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»Pferde spiegeln unsere Seele wider«


Ein Herz für Tiere - epaper ⋅ Ausgabe 6/2019 vom 17.05.2019

Als VOX-„Pferdeprofi“ kümmert sich Katja Schnabel um Problempferde, die buckeln und bocken. Sie sagt: Meist ist es der Mensch, der Schwierigkeiten hat – und nicht das Tier


Artikelbild für den Artikel "»Pferde spiegeln unsere Seele wider«" aus der Ausgabe 6/2019 von Ein Herz für Tiere. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Ein Herz für Tiere, Ausgabe 6/2019

Sie ist das neue Gesicht der VOX-Sendung „Die Pferdeprofis“: Seit Anfang des Jahres zeigt Katja Schnabel, eine studierte Pferdewissenschaftlerin, Pferdetrainerin und ausgebildete Pferdeosteo-pathin, wie ein vertrauensvoller Umgang von Mensch und Tier aussieht. Im Gespräch mit „Ein Herz für Tiere“ verrät die 1,93 Meter große Powerfrau, worin die größten Schwierigkeiten in der Mensch-Tier-Kommunikation liegen und wie man das Vertrauen ...

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Sie ist das neue Gesicht der VOX-Sendung „Die Pferdeprofis“: Seit Anfang des Jahres zeigt Katja Schnabel, eine studierte Pferdewissenschaftlerin, Pferdetrainerin und ausgebildete Pferdeosteo-pathin, wie ein vertrauensvoller Umgang von Mensch und Tier aussieht. Im Gespräch mit „Ein Herz für Tiere“ verrät die 1,93 Meter große Powerfrau, worin die größten Schwierigkeiten in der Mensch-Tier-Kommunikation liegen und wie man das Vertrauen eines Pferdes gewinnt.Ein Herz für Tiere:Was fasziniert Sie an Pferden?Katja Schnabel: Pferde sind uns in vielen Punkten überlegen. Ihre Schnelligkeit, Kraft und Ausdauer verhalfen dem Menschen zu dem, was er heute ist. Trotz seiner immensen Kraft ist das Pferd bereit, den Menschen auf sich zu dulden und bei fairem Umgang die von uns gestellten Aufgaben zu bewältigen. Wenn wir auf diesem sanften Tier sitzen, spüren wir die Energie und Lebensfreude unter uns. Wir können eins werden mit dem Partner Pferd. Pferde spiegeln unsere Seele wider. Das Tier gibt uns Antworten auf unser Verhalten – ehrlich und ohne Vorurteile. Als Herdentier reagiert ein Pferd nach denselben Verhaltensmustern wie ein Mensch. Wer selbstsicher und klar in seinen Entscheidungen durchs Leben geht, wird von Pferdeund Menschenherden respektiert. Wenn wir mit Pferden arbeiten, werden uns unsere Fehler sofort gezeigt. Trotzdem sind Pferde nie nachtragend und voller Treue. Sie folgen dem Menschen und besitzen eine natürliche Neugier, die es ermöglicht, ihnen vieles beizubringen. Mich fasziniert vor allem ihre Größe, Stärke und Schnelligkeit zusammen mit ihrer Feinheit, Sensibilität und ihrer ausgeprägten sozialen Kompetenz. Letztere geht leider bei vielen Pferden durch die heute gängige Einzelhaltung – also eigentlich Einzelhaft – verloren.

EHfT::Was macht für Sie eine gute Mensch-Pferd-Beziehung aus?
Katja Schnabel: Die Grundlage ist Vertrauen. Dann ist fast alles machbar, eine Kooperation auch in schwierigen Situationen möglich. Wegen der unterschiedlichen Wahrnehmungen müssen wir einen sicheren Umgang mit dem Tier haben: Pferde können nicht so fühlen, hören, schmecken oder sehen wie wir Menschen. Es muss uns gelingen, dem Pferd zu vermitteln, dass ihm nichts geschieht, wenn es unsere Wünsche erfüllt. Grundvoraussetzung ist eine artgerechte Haltung und Fütterung, damit das Pferd gesund und entspannt leben kann und es der Pferdeseele gut geht. Die Beziehung zum Pferd hat mit Respekt, Achtsamkeit, Geduld und Zuhören zu tun. Das ist wie bei uns Menschen. Sind wir glücklich und zufrieden, geht uns der Alltag viel leichter von der Hand.

GROSSES HERZ Katja Schnabel vereint bei ihrer Arbeit Kompetenz mit Gefühl


EHfT:Mit welchen Anliegen kommen die Menschen am häufigsten zu Ihnen?
Katja Schnabel: In vielen Fällen gibt es Probleme zwischen dem Pferd und seinem Besitzer. Die Tiere sind entweder psychisch am Ende und ertragen den Druck nicht mehr, den der Mensch auf sie ausübt, oder sie werden nicht richtig verstanden. Der Mensch denkt dann, dass das Pferd ein Problem hat. Dabei hat sich sein Problem auf das Pferd übertragen – es handelt sich also um ein Missverständnis in der Kommunikation. Der Mensch will etwas vom Pferd, meint, er „sagt“ es ihm. Aber das Tier versteht nicht bzw. der Mensch hört nicht hin. Er erkennt nicht, dass er sich selbst zuerst analysieren muss. Und leider ist es so, dass sich gerade Freizeitreiter oft etwas überschätzen.

EHfT:Wie gehen Sie an einen neuen Fall heran?
Katja Schnabel: Ich muss mir natürlich den Zustand anschauen, in dem das Pferd zu mir kommt, sowohl physisch als auch psychisch. Ausgehend davon erarbeite ich einen Trainingsplan. Ich versuche, alle störenden Faktoren abzustellen und die Festplatte des Pferdes quasi wieder neu zu programmieren. Ebenso muss ich das mit seinem Besitzer machen, nur dann kann etwas Neues zwischen dem Pferd und seinem Menschen entstehen – etwas für beide Großes und Erfüllendes.

LEIDENSCHAFT Ihr erstes Pferd bekam Katja Schnabel mit neun Jahren


EHfT:Haben Sie Tipps, wie man das Vertrauen eines Pferdes gewinnen kann?
Katja Schnabel: Eindeutig durch faire und sachliche Führung! Das funktioniert über klare Körpersignale, emotionslos und ohne Worte. Menschen glauben manchmal, dies würde durch Futter oder Gewalt klappen. Andere denken, ihr Pferd liebe sie und wolle sie nicht traurig machen. Dies kennt ein Pferd aber nicht. Es ist ja kein Hund, sondern viel eigenständiger. Es braucht den Menschen in seinem Selbstverständnis in seiner Welt nicht.

EHfT:Warum wollten Sie bei der TV-Sendung „Die Pferdeprofis“ dabei sein?
Katja Schnabel: Als die Anfrage kam, sah ich die Sendung als Chance. Endlich konnte ich das, was ich schon seit frühester Jugend gern allen über den Umgang mit Pferden sagen wollte, einer großen Masse anhand von Beispielen demonstrieren. Und es ist doch für jeden toll, seine Erfahrungen an möglichst viele Menschen weitergeben zu können. Ich kann zeigen, wie leicht das mit den Pferden doch eigentlich ist, wenn man sich mit Wissen, Empathie und Zeit auf dieses großartige Wesen einlässt. Ich kann zwei verschiedene Lebewesen zueinander führen. Das ist einfach nur schön.

EHfT:Wie haben Sie die Dreharbeiten erlebt?
Katja Schnabel: Es war natürlich anfangs sehr ungewohnt für mich, in ein Ding namens Kamera zu sprechen. Das ging immer viel leichter, wenn ich dabei das Pferd an der Hand hatte. Ohne Pferd dann über meine getane Arbeit in die Kamera zu sprechen, war schon schwieriger. Es war von 0 auf 100 ein zweiter Job für mich. Auf einmal war ich zeitgleich Moderatorin, so völlig ungelernt. Zum Glück bin ich nicht kamerascheu, sonst wäre mir das alles noch schwerer gefallen. Ich bin so ein „Erklärbär“ und möchte den Pferdebesitzern ganz viel beibringen, hole dafür weit aus und wiederhole oft, damit die Message auch ankommt. Nun musste ich lernen, mich kurzzufassen – gar nicht so leicht. Kurze Sätze. Ein, zwei wichtige Aussagen und Punkt. Aber ich habe ein tolles Team, das viel Geduld mit mir hat und mich immer stärkt und motiviert.

EHfT:Was unterscheidet Ihre Arbeit von der Ihres „Die Pferdeprofis“-Kollegen Bernd Hackl?
Katja Schnabel: Der größte Unterschied ist wohl der, dass ich keinen Westernsattel, keine Boots und kein Lasso habe. Bernd ist einfach durch und durch Cowboy. Von der Grundidee der Pferdeausbildung und des Pferdeumgangs sind wir nicht weit entfernt voneinander. Für uns zählt die richtige Kommunikation mit dem Fluchttier Pferd und das Schaffen einer Basis, in der der Mensch die Führung übernehmen darf. Wir beide haben die gleiche Einstellung zum Wesen Pferd, nur in einzelnen kleinen Vorgehensweisen unterscheiden wir uns. Ich bin eine klassische Reiterin mit dem Ziel, ein aufmerksames, arbeitswilliges Pferd zu bekommen, welches muskulär in der Lage ist, Lektionen zu zeigen. Gern mache ich viel Bodenarbeit und setze schon mal Leckerlis ein. Bernd würde zum Beispiel nie aus der Hand füttern und diese Ansicht hat absolut ihre Berechtigung. Ich mache da hin und wieder mal eine Ausnahme. Aber psssst …

NEUES DUO Bernd Hackl und Katja Schnabel ergänzen sich gut


EHfT:Was erwartet die Besucher Ihrer Live-Tour?
Katja Schnabel: Bei der Live-Tour im Sommer werde ich drei oder vier Pferde mit den unterschiedlichsten Problemen live trainieren. Dabei werde ich mein Vorgehen kommentieren und viel erklären, sodass die Zuschauer vielleicht Anregungen und Ideen mit nach Hause zu ihren eigenen Pferden nehmen können. Auch Menschen ohne Pferde und Nichtreiter können in die Welt der Pferde reinschnuppern und hoffentlich ein paar interessante Stunden erleben.

Auf Tour

Im Sommer können Sie Katja Schnabel live erleben: Am 17. August tritt sie in Redefin auf und am 18. August ist sie in Phöben zu Gast. Tickets gibt’s bei allen bekannten Vorverkaufsstellen, bei eventim.de sowie unter katja-schnabel.de/live-tour. Die Teilnahme der Kandidaten ist kostenfrei. Anmelden können Sie sich per Mail an info@katja-schnabel.de


Fotos: MG RTL D/Sebastian Pfuetze