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„Peter Habig“ tritt Dienst an


Sportschipper - epaper ⋅ Ausgabe 6/2019 vom 29.05.2019

Mit einem hellen Knall ist die Sektflasche am Bug des neuen Seenotrettungsbootes „Peter Habig“ der Freiwilligen-Station Wilhelmshaven zerplatzt. Die jüngste Rettungseinheit der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) hat am Samstag, 18. Mai, im Rahmen des Hafenfestes „HaVen Ahoi“ zum 150-jährigen Bestehen der Stadt Wilhelmshaven ihren Namen erhalten. Benannt ist das moderne Spezialschiff nach einem Spender, der die Seenotretter in seinem Nachlass bedacht hatte.


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Taufe zum Stadtjubiläum: Im Rahmen der 150-Jahr-Feier der Stadt Wilhelmshaven wurde das neueste Seenotrettungsboot der DGzRS auf den Namen „Peter Habig“ getauft. Als Taufpatin fungierte Christiane Habig, unter den Gästen waren Matthias Claussen, stellvertretender ehrenamtlicher Vorsitzer der DGzRS, und Carl Göner, DGzRS-Inspektor (v.l.). Im Hintergrund der Seenotrettungskreuzer „Bernhard Gruben“ von der Station Hooksiel.


(Foto: Die Seenotretter – DGzRS)


Neues Seenotrettungsboot der DGzRS-Station Wilhelmshaven getauft – Nachlass eines Österreichers ermöglicht Bau der jüngsten Rettungseinheit


Die ‚Peter Habig‘ ist ein Seenotrettungsboot der neuesten Generation. Sie ist ausgesprochen seetüchtig und hat ganz hervorragende Fahreigenschaften“, beschreibt der freiwillige Vormann Erwin Clausen seine ers ten Erfahrungen. Der Neubau ist mit modernster Technik ausgestattet und mit 380 PS deutlich leistungsstärker als sein Vorgänger.

Das 10,1-Meter-Seenotrettungsboot ist rund zwei Meter länger und einen halben Meter breiter als die bisher in Wilhelmshaven stationierte „Otto Behr“: „Wir können Schiffbrüchige, Erkrankte und Verletzte jetzt viel besser transportieren und an Bord medizinisch versorgen“, betont Clausen. Erst wenige Tage zuvor hatten er und seine Freiwilligen-Crew den Neubau von der Bauwerft Tamsen Maritim in Rostock an die Jade überführt. An der Warnow war SRB 74 – so seine interne Bezeichnung – im April 2018 auf Kiel gelegt worden.

Christiane Habig wünschte dem neuen Seenotrettungsboot zur Taufe „allzeit gute Fahrt und der Besatzung stets eine sichere Heimkehr“. Mit dem gebürtigen Wiener Peter Habig war sie sieben Jahre lang verheiratet. Zur Taufe war die Exfrau des Namengebers eigens aus Österreich angereist. „Peter war bereits als Jugendlicher in einem Bootsclub an der alten Donau in Wien aktiv. Er war ein ausgezeichneter Skipper mit hervorragendem Orientierungssinn. Uns verband die Liebe zu Booten und zum Wasser“, erinnert sie sich an wochenlange gemeinsame Urlaube mit ihrem Motorboot vom Rhein bis weit hinaus auf die Nordsee. „Glücklicherweise haben wir dabei die Seenotretter nie gebraucht, aber in jedem Hafen gespendet.“

Peter Habig bedachte die Seenotretter schließlich in seinem Nachlass. „Für sein außerordentliches Engagement sind wir sehr dankbar, denn dieser Nachlass versetzt uns in die Lage, den Neubau vollständig zu finanzieren“, erläuterte Matthias Claussen, stellvertretender ehrenamtlicher Vorsitzer der Seenotretter, bei der Taufe. „Das Boot nach Peter Habig zu benennen, ist für uns eine ehrenvolle Verpflichtung, der wir sehr gern nachkommen.“

Das neue 10,1-Meter-Seenotrettungsboot „Peter Habig“ hat auf der Freiwilligen-Station Wilhelmshaven die 1993 in Dienst gestellte „Otto Behr“ abgelöst. Diese 8,5 Meter lange Einheit ist jetzt in Zinnowitz auf Usedom stationiert, um den Seenotrettungsdienst auf dem Achterwasser und dem angrenzenden Stettiner Haff zu verstärken.

Wilhelmshaven zählt zu den ältesten Stationen der Seenotretter. Praktisch genauso weit wie die Geschichte der Stadt selbst reicht auch die Geschichte der Seenotretter-Station an der Jade zurück. Bereits 1869, vor genau 150 Jahren und damit nur vier Jahre nach Gründung der DGzRS, errichteten die Seenotretter dort einen ersten hölzernen Rettungsschuppen für ein Ruderrettungsboot. Weil sich der Hafen selbst aber noch im Bau befand, erhielt die Station ihr erstes Boot erst ein Jahr später.

Vor 50 Jahren schließlich, 1969, kam der erste moderne Seenotrettungskreuzer mit Tochterboot nach Wilhelmshaven, die heute im Deutschen Schifffahrtsmuseum Bremerhaven ausgestellte „Hans Lüken“. Den Liegeplatz ihres Nach-Nachfolgers „Vormann Steffens“ verlegte die DGzRS 1994 nach Hooksiel, um bei Notfällen auf der Außenjade noch schneller eingreifen zu können. Wilhelmshaven ist seither wieder Freiwilligen-Station und mit einem Seenotrettungsboot ausgestattet. Mehr als 20 Seenotretter engagieren sich dort heute ehrenamtlich.

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