macht. Für perspektivische Retuschen und Messungen sowie als Hilfe für das korrekte Ausrichten von 3D-Ebenen ist er aber nach wie vor sehr nützlich. Lernen Sie also seine Möglichkeiten und Einschränkungen kennen.

01–04 FLUCHTPUNKT-FILTER: DAS PERSPEKTIVISCHE GITTER

Alle Fotos: Olaf Giermann

01 GITTER ANLEGEN
Nach dem Aufruf des Filters»Fluchtpunkt«(a) müssen Sie mit dem»Ebene-erstellen-Werkzeug«(b) ein perspektivisches Gitter erzeugen. Orientieren Sie sich dabei an den Fluchtlinien im Foto. Über»Rastergröße«(c) legen Sie die Linienabstände des Rasters fest. Mit der Taste»X« verdoppeln Sie vorübergehend die Zoomstufe, um die Gitterpunkte genauer zu platzieren(d) .

Der Hintergrund wurde hier und im Folgenden zur besseren Gitter-Sichtbarkeit abgedunkelt.


02 WICHTIG: DIE GITTER-FARBE
Wird das erzeugte Gitter in blauer Farbe angezeigt(a) , laufen seine perspektivischen Linien nur auf einen einzelnen Fluchtpunkt zu. Ein gelbes Gitter ist dagegen ein Hinweis auf eine „Zwei-Punkt-Perspektive“(b) . Problematisch ist nur die Anzeige in roter Farbe: In diesem Fall entsprechen die Fluchtlinien keiner möglichen Perspektive und erfordern eine Korrektur(c) .

03 GITTER „UM DIE ECKE“ ZIEHEN
Wenn Sie einen der mittleren Anfasser bei gedrückter»Strg/Cmd« -Taste ziehen, verlängern Sie das Fluchtpunkt-Gitter in einem Winkel von 90°(a) . Sollte das perspektivisch nicht passen, ändern Sie den»Winkel« – am einfachsten durch Klicken und Ziehen am mittleren Anfasser bei gedrückter»Alt« -Taste(b) .

04 GITTER LÖSCHEN
Wenn Sie im Filter»Fluchtpunkt« auf»OK« klicken und die Datei speichern, merkt sich Photoshop die erzeugten Fluchtpunkt-Gitter – unabhängig von Ebenen oder Kanälen. Um sie, falls nötig, loszuwerden, müssen Sie im Filter das»Ebene-bearbeiten-Werkzeug«(a) aktivieren, das Gitter anklicken und die»Rückschritt« -Taste(b) betätigen.

05–08 FLUCHTPUNKT-FILTER: RETUSCHE

05 NICHT-DESTRUKTIVE MÖGLICHKEITEN
Erzeugen Sie vor dem Aufruf von»Fluchtpunkt« eine neue, leere Ebene (»Strg/Cmd-Alt-Shift-N« ) oder eine Kopie der Bildebene (»Strg/Cmd-J« ), um keine Pixel der Originalebene zu verändern. Auf diese Weise können Sie schon einmal grundsätzlich mit dem»Stempel« retuschieren oder Pixel einfügen, ohne die originalen Bildinhalte zu verlieren.

06 RETUSCHE MIT FLUCHTPUNKT
Aktivieren Sie die in Schritt 5 erzeugte Ebene und rufen Sie»Fluchtpunkt« auf. Mit dem»Stempel-Werkzeug« können Sie nun perspektivisch stempeln. Immer vom Großen zum Kleinen stempeln, da automatisch die Pinselspitzengröße entsprechend der Perspektive angepasst wird. Retuschieren Sie für die beste Qualität immer von vorn in die hinten liegenden Bereiche.

07 ELEMENTE EINFÜGEN
Nehmen Sie vor dem Aufruf des Filters eine Auswahl vor und kopieren Sie deren Inhalt in die Zwischenablage (»Strg/Cmd-C« ). Fügen Sie das Element im Filter mit»Strg/Cmd-V« ein, landet es zunächst in der linken, oberen Bildecke(a) . Ziehen Sie es aber mit dem»Transformieren-Werkzeug«(b) über das Fluchtpunkt-Gitter, so wird es automatisch perspektivisch angeglichen(c) .

08 PROBLEME DES FILTERS
Kopierte Elemente werden als Pixel einfügt. Mit dem»Transformieren-Werkzeug« können Sie eingefügte Elemente skalieren und drehen. Sobald Sie den»Fluchtpunkt« -Filter jedoch mit»OK« bestätigen, wird die Transformation gerastert. Nachträgliche Änderungen oder ein Tausch beispielsweise des Plakattextes ist, anders als beim Arbeiten mit Smartobjekten, nicht möglich.

09–12 FLUCHTPUNKT-FILTER: SPEZIAL-FUNKTIONEN

09 ELEMENTE DUPLIZIEREN
Mit dem»Auswahlrechteck«(a) können Sie eine Auswahl mit weicher Kante(b) erzeugen und den Inhalt durch Ziehen bei gedrückter»Alt« -Taste perspektivisch korrekt duplizieren. Wenn Sie „um die Ecke“ duplizieren, aktivieren Sie beim»Transformieren-Werkzeug«(c) die Option»Spiegeln«(d) , um wie hier den Fensterrahmen korrekt auszurichten.

10 VERRECHNUNGSOPTIONEN
Probieren Sie für die duplizierten Bereiche bei aktivem Auswahlwerkzeug die Optionen unter»Reparieren«(a) aus, um die Farben an den Zielbereich anzupassen.»Aus«(b) ist die Standardeinstellung,»Luminanz«(c) passt nur die Helligkeit,»Ein«(d) zusätzlich auch die Farbe an den Hintergrund an. Welche Einstellung am besten funktioniert, hängt von den Bildinhalten ab.

11 MESSEN & ERGEBNIS RENDERN
Mit dem»Messwerkzeug« können Sie eine Linie entlang einer Strecke ziehen, deren Länge Ihnen bekannt ist. Geben Sie den Wert (ohne Einheit) im Feld»Länge« ein(a) . Weitere Messungen werden relativ zu dieser Einheit unter Berücksichtigung der Perspektive berechnet. Über das Filtermenü können Sie Raster oder Messungen auf einer Photoshop-Ebene rendern lassen(b) .

12 3D-KAMERA AUSRICHTEN
Wenn Sie für den Boden ein Fluchtpunkt-Raster im Filter erzeugen, können Sie dieses bei einer aktiven 3D-Ebene in den Kamera-Eigenschaften als»Ansicht«(a) wählen, um das 3D-Objekt perspektivisch korrekt auszurichten. Zusätzlich müssen Sie die Brennweite(b) sowie über die»3D-Modus« -Optionen des»Verschieben-Werkzeugs« Rotation, Größe und Position wählen(c) .

13–16 PERSPECTIVE TOOLS: HILFSLINIEN ANLEGEN

13 PANEL AUFRUFEN UND ANPASSEN
Nach der Installation finden Sie das Panel unter»Fenster > Erweiterungen > Perspective Tools 2«(a) . Indem Sie die rechte untere Ecke der Palette ziehen, können Sie die Palette skalieren und dadurch verschiedene Darstellungsweisen erhalten: Querformat(b) , Hochformat(c) und eine erweiterte Darstellung, in der kleine Animationen die Funktionen jeder Schaltfläche erklären(d) .

14 PERSPEKTIVE-GITTER ANLEGEN
Wichtig bei allen folgenden Schritten ist, dass Sie das»Zeichenstift-Werkzeug« mit der Option»Pfad« verwenden. Ist die Horizontlinie im Bild klar erkennbar, können Sie auf ihr mit dem»Zeichenstift« einen einzelnen Fluchtpunkt setzen(a) und dann im Tab»Grids«(b) auf»Grid«(c) klicken, um die zugehörigen Fluchtlinien zu erzeugen.

Foto: erikdegraaf – Adobe Stock #14986881

15 FLUCHTPUNKTE ERMITTELN
Ist die Horizontlage nicht klar, können Sie sich für das Erzeugen des Fluchtpunktgitters an den Objektkanten im Foto orientieren, indem Sie mehrere Pfadpunkte entlang von diesen setzen, bevor Sie auf»Grid« klicken. Eine Linie (= zwei Punkte) erzeugt ein Gitter aus parallelen Linien(a) . Zwei Linien (= vier Punkte) legen auf den Fluchtpunkt zulaufende Linien an(b) .

16 HORIZONT UND FARBEN FESTLEGEN
Bei mehreren Fluchtpunkten erzeugen Sie wie in Schritt 15 beschrieben weitere Gitter, die alle als eigene Form-Ebene angelegt werden. Die Horizontlinie und dazu parallele Linien mit sich perspektivisch verkürzendem Abstand erzeugen Sie über die zweite Schaltfläche(a) . Die Farbe der Linien ändern Sie für die ausgewählte Form-Ebene mit dem „Farbeimer“-Knopf(b) .

17–20 PERSPECTIVE TOOLS: TRANSFORMATIONEN PER MAUSKLICK

17 WARP
Jetzt wird es spannend. Um eine Ebene perspektivisch anzupassen, definieren Sie zunächst die Zielfläche mit vier Pfadpunkten. Blenden Sie die zu transformierende Ebene ein und aktivieren Sie sie. Klicken Sie im Tab auf»Warp« . Die Ebene wird in ein Smartobjekt konvertiert und perspektivisch verzerrt – völlig nicht-destruktiv. Transformation und Text lassen sich anpassen.


18 DE-PERSPECTIVE: FUNKTIONSWEISE
Diese Funktion erzeugt mit einem Klick aus einem über vier Pfadpunkte definierten Bereich ein Smartobjekt(a) , dessen Inhalt perspektivisch entzerrt ist – ohne dabei jedoch die korrekte Tiefe zu beachten(b) . Retuschen sind auf diese Weise deutlich einfacher als im»Fluchtpunkt« -Filter – zudem können Sie mit allen denkbaren Pinselspitzen Texturen malen.

19 DE-PERSPECTIVE: ANWENDUNG
Öffnen Sie das Smartobjekt mit einem Doppelklick. Da das Bild entzerrt ist, können Sie hier mit»Stempel« und»Reparaturpinsel « wie gewohnt retuschieren, ohne auf die Perspektive achten oder sich über die fehlenden Optionen (interaktive Spitzen-Vergrößerung) im»Fluchtpunkt« -Filter ärgern zu müssen. Speichern Sie das Smartobjekt, werden die Änderungen im Original angewendet.

20 HELFER-SKRIPT UND SHORTCUTS
»Change points order«(a) erlaubt das Drehen von Ebenen, die wie in Schritt 17 behandelt wurden. Dank»Fix perspective«(b) können Sie nach Anlegen des Fluchtpunktgitters die notwendigen Pfadpunkte quick & dirty setzen und per Klick ausrichten lassen. Alle Funktionen des Panels, denen Sie auch Tastenkürzel zuweisen können, finden Sie unter»Bearbeiten » Skripten«(c) .